Märchenwelt 🌟
Riese Goldleo und Zwerg Rony streiften durch den Wald. Dabei aßen sie Beeren und sammelten Vorräte.
Da kam ihnen ein kleiner Igel aufgeregt durch das Unterholz angelaufen. Voller Sorge erzählte er, dass sein Meister, der Zauberer, in eine Grube gefallen sei.
Sofort folgten ihm Riese Goldleo und Zwerg Rony.
Für Riese Goldleo war es ein Leichtes, den Zauberer aus der tiefen Grube herauszuheben.
Verwundert blickten die beiden ihn an.
Vor ihnen stand ein kleiner Riese, der Riese Goldleo nur bis über die Knie reichte.
Leicht verneigte er sich.
„Ich bin der Riese Zauberer Mohnhut.“
Er trug eine lange Zauberkutte und einen mohnroten Zipfelhut.
„Ein Riese, der zaubern kann?“, wunderten sich Riese Goldleo und Zwerg Rony.
Der Zauberer lächelte leicht.
„Meine Mutter war eine Zauberin, und mein Vater ein Gülriese.“
Dann erzählte er ihnen, dass einer seiner Zaubersprüche schiefgegangen war. Im nächsten Augenblick hatte er sich plötzlich in diesem Wald wiedergefunden. Verwirrt war er einige Schritte gegangen und dabei in die Grube gefallen.
Riese Goldleo verschloss die tiefe Grube mit alten Baumstämmen, Steinen und Erde.
Danach pflanzte er einen Brombeerbusch darüber.
„So ist die Stelle sicher“, meinte er zufrieden.
Doch betrübt blickte Zauberer Mohnhut zu Boden.
„Wie soll ich nur wieder zurück in meine Zauberstube gelangen?“
„Mit einem Zauberspruch“, meinten Riese Goldleo und Zwerg Rony zugleich.
Zauberer Mohnhut schüttelte langsam den Kopf.
„Mit einem Zauberspruch allein ist es nicht getan. Ich brauche ein bestimmtes Kraut. Daraus muss ich in einem Kessel einen Trank brauen, der mich zurückbringt.“
Sofort schauten sich Riese Goldleo und Zwerg Rony an und lächelten.
„Da kann dir bestimmt das Mossweiberl helfen. Wir kennen sie gut. Komm, wir bringen dich zu ihr.“
Der Weg war weit, und lange gingen sie durch den Wald, bis sie schließlich den versteckten schmalen Pfad erreichten.
Riese Goldleo ging voraus, während Zwerg Rony auf seiner Schulter saß. Hinter ihnen folgte Zauberer Mohnhut mit seinem kleinen Igel auf der Schulter.
Als sie das kleine Häuschen erreichten, rief Riese Goldleo nach dem Mossweiberl.
Schon kurz darauf erschien sie vor ihrer Tür.
Riese Goldleo erzählte ihr, was geschehen war und dass Zauberer Mohnhut ein bestimmtes Kraut benötigte, um wieder zurückkehren zu können.
Ohne viele Worte führte das Mossweiberl sie hinter ihr Häuschen. Alle folgten ihr. Dort hatte sie einen großen Kräutergarten angelegt.
Zauberer Mohnhut war begeistert.
„Hier werde ich bestimmt finden, was ich suche.“
Gemeinsam suchten das Mossweiberl und Zauberer Mohnhut die passenden Kräuter heraus. Danach bereiteten sie den Kessel vor, und Zauberer Mohnhut rührte langsam seinen Trank.
Alle standen gespannt beisammen.
Bevor er den Trank zu sich nahm, bedankte sich Zauberer Mohnhut bei allen. Dann verneigte er sich leicht, murmelte eine Zauberformel und trank den Becher aus.
Alle staunten. Ein kleiner bläulicher Wirbelnebel umhüllte den Zauberer. Allen wurde für einen kurzen Augenblick etwas schwindlig.
Als sie die Augen wieder öffneten, war Zauberer Mohnhut verschwunden.
Danach machten sie ein kleines Lagerfeuer.
Das Mossweiberl, ihr kleiner brauner Esel, Riese Goldleo und Zwerg Rony saßen gemeinsam beisammen. Sogar der Adler hatte sich auf das Dach des kleinen Häuschens gesetzt und blickte zu ihnen hinunter.
Riese Goldleo schmunzelte leicht.
„Jetzt habe ich wieder eine kleine Geschichte zu erzählen.“
Und dabei blickte er in das flackernde Lagerfeuer.