10 Eylül 2025 Çarşamba

Regenbogenvogel

Märchenwelt 🌟

Es war einmal ein König und eine Königin, die ihre Tochter verloren hatten, als sie sechzehn Jahre alt war. Damals hatte ein böser Waldgeist, der sich als Berater des Königs tarnte und unauffällig im Königshaus lebte, die Prinzessin entführt.

Um die Hoffnung nicht aufzugeben, planten der König und die Königin ein großes Fest zu Ehren der Prinzessin. Vielleicht, so dachten sie, hatte jemand von ihr gehört oder sie gar gesehen. Für dieses besondere Fest beauftragte der König seinen besten Jäger, ein äußerst seltenes Tier zu finden: den sagenumwobenen Regenbogenvogel.

Der Jäger ritt auf seinem weißen Schimmel los, ohne zu wissen, wo er dieses seltene Wesen finden könnte. Tief im Wald stieß er auf einen See, der von Nebel umhüllt war. Ein seltsames Schaudern überkam ihn, und er gab seinem Pferd die Sporen, bis er an einer Lichtung Halt machte. Dort spannte er ein Netz zwischen die Äste und wartete so lange, bis er vor Müdigkeit einschlief.

Als ihn die ersten Sonnenstrahlen weckten, traute er seinen Augen kaum. Ein prächtiger, pfaugroßer Vogel, dessen Farben in Regenbogenfarben leuchteten, hatte sich in seinem Netz verfangen. Vorsichtig wickelte der Jäger den Vogel in ein Tuch und machte sich vor Einbruch der Dunkelheit auf den Weg zu seiner Hütte. Dort befreite er den Vogel aus dem Netz, band seine Füße zusammen und bettete ihn auf weiches Heu.

Während der Jäger bei seinem Pferd schlief, hörte er den Atem des Vogels und fühlte eine unerklärliche Verbundenheit zu ihm. Am nächsten Tag brachte er den Regenbogenvogel in den eigens für ihn vorgesehenen Käfig im Schloss.

Am Tag des Festes strömten viele Menschen herbei. Manche erzählten Geschichten über die Prinzessin, doch es stellte sich schnell heraus, dass es nur alte Erinnerungen waren. Das Königspaar war enttäuscht, wollte aber die Hoffnung nicht aufgeben.

Die Hauptattraktion des Festes, der wunderschöne Regenbogenvogel, wurde dem staunenden Publikum vorgeführt. Alle waren begeistert. Doch der böse Berater, der Waldgeist, erkannte den Vogel sofort. Am liebsten hätte er ihn mit Pfeil und Bogen getötet, doch es waren zu viele Zuschauer. Er beschloss, auf den richtigen Moment zu warten.

Als der Jäger den Regenbogenvogel nach der Vorführung zurück in den Käfig brachte, bemerkte er die traurigen Augen des Vogels, in denen Tränen standen. Plötzlich hörte er eine liebliche, weibliche Stimme, die zu ihm sprach:
„Du musst mich zu dem See im tiefen Wald bringen. Nur dort kann der Zauber, den der böse Waldgeist über mich auferlegt hat, gebrochen werden.“

Der Jäger überlegte kurz und ersann einen Plan, um den Waldgeist loszuwerden. Er wusste, dass dieser eine Schwäche für seltene Tiere hatte. So erzählte er ihm am nächsten Morgen, dass hinter den fernen Bergen, bei den schwarzen Sümpfen, ein außergewöhnlicher Adler zu finden sei. Der Waldgeist, dem dieser Adler noch in seiner Sammlung fehlte, machte sich sofort mit dem Jäger auf den Weg.

In den Bergen angekommen, stiegen sie gemeinsam hinab in die Sümpfe. Dort, als der Waldgeist unvorsichtig war, nutzte der Jäger die Gelegenheit und stieß ihn hinunter. Der böse Waldgeist versank im Sumpf und wurde nie wieder gesehen.

Schnell ritt der Jäger zurück, befreite den Regenbogenvogel aus dem Käfig und setzte ihn behutsam vor sich auf sein Pferd. Gemeinsam ritten sie tief in den Wald bis zu dem Nebelsee.

Als der Vogel das Wasser berührte, löste sich der Nebel auf, und der Regenbogenvogel verwandelte sich vor seinen Augen zurück in die Prinzessin. Vor Freude galoppierten die beiden zum Schloss zurück.

Vom Balkon des Schlosses aus erkannten der König und die Königin ihre Tochter und eilten voller Freude in den Garten. Dort umarmten sie sich überglücklich.

Der Jäger konnte seine Gefühle nicht länger verbergen und bat um die Hand der Prinzessin. Diese fiel ihm überglücklich um den Hals, und drei Tage später wurde eine prunkvolle Hochzeit gefeiert, bei der der Himmel in Regenbogenfarben leuchtete.

Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.

ENDE










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9 Eylül 2025 Salı

Buchstaben-Zeitmaschine

Märchenwelt 🌟

In der Schreibwüste, wo nichts als Sand und Dünen zu sehen sind, kracht die Buchstaben-Zeitmaschine unsanft in den Boden.
Ihre Augen sind weit aufgerissen, ihr Mund voller Sand.

Die Tür springt auf, und die reisenden Tiere taumeln heraus.
Nur der kluge Rabe steht ruhig da und verkündet:

„Ich bin sowieso ein Partikel des Universums!“

Mit ihm auf der Suche nach dem schimmernd Goldenen Duden sind: der schüchterne Tiger, der vorsichtig die Umgebung betrachtet, während die ehemals schüchterne Ratte gemeinsam mit seiner Hasentochter auf dem Tiger sitzt.
Sie hoffen, die richtige Rechtschreibung zu finden.

Die neugierige Waschbärin, die wissen möchte, wo die Kommas wohl versteckt sein könnten.
Der Lupenfuchs, der den Satzbau liebt und alles genau untersucht.
Das plappernde Äffchen, das unaufhörlich redet und den verwehten Buchstaben hinterherhüpft, die scheinbar verloren sind.
Der Waldkrebs, der den warmen Sand genießt und sich zufrieden eingräbt.
Der logisch denkende Esel, der überlegt, wie sie in dieser Schreibwüste überleben können.
Das dichterisch begabte Eichhörnchen, das aus allem ein Gedicht macht.
Und schließlich der Tausendfüßler, der mit seinen vorderen Füßen Buchstaben jongliert, während die hinteren musizieren.

„Lasst uns ein Lagerfeuer machen!“ schlug die neugierige Waschbärin vor.

„Hier gibt es nichts außer Sand,“ bemerkte der Lupenfuchs trocken.

„Dann übernachten wir eben in der Zeitmaschine,“ entschied der logisch denkende Esel.

Der Tausendfüßler begann, seine Beine zu bewegen, und dichtete:
„Ein Tausendfüßler kann sein F geben, für ein Feuerchen würd’ er schon überleben.“

Das Eichhörnchen lachte und ergänzte:
„Doch wie gibt er ein F bloß her? Der Duden hilft uns, bitte sehr!“

„Ein Feuer mag es hier nicht geben, doch Wörter bringen Licht ins Leben!“ schmunzelte die Zeitmaschine und lächelte ihnen zu.

„Genau hier drin könnt ihr eure Zeit vertreiben – mit all den Büchern und Geschichten.“

Drinnen erwartete sie ein Sammelsurium aus den verschiedensten Büchern, Zetteln, Märchen, Gedichten und der gesamten Weltgeschichte.

Gerade als sie überlegten, was sie machen sollten, tauchte aus dem Meer ein breites U auf.

„Das ist unsere Rettung!“ rief der Tausendfüßler begeistert und bog sich zu einer Brücke vom Strand zum U, sodass alle hinüberklettern konnten.

Kaum saßen sie, begann das U zu schwanken, und sie wurden hin und her geschaukelt.

In der Zwischenzeit flitzten die kleinen S-Sandkörnchen über die Dünen und versuchten, die Zeitmaschine wieder zum Laufen zu bringen.

Da surrte es über ihnen – die Zeitmaschine schwebte heran, und mit einem mächtigen Buchstabensog wurden sie nach oben gezogen.

Die Zeitmaschine lächelte, während ihre Außenhülle golden schimmerte – wie der Duden, nach dem sie suchen.










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Osterhasengeschichte

Märchenwelt 🌟

In der Osterzeit ist in der Hasenstadt ganz schön was los. Fast alle Hasen, groß und klein, sind damit beschäftigt, Eier einzusammeln und auf ihre Karren zu verteilen. Zu dieser Zeit gab es nur einzelne Hasenmeister, die für die Eierfärbung zuständig waren. Rot, Grün, Blau.

Nur zwei kleine Hasen saßen am Straßenrand. Der eine war noch zu jung, um mitzuhelfen. Der andere war so sehr traurig, dass er der Meinung vertrat, dass er nichts kann. Der junge Hase Simon versuchte, seinen traurigen Freund aufzumuntern, aber Jakob war enttäuscht. Man wollte ihn beim Eierfärben nicht dabei haben.

Simon redete erneut auf Jakob ein:
„Sei nicht traurig, du findest eine andere Arbeit.“
„Ja, genau“, antwortete Jakob und überlegte, was er machen könnte.

Er ging nach Hause in seinen Bau und wollte erst mal nur noch schlafen.

Am nächsten Tag half Jakob der Hasenbäuerin beim Milchflaschen-Einsammeln und dachte bei sich, dass es nächstes Jahr anders ausschauen wird. Der Winter kam, es war ruhig, und wieder zur Osterzeit wollte Jakob beim Eierfärben mitmachen.

„Nein“, sagten die Osterhasenältesten, „das sei nur den Hasenmeisterfamilien vorbehalten.“

Traurig hoppelte er von dannen. Simon kam auf ihn zu und fragte:
„Was ist los?“

Jakob, ganz enttäuscht:
„Ach, ich bin kein Hasenmeisterkind, deshalb darf ich keine Ostereier tauchen. Aber ich möchte so gerne malen.“

Simon spornte ihn an:
„Weißt du was? Dann mach etwas Eigenes.“

Jakob überlegte:
„Ja, du hast recht.“

Jakob hoppelte nach Hause in seinen Bau und überlegte die ganze Nacht, bis er einschlief. Als er wieder aufwachte, ging er erst einmal in die Hasenstadt. Er schaute in verschiedenen Handwerksbetrieben vorbei, und dann kam er an einem Bastelgeschäft vorbei.

Er ging hinein, redete mit dem Besitzer, erklärte ihm, er würde so gern malen. Da bot er ihm eine Staffelei an. Kurzerhand nahm er die Staffelei mit allerlei Farben mit. Schon am nächsten Morgen machte er sich daran, bunte Ostereier zu Papier zu bringen.

Das war ihm zu wenig. Also zeichnete er Ostereier und bemalte sie kunstvoll mit Blumen oder der Osterhasenstadt oder verzierte die gezeichneten Ostereier mit Ornamenten.

Die vorbeikommenden Hasenbewohner lachten ihn aus:
„Ostereier auf einer Leinwand, was soll das?“

Jakob hatte genug. Es war schon spät geworden. Die Nacht war kurz. Er hatte nicht gut geschlafen.

Was sollte er machen? Dieses Mal blieb er in seinem Bau. Hier konnte er schließlich machen, was er wollte.

Da kam Simon vorbei. Er war ganz begeistert von seinen Werken. Da fiel Simon eine Idee ein. Er begab sich, ohne Jakob etwas davon zu erzählen, zum Oberrat der Hasenmeisterfärber und bat mit viel Überredungskunst darum, dass ein Hasenmeisterberufener mit ihm mitkommen sollte. Denn die Hasenmeister verließen ihren Bau nur selten und blieben lieber unter sich.

Da nun Simon so überzeugend in schillernden Farben sprach, wurden die Ältesten neugierig. Der erfahrenste Hasenmeister wurde beauftragt, mit ihm mitzugehen.

Am nächsten Tag, Jakob war wieder draußen vor seinem Bau und zeichnete vor sich hin. Inzwischen machten sich Jakob und der Hasenmeister Lempke auf den Weg.

Als sie ankamen, war Hasenmeister Lempke erstmals sprachlos – so viele Zeichnungen, so farbenfroh und außergewöhnlich. Jakob merkte gar nicht, dass ihn jemand beobachtete, denn er war voll in seinem Element.

Simon hoppelte langsam auf ihn zu, stupste ihn an und sagte:
„Schau mal, wen ich mitgebracht habe.“

Jetzt erst schaute Jakob um und konnte es kaum glauben – der Hasenmeister Lempke persönlich.

Der Hasenmeister Lempke kam sofort auf ihn zu und lobte ihn:
„Wie herrlich deine Zeichnungen sind! Was hast du vor mit all den schönen Zeichnungen?“

Jakob erzählte ihm, dass sein sehnlichster Wunsch wäre, Ostereier nach diesen Zeichnungen zu bemalen.

Herr Lempke überlegte kurz und verkündete dann:
„Gut, dann brauchen wir einen neuen Hasenmeister, extra für Künstler, und du wirst der Kunstmeister sein.“

Jakob freute sich riesig darüber, und so kam es, dass die Ostereier nicht nur einfarbig waren, sondern farbenfroh, bunt und auch Ornamente und Bildergeschichten eingeführt wurden.

In Hasenhausen ging es nicht mehr so streng zu. Jetzt bekamen auch andere talentierte Hasen die Möglichkeit, ihre Begabung zu zeigen. Durch den einzelnen Wunsch wurden viele Wünsche erfüllt.


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Damals, ich 28 war und meine kleinste Schwester zehn, entstand diese Osterhasengeschichte.











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Rumpelstilzchen und die Zauberbrille

Märchenwelt 🌟

Tief im Wald, umgeben von hohen Tannenbäumen, hüpft Rumpelstilzchen mit einem Bein um sein Feuer und sagt seinen Spruch auf:
„Gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß’!“

Dabei schimpft er:
„Die Zeiten sind schon lange vorbei! Niemand erinnert sich mehr an mich.“

Stocksauer schleudert er Blitze in das Feuer, sodass alles nur so funkt und sprüht.

Wütend stapft er im Wald umher.

Währenddessen macht eine Schulklasse einen Waldausflug. Bei umgestürzten Baumstämmen machen sie Rast. Der Lehrer liest aus einem Märchenbuch vor – zuletzt von Rumpelstilzchen.

Aus einem Versteck hinter den Büschen wurden Rumpelstilzchens Ohren ganz lang.
„Die kennen mich doch!“ Und voller Stolz schwoll seine Brust an.

Ein kleiner Junge lässt seine Brille liegen.

Als die Gruppe weg ist, hebt Rumpelstilzchen den im Sonnenschein blitzenden Gegenstand auf und nimmt ihn an sich.

Neugierig streift er damit durch den Wald und landet an einem Bach. Als er durch die Brille schaut – ein riesiger Fisch! Er erschrickt sich und reißt die Brille nach oben.
„Na so was, das ist ein kleiner Fisch! Wie gibt es so was?“

Weitergestolpert hört er von Weitem eine feine Stimme jammern. Langsam schleicht er darauf zu – ein Hase! Er hatte sich einen Dorn eingezogen, der ihn sehr schmerzte.

Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, hält Rumpelstilzchen die Brille auf die Pfote und zieht mit seinen langen, spitzen Fingernägeln den Dorn heraus.

Der Hase bedankt sich:
„Wie heißt du denn?“

„Rumpelstilzchen,“ kam die Antwort.

„Ich werde jedem von dir erzählen!“ versprach der Hase und hoppelte fröhlich davon.

Nicht weit entfernt, auf einem Baum, saß eine Eule, die dies beobachtet hatte. Sie trug angeklemmte dicke Augengläser auf ihrem Schnabel.
„Was hast du da?“ fragte die Eule.

Rumpelstilzchen betrachtete die Brille und überlegte:
„Ich weiß nicht … eine Zauberbrille?! Sie verzaubert die Dinge größer!“

Die weise Eule erklärte:
„Schau mal, ich habe auch Gläser auf. Das scheint mir eine Brille von einem Menschen zu sein. Am besten bringst du sie wieder zurück.“

Kurz nachdem die Eule ihre Worte gesprochen hatte, machte er vom Baum aus ein paar große Schritte rückwärts, dabei rumpelte er über eine Schlange. Diese schnappte sich blitzschnell mit ihrer Zunge die Brille.

Verärgert fragte Rumpelstilzchen:
„Was willst du damit?“

Die Schlange listig:
„Ich brauche sie, ich bin eine Brillenschlange!“

Rumpelstilzchen zielte mit einem seiner Blitze direkt auf den Schwanz der Schlange, sodass die Brille im hohen Bogen wieder in seinen Händen landete. Daraufhin zischte die Schlange wehklagend und schlängelte davon.

Inzwischen fragten die Kinder beim Bus, wo Fritz seine Brille hatte. Der Lehrer schimpfte:
„Immer das Gleiche mit dir, Fritz!“

Fritz drehte sich weg:
„Ach, die blöde Brille! Ich wünschte, ich bräuchte keine mehr!“

Alle liefen zurück und suchten bei den Baumstämmen.

Rumpelstilzchen bekam mit, dass der Junge die Brille nicht mochte.

Er überlegte:
„Wenn ich schon zaubern kann, dann soll die Brille seine Augen gut sehen lassen.“

Beim Berühren färbten sich die Brillenhenkel silberfarben.

Sein Freund, der Falke, ließ die Brille ins Gras fallen.

Fritz hob sie sofort auf:
„Das ist meine Brille … aber irgendwie sieht sie anders aus?“

Er setzte sie auf und stellte fest:
„Ich sehe alles verschwommen!“

Er nahm die Brille weg und rief voller Freude:
„Ich brauche keine Brille mehr!“

Die anderen Kinder fragten:
„Was machst du mit der Brille?“

Fritz wünschte:
„Ach, wäre das schön, wenn sie eine Sonnenbrille wäre …“

Kaum hatte er es ausgesprochen, war sie in eine Sonnenbrille verwandelt.

Alle schauten verwundert.

Ein Kind stellte fest:
„Jetzt ist dein Wunsch doch in Erfüllung gegangen!“

Fritz schaute sich um und entdeckte ein kleines Männchen, das sehr der Märchenfigur aus dem Buch ähnelte …

„So wie es aussieht, hat mir Rumpelstilzchen geholfen!“



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Diese Geschichte entstand in Gedenken an die Gebrüder Grimm, deren Märchen vor rund 200 Jahren entstanden.
Da sie mittlerweile gemeinfrei sind und nicht mehr urheberrechtlich geschützt, konnte ich diese Märchenadaption frei entstehen lassen.

Beim Stöbern in den alten Märchenbüchern fiel mir auf, dass Rumpelstilzchen nur ein einziges Mal bei den Gebrüdern Grimm vorkommt – das fand ich irgendwie schade.

Deshalb habe ich mir dieses Rumpelstilzchen-Märchen ausgedacht.













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Geldregen oder Geldsegen

Anekdoten-Werke 🎆 Märchenwelt🌟

Heute ist Papa und Tochter-Tag. Lena freut sich besonders darauf. Zusammen fahren sie einkaufen – Bücher für die Schule, die sich Lena schon lange wünscht. Lena hat Schulgeld bekommen, weil sie die Beste der Klasse ist. Voller Freude stecken sie die Bankkarte in den Automaten – und sehen plötzlich: den Betrag von 15.000!

Vor lauter Freudentaumel heben sie großzügig ab und bezahlen auch die Bücher gleich mit der Karte. Beim nächsten Laden – oh Schreck – ist die Karte leer. Kein Geld mehr drauf!

Zurück bei der Bank erfahren sie, dass es höchstwahrscheinlich ein Systemfehler war – der Bankautomat hatte gehakt.

Zuhause kann Mama es gar nicht glauben. Also fährt sie am nächsten Tag selbst mit Lena zur Bank. Sie steckt die Karte in den Automaten – eine Geldklapperstimme spricht aus dem Geldautomaten:

„Was wünscht ihr euch?“

Mama ist so überrascht, dass sie kein Wort herausbringt. Der Automat weiter spicht:

„Gib mir die Zauberzahlen ein!“

Da Lena ein richtiges Glückskind ist, trägt sie ihre Lieblingszahlen ein – und Geldscheine schießen heraus, jubeln, fliegen durch die Luft und landen direkt in Lenas Stofftasche.

Mit strahlenden Gesichtern machen sich Mama und Tochter auf den Heimweg. Das kleine Geheimnis bleibt bei ihnen, und der Tag endet voller Freude.








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8 Eylül 2025 Pazartesi

Dick und Doff

Anekdoten Werke – Verrücktes 🎆

Oder sollte man lieber Dick und Dünn sagen: Was ist da schon wieder los in der Früh? Oh je, jemand verhungert bestimmt – die Kinder schreien .

Die Dicke, schwarz angezogen mit weißer Fliege vorne am Hals, wirbelt ganz schön herum.

Der Dünne schreit schon mal vor, 

„Ja, gib ihnen endlich was!"

„Ja, bin dabei …“ – der Dünne hat die Dicke herbeigerufen.

Sie ist ziemlich doof und hat viel zu viel Angst.

Abends, pünktlich wie die Maurer zur Abendessenszeit, stehen sie wieder vor der Tür.

Wieder geht es los! Es kann ihnen gar nicht schnell genug

gehen. Eigentlich jagt die Hündin Prinzes Katzen gerne, aber wenn es ums Fressen geht und der Kater sie herbeischreit, macht sie doch eine Ausnahme.

Na, haben sie ihr Fressen bekommen? Sicher! – Dick und Doff sind nämlich niemand anderes als Hündin Prinzes und Kater Maunzi. 🐶🐱








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Salina 🌸

Anekdoten-Werke 🎆

Salina rauf und runter stolzierte, hoch erhobenen Hauptes. Ihre Jugendlichkeit war aus ihrem Gesicht entwichen, unter ihrem Tigerhut, aus dem ihre blonden Haare hervorschauten. Ein weißes Fransen-Jäckchen drauf, fein gekleidet, wie sie annahm. Sie war eine eingebildete „Tussi“, das sah man ihr gleich an. Auf der Platte ging sie rauf und runter – die hatte auch mal besser ausgesehen.

Salina hatte 10 Milliarden irgendwo vergraben, aber wo, wusste sie nicht mehr. „Wo waren die Scheinchen abgeblieben?“ Es war schon über 30 Jahre her, dass sie es vergraben hatte, aber den Platz wusste sie nicht mehr. Beim Nikelberg oben hatte sie ein Karottenfeld angelegt. Waren die Scheinchen wahrscheinlich schon vermodert?

„Stinkreich!“ dachte sie, denn die Doller-Scheinchen müssten doch jetzt mehr wert sein. Immer wieder ging Salina es gedanklich durch: Schublade um Schublade, auch durch die hintersten Spinnwebenecken ihres Gehirns – aber nichts. NICHTS!

„Jetzt ist aber Schluss mit der Grübelei!“ Den Weg zum Berg muss man sich schon gönnen, zum Nikelberg hochgestiegen, die ganzen Treppen bis zur ersten Ebene, alles grün und voller Bäume.

„Das kann doch gar nicht sein. Wo könnte nur die Stelle sein?“

Abgelenkt erkannte sie den uralten Eichenbaum mit dem riesengroßen Astloch, fast so groß wie ein Mensch. Als Kinder hatten sie da oft gespielt. Neugierig, mit Schmetterlingen im Bauch, stand Salina im Astlochraum, dunkel war’s noch einen Schritt hinein. „Was? Da geht es noch weiter? Vielleicht dort war ihr Versteck?“ Weiter ins Dunkle hinein.

Eine Kerze herangeflogen kam, mit Lichteschein direkt in ihre Hand hinein. „Das muss ein Traum sein“, dachte Salina. Sie folgte den Windungen weiter. Ast- und Steingebilde waren schemenhaft zu erkennen. „Blh… i…“ Ein Spinnennest direkt ins Gesicht! So ein murmeliges Gefühl bekeilte sie. Lang und fast unendlich schien der tunnelartige Gang. Hier und da waren Ausbuchtungen zu erkennen. Akribisch suchte sie alles ab, nach den Scheinen der Begierde.

Ihre Gehirnzellen angestrengt, durchsuchte sie ihre Schubladen, sogar die kleinsten Winkel.

„Wo könnte sie damals den ganzen -Patzen- nur vergraben haben?“

Ein Lichtschein war zu erkennen, dem sie folgte. Am Ende stieg sie eine Stahltreppe hinauf, durch einen viereckigen Betonschacht. Salina hatte es geschafft. Sie stieg die Treppe hinunter. Von hier aus konnte sie die Nische sehen, die durch den Bau der Treppe versperrt war. Dort stand ein Einkaufswagen, Decken… Da war ihr Schatz – ihr Spiegel.

Der Dollarspiegel!

Der sah aus wie ein riesiger Dollerschein, den sie vor 30 Jahren dort hinhängte. Sie sieht sich im Spiegelbild, rückt ihren Hut zurecht und erkennt: „Ich bin es, die ich die ganzen Jahre gesucht habe!“

Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Salina hatte es sofort erkannt. Es war ihr Schlafplatz bei der U-Bahn.

„Daheim ist daheim, da ist es doch am schönsten“, dachte sich Salina und legte ein Tänzchen hin, dass es in der Blechdose Klimpern – Klingel soll, bis es voll wird.









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Der Wunsch

Anekdoten-Werke 🎆  

Satire

Wie immer fuhr ich mit dem Auto mehr als fünf KM zur Arbeit. In der Frühschicht aß ich in der Kantine meinen Leberkäse – semmellos. Da wird wohl der Hund darin begraben gewesen sein. Mit der Zeit bekam ich ein kleines Bäuchlein. Manche Kollegen unterstellten mir sogar, ich sei schwanger. Zu der Zeit war ich herrenlos. Um die 24, weiß ich nicht mehr genau. Konnte ich es noch gut abwehren? Aber in den Köpfen der Leute ist ja alles möglich. Wie hinten auf dem Rücksitz im Auto – na, das überlassen wir mal lieber der Fantasie.

Ebenfalls stellte ich fest, dass ich einen kleinen Ranzen bekommen hatte. Das gefiel mir überhaupt nicht. Deshalb wollte ich jetzt abnehmen.

Vor dem Einschlafen im Bett sagte ich mir innerlich: Ich, Lydia, habe abgenommen. Auch schrieb ich mir kleine Zettelchen, und jeden Tag schrieb ich in ein kleines Heftchen den gleichen Satz: Ich, Lydia, habe abgenommen. Das machte ich bestimmt so 2–3 Monate. Dann hatte ich keine Lust, keinen Bock mehr.

In dieser Woche hatte ich Spätschicht, um 12 Uhr Dienstanfang. Wie immer fuhr ich mit dem Auto. Ungefähr 200–300 Meter von meiner Wohnung entfernt blieb mein Auto einfach stehen. Auf der rechten Bürgersteigseite kamen zwei junge Männer und eine kleine, etwas ältere Frau rüber, um mich anzuschieben. Es ging einen kleinen Hügel runter. Ich ließ das Auto runterrollen. Auf der linken Seite gab es eine Autowerkstatt, die man nicht unbedingt freiwillig betreten möchte. Sie sah etwas abgefragt und schmuddelig aus. Aber Notfall.

Ich rollte direkt auf den Hof der Autowerkstatt. Der Chef und der Automechaniker sahen mich unbeteiligt an. Ich war in Eile. Laut erklärte ich, dass mein Auto kaputt sei. Der Chef nickte nur. Ich redete laut vor mich hin, wie ich jetzt zur Arbeit kommen sollte. In Gedanken ging ich die Möglichkeiten durch: Bahnhof – Bus fahren.

Daraufhin bot mir der Automechaniker sein Fahrrad an. Mehr wackelig als tackelig, klapperte es beim Fahren. An einigen Stellen war es auch verrostet.

Wir machten aus, dass ich das Fahrrad nach der Arbeit hier wieder abstellte.

Am nächsten Tag holte ich mein Fahrrad aus dem Keller – noch recht neu, wenig benutzt. Eine Woche lang, gut, dass ich Spätschicht hatte, warf ich gelegentlich Blicke rüber zur Werkstatt, konnte aber niemanden erkennen. Also rief ich per Telefon an. Ich sagte meinen Namen, aber keine Reaktion. Dann erinnerte ich:

„Ich bin die Frau mit dem violettfarbenen Nissan.“

„Ah, genau, der Chef ist nicht da.“

Daraufhin tauchte ich am nächsten Tag selbst in der Werkstatt auf. Im Büro saß der Chef, hinter dem Schreibtisch, den Blick auf ein Stück Papier fixiert. Ich fragte nach meinem Auto, aber es kam keine wirkliche Reaktion. Dann klingelte auch noch das Telefon. Er hob blitzschnell ab, schrie und brüllte los – also redete extra laut.

Ich ging unverrichteter Dinge wieder.

Diese Woche wird auch irgendwie vorbeigehen – außerdem hatte ich nächste Woche eh Urlaub.

Gleich am Montag fuhr ich dann zu meinem Lieblingsitaliener, Cappuccino trinken. Am Mittwoch oder Donnerstag, so ungefähr, war ich in der Nähe des Hügels. Ich flitzte mit voller Kraft mit meinem Fahrrad – unerwartet sprang die Kette heraus, und vorne die Bremsbacken drückten sich heraus. Wie jetzt das? Na gut, Fahrrad zurückgeschoben, musste ich zu Fuß in die Stadt.

Am Samstag marschierte ich zur Werkstatt vor. Endlich war das Auto fertig.

Wie viel? Mich haute es fast vom Hocker.

„Das muss ich abstottern. Am besten auf dreimal.“

Der Automechaniker nickte.

Aber ich muss eine Anzahlung machen, damit ich das Auto bekomme.

Also bis zur Bank. Geld abgeholt. Hin und zurück – das waren dann bestimmt so drei Kilometer. Endlich hatte ich mein Auto wieder!

Endlich meinen Popo wieder im Auto.

Also, ich muss sagen: Ich kann mich nicht wirklich erinnern, dass ich so viel abgenommen habe, dass es mir aufgefallen wäre. Ich kann nur so viel dazu sagen: Mit den Wünschen – das ist so eine Sache für sich.










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Notkantine 🥪 Gastro-Satire (1

Anekdoten-Werke 🎆

Bevor wir in die neue, moderne Kantine umzogen, wurde vorübergehend eine Notkantine eingerichtet. Unsere kleine, eingespielte Truppe bestand aus fünf Personen:

Meine brasilianische, tänzerische Kollegin, Mitte 30.

Ich, damals 24. Die Bayerin – ein gutmütiger Trottel. Oder besser: der Trottel vom Dienst.

Eine Rumänin, Mitte 40, die ständig wegeilte und dabei immer wieder ihre Schlüssel in der U-Bahn oder im Zug verlor.

Und die 18-jährige Österreicherin – flippig, nahm es nicht immer so genau, war aber flott bei der Arbeit.

Ein afrikanischer Student, um die 30, der nun als neuer Kollege dazukam.

Er weigerte sich strikt, meine Anweisungen auszuführen. Er meinte: „Ich bin ein Mann und lasse mir nichts von einer Frau sagen!“

Da ich merkte, dass er mit meiner brasilianischen Kollegin besser zurechtkam, gab ich ihr die Anweisungen weiter. Doch das passte ihm auch nicht! Er rastete aus, schimpfte irgendwas von Deutschen, die keine Afrikaner mögen, warf mit Rassismusvorwürfen um sich …

Dann wollte er einfach an der Theke entlang abhauen.

Ich – innerlich: Was, was, was?!

Laut rief ich: „Du bist ein Mensch! Mir egal, ob du Ausländer bist – kannst von mir aus grün sein!“

Er drehte sich abrupt auf dem Absatz um, ging wortlos zurück hinter die Theke und machte weiter.

Später nahm ich meine brasilianische Kollegin beiseite und bat sie, ihm alles zu zeigen. Obwohl er von mir keine Anweisungen annahm, war das sowieso nicht mehr nötig – er war äußerst intelligent und hatte alles innerhalb weniger Tage gelernt. Nach einer Kassenschulung bediente er die Kasse einwandfrei.

Am Ende kamen nur wir drei – er, die Brasilianerin und ich – mit in die neue Kantine. Die Rumänin hatte sich weggeheiratet, und die Österreicherin bekam ein Baby.


Diese Anekdote spielte sich 1995 ab.











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Die Sage vom Drachenfels

Sage aus der Märchenwelt 🌟 Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen. Sie war durchsichtig, ihr ...