Lesebärwelt 🐻
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Alle Texte, Audioaufnahmen und Bilder der Lesebärwolkenwelt sind urheberrechtlich geschützt. Hier direkt zum Lesen, Schmökern und Weitererzählen. Autorin: Lüdel – zur öffentlichen Nutzung nur mit Genehmigung.
Lesebärwelt 🐻
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Märchenwelt 🌟
Er war lang, er war schlank und trug einen langen, blauen
Lockenbart, der ihm bis zu den Knien reichte. Deshalb wurde er von allen
Blaubart genannt.
Wenn Blaubart etwas mit seinem Bart berührte, wurde es
sofort farbig, was Blaubart manchmal freute, ihn manchmal aber auch traurig
stimmte.
Blaubart ging gerne spazieren. Vor ihm lag eine wunderschöne
Gänseblumenwiese, so weiß, dass man meinen konnte, kleine Schneeflocken und
Sterne leuchteten dort.
Blaubart bewunderte das Blumenmeer. Da bemerkte er ein
Eichhörnchen und folgte ihm. Dabei berührte sein Bart einige der Gänseblumen,
und im Nu waren diese farbig geworden. Eine große Fläche voller verschiedener
Farben leuchtete nun dort.
Es erfreute Blaubart zugleich, doch oft war er auch traurig
darüber. Er blieb stehen und haderte mit sich selbst.
Die Vögel, die ihn gerne begleiteten, zwitscherten ihm zu:
„Das ist gut so, das schaut schön aus.“
Etwas erleichtert folgte er dem Weg weiter. Von Weitem sah
er ein kleines Häuschen. Als er näher kam, erkannte er, dass die Fensterläden
die Form von Karotten hatten. Neugierig klopfte er an die Tür. Niemand machte
auf. Er klopfte noch einmal, diesmal kräftiger. Nichts!
Blaubart trat näher heran und klopfte noch schneller und
kräftiger. Dabei berührte er mit seinem blauen Bart die Tür, die sich
unweigerlich sofort rosa färbte. Aber nicht nur das: Das gesamte Häuschen wurde
farbig. Sogar jede Seite bekam eine andere Farbe – eine wurde rot, eine gelb,
eine orange und die Vorderseite lila.
„Oh, Schreck!“, dachte Blaubart.
Und wie er das dachte, öffnete sich die Tür. Eine Häsin
stand verschlafen davor, mit einer Nachtmütze auf dem Kopf.
Erschrocken schaute Blaubart drein. Die Vögel über ihm gaben
ein feines „Schip“ von sich.
Die Häsin blinzelte Blaubart an und erkannte im nächsten
Moment ihr farbiges Haus.
Sie rieb sich die Augen und fragte etwas ungläubig: „Träume
ich, oder ist mein Haus neu gestrichen?“
Blaubart verbeugte sich höflich. „Entschuldigen Sie bitte,
aber jedes Mal, wenn ich mit meinem Bart etwas berühre, wird es farbig.“
Die Häsin rieb sich noch einmal die Augen, trat auf Blaubart
zu und umarmte ihn.
Die Vögel hielten den Atem an. „Oooh …“
Als sie Blaubart wieder losließ, rief sie: „Wie herrlich!
Endlich schaut mein Haus schön aus.“
Erleichtert stellten Blaubart und seine Vogelfreunde fest,
dass die Häsin nicht farbig geworden war.
„Komm herein, ich bin Gerda.“
Unschlüssig und vorsichtig trat Blaubart durch die Tür.
Dabei hielt er seinen Bart zusammen.
Die Häsin bemerkte es, lächelte ihn an und sagte: „Setz
dich.“
Blaubart überlegte, ob er dies machen sollte, und sah
unsicher auf die Couch.
Die Häsin Gerda sah ihn an und fragte: „Was hast du gedacht,
als ich dich umarmt habe?“
„Na, hoffentlich bleibt sie, wie sie ist.“
Die Häsin lächelte. „Dann lass deine Gedanken sprechen.“
Und sie machte eine Handbewegung zur Couch.
Achtsam und langsam setzte er sich, ließ seinen Bart los und
blickte vorsichtig um sich. Es funktionierte. Alles blieb, wie es war.
Ein leichter Hauch der Erleichterung – „Wuu“ – entwich ihm.
Seine Vogelfreunde, die draußen auf einem Baum vor dem
Fenster auf den Ästen saßen, zwitscherten vor Freude für ihn.
Die Häsin Gerda lud ihn zum Abendessen ein. Danach war er
müde geworden, zudem war es schon sehr spät.
Somit bot ihm Häsin Gerda an, auf der Couch zu übernachten,
und brachte ihm eine bunt gehäkelte Decke, die Blaubart gerne annahm.
Am frühen Morgen roch es schon nach Frühstück, nach frischem
Karottenkaffee und Karottenbrötchen dazu.
Vom süßen Duft wach geworden, bedankte sich Blaubart.
Nach dem Frühstück bekamen die Vögel die Krümel von der
Tischdecke.
Draußen im Garten vor dem Haus stand nun Häsin Gerda.
Blaubart hatte seine Vogelfreunde auf den Schultern.
Blaubart machte eine leichte Verbeugung. „Danke, Häsin
Gerda, für deine Gastfreundlichkeit und deine Hilfe wegen meines blauen Bartes.
So schön die Farben auch manchmal waren, manchmal haben sie mich auch traurig
gemacht.“
Häsin Gerda verstand ihn und nickte ihm wohlwollend zu.
Blaubart setzte einen Fuß zum Abschied voraus.
„Wo willst du hin?“, fragte Häsin Gerda kopfschüttelnd.
Etwas irritiert schwieg Blaubart. Er wusste keine Antwort
darauf …
Seine Vogelfreunde senkten ihre Köpfe und zwitscherten:
„Bleiben wir hier.“
Blaubart setzte sich auf die Holzbank vor dem Haus und
nickte schweigend.
Blaubart saß einfach nur da und beobachtete die Umgebung.
Ohne Hast, ohne ewig auf Wanderschaft zu sein … Er spürte, dass er glücklich
war.
Später am Nachmittag gab es bei Häsin Gerda Karottenkaffee,
Karottenkuchen und Kartoffelkekse dazu.
Wie herrlich war es, hier zu sitzen.
Später räumten Blaubart und Häsin Gerda zusammen auf.
Zwischen ihnen entstand eine wunderbare Freundschaft. Jeden
Tag freuten sie sich aufs Neue auf gemeinsame Unternehmungen. Und so saßen sie
jeden Abend vor dem farbigen Häuschen, während die Vogelfreunde ihr Abendlied
sangen.
Wie glücklich war er doch zwischen seinen Lieben.
Blaubart strich sich über seinen blauen Bart und lächelte.
Allerlei-Sammelmaschen 📃
Orginalrezept:
Backform leicht einfetten und mit Semmelbrösel bestreuen.
250 g weiche Margarine mit
200g Zucker ,1P. Vanillezucker gut miteinander verrühren
4 Eier, eine Prise Salz
Jedes Eieinzeln hinzufügen und rühren
250 g Mehl sieben und unterrühren
1P.Backpulver dazugeben
Halbe Zitrone
Backofen vorheitzen Strom 165- 185
30–45 Minuten backen.
Danach gut abkühlen lassen.
Zauberkuchen
Einfaches Grundrezept
•Sandkuchen•
250 g Mehl }200gMehl
50 g Maismehl
200g weiche Margarine
oder 70g Öl
150 g Zucker
3-4 •Eier•
1.Pack Backpulver
1 Packung Vanillezucker
Milch
Zubereitung:
In einer Schüssel weiche Margarine oder Öl geben Zucker
hinzufügen dies gründlich mir dem Rührmixer rühren, danach 3- 4 Eier nach
einander hineingeben gut 2 min Rühren.Mehl hinzugeben ebenso das Backpulver und Vanillezucker.
Am Rand etwas Milch 2 große Löffel hineingeben.
Nochmals verrühren. Danach Milch langsam unter rühren zufügen
bis Teig leicht Zähflüssig vom Löffel fällt.
Rezept leicht verhandelbar:
Schokokuchen
200 – 220 g Mehl
30–50 g Kakao zufügen
Nusskuchen
150 - 200g Mehl
50 oder 100 g Nüsse zufügen
Apfelkuchen
200 g Mehl
1 gerieben Apfel
Zitronenkuchen
250g Mehl
nur mit Zitrone
Oder:
Mandarinen
kleine Orange
Geschichten aus der Lesebärwelt – immer ein bisschen verrückt.
Familien, Kinder und Erwachsene – schwebt mit auf eine Reise und folgt den Wolken voller Fantasie, die Geschichten zum Weiterträumen tragen.
Egal ob groß oder klein – ich lade euch ein, in die Welt meiner Lesebärwolken-Geschichten einzutauchen.
Ich bin ein richtiger Familienmensch – eine bayrische Frohnatur mit einem waschechten Dickschädel.
Ich bin Mutter einer Tochter, verheiratet und die Älteste von vier Schwestern.
Meine Hobbys sind vielfältig: Besonders gerne nähe und stricke ich. Schon als Kind schrieb ich Geschichten und Aufsätze – und vor Kurzem habe ich diese Leidenschaft wieder neu entdeckt.
Seitdem meine Tochter klein war, erzähle ich ihr jeden Abend eine Gutenachtgeschichte. Heute ist sie schon eine Jugendliche und hört sie immer noch gerne.
Der Lesebär hat eine besondere Rolle in unserer Familie: Als er im Kuscheltierland ankam, wurde er sofort beliebt – vor allem bei meiner damals einjährigen Tochter. Er war überall dabei: beim Kinderarzt, auf dem Spielplatz, als Tröster und Schlafgefährte.
Oft las ich ihr mit ihm auch eine Gutenachtgeschichte vor. So bekam er seinen Namen: Lesebär. Er liebt Bücher, liest gerne mit und hilft mir sogar beim Schreiben meiner Geschichten.
Ich lade euch herzlich ein, die Lesebärwolken zu begleiten. Auf dieser kleinen, verrückten Seite öffnen wir unsere Schatztruhe – und ich wünsche mir, euch damit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
Eure Lüdel
Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!
☁️ Blogstart am 14. August 2025☁️
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Über mich – Autorin: Lüdel
Dies ist eine kleine, feine Seite.
Alle Geschichten, Texte, Audioaufnahmen und Inhalte in diesem Blog sind von mir erdacht und unterliegen dem Urheberrecht.
Auch die Fotos und Bilder stammen von mir – sie sind ebenfalls nur für den privaten Gebrauch bestimmt.
Ich bin Lüdel, die Autorin der Lesebärwolkenwelt.
Danke für dein Verständnis – und viel Freude beim Lesen!
Märchenwelt 🌟
Heute wollten Riese Goldleo und Zwerg Rony bei dem herrlichen Wetter am Fluss Fische fangen.
Gemächlich gingen sie durch den Wald in Richtung Felsberg. Zwischen den Baumwipfeln blinzelten warme Sonnenstrahlen hindurch, und ein milder Wind strich ihnen entgegen, je näher sie dem Felsberg kamen.
Vögel zwitscherten über ihnen hinweg, während der Adler wie gewöhnlich ruhig seine Kreise hoch über ihnen zog, bis er schließlich hinter den Bäumen verschwand.
Als Riese Goldleo und Zwerg Rony am Fluss ankamen, suchten sie nach einer guten Stelle zum Fischen und gingen immer weiter am Ufer entlang.
Da entdeckten die beiden etwas versteckt zwischen Felsen und Wasserfall liegen – eine Truhe.
Verwundert blieben Riese Goldleo und Zwerg Rony stehen.
„Wie kommt denn die hierher?“, murmelte Zwerg Rony erstaunt.
Gemeinsam zogen sie die schwere Truhe vorsichtig vor den Felsberg. Dort betrachteten sie sie genauer.
Der Deckel war mit kleinen Edelsteinen besetzt, die im Sonnenlicht schimmerten. Die Ecken waren mit goldenen Verzierungen eingefasst, sodass sie beinahe wie eine alte Schatztruhe wirkte.
Andächtig öffneten sie langsam den Deckel.
Im Inneren erblickten sie dunkles, edles Holz. Sonst schien die Truhe leer zu sein.
Doch dann begann ein sanftes, singendes Licht aus ihr aufzusteigen.
Feine Lichtstreifen schwebten empor und zogen leuchtende Kreise durch die Luft. Es wirkte beinahe wie ein Meer aus Glühwürmchen, das tanzend im Wind dahinzog.
Zwerg Rony und Riese Goldleo standen staunend da.
Leise singend erzählten die Lichter von den Reisen der fliegenden Schatztruhe. Von fernen Ländern, hohen Bergen, von den Himmelssternen, sagenumwobenen Nächten und stillen Wäldern.
Sogar der Bergriese Rübezahl wurde von dem geheimnisvollen Licht angelockt. Hoch oben zwischen den Felsen erschien sein Schattenbild, während er aufmerksam auf das Schauspiel hinabblickte.
Still lauschten Riese Goldleo und Zwerg Rony den singenden Geschichten der Lichter.
Der Wind trug den leuchtenden Schimmer hinaus über den Fluss, und selbst der Adler kehrte zurück und zog ruhig seine Kreise über ihnen.
Lange saßen Riese Goldleo und Zwerg Rony vor der geheimnisvollen Truhe und blickten den tanzenden Lichtern nach, bis langsam die Abenddämmerung über den Wald zog.
Märchenwelt 🌟
Es war die dunkelste Nacht, die Riese Goldleo jemals gesehen hatte.
Kein Stern war am Himmel zu erkennen, und selbst zwischen den hohen Bäumen lag eine ungewohnte Dunkelheit.
Zwerg Rony war ganz bang zumute und hielt sich an den Locken des Riesen fest.
Unsicher blickten sich die beiden an.
Sogar im Wald war es still geworden.
Da drang ein geheimnisvoller Schein zwischen den Bäumen hindurch.
Der Adler, der auf der anderen Schulter des Riesen saß, hob aufmerksam den Kopf. Mit seinen scharfen Augen erkannte er den Weg durch die Dunkelheit.
Langsam und vorsichtig folgten Riese Goldleo und Zwerg Rony dem schimmernden Farbenspiel des Scheins.
Der feine Lichtschein führte sie immer weiter in Richtung des Felsberges, dort, wo sich der Wald lichtete.
Mit jedem Schritt wurde das Leuchten stärker.
Erstaunt blieb Riese Goldleo stehen.
Vor ihnen breitete sich ein leuchtendes Meer aus Farben aus.
Staunend wanderten ihre Blicke zu den großen Laubbäumen hinauf, die den Rand des Waldes säumten.
Unzählige Blätter schimmerten in bunten Farben. Manche leuchteten golden, andere silbern, rot oder orange. Der Boden unter ihnen glitzerte im Schein der fallenden Blätter, und selbst der Himmel schien von sanftem Licht erfüllt zu sein.
Langsam blickten sie noch höher hinauf.
Dort stand der Mond hell und klar am Himmel.
Sein Licht ließ die bunten Blätter strahlen und tauchte den ganzen Wald in eine stille Magie.
In diesem Augenblick sagte niemand ein Wort.
Alles um sie herum war ruhig geworden.
Man hörte nur das leise Rascheln der Mondblätter im Wind.
Riese Goldleo, Zwerg Rony und der Adler spürten die tiefe Faszination dieses Anblicks und verweilten still in der magischen Nacht.
Märchenwelt 🌟
Gelegentlich trug Riese Goldleo sein Buch mit sich. Abends am Lagerfeuer las er gerne darin, las daraus vor oder schrieb kleine Geschichten hinein.
Eines Abends wollte Riese Goldleo sein Buch hinter der Wurzelhöhle seines Lieblingsbaumes hervorholen, doch es war verschwunden.
„Unterwegs verloren?“, durchfuhr es Riese Goldleo erschrocken.
In der Dunkelheit noch suchen?
Die ganze Nacht schlief Riese Goldleo unruhig, und auch Zwerg Rony konnte kaum ein Auge zumachen.
Am nächsten Morgen wuschen sich die beiden übermüdet am Bach die Gesichter.
Sofort begannen sie im Wald zu suchen.
„Wo waren wir gestern entlanggegangen?“, überlegte Zwerg Rony laut.
Schon bald gesellten sich Vögel und Eichhörnchen dazu und halfen beim Suchen. Der Adler flog hoch über den Wald und spähte aufmerksam von oben hinunter.
Doch das Buch blieb verschwunden.
Enttäuscht ließ Riese Goldleo den Kopf hängen.
Der Wind hatte das Buch davongeweht. Kleine Ameisen hatten es entdeckt und wollten es ins Trockene bringen. Gemeinsam trugen sie es langsam in Richtung einer Baumhöhle.
Mit hängendem Kopf ging Riese Goldleo weiter durch den Wald.
Da !
Ein fröhliches Fiepsen und Tirilieren erklang zwischen den Bäumen.
Zwerg Rony lief sofort voraus.
Zwischen den Wurzeln entdeckte er die Ameisen, die gemeinsam das Buch trugen.
Vorsichtig hob Zwerg Rony das Buch auf.
Die Ameisen blickten erst etwas verblüfft zu ihm hinauf.
Schnell erklärte Zwerg Rony, dass das Buch Riese Goldleo gehörte.
Da nickten die Ameisen freundlich.
Vor Freude begann Riese Goldleo ein kleines Liedchen zu pfeifen.
Die Vögel zwitscherten mit, die Eichhörnchen fiepsten fröhlich dazwischen, die Ameisen summten leise im Takt, und Zwerg Rony klopfte mit zwei Holzstöcken den Rhythmus dazu.
Gemeinsam kehrten alle zur Waldlichtung zurück.
Am Lagerfeuer saßen die Vögel und Eichhörnchen in den Ästen der Bäume.
Vor dem Feuer saßen Zwerg Rony und Riese Goldleo auf den Baumstämmen, während die Ameisen langsam daran hinaufmarschierten.
Der Adler saß wie so oft auf Goldleos Schulter.
Als es sich alle gemütlich gemacht hatten, grinste Riese Goldleo leicht.
„Demnächst wird es wohl auch eine kleine Ameisengeschichte geben.“
Dann schlug er sein Buch auf und begann daraus vorzulesen.
Und so lauschten alle gemeinsam den Geschichten bis tief in die Nacht hinein.
Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo und Zwerg Rony waren wie so oft auf ihren Streifzügen durch den Wald unterwegs, um Beeren und Pilze zu sammeln.
Zwerg Rony lief zwischen den Wurzeln voraus, während Riese Goldleo mit langsamen Schritten durch den Wald ging.
Der Adler zog ruhig seine Kreise hoch über den Baumwipfeln.
Da hüpfte ihnen langsam und müde ein kleiner Frosch entgegen. Seine Haut war trocken, und er hatte fast keine Kraft mehr zu quaken.
Müde quakte der kleine Frosch:
„Ich habe mich verhüpft … könnt ihr mir helfen?“
Zwerg Rony kniete sich sofort zu ihm hinunter.
Da erinnerten sich die beiden daran, dass seitlich hinter dem schmalen Waldpfad ein kleiner Teich lag.
Behutsam nahm Riese Goldleo den kleinen Frosch auf seine flache Hand.
Gemächlich gingen sie den Weg entlang, der zum schmalen Pfad führte.
Zwerg Rony saß inzwischen wieder auf der Schulter des Riesen und blickte aufmerksam voraus.
Sie folgten dem Pfad bis zu einer langen Kurve. Dahinter lag der Teich, den man bereits zwischen den Gräsern schimmern sehen konnte.
Für Riese Goldleo waren es nur noch wenige Schritte, bis sie dort ankamen.
Behutsam setzte er den kleinen Frosch auf ein großes Seerosenblatt.
In dem Moment erklang rings um den Teich ein lautes Froschkonzert.
Danach quakten die vielen Frösche durcheinander, denn sie freuten sich, dass ihr kleiner Freund wieder zurückgekehrt war.
Der kleine Frosch sprang glücklich zwischen die Seerosenblätter.
Riese Goldleo und Zwerg Rony setzten sich in das weiche Moos am Ufer und lauschten dem fröhlichen Gequake.
Und so saßen Riese Goldleo und Zwerg Rony im weichen Moos vor dem Teich. Der Mond spiegelte sich silbern im Wasser, während über ihnen der Schatten der Adlerflügel ruhig durch die Dunkelheit glitt und über alle wachte.
Märchenwelt
Obwohl es kalt war, liebte Zwerg Rony die Winterzeit. Am besten gefiel ihm der Schnee, der in dicken Flocken vom Himmel fiel. Nur hier im Wald zwischen den Bäumen sah man nicht viel davon.
Da fiel Zwerg Rony auf, dass sich am Felsberg die Bäume lichteten und man dort den Schnee besser sehen konnte.
Zwerg Rony rannte los und lief an Riese Goldleo vorbei, der sich darüber wunderte.
„Was rennst du so schnell?“
„Ich will die Schneeflocken sehen!“, rief Rony ihm im Laufen zu.
Der Adler zog lautlos über sie hinweg in Richtung der großen Wiese.
„Gut, gut. Renn du schon einmal vor, ich komme nach.“
Gemächlich machte sich Riese Goldleo auf den Weg.
Fast außer Atem kam Zwerg Rony dort an. Er blieb stehen und beobachtete, wie die dicken Schneeflocken langsam herunterfielen.
Er hob die Handflächen und tanzte zwischen den Schneeflocken, dabei vergaß er ganz die Zeit.
Es war bereits dämmerig geworden, als endlich auch Riese Goldleo ankam.
Gemeinsam standen Zwerg Rony und Riese Goldleo dort und schauten den Schneeflocken zu.
Da! Ein Rumpeln, ein dumpfes Pickgeräusch kam vom Felsberg.
Die beiden blickten in Richtung des Geräusches. Zuerst konnten sie kaum etwas erkennen. Unten am Ende des Felsberges sahen sie kleine Felssteine hinunterrollen, und dahinter erschienen nacheinander winzige Zwerge.
Riese Goldleo und Zwerg Rony rieben sich ungläubig die Augen.
Unerschrocken standen die winzigen Zwerge in einer Reihe. Einer der sieben Zwerge fragte:
„Sind wir hier im Tal der Abendsonne?“
Riese Goldleo und Zwerg Rony schauten sich gegenseitig an.
Riese Goldleo hob eine Augenbraue und sagte:
„Also ein Zwergental sucht ihr?“
Die winzigen Zwerge nickten eifrig und voller Hoffnung.
Langsam schüttelte Riese Goldleo den Kopf.
„Hier seid ihr im Schutzwald. Doch hier kann auch euer Tal der Abendsonne werden.“
Er deutete zum Felsberg.
„Schlagt hinter eurem Weg eine Höhle in den Felsen hinein. In der Nähe ist der Fluss, dort gibt es genug Fische. Vor eurer Höhle bis zum Wald liegt euer Tal. Hier wachsen genügend Beeren und Waldkräuter – alles, was ihr zum Leben braucht.“
Die winzigen Zwerge nickten glücklich, denn die ganze Mühe ihrer Reise hatte sich gelohnt.
Zwerg Rony strahlte voller Freude und freute sich mit ihnen.
Und so kam es, dass vor der Berghöhle die winzigen Zwerge, Riese Goldleo und Zwerg Rony gemeinsam in den Sternenhimmel schauten und die Schneeflocken beobachteten.
Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo und Zwerg Rony streiften durch den Wald. Dabei aßen sie Beeren und sammelten Vorräte.
Da kam ihnen ein kleiner Igel aufgeregt durch das Unterholz angelaufen. Voller Sorge erzählte er, dass sein Meister, der Zauberer, in eine Grube gefallen sei.
Sofort folgten ihm Riese Goldleo und Zwerg Rony.
Für Riese Goldleo war es ein Leichtes, den Zauberer aus der tiefen Grube herauszuheben.
Verwundert blickten die beiden ihn an.
Vor ihnen stand ein kleiner Riese, der Riese Goldleo nur bis über die Knie reichte.
Leicht verneigte er sich.
„Ich bin der Riese Zauberer Mohnhut.“
Er trug eine lange Zauberkutte und einen mohnroten Zipfelhut.
„Ein Riese, der zaubern kann?“, wunderten sich Riese Goldleo und Zwerg Rony.
Der Zauberer lächelte leicht.
„Meine Mutter war eine Zauberin, und mein Vater ein Gülriese.“
Dann erzählte er ihnen, dass einer seiner Zaubersprüche schiefgegangen war. Im nächsten Augenblick hatte er sich plötzlich in diesem Wald wiedergefunden. Verwirrt war er einige Schritte gegangen und dabei in die Grube gefallen.
Riese Goldleo verschloss die tiefe Grube mit alten Baumstämmen, Steinen und Erde.
Danach pflanzte er einen Brombeerbusch darüber.
„So ist die Stelle sicher“, meinte er zufrieden.
Doch betrübt blickte Zauberer Mohnhut zu Boden.
„Wie soll ich nur wieder zurück in meine Zauberstube gelangen?“
„Mit einem Zauberspruch“, meinten Riese Goldleo und Zwerg Rony zugleich.
Zauberer Mohnhut schüttelte langsam den Kopf.
„Mit einem Zauberspruch allein ist es nicht getan. Ich brauche ein bestimmtes Kraut. Daraus muss ich in einem Kessel einen Trank brauen, der mich zurückbringt.“
Sofort schauten sich Riese Goldleo und Zwerg Rony an und lächelten.
„Da kann dir bestimmt das Mossweiberl helfen. Wir kennen sie gut. Komm, wir bringen dich zu ihr.“
Der Weg war weit, und lange gingen sie durch den Wald, bis sie schließlich den versteckten schmalen Pfad erreichten.
Riese Goldleo ging voraus, während Zwerg Rony auf seiner Schulter saß. Hinter ihnen folgte Zauberer Mohnhut mit seinem kleinen Igel auf der Schulter.
Als sie das kleine Häuschen erreichten, rief Riese Goldleo nach dem Mossweiberl.
Schon kurz darauf erschien sie vor ihrer Tür.
Riese Goldleo erzählte ihr, was geschehen war und dass Zauberer Mohnhut ein bestimmtes Kraut benötigte, um wieder zurückkehren zu können.
Ohne viele Worte führte das Mossweiberl sie hinter ihr Häuschen. Alle folgten ihr. Dort hatte sie einen großen Kräutergarten angelegt.
Zauberer Mohnhut war begeistert.
„Hier werde ich bestimmt finden, was ich suche.“
Gemeinsam suchten das Mossweiberl und Zauberer Mohnhut die passenden Kräuter heraus. Danach bereiteten sie den Kessel vor, und Zauberer Mohnhut rührte langsam seinen Trank.
Alle standen gespannt beisammen.
Bevor er den Trank zu sich nahm, bedankte sich Zauberer Mohnhut bei allen. Dann verneigte er sich leicht, murmelte eine Zauberformel und trank den Becher aus.
Alle staunten. Ein kleiner bläulicher Wirbelnebel umhüllte den Zauberer. Allen wurde für einen kurzen Augenblick etwas schwindlig.
Als sie die Augen wieder öffneten, war Zauberer Mohnhut verschwunden.
Danach machten sie ein kleines Lagerfeuer.
Das Mossweiberl, ihr kleiner brauner Esel, Riese Goldleo und Zwerg Rony saßen gemeinsam beisammen. Sogar der Adler hatte sich auf das Dach des kleinen Häuschens gesetzt und blickte zu ihnen hinunter.
Riese Goldleo schmunzelte leicht.
„Jetzt habe ich wieder eine kleine Geschichte zu erzählen.“
Und dabei blickte er in das flackernde Lagerfeuer.
Märchenwelt 🌟
Seit längerer Zeit hörten Zwerg Rony und Riese Goldleo geheimnisvolle Laute im Wald. Doch durch das Echo zwischen den Bäumen verzerrten sich die Geräusche so sehr, dass sie nicht erkennen konnten, woher sie kamen.
Gelegentlich schickte Riese Goldleo den Adler los, der hoch über den Wald flog. Doch an manchen Stellen war der Wald so dicht gewachsen, dass selbst der Adler nicht hindurchsehen konnte.
Riese Goldleo und Zwerg Rony grübelten lange darüber nach, was das nur für Geräusche sein mochten.
Da kam Zwerg Rony ein Gedanke.
„Die Vögel könnten doch durch den Wald fliegen und nachsehen“, meinte er.
Sofort machten sie sich auf den Weg.
Riese Goldleo ging mit dem Adler auf seiner einen Schulter, während Zwerg Rony auf der anderen saß. Vor ihnen flatterten die Vögel durch den Wald. Fröhlich zwitscherten sie, flogen voraus und wieder zurück.
Schon lange waren sie unterwegs. Der Wald wurde immer dichter, und zwischen den hohen Bäumen wuchsen dichte Büsche, sodass sie daran vorbeigingen.
Die Vögel zwitscherten aufgeregt. Ein deutliches Rascheln kam aus den Büschen.
Sofort blieben alle still stehen.
Langsam schob sich ein Kopf aus dem Gebüsch hervor. Vorsichtig und unsicher blickte ein kleiner Esel mit langen Ohren zu ihnen herüber.
Riese Goldleo und Zwerg Rony traten einen Schritt zurück, damit der kleine Esel keine Angst bekam.
Zögerlich kam ein dunkelbrauner Esel aus dem Gebüsch heraus.
Zwerg Rony ging vorsichtig auf ihn zu und streichelte ihn.
„Komm, wir bringen dich zurück ins Dorf“, entschied Riese Goldleo.
Doch sofort iahte der kleine Esel laut auf und blieb stur stehen.
Nachdenklich rieb sich Riese Goldleo über das Kinn.
„Dann bringen wir ihn zum Mossweiberl. Dort wird es ihm gut gehen.“
Kaum hatte der kleine Esel das gehört, iahte er kräftig, als hätte er verstanden, was Goldleo gesagt hatte.
Zwerg Rony setzte sich vorsichtig auf den Rücken des kleinen Esels. Gemeinsam gingen sie weiter durch einen schmalen Waldpfad zwischen dicht stehenden Bäumen hindurch. Manchmal musste sich Riese Goldleo sogar vorsichtig zwischen den Stämmen hindurchdrücken.
Schließlich erreichten sie das kleine Häuschen des Mossweiberls.
Riese Goldleo und das Mossweiberl kannten sich schon lange. Oft hatte sie ihm Dornen aus den Händen gezogen, die er sich im Wald zugezogen hatte. Auch Zwerg Rony hatte sie schon einige Male geholfen.
Als das Mossweiberl die drei erblickte, lächelte sie freundlich.
Vögel zwitscherten über ihnen hinweg, während der kleine Esel sofort auf das Mossweiberl zulief.
Sie gab ihm gleich eine große Karotte, die er zufrieden zu knabbern begann.
Sofort waren die beiden ein Herz und eine Seele.
Zwerg Rony stieg vom Rücken des kleinen Esels ab und ließ sich von Riese Goldleo wieder auf die Schulter setzen.
Gerne hielten sich die beiden bei dem Mossweiberl auf.
Der kleine Esel iahte dankbar und verschwand schließlich zufrieden im Stall.
Riese Goldleo und Zwerg Rony blieben über Nacht. Gemeinsam saßen sie an der Feuerstelle, über der in einem großen Kessel eine leckere Suppe kochte.
In der Dunkelheit hörten sie den pfeifenden Ruf des Adlers hoch über den Baumwipfeln.
Und so schliefen sie gemeinsam unter dem funkelnden Himmelszelt ein.
Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo und Zwerg Rony waren unterwegs zum Fluss, um Fische zu fangen. Heute war ein herrlicher sonniger Tag dafür.
Während sie gemütlich durch den Wald schlenderten, hüpfte ein Eichhörnchen flink von einem Baum zum anderen. Es flitzte umher, bis es keck auf die Schulter von Zwerg Rony sprang.
Da erkannte Riese Goldleo das Eichhörnchen.
„Du bist es, Fritzchen. Willst du mir wieder eine Walnuss bringen?“, fragte er schmunzelnd.
Kurz holte das Eichhörnchen Atem, dann fiepte es hastig:
„Dort vorne … dort liegt ein verletztes kleines Reh!“
Sofort ließen sich Riese Goldleo und Zwerg Rony den Weg zeigen.
Als sie die Stelle erreichten, sahen sie das kleine Rehkitz bereits verletzt am Boden liegen.
Riese Goldleo erkannte sofort, dass das vordere Beinchen gebrochen war.
Zwerg Rony kniete sich behutsam vor das kleine Rehkitz.
„Ich hole aus meiner Baumhöhle Verbände. Dann kann ich es verarzten.“
Riese Goldleo besorgte unterdessen zwei gerade Zweige als Schienen für das kleine Beinchen.
Zwerg Rony war bereits losgerannt. Unterwegs sammelte er große Blätter, die kühlend wirkten.
Vorsichtig hob Riese Goldleo das kleine Rehkitz leicht an, während Eichhörnchen Fritzchen ihm sanft über den Kopf strich.
Zwerg Rony legte die großen Blätter auf die verletzte Stelle und verband danach vorsichtig das kleine Beinchen.
Inzwischen war das Rehkitz erschöpft eingeschlafen.
Riese Goldleo war sich sicher, dass die Rehmutter ihr Junges bereits suchen würde.
Behutsam nahm er das kleine Rehkitz auf seine Arme. Langsam und vorsichtig schritt er durch den Wald.
Eichhörnchen Fritzchen flitzte zwischen den Bäumen voraus. Auch der Adler flog tief über den Baumwipfeln, um bei der Suche zu helfen.
Es dauerte nicht lange, da begann Eichhörnchen Fritzchen aufgeregt zu fiepen.
Die Rehmutter sprang ihnen voller Sorge entgegen. Aufgelöst stupste sie ihr Rehkind mit der Nase an, das ihr müde entgegenblinzelte.
Gemeinsam brachten sie die beiden zu ihrem verborgenen Vorratsversteck. Dort hatten sie Ruhe, und das kleine Rehkitz konnte sich erholen.
Dankbar blickte die Rehmutter zu ihnen auf.
Auf den alten Mauern wachte der Adler in der Nacht über sie.
Auch Riese Goldleo und Zwerg Rony blieben bei ihnen. Eichhörnchen Fritzchen kuschelte sich in der Nacht dicht an das kleine Rehkitz.
Zwerg Rony versorgte täglich das verletzte Beinchen, und schon bald wurde das kleine Rehkitz wieder gesund und sprang gemeinsam mit seiner Rehmutter munter durch den Wald.
Und so waren alle Freunde glücklich, dass es dem kleinen Rehkitz wieder gut ging.
Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo liebte es, bei der kleinen Waldlichtung am Lagerfeuer zu sitzen und zum Sternenhimmel hinaufzuschauen.
Das Feuer knisterte ruhig vor sich hin, während kleine Funken in die Nacht aufstiegen.
Gerne erzählte Riese Goldleo Geschichten, während das Holz im Feuer knisterte.
Meistens erzählte er vom Igel und vom Hasen, von kleinen Feen und großen Zaubern.
Zwerg Rony lauschte aufmerksam. Doch je ruhiger die Stimme des Riesen wurde, desto schwerer wurden seine Augen.
Schließlich schlief er neben Goldleo ein. Zwerg Rony lag dicht an seiner Seite.
Behutsam deckte Riese Goldleo ihn mit einer weichen Flaumdecke zu.
Da traf plötzlich etwas Hartes und Rundes seinen Nacken.
„Au!“, murmelte Goldleo überrascht.
Er drehte sich um.
Hinter ihm flitzte ein Eichhörnchen den Baum hinunter.
Riese Goldleo rieb sich den Nacken; zwischen seinen Füßen lag eine Walnuss, die er aufhob.
Fragend sah er zu dem Eichhörnchen hinüber.
Das kleine Eichhörnchen fiepste:
„Entschuldige! Die Walnuss ist mir beim Verstauen in meiner Baumhöhle weggerollt.“
„So, so … mh“, murmelte Riese Goldleo ruhig.
Neben ihm saß der Adler auf einem Baumstamm und beobachtete das Eichhörnchen aufmerksam.
Als das Eichhörnchen den Adler bemerkte, wich es erschrocken einige Schritte zurück.
Doch Riese Goldleo beruhigte es:
„Hab keine Angst. Der Adler ist unser Freund. Er wird dir nichts tun.“
Der Adler legte leicht den Kopf schief und nickte ihm bestätigend zu.
Zögerlich kam das Eichhörnchen näher.
Inzwischen war auch Zwerg Rony wach geworden. Keck setzte sich das kleine Eichhörnchen neben die beiden.
Riese Goldleo nahm einige Walnüsse, die am Boden lagen, und drückte sie vorsichtig in seiner großen Hand auseinander.
Gemeinsam aßen sie die Walnusskerne am warmen Lagerfeuer.
Über ihnen leuchteten die Sterne zwischen den Baumwipfeln, und der Wald war still geworden.
Und Riese Goldleo erzählte diesmal eine Geschichte über ein Eichhörnchen.
Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo und Zwerg Rony streiften durch den Wald. Rony saß gerne auf der Schulter des Riesen, denn von dort konnte er alles gut überblicken.
Heute hatten sie vor, zur großen Wiese zu gehen, um dort saftige Kräuter zu pflücken.
Ein ganzer Schwarm von Vögeln zwitscherte fröhlich über ihnen hinweg.
Auf dem Weg dorthin fiel dem Zwerg ein altes Gebäude auf. Als sie näher kamen, erkannten sie, dass nur noch zwei Mauerseiten übrig geblieben waren. Kurz davor floss ein schmaler Bach, über den Riese Goldleo mit einem einzigen Schritt hinwegtreten konnte.
Die breitere Mauerseite des ehemaligen Gebäudes hatte oberhalb zwei halbrunde Fensterbögen und weiter unten eine längliche Fensteröffnung. Über die restlichen Mauern waren dicke Bäume schräg hinübergewachsen, sodass es beinahe wie ein Dach wirkte.
Der Zwerg schlüpfte zwischen den Bäumen und der Mauer hindurch hinein. Drinnen war alles trocken, und auf dem Boden lagen kleine Kiessteine.
Riese Goldleo blieb mit langsamen Schritten hinter den Mauerresten stehen und ging in die Hocke, um hineinzusehen.
Da kam Wind auf, und durch die längliche Fensteröffnung begann das alte Gebäude zu sprechen.
Goldleo und Rony lauschten aufmerksam der Windstimme. Traurig erzählte sie ihnen ihre Geschichte. Einst war dies ein Lagergebäude gewesen, in dem Pferdewagen, Pflüge und Vorräte gestanden hatten. Doch irgendwann war der Ort verlassen worden, und die alten Mauern waren einsam zurückgeblieben.
Die beiden spürten die Traurigkeit, die dort zwischen den alten Steinen lag.
Da beschlossen sie, von nun an hier ihre eigenen Vorräte aufzubewahren.
Kurz darauf hörten sie ein fröhliches Singen des Windes.
In den nächsten Tagen trugen die beiden ihre Vorräte in das alte Lagergebäude. Dadurch, dass Bäume wie schützende Wände an die Restmauern gewachsen waren, lagen ihre Vorräte dort sicher und trocken.
In der Nähe des Baches machte Riese Goldleo ein kleines Lagerfeuer, über dem er die gefangenen Fische grillte.
Aus ihrem Lagergebäude kam ein tiefer Windseufzer durch die längliche Fensteröffnung.
Mit Blick in das Feuer lächelten Riese Goldleo und Zwerg Rony vor sich hin.
Im Schatten auf der Mauer saß ihr Freund, der Adler, neben den schlafenden Vögeln.
Und hoch über dem Wald leuchtete der Mond über ihnen.
Märchenwelt 🌟
Gülriesen waren freundlich und hilfsbereit.
Gerne halfen sie den Bewohnern der Dörfer beim Holzschlagen in den Wäldern.
Nur hier wussten sie, dass dies ein Schutzwald war.
Mit ihrer Größe von einer gewöhnlichen Tanne gehörten sie eher zu den kleineren Riesen. Ihr unverwechselbares Lächeln und ihre freundliche Art hatten den Bewohnern der Dörfer Vertrauen zu ihnen gegeben.
Heute folgten Riese Goldleo und Zwerg Rony dem Adler, der auf der Suche nach Mäusen war. Hinter dem Wald lag eine große Wiese, auf der es genug davon gab.
Bisher war Riese Goldleo noch nie hier gewesen.
Zwerg Rony kannte die Gegend, denn damals kam er von dort. Hinter der Wiese und den kleinen Hügeln lagen mehrere kleine Dörfer.
Fast waren sie angekommen, da kamen ihnen zwei Gülriesen entgegen.
Die beiden lachten freundlich und hoben die Hand zum Gruß.
Sie reichten dem Riesen Goldleo gerade bis zu den Knien.
Kurzerhand setzten sie sich auf liegende Baumstämme. Die beiden Gülriesen begannen zu erzählen.
Und sie endeten damit, dass sie niemals lange an einem Ort blieben.
Riese Goldleo ging ein Gedanke durch den Kopf, und er erzählte den beiden, dass es am anderen Ende des Waldes ein Dorf gab, das ihre Hilfe gut gebrauchen konnte.
Er erklärte ihnen, dass er sich wünsche, sie würden dort als Dorfwächter bleiben. Bisher habe sich noch kein Betrüger gewagt, in den Wald zu kommen.
Auch deshalb nicht, weil der Berggeist Rübezahl hier wachte.
Die beiden Gülriesen machten große Augen und murmelten erstaunt:
„Rübezahl.“
Einen solch besonderen Auftrag wollten sich die beiden nicht entgehen lassen, und so willigten sie ein.
Gemeinsam gingen sie zum anderen Ende des Waldes.
Ein einzelner alter Mann, der sich auf einen Stock stützte, schien dort auf sie zu warten – ein Weiser.
Die Gülriesen grüßten ihn freundlich. Riese Goldleo und Zwerg Rony nickten ihm zu.
Und so gingen die Gülriesen mit.
Einige Tage später, als sich Riese Goldleo und Zwerg Rony am Fluss aufhielten, erzählten die beiden Gülriesen, dass die Dorfbewohner dankbar seien, denn durch sie gebe es keine Überfälle mehr.
Die beiden Gülriesen dankten Riese Goldleo, denn schließlich war es sein Vorschlag gewesen.
Goldleo nickte nur.
Somit war auch der Schutzwald sicher.
Der Adler kam herangeflogen, und von oben sah er die vier am Ufer des Flusses sitzen. Sein Schatten glitt über das Wasser, und er ließ einen guten Abendpfiff erklingen.
Alle blinzelten zu ihm hinauf und beobachteten seine Flugkreise.
Lesebärwelt 🐻 🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌🐌 🐌 🐌 🐌 🐌 🐌 🐌 🐌 🐌🐌🐌🐌🐌 Schnecke Rudi war eine besondere Schnecke. Er lebte im Kusc...