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22 Nisan 2026 Çarşamba

Die Sage vom Drachenfels

Sage aus der Märchenwelt 🌟

Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen.

Sie war durchsichtig, ihr Schneckenkörper schimmerte hindurch. Ihre wachsamen, länglichen Fühleraugen schienen überall zugleich zu sein.                                                      Ihr faustgroßes Schneckenhaus war ihr Rückzugsort, an der Seite waren die leicht grünlichen Drachenflügel angelegt.

Die lichtjahrealte Drachenschnecke lebte versteckt beim Drachenfels in einer Höhle, schon über Jahrhunderte hinweg.

Nur die Eulen und Fledermäuse konnten ihr wahres Wesen sehen.

Im Dorf herrschte Hungersnot. Die Hauptnahrungsquelle, der Fluss, war ausgetrocknet, sodass sie keine Fische mehr fangen konnten.

Und nach einer alten Sage war der Drachenfels schuld, denn von ihm kam das Unheil – er hatte das Quellwasser aus dem Gebirge versiegen lassen.

Mit Fackeln zogen mutige Männer los, um im Inneren der Felshöhle Feuer zu legen. Das Feuer sollte den Fluch besiegen.

Eulen warnten die Drachenschnecke.

Als die Dorfmänner kamen, machte sich die Drachenschnecke für einen kurzen Moment sichtbar.

Die Männer erschraken und blieben wie festgewurzelt stehen.

Eine weiße Hülle umgab die Drachenschnecke:

So, so – ihr wollt Feuer.

Die Männer nahmen dies wahr, ohne dass sie eine Stimme hörten.

Und sie spie eine Feuerwand gezielt vor ihre Füße, sodass diese sofort die Flucht ergriff.

Die gutherzige Drachenschnecke wollte helfen.

Im Dorf wurden die wildesten Erzählungen verbreitet über einen Drachen mit langen Fühleraugen.

Des Nachts erschien die Drachenschnecke. Der weiße Schein um sie herum lockte die Menschen aus den Häusern, doch niemand rührte sich.

Leuchtende Eulenaugen und Fledermausfiepen hielten sie zurück.

Alle schauten gebannt – nichts geschah.

Die Drachenschnecke sandte ihre guten Absichten aus, und jeder konnte sie verstehen.

Alle nickten stumm.

Die Drachenschnecke flog zum Drachenfels hinauf, spie Feuer in eine Felsspalte, um das dort verborgene Quellwasser freizusetzen. Langsam, aber stetig begann es zu fließen, bis es die Kraft eines Flusses erhielt und plätschernd ins ausgetrocknete Flussbett zurückkehrte – und wieder Wasser zu den Menschen ins Dorf brachte.

Von nun an war der Drachenfels ein sagenumwobener Ort – und das Geheimnis der Drachenschnecke blieb.

•••

Inspiriert vom Drachenfels in Deutschland am Rhein bei Königswinter sowie von der Nibelungensage aus dem Siebengebirge um den Helden Siegfried, der einen Drachen besiegte.


🐉Die Sage vom Drachenfels

Man erzählt sich, dass einst auf dem Drachenfels ein furchtbarer Drache lebte.

Er hauste in einer Höhle im Berg und verbreitete Angst und Schrecken in der ganzen Gegend.

Die Menschen wagten sich kaum noch hinaus – denn der Drache sollte Feuer speien und alles vernichten, was sich ihm näherte.

Da zog der junge Held Siegfried aus, um das Ungeheuer zu besiegen.

Nach einem harten Kampf gelang es ihm schließlich, den Drachen zu töten.

Als das Ungeheuer besiegt war, badete Siegfried in dessen Blut – und wurde dadurch fast unverwundbar.

„Fast“, weil ein kleines Blatt auf seinem Rücken liegen blieb – und genau dort blieb er verwundbar.

21 Nisan 2026 Salı

👞 Der verlorene Schuh zum stillen Glück

Märchenwelt 🌟

Ein ehemaliger Bibliothekar, der aus erster Ehe bereits zwei ältere Kinder hatte, heiratete eine Frau, die ein kleines Baby mitbrachte.

Doch die neue Mutter starb früh.

Solange der Vater lebte, hielt er die Familie zusammen.

Die beiden älteren Kinder mussten sich zurücknehmen, auch wenn es ihnen nicht immer leichtfiel.

Die Zuneigung des Vaters zur Jüngsten missfiel ihnen, was die beiden neidisch werden ließ.

Das kleine, zierliche Mädchen wuchs heran – still, freundlich und von sanfter Art.

Als sie ihr sechzehntes Lebensjahr erreichte, starb auch der Vater.

Nun veränderte sich alles.

Die älteste Schwester Karla übernahm das Haus.

Doch statt Fürsorge zeigte sie Härte.

Karla war eine stämmige, willensstarke, geschäftstüchtige junge Frau mit kurzen braunen Haaren.

Für sie war Mara nur eine Arbeitskraft.

„Du kannst arbeiten“, sagte sie, „es gibt genug zu tun.“

Und so wurde Mara zur Hilfe im eigenen Zuhause.

Sie räumte auf, kochte, erledigte Besorgungen und kümmerte sich um alles, was anfiel.

Die zweite Schwester Paula hielt sich heraus.

Das Einzige, was sie interessierte, waren ihre Fingernägel – dass sie schick aussahen und stets gepflegt waren.

Sie hatte wunderschöne blonde Haare, nur ihre lange, schiefe Nase stach hervor.

Mara liebte ihre Tiere, besonders ihre Ziegen und Schafe.

Draußen fand sie ihre Ruhe.

Dort sprach sie leise mit ihnen, strich über ihr Fell und ließ den Alltag für einen Moment hinter sich.

Eines Tages kam ein junger Mann in die Gegend.

Er war auf dem Weg in seine Heimatstadt und suchte für eine Nacht eine Unterkunft.

Jonas war mit seinem Pferd Hektor unterwegs.

Die beiden Schwestern vermieteten ein Zimmer im Haus, und so blieb er dort.

Er erzählte, dass der Bürgermeister, ein Freund von ihm, ein Fest gab.

Dort wollte er als neuer Hochschullehrer vorsprechen.

Mara richtete das Zimmer, und da sah er sie zum ersten Mal.

Etwas an ihr war anders – still, freundlich und voller Wärme.

Am Abend saß er im Bett und las, wie es seine Gewohnheit war, noch ein Stück in einem Buch.

Ein Spalt der Tür war offen, und Mara konnte sehen, wie vertieft er las.

Am nächsten Tag ritt er in die Stadt.

Als er abends zurückkehrte, fragte er nach der Büchersammlung des Vaters.

Der Bürgermeister habe ihm erzählt, dass dieser eine regelrechte Bibliothek besessen hatte.

Verlegen blickte Karla, dann verwies sie darauf:

Die Bücher standen noch im Schuppen im großen Raum.

Mara zeigte sie ihm.

Der Raum war schlicht, doch sie hatte die Bücher damals geordnet.

Sie wusste, wo jedes stand, und konnte zu vielen etwas erzählen.

Das beeindruckte Jonas sehr.

Am Abend stand er am Fenster und blickte hinaus.

Da sah er Mara, wie sie die Ziegen und Schafe in die Scheune brachte.

Er beobachtete sie eine Weile.

Der Gedanke an sie ließ ihn nicht mehr los.

Am nächsten Tag fand das Fest statt.

Viele Menschen wurden eingeladen, auch die beiden Schwestern.

Sie machten sich zurecht und freuten sich auf den Abend.

Mara jedoch blieb zurück.

So saß sie später allein im Haus.

Doch die Neugier ließ ihr keine Ruhe.

Sie lief in die Nacht hinaus.

Ihre Freundin, die Eule, flog herbei und wies ihr mit ihren leuchtenden Augen den Weg.

Im Dunkeln folgte sie dem Licht und der Musik.

Versteckt stellte sich Mara an ein Fenster und blickte hinein.

Drinnen stand Jonas am Pult und hielt eine Rede.

Durch ein offenes Fenster hörte sie seine Worte:

Als Hochschullehrer wollte er seine Schüler verstehen, unterrichten und begleiten – und ihnen den Weg des Wissens zeigen.

Die Menschen applaudierten.

Danach wurde getanzt und gelacht.

Für einen Moment vergaß Mara alles um sich herum.

Da hob Jonas den Blick und sah sie. Sein Herz schlug tief – schnell lief er hinaus.

Doch als er vor die Tür trat, war sie verschwunden.

Nur ein einfacher Schuh blieb zurück.

***

Am nächsten Morgen hielt Jonas den Schuh in den Händen.

Er betrachtete ihn eine Weile und beschloss, ihn zurückzubringen.

Als er am Wiesenhügel ankam, sah er sie von Weitem.

Sie saß dort mit ihren rehbraunen Augen und ebenso braunen Haaren, die zu einem Zopf geflochten waren.

Eine Decke lag unter ihr, daneben der einzelne Schuh.

Sie hob ihn leicht auf und sprach mit ihren Ziegen und Schafen, als würde sie sie verstehen.

Er ging langsam auf sie zu.

Als sie begann, lieblich und leise zu singen, blieb er stehen und lauschte ergriffen.

Als ihr Gesang endete, trat er näher.

Behutsam zog er ihr den verlorenen Schuh wieder an.

Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke.

Ein stiller Augenblick – ein unsichtbares Band entstand zwischen ihnen.

Ohne Worte ging er wieder.

Doch seine Gedanken blieben bei ihr.

Er sah sie vor sich, so ruhig, freundlich und aufmerksam.

Und langsam wuchs in ihm ein Gefühl, das er nicht mehr übergehen konnte.

Doch zugleich spürte er:

Ihr Leben war einfach.

Nah bei der Natur.

Ganz anders als das seine.

Lange dachte er darüber nach.

Bis er eines Tages eine Entscheidung traf.

Er kehrte zurück – nicht als Gast, sondern mit einem Entschluss.

Die beiden Schwestern empfingen ihn freundlich.

Sein Blick galt nur Mara.

„Ich möchte bleiben“, sagte er leise, aber bestimmt.

Er bot den Schwestern sein großes Haus an – im Tausch gegen das einfache Anwesen.

Die beiden zögerten nicht lange.

Für sie war es ein Gewinn.

Bald darauf hatte Karla den Bürgermeister für sich gewonnen – genau die Frau, die er brauchte: stark, klug und willensstark.

Paula eröffnete im neuen Haus ein Geschäft für ihre Fingernagel-Leidenschaft.

Für Jonas begann ein neues Leben.

In der Ruhe und Einfachheit fand er, was er lange gesucht hatte: sein Zuhause.

Mara und Jonas wurden ein Herz und eine Seele.

Und so fand jeder sein verlorenes Glück.

Jonas und Mara fanden ihr stilles Glück – und gingen gemeinsam ihren Weg bis ans Lebensende. 💕💕


12 Nisan 2026 Pazar

Die Geschichte von der Lok Emil

verrückte Märchenwelt 🌟

Hallo ihr da draußen, ich bin die Lok Emil.

Also, eines meiner Augenlichter wurde gemacht. Ich muss sagen, das war eine ganz schön langwierige Sache.

Das andere Augenlicht kommt auch noch dran – hoffentlich dauert das nicht auch so lange.

Es reicht schon, hier immer in der Werkstatt herumzuhängen.

Uff, endlich bin ich fertig. Jetzt sehe ich aber alles superklar.

Da fahre ich doch glatt mal eine Runde.

Rot… aber was für ein Rot – zart, fast durchsichtig.

Mohnblumen… ach, sind die schön anzuschauen.

Langsam, sehr langsam, nicht den Blick daran verlieren, daran vorbei…

Warum eigentlich?

Ich halte an. Ich, Emil, halte an – und betrachte die schönen Mohnblumen in aller Ruhe. 

Was ist das? Was quietscht da unaufhörlich?

Oje, meine Backenscheiben… noch einmal zurück in die Werkstatt.

„Rabe Uste, bitte mach diesmal schnell. Ich will noch etwas von der Welt sehen.“

Später, etwa drei Wochen danach:

Na gut, Emil, nun aber los.

Nach einer längeren Fahrt komme ich an einem Geschäft für Torten und Kuchen vorbei.

Mmmh… lecker.

Ich bleibe stehen und schaue eine Weile hinein.

Nach einiger Zeit fragt mich das Geschäft:

„Du bist schon eine ganze Weile hier. Nach was schaust du so genau?“

„Ach, ich liebe Erdbeerkuchen. Den würde ich jetzt zu gerne essen…“

Das Geschäft überlegt lange.

„Komm hinten herum zur Auslieferungsstelle, da kann ich vielleicht etwas für dich tun.“

Im Rollgang fahre ich dorthin und warte.

Nach einiger Zeit kommt der Erdbeerkuchen:

Bestellung für Emil, die Lok.

Ich grinse bis zum Backenanschlag…

Leise tutete ich zum Dank.

An einer ruhigen Stelle, unter einem schattigen Baum, lasse ich mir den saftigen Erdbeerkuchen schmecken.

Ach, was für ein Genuss, sage ich euch.

Nach dem leckeren Schmaus mache ich erst einmal ein Nickerchen.

Als ich aufwache, ist alles ziemlich dunkel um mich herum geworden.

Aber mein Freund, der Mond, ist da.

Im Mondschein genieße ich die frische Abendluft – herrlich, wie sie an meiner Außenhülle entlangstreift.

In Gedanken geht mir durch den Kopf: ein Haus suchen… Stroh, Holz, Stein… nö, ich will etwas aus Eisen!

Rabe Usta – genau, er soll mir eine Eisenunterkunft bauen.

Am frühen Morgen fahre ich zur Werkstatt.

Eine Lokdame steht da – aber was für eine!

Ich werde total rot, ich tute nicht, ich pruste nur noch.

Mit ihren langen Wimpern klimpert die Lokdame mich an.

„Wie heißt du?“, fragt sie.

Rabe Usta übernimmt die Antwort: „Das ist Emil.“

„So, so, Emil“, tutet sie zart.

Jetzt, Emil, denke ich – und lasse ein langes, kräftiges Tuten hören.

„Und wie heißt du, meine Süße?“

„Oho, deine Süße heißt Emilia!“

„Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt“, krächzt der Rabe.


„Komm, ich lade dich zum Eis ein.“

Emilia lächelt und folgt mir.

„Ja, komm, lass uns eine Runde fahren“, tutet sie süßlich.

Unterwegs sehen wir von Weitem eine Nacktschnecke und eine Hausschnecke.

Es sieht aus, als wären sie im Streit.

Wir rollen langsam auf die beiden zu.

Schon hören wir die Nacktschnecke:

„Warum hast du ein Haus auf deinem Rücken? Wozu soll das gut sein?“

Die Hausschnecke bleibt ruhig:

„Alle Hausschnecken sind so geboren.“

Die Nacktschnecke lässt nicht locker:

„Du wirst nicht nass, wenn es regnet! Ich will auch so ein Haus!“

„Gut, dann leih ich dir meins“, sagt die Hausschnecke und streift ihr Haus ab.

Darunter erscheint ein fast durchsichtiges Regentropfenkleid in Schneckenhausform.

Es glitzert und funkelt in der Sonne.

„Wow“, entfährt es Emilia, „das sieht ja traumhaft aus.“

Die Nacktschnecke probiert das Haus, kriecht damit eine Weile hin und her.

Doch bald stöhnt sie:

„Das ist viel zu schwer. Ich bleibe lieber so, wie ich bin.“

Sie gibt das Haus zurück.

„Das habe ich mir gleich gedacht“, sagt die Hausschnecke und lächelt leicht.

Die beiden Schnecken nicken sich zu und kriechen weiter.

„So, jetzt ab zum Eisstand“, tute ich.

Am Eisstand angekommen, sagen wir wie aus einem Mund:

„Erdbeereis, bitte.“

Fast unsichtbar schwebt ein kleines Erdbeerherz über uns.

Verliebt sehen wir uns an.

„Weißt du was?“, tutet Emilia, „wir gehen ins Lokkino.“

Wir beide, Lok an Lok gekuschelt, mit Popcorn und Öltrank, schauen uns tief in die Augen – der Film läuft nebenbei.

Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam weiter, unzertrennlich, Runde um Runde.

Rabe Usta hat inzwischen die Eisenbehausung fertiggestellt und hinter der Werkstatt aufgebaut.

Als wir in die Werkstatt einrollen, werden wir mit Trompeten und Trommeln empfangen.

Der Rabe ergreift das Wort:

„Das ist ein Geschenk für euch.“

Er zeigt mit seinen Flügeln nach draußen.

Emilia und ich schauen uns verwundert an.

Der Rabe gibt mir einen kleinen Rempler.

Ich räuspere mich, klappe meine vorderen Räder hinunter, sehe Emilia in die Augen und tute:

„Bitte heirate mich. Werde meine Lokfrau.“

Emilia hüpft vor Freude auf allen Rädern zugleich und tutet:

„Ja, ich will deine Lokfrau sein.“

Zur Hochzeit trägt Emilia eine glitzernde Regentropfenhülle.

Im Sonnenlicht funkelt sie wunderschön.

Gemeinsam legen wir einen rocklokmäßigen Tanz hin, dass die Funken sprühen.

„Komm, lass uns zum Eisstand fahren“, tutet Emilia.

„Oje“, denke ich, „das wird eine lange Eisschlange.“

Denn wir fahren los – Emilia und ich, mit unseren sieben Lokkindern.


Und so geht es weiter auf den Schienen und Wegen, die keiner sieht.

Nur wer genau hinschaut, kann Emil und Emilia sehen, wie sie ihre Runden weiterfahren. 🚂 🚂

Tutut...Ende.

7 Nisan 2026 Salı

🐢 Die Osterschildkröte

Märchenwelt 🌟

Es war einmal…

Ein junger Hase lag in seiner Höhle und ließ seine Seele baumeln, die Vorderpfoten verschränkt, die hinteren Hasenbeine überschlagen. Er war als Faulpelz bekannt, doch wenn man ihn bat, half er gerne.

Im Wald lebte eine uralte Schildkröte. All seine männlichen Urahnen hießen Theodor, deshalb wurde er von den Waldbewohnern Urteho genannt.

Die uralte Schildkröte Urteho plagte sich. Mühsam hatte er die Eier eingesammelt, und normalerweise trug er sie in einem hohen, schmalen Rundkorb auf dem Rücken. Doch dafür war er inzwischen zu alt geworden, deshalb schob er die gesamten Eier in einem Holzkarren vor sich her.

„Bald werde ich diese Arbeit nicht mehr machen können. Wer macht dann den Kindern eine große Freude?“ Nachdenklich ging er Schritt für Schritt weiter.

An einem großen Lindenbaum lehnte sich Schildkröte Urteho an. Er war erschöpft und legte eine Rast ein.

Der junge Hase Lümmel hörte ein Geräusch. Als er hinaus hoppelte, fand er die sichtlich müde Schildkröte vor und brachte ihm einen warmen Tee.

Zusammen gingen sie zum Hasendorf.  Alle begrüßten Schildkröte Urteho.

Ein älteres Hasenkind malte auf einer Staffelei. Hase Lümmel lehnte lässig daneben.

Schildkröte Urteho betrachtete die schöne Malerei. „Was machst du da? Das gefällt mir sehr gut.“

Hase Simon, der daneben stand, sagte: „Das ist mein Freund Jakob. Er malt für sein Leben gern“, und klopfte ihm dabei auf die Schulter.                                Gerade als Jakob neue Farbe mit seinem Pinsel aufnahm, spritzten mehrere Kleckse auf die Eier. Unbemerkt wurden sie jedes Mal, wenn er den Pinsel eintauchte, mit verschiedenen Farben besprenkelt.

Nach einiger Zeit bemerkte Schildkröte Urteho dies. Lange betrachtete er die Eier und entschied, auch die unteren sollten so farbig werden. „Das schaut viel schöner aus.“

Die Hasen aus dem Hasendorf versammelten sich sofort und halfen mit, die Eier bunt zu bemalen.

Schildkröte Urteho erzählte, dass er Hilfe brauche, und das älteste Hasenoberhaupt entschied: „Wir helfen dir. Wir sind schnell und flink.“

Auf der Wiese hüpften weiße und braune Hasen umher. Hasenohren spitzten über das hohe Gras hinaus. Noch waren sie ungeschickt, sodass die Kinder sahen, wie die Hasen davonflitzten.

„Schau mal, Osterhasen!“

„Das war bestimmt der Osterhase mit seinen Helfern.“

Schildkröte Urteho saß am Waldrand auf einem Stein und grinste verschmitzt, als er dem Treiben zusah.

Im Hasendorf lebte die Osterschildkröte unbemerkt weiter und genoss seinen Lebensabend, denn nur wenige wussten, dass der wahre Ursprung dieser Tradition von der uralten Schildkröte Urteho stammte.

Und so kam es, dass zu Ostern die Hasen flink und schnell bunte Eier brachten. Somit endet die Osterhasenlegende.🐢 🐇 🥚🥚🥚

29 Mart 2026 Pazar

1. Die kleine Lok auf Reisen

Märchenwelt 🌟

Vorwort

Ich habe mir vorgenommen, euch kleine, minikurze Märchengeschichten zu präsentieren.

Irgendwo habe ich gelesen, dass man mit fünf Wörtern bereits ein Märchen schreiben kann.

Aus diesem Gedanken heraus entstand diese Idee.


🚂 Die kleine Lok auf Reisen

Der Zauberstrudel

Die kleine Lok ist müde, sehr müde. Schon lange ist sie unterwegs, manchmal über Stock und Stein – sie ist in einem Zauberstrudel gelandet.

Lebkuchenrätsel

Halt, was ist das? Ein riesengroßes R, ein E aus Lebkuchen.

Augen zu und durch, duckt sich die kleine Lok, als sie durch die Beine des R fährt.

Der Wolkenrabe

In dem Moment stürzt ein Rabe wie aus dem Nichts aus den Wolken herab und stößt das E um.

Das überwucherte Zeichen

Als sich die kleine Lok vorsichtig umschaut, überwuchern in Sekundenschnelle grüne Schlingpflanzen das R.

Der dunkle Tunnel

„Lieber schnell weg“, durchfuhr es die kleine Lok, als sie direkt auf einen Tunnel zufuhr. „Ganz schön dunkel hier“, tutet die Lok und machte schnell ihre Lichter an.

Unterwartet

Die kleine Lok nimmt Tempo auf. Schnell raus von hier!

Plötzlich sind die Schienen zu Ende. Sie stoppt, fliegt aus den Schienen und fährt mit vollem Karacho in einen Teddybären hinein – direkt in seinen dicken, weichen Bauch.

„Brumm“, kommt es da ganz laut.

Der Bärenschreck

Die kleine Lok schaut erschrocken. Zittrig tutet sie ein „Entschuldigung“.

Dem Bären scheint nichts passiert zu sein, denn er nickt einfach wieder ein.

Die Schienensammlung

Die kleine Lok schaut sich um. Viele verschiedene Schienen sind aufgebaut: eine in S-Form, eine in U-Form, die nächste im Kreis.

Aber kein Zug und keine Lok ist zu sehen.

„So etwas?“, wundert sich die kleine Lock.

Trampolinzauber

Ein Trampolin! So etwas kennt sie doch vom Zirkus.

„Genau, das wäre schön, wieder dort zu sein“, denkt sie.

Dabei springt und hüpft die kleine Lok auf und ab wie verrückt – hui! Ein Salto in der Luft, und schon schwebt sie in den Wolken.

Die Wolkenreise

Wie herrlich – weich wie Wattebauschen schwebt die kleine Lok mit den Wolken mit. So ist es angenehm zu reisen.

Die Zirkusansicht

Tatsächlich ein Zirkuszelt – zumindest die Spitze des Zeltes kann die kleine Lok erkennen.

Die Zirkusluft

Schwupp, hineingesegelt ins Zirkuszelt, zwischen Clown und Pappnase und Elefantenohren.

Der Strudelabgrund

Ein kleiner Rundflug – und schon geht es weiter mit dem Zauberstrudel …

Was für ein Abgrund! Die kleine Lok bremst mit aller Macht.

Tiefes Wasser

Es geht tief hinunter, scheinbar in eine Schlucht.

Aber nein – als sie die Augen aufmacht, befindet sie sich im Meer.

Fischfreunde

Da taucht sie im Meer. Fische schwimmen neben der kleinen Lok und nicken ihr zu.

Die verborgene Stadt

Immer tiefer taucht die kleine Lok hinunter.

Eine Unterwasserstadt?

Mythos Atlantis

Am Säuleneingang am Rundbogen steht im Fels eingemeißelt Atlantis.

Meeresmenschen

Zarte Wesen gleiten im Meerwasser umher und begrüßen die kleine Lok freundlich.

Traumfrage

Ob es auch eine Meerjungfrau gibt, fragt sich die kleine Lok – wie im Traum erscheint es ihr.

Der Tunnel

Schemenhaft erscheint ein Tunnel, auf den die kleine Lok zufährt – da ist sie auch schon verschwunden.



26 Mart 2026 Perşembe

Meerjungfrau Cosmo und Troll Rose – Tanz im Meeresgrund

verrückte Märchenwelt 🌟 

Meerjungfrau Cosmo tauchte mit Krake Kurt auf, und sie saß auf dem Kopf der Krake.

Ungeduldig rief sie: „Komm, Kurt, schneller! Ich habe extra den schönsten Bikini angezogen, um den schrägsten Meerestanz vorzuführen.“

„Kannst du das nicht am Sandstrand machen?“, wollte Kurt wissen.

„Nö, da ist es mir viel zu sandig. Der bleibt zwischen meinen Flossenfüßen hängen“, empörte sich Meerjungfrau Cosmo.

Weit hinter dem Sandstrand schimpfte Igel Fritz: „Schlamp Rose, schau mal, wie es bei dir aussieht! Dein Hemd und deine Hose gehören dringend gewaschen!“

Der Troll antwortete: „Ich und Wasser?!“ und schüttelte den Kopf.

Mürrisch schob der Igel den Troll Richtung Meeresstrand.

Troll Schlamp Rose, mit ovalem, länglichem Kopf und weich, leicht rosiger Farbe, kurzen Armen und Beinen, lebte weit hinter dem Sandstrand zwischen Felsen und Baumgruppen in seiner Hütte. Am liebsten lag er am Ende des Sandstrandes, ließ sich sonnen und genoss den Sand auf seiner weichen Haut.

Langsam trottete der Troll zum Strand.

Am Meer wollte Troll Rose seine Klamotten waschen. Dabei sah er die Meerjungfrau, die auf dem Kopf der Krake ihre Tänze aufführte und nichts anderes mehr sah als sie.

Die Meerjungfrau lud den Troll ein, mit hinunterzukommen und beim Tanzball mitzumachen.

Ein runder Fisch tauchte auf und warf dem Troll eine Kugel mit Flüssigkeit darin zu, die Troll Rose ohne Weiteres hinunterschluckte.

Unten im Meer befand sich ein unterirdischer Spaß-Tanzsaal. Ein riesiger Saal mit tausenden blinkenden Lichtern und lauter Musik – wumm, wumm – es wurde gezappelt und getanzt. Krake Kurt stand hinter dem Mischpult und swifte über die Platten.

Gute Laune pur.

Auf der Tanzfläche wurde wild abgezappelt und getanzt – Meerjungfrau und Troll waren mit dabei.

Am nächsten Morgen stand Igel Fritz am Strand und fragte aufgeregt: „Wo steckst du denn? Ich habe schon die ganze Insel nach dir abgesucht!“

Troll Rose schaute unschuldig: „Warum? Es ist doch hell!“

„Du warst die ganze Nacht nicht da!“, schrie Igel Fritz aufgebracht.

Troll Rose wunderte sich: „Wie gibt’s das? Ich war nur beim Tanzen.“

„Du amüsierst dich, ich suche dich!“, empörte sich der Igel.

„Wenigstens riechen deine Klamotten wieder gut“, meinte Igel Fritz.

Troll Rose lächelte: „Ja, genau!“

„Weißt du was“, lenkte Troll Rose ab und legte seinen Arm um die Schulter des Igels, „du kommst einfach das nächste Mal mit, und wir zappeln alle gemeinsam eine Runde.“

Verschmitzt lächelten sie sich an, und so kam es, dass unten am Meeresgrund Troll Rose, Igel Fritz, die Meerjungfrau und all die Meeresfreunde wild umherzappelten, während Krake Kurt dazu super auflegte. 🧜‍♀️ 🐙   🧌





24 Mart 2026 Salı

Katzenwolke Lilly

Märchenwelt 🌟

Katzenwolke Lilly zog oft über trockene Wiesen, Felder und Gärten hinweg. Die Menschen freuten sich und lächelten ihr zu, wenn sie die Katzenwolke entdeckten.

Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regenbogen, schwebte sie dahin und ließ sich gerne von ihrem Freund, dem Südwind, anschieben.

Gerne ließ Katzenwolke Lilly es so lange regnen, bis danach der Regenbogen erscheinen konnte.

Katzenwolke Lilly und der Südwind spielten oft Fangen, und sie wurde dadurch hin und wieder zurückgeweht.

Eines Tages hörten sie ein starkes Windgeheul. Sofort schwebte Katzenwolke Lilly darauf zu, der Regenbogen folgte ihr, und auch der Südwind eilte hinterher.

Gemeinsam entdeckten sie in einer tiefen Felsmulde einen Wind, der feststeckte. Es war der Ostwind. Er heulte, denn seine eigenen Windkräfte waren zu stark.

Der Ostwind säuselte, dass er in der tiefen Felsmulde festsaß. Immer wenn er versuchte, sich hinauszublasen, zog ihn sein eigener Wirbel wieder zurück in die Tiefe der Mulde.

Der Südwind meinte:

„Gut, wenn deine Kräfte wieder stark genug sind, blase ich dich kräftig von hinten an. Der Regenbogen formt sich zu einem U, und unsere Katzenwolke Lilly schiebt dich von unten an. So können wir es schaffen.“

So gesagt, so getan.

Als der Ostwind seine Kräfte gesammelt hatte, waren der Regenbogen und Katzenwolke Lilly schon bereit. Mit einem kräftigen Pusten half der Südwind dem Ostwind, sich aus der tiefen Felsmulde zu befreien. Katzenwolke Lilly schob von unten an, und durch den Regenbogen hindurch – hui! – war der Ostwind endlich frei.

Da tanzten alle vor Freude, und die beiden Winde ließen Katzenwolke Lilly fröhlich hin und her fliegen. Vor lauter Freude ließ sie es auf den trockenen Feldern reichlich regnen, sodass der Regenbogen in seinen leuchtenden Farben erscheinen konnte.

Die Menschen schauten hinauf und erblickten eine leicht schimmernde, rosa Katzenwolke. Sie winkten ihr zu, und Katzenwolke Lilly blinzelte ihnen zurück.

Ende 🐈🌨

🐸 Der singende Frosch

Märchenwelt 🌟

Auf einer großen Wiese lebte eine kleine Familie mit ihren Zwillingen Pia und Finn in ihrem Haus.

Die Eltern hatten einen kleinen, niedrigen Brunnen und einen Teich angelegt, und bald sammelten sich dort auch Frösche.

Unter allen Fröschen war auch Frosch Mega dabei, von allen so genannt, weil er sich für etwas Besseres hielt.

Frosch Mega quakte nicht wie die anderen. Er sang. Doch seinen Gesang konnten die anderen Frösche kaum ertragen, und sie verstanden nicht, warum er nicht einfach an der alten Tradition des Quakens festhielt.

So überlegten sich die Frösche eine List. Drüben im Brunnen war vom Teich Wasser hinübergesickert. Es war nicht viel, kaum höher als Frosch Mega selbst. Also überredeten die Frösche ihn, dass er dort viel besser singen könne.

Die Zwillinge Pia und Finn spielten oft auf der Wiese. Eines Tages schauten sie in den kleinen Brunnen hinein und entdeckten den Frosch.

Frosch Mega sang ihnen sofort etwas vor. Die Zwillinge hielten sich die Ohren zu.

„Du kannst überhaupt nicht singen!“, riefen sie laut.

Am nächsten Tag brachten sie dem Frosch ein Notenblatt.

Doch damit konnte Frosch Mega nichts anfangen. Wozu brauchte er das auch? Er ließ es einfach in das seichte Wasser fallen.

Ein unmusikalischer Frosch, der nicht singen konnte – sollte er nicht lieber quaken? Das wäre wohl besser für ihn gewesen.

Doch Frosch Mega sang weiter seine schiefen Lieder, fest überzeugt davon, dass er der beste Sänger aller Zeiten war.

Die Zwillinge kamen nicht mehr vorbei.

Er, der Frosch Mega – und quaken? Nö, das kam für ihn nicht in Frage!

Und so kam es, dass Frosch Mega noch immer in dem kleinen Brunnen vor sich hin dümpelte und immerfort falsch sang.

Quak Ende. 🐸🌿

17 Mart 2026 Salı

Die Goldene Schublade

Science-Fiction aus der Märchenwelt 🌟 

Eine märchenhafte Science-Fiction-Reise in eine andere Zeit 🗃️

Müller Hans hatte einen kleinen Bauernhof und verarbeitete sein Getreide selbst. Die Mühle betrieb er eigentlich nur für sich. Gelegentlich brachten Nachbarbauern zu bestimmten Anlässen ihr Korn, doch warum er an dieser altmodischen Weise festhielt, verstand niemand so genau. Nur zu besonderen Gelegenheiten, wie dem Erntedankfest, wurde es interessant, wenn das Korn frisch und originalgetreu zu Mehl gemahlen wurde.

Müller Hans war ein bodenständiger Mann und hielt sich gerne in seiner Mühle auf. Hin und wieder hörte er seltsame Knackgeräusche, als würden sich oben im Mauerwerk Steine verschieben.

An einem Nachmittag hatte sich der Mühlstein verklemmt. Also machte er sich an die Arbeit, baute den schweren Stein aus und wuchtete ihn mit letzter Kraft heraus.

Was er darunter vorfand, schien nicht real. Unter dem Mühlstein befand sich ein seltsames Lochgebilde, über dem ein nebelartiger Schleier schwebte.

„Wie gibt es so etwas?“, schoss es ihm durch den Kopf.

Hans beugte sich in die steinrunde, erhöhte Mahlmulde hinein. Da auf einmal erfasste ihn ein gewaltiger Sog. Alles um ihn herum wurde in Nebel gehüllt, als befände er sich mitten in einem starken Windstrudel.

Müller Hans hielt unwillkürlich den Atem an. Ihm wurde schwindelig, und er rang nach Luft.

Er wurde hindurchgezogen, geschleust durch einen stürmischen Wirbelwind. Ein grelles, goldenes Licht blendete ihn – dann landete er hart.

Als er die Augen öffnete, sah er: Alles war aus Gold. Häuser, Straßen – alles glänzte in einem warmen, goldenen Schimmer.

Müller Hans versuchte aufzustehen, doch sein Körper fühlte sich schwer wie Blei an.

Goldfarbene Menschenwesen – oder?

Sie halfen ihm auf. Die Verwunderung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.

Man führte ihn in eine große Gemeinschaftsküche, einen riesigen Speisesaal.

Die Goldianer entschuldigten sich bei ihm, dass sie ihm kein Brot anbieten konnten. Sie hatten das Lesen verlernt, und niemand erinnerte sich mehr daran, wie man Getreide anbaute.

Nur die Obstbäume außerhalb der Stadt waren geblieben.

In einer goldenen Schublade lagen Bücher – darin standen die Anweisungen, wie alles zu tun sei. Doch es fehlten ihnen die Körner zum Anbau.

Da fiel es Müller Hans wie Schuppen von den Augen – ja, wie seine eigenen Körner: Deshalb war er hier gelandet, um den Goldianern zu helfen.

Er ließ sich die Felder zeigen, die weit außerhalb der goldenen Stadt lagen und brach dalagen. Ein Fluss war in unmittelbarer Nähe – doch niemand wusste, wie man ihn nutzen konnte.

Die Goldianer erzählten Hans von einer Sage: von einer uralten Mühle, in der die goldene Schublade verborgen sei.

Da erinnerte sich der Müller wieder an das Knacken im Mauerwerk seiner eigenen Mühle.

Müller Hans versprach, so viel wie möglich zum Anbau zu bringen, und kehrte zurück. Doch eines behielt er für sich: dass er nach der goldenen Schublade suchen würde.

Wieder in seiner Mühle angekommen, machte er sich sofort daran, zwei Säcke voller Samen und guten Korns zu füllen.

Tagelang lauschte er dem Geräusch, doch diesmal blieb alles still. Vielleicht war es doch nur ein Traum gewesen.

Hans erzählte seinen Nachbarn, dass er bald auf Reisen gehen würde und für einige Zeit fort sei. Doch sie hielten ihn für einen Spinner. Wohin sollte der Müller schon gehen? Sie winkten nur ab.

Einige Tage später war Müller Hans wieder auf seinem Bauernhof, doch es ließ ihm keine Ruhe. Gegen Abend ging er hinüber zur Mühle und setzte sich auf die Heuballen.

Fast wäre er eingenickt, da geschah es: Wieder hörte er dieses Geräusch – als würden sich die Mauern bewegen. „Kratsch.“

Müller Hans blickte nach oben. Von dort kam das Geräusch.

„Eine Leiter“, schoss es ihm durch den Kopf. Doch wie sollte er eine so lange Leiter durch die schmale Tür bekommen?

Während er noch darüber nachdachte, begann sich die Mauer zu bewegen. Stein für Stein schob sich heraus – wie eine Treppe.

Müller Hans kletterte hinauf, bis zu der Stelle, an der sich die lockeren Steine befanden.

In diesem Augenblick klappten sie nach unten weg – und dahinter lag sie: die goldene Schublade, verborgen zwischen den Mauern.

Hans zog sie heraus, klemmte sie unter den Arm und kletterte wieder hinunter.

Unten sah er, dass darin Bücher und Büchlein über den Anbau von Getreide lagen. Er musste schmunzeln, denn vieles wusste er bereits – schließlich hatte er jahrelang selbst Getreide angebaut. Doch es standen auch Dinge darin, die ihm bisher noch nicht bekannt waren.

Ohne zu zögern ging Müller Hans zur Mahlmulde und gelangte durch den Nebelstrudel zurück in die andere Welt.

Die Goldianer empfingen ihn freudig. Kaum hatte er sich ausgeruht, zog es ihn hinaus auf die Felder.

Er teilte sein Wissen, erklärte, wie man den Fluss zur Bewässerung nutzen konnte, und las ihnen aus den Büchern vor.

Die Goldianer bewunderten ihn sehr, denn er war des Lesens mächtig. Hans bot ihnen an, ihnen das Lesen beizubringen – man brauche dafür nur eine Schule.

Alle nickten zufrieden.

„Doch eines fehlt noch“, sagte Hans. „Eine Mühle, damit das Korn zu Mehl gemahlen werden kann.“

Er zog eine Zeichnung seiner Mühle aus der goldenen Schublade.

Die Goldianer staunten. „Genau so eine steht hier im Wald!“

Sofort machten sie sich auf den Weg. Nach einiger Zeit erreichten sie die Stelle.

Und da sah er sie – seine Mühle.

Müller Hans verstand: Er befand sich in einer anderen Zeitebene. Seine eigene Zeit gab es nicht mehr.

Die Goldianer ernannten ihn zum Ehrenbürger. Sie schätzten ihn sehr, denn er hatte ihnen die Körner für ihr Brot gebracht – und das Wissen zurückgegeben.

Denn was bringt ein goldenes Reich ohne Gelehrte des Wissens?

Ende 🌿 ✨

Die Sage vom Drachenfels

Sage aus der Märchenwelt 🌟 Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen. Sie war durchsichtig, ihr ...