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7 Mayıs 2026 Perşembe

Buch um die Welt

Allerlei-Sammelmaschen, Nachdenkliches - Gedankentext 📃


Herr Buch und Frau Buchstabe begannen schon vor langer Zeit, Geschichten, Lieder und Märchen zu sammeln.

Sie schwirren nicht nur im Internet herum, sondern schweben auch durch die Welt – sogar durch Kamine, um die Geschichten der Menschen zu erfahren.

„Macht das überhaupt Sinn?“

hören Herr Buch und Frau Buchstabe die lauten Worte.

Doch nicht alles muss einen Zweck erfüllen, um wertvoll zu sein.

Sie sind wie moderne Brüder Grimm.

Und irgendwann … ja, vielleicht ist es längst schon so weit:

Geschichten schweben überall herum wie unsichtbare Stimmen.

Niemand kennt den anderen, und doch entsteht etwas Unsichtbares:

Menschen, die Geschichten weitertragen.

Es entsteht ein riesiger digitaler Märchenwald.

Ein gewaltiges Liedtext-Sammelsurium.

Ein unendliches Geschichtenzentrum.

Es geht um die Welt.

Eine Reise auf den Spuren der unendlichen Geschichten des Internets und draußen in der Welt.

„Was macht das für einen Sinn?“

hört man es wieder laut ertönen.

Doch dann wäre jeder Stift umsonst,

jeder Buchstabe vergebens,

jeder Gedanke zu schade.

Dann wäre das Leben selbst umsonst.

Darf man dann nicht mehr atmen,

nicht mehr lachen, weinen oder lieben?

Nicht mehr schreiben?

Am besten gar nicht mehr träumen?

Diese Stimme hängt im Raum.

Niemand hat gesprochen, und doch hat man sie gehört.

Menschen lassen Geschichten entstehen.

Sie waren und sind ein Teil von uns – in Büchern, im Internet und in uns selbst.

Das Buch um die Welt existiert.

Vielleicht existiert es längst:

Ein riesiges Bücherband, das um die ganze Welt reicht.

Es gibt Dinge zwischen Zeit, Welt und Leben, die wie das Buch um die Welt sind.

Jeder von uns hinterlässt eine Spur, auch wenn man sie scheinbar nicht mehr sieht.

Dennoch können wir sie spüren.

Das Buch der Welt entsteht – vielleicht kann es niemand sehen – und doch ist es da.

Nachwort

Macht es Sinn zu schreiben?

Ja.

Denn schon die Gelehrten vor unserer Zeit taten es – und sie waren wahrlich kluge Menschen.

5 Mayıs 2026 Salı

Verlorene Mutti

Anekdoten-Werke 🎆

Krimi – Verlorene Mutti

Ein Mann suchte seine Mutti.

Am Bahnhof hatte er sie fotografiert.

Er war sich sicher gewesen, dass sie bei ihm war.

Zuhause suchte er alle Ecken ab.

„Das kann doch nicht sein… ich hatte sie doch dabei.“

Den Rucksack hatte er noch.

Diese Jacke trug er auch.

„Das kann nicht sein – sie war doch bei mir.“

Er zog sein Handy hervor und vergewisserte sich:

Das Bild war da.

Nur seine Mutti nicht.

Da half alles nichts – er musste zur Polizei.

Besorgt sprach er bei einem Beamten vor.

„Es ist eine ältere Mutti… sie ist mir nach dem Fotografieren verloren gegangen.“

Aufmerksam zog der Beamte ein Vermisstenformular hervor.

„Zeigen Sie mir bitte das Foto“, sagte er ruhig.

Der Mann holte sofort sein Handy hervor und zeigte ihm das Bild.

Der Polizeibeamte sah es sich lange an.

Dann blickte er den Mann an und sagte:

„Und wegen dieser Mutti wollen Sie eine Anzeige aufgeben?“

Der Mann nickte eindringlich.

„Sie ist wichtig für mich… ohne meine Mutti kann ich nicht weitermachen.“

Der Beamte schwieg einen Moment, dann legte sich ein leichtes Lächeln auf sein Gesicht.

„Das ist keine Mutti“, sagte er dann.

„Das ist eine Mutter.“

26 Nisan 2026 Pazar

🦷 Teuflische Schmerzen

Allerlei-Sammelmaschen •              Lustig-Verrücktes 📃

Es ist hier wirklich fast schier unmöglich, einen Zahnarzt zu bekommen. Seit sieben Lichtjahren habe ich zwei Löcher in den Zähnen: Bei einem ist die Füllung heraus, beim anderen ist ein Loch drin.

Aber ich wohne hinterm Mond. Herrn Mond interessiert das wenig – Hauptsache, er leuchtet hellgelb.

Nur ich, Frau Mon – das „d“ ist mir schon abgefallen vor lauter Rundrennen und Warten. Seit Leerjahren telegrafiere ich schon, nach Ewigkeiten, bis endlich der Lichtstrahl mich ins Wartezimmer setzt.

Niemand bemerkt mich von den Erdlingen. Alle starren in die schwarzen Kästen hinein oder in ihre Buchstabenseiten.

Na ja, falls einer der Kleinen fragt, warum ich so gelb bin, weiß ich schon, was ich sage: Ich bin ein Chinese mit Gelbsucht.

Ein seltsamer, rot angelaufener Typ mit hoher Zipfelmütze kommt ins Wartezimmer dazu. Er hält sich die Hand an die Backe und jammert erbärmlich:

„Ich habe höllische Schmerzen.“

Als Schmerzpatient kommt er natürlich gleich dran…

„Herr Satan, kommen Sie bitte…“

Da fällt es mir wie ein Blitzschlag ein…

Es ist nicht zu überhören…

Ich komme dazwischen und nehme ihm den Hurt weg:

„Du kannst niemandem etwas Schlechtes auferlegen, wenn er nichts Schlimmes getan hat.“

Als er meine leuchtend durchdringenden gelben Augen sieht, schaudert es ihn.

„Im Teufelsnamen, sehen Sie nicht, dass es ihm höllisch weh tut? Hier braucht man eine Feuerzange!“

Ich lasse mir eine Zange bringen und stecke sie ihm in seine heiße Hand.

Er nimmt seinen knorrigen Hurt und umklammert ihn.

Die Zahnärztin nimmt mit Schutzhandschuhen die Feuerzange. Man hört ein lautes Knacken, ein „Och…“ – und ein erleichtertes, rötliches Gesicht.

„So, Herr Satan, Sie legen sich jetzt hier auf die Liege.“

Ich nutze die Gelegenheit und lege mich auf den Behandlungsstuhl. Es wird jetzt auch höchste Zeit – bevor es dunkel wird, soll ich wieder oben sein, um den Schein zu polieren.

Bin bald erlöst, hake Herrn Satan ein, und wir entschwinden draußen mit dem Lichtstrahl.

Vor der Höhle dreht der Teufel sich noch einmal um:

„Höllischen Dank auch.“

Ich nicke nur. Hätte nie gedacht, dass ich einmal einen teuflischen Dank bekomme.

Gerade noch rechtzeitig zum Mondaufgang geschafft.

Ende

24 Nisan 2026 Cuma

Der vergessene Schlaf des verschlafenen Buches

Horrorgeschichte für Erwachsene 🌑 

Ich bin Sena. Befinde ich mich in einem Alptraum – oder bin ich schon wach?

Ich träume ein riesiges Buch, aufgeklappt vor mir. Die Buchstaben rufen: „Du hast verschlafen!“

Ich schrecke auf. Mein Herz rast, als wolle es aus meinem Körper springen.

Hurtig fahre ich hoch – als ich die Augen öffne, liege ich im Bett.

Irritiert denke ich: Das war anscheinend alles nur ein Traum?

Ich schaue auf die Uhr. Noch fast eine Stunde Zeit.

Ich drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen – vergeblich.

Die Augen sind zu, aber mein Gehirn denkt weiter – es rattert.

Etwas klebt an mir, schwer wie Pech.

Stiche im Bauch.

Etwas sticht zu – aber ich sehe keine Einstiche.

Als ich wieder aufwache, denke ich: Das war doch ein Traum.

Ich taste mich ab und finde hinten am Hals, am Haaransatz, etwas Rundes.  Im Spiegel sehe ich sie: eine kleine schwarze, flache, runzlige Warze.

Mir schaudert.

Es fühlt sich an, als hätte etwas von mir Besitz ergriffen.

Düstere Stille erfüllt den Raum.

Ich halte inne.

Ist das ein böser Traum?

Ich blicke aus der Badezimmertür.

Ein lächelndes Gesicht – als würde es mich beobachten.

„Hm… wieso so unfreundlich?“, denke ich verwirrt.

Ich gehe in die Küche und bereite das Frühstück wie jeden Tag.

„Frühstück ist fertig!“

Die Dunkelheit brummelt zurück.

Beim Kaffee liegt ein Murren in der Luft.

Ich frage mich: Was ist das? Warum diese ständige Meckerei?

Blitze treffen mich im Bauch.

Was passiert hier?

Warum so unhöflich?

Warum wird keine Rücksicht genommen?

Nur laut schimpfend klingt es weiter.

Ich gehe ins Bett.                            Schlafen oder lieber doch nicht?

Wenn ich jetzt die Augen schließe, kommt wieder dieser schreckliche Traum.

Oder ist das hier der Alptraum – und ich wache gleich auf?

Eine Hand streift über meine Brust.    Ein seltsames, warmes Gefühl breitet sich aus.                                                  Ich lasse es zu.                                    Meine Sinne gleiten weg. Etwas übernimmt mich.


Am Morgen ist alles still.

Ich gehe in die Küche und mache Frühstück wie immer.

Doch wieder dieses Dunkle, Düstere.

Ich gehe am Spiegel vorbei.

Eine Fratze blickt mir entgegen.

Meine Knie zittern. Glassplitter schießen auf mich zu – in meinen Körper.

Ich wanke.

Ich schließe die Augen.

Und im nächsten Moment: Schmerz. Ziehender, unendlicher Schmerz im Bauch – wie Messerstiche.

Ich schrecke hoch.

Was war das?

Hört das nicht auf?

Am Abend liege ich wieder im Bett.    Ein Buch liegt auf der Decke.                    Ich lese darin.                                          Ich schlafe darüber ein.

Am nächsten Tag ist alles still.

Im Spiegel sehe ich nur mich.

Keine schwarze Warze mehr.

Alles war vielleicht nur ein Alptraum.

Erleichterung durchströmt mich.

Seitdem lese ich vor dem Schlafengehen in einem Buch.

Denn Lesen bringt den vergessenen Schlaf zurück.

Ob ich gerade träume?

Ende.

28 Şubat 2026 Cumartesi

Der Aufruhr im Körper

Allerlei-Sammelmaschen 📃 Nachdenkliches, verrücktes ☆

Wer denkt hier eigentlich an alles?

Immer muss ich an alles denken, beschwert sich das Gehirn.

Das Herz schlägt zurück: Also, wenn ich nicht arbeite, läuft hier auch nichts.

„Ah!“, regt sich das Gehirn auf. „Wenn ich dir keinen Befehl gebe, schlägst du doch gar nicht!“

Der Magen murrt: „Gehirn, sag mal den Zähnen, sie sollen ordentlicher kauen. Alles kommt hier nur in Klumpen an – viel zu viel Arbeit für mich. Und der Zunge kannst du ausrichten: Nur weil es ihr schmeckt, gefällt mir das noch lange nicht.“

„In meinen Darm und in die Nieren spüle ich das ganze Zeug durch. Und du, Gehirn, merk dir: Wir Nieren brauchen viel Wasser!“

Die Lungen brüllen: „Wir brauchen dringend Luft! Gehirn, sag der Nase, sie soll genug Luft holen!“

„Hallo, wir sind müde!“, rufen die Füße von unten. „Wir senden es dir schon lange durch die Beine nach oben!“

Das Gehirn, genervt: „Ihr habt es mir nicht richtig gesendet …“

An was soll es noch alles denken?

22 Şubat 2026 Pazar

Der Mythos von Atlantis

Mythos🌀

Man sagt, Atlantis sei im Meer versunken. Doch nur wenige wissen, dass es einst aus Eis hervorging.

Atlantis war eine Schneewüste im Akartis-Meer. Die Menschen trugen lange Gewänder. Ihre Haut war lederartig und widerständig. Ihre Hauptnahrungsquelle war Fisch.

Die Stadt bestand aus Pyramiden aus Eis, zeltartigen Eisgebilden, zerklüfteten Eishöhlen und Tempeln, direkt aus dem Eis gehauen. Alles war weiß. Kalt. Klar.

Der Werkmeister und Gedankenformer: Ilvan. Ein stiller Beobachter, der wenig sprach.

Meister Ilvan erschuf eine Miniatur-Zeitkapsel. Durch die Kraft seiner positiven Gedanken verkleinerte er sich selbst.

Die Zeitkapsel samt Ilvan verschwand für drei Tage – doch sie tauchte drei Tage zuvor wieder auf. Für die Menschen fühlte es sich an wie ein Déjà-vu, ein unerklärliches Wiedersehen mit etwas, das noch nicht geschehen war.

Ilvan kehrte zurück – und hatte den Untergang von Atlantis gesehen.

Doch den Menschen lag Ilvans Warnung nicht im Jetzt. Sie vertrauten auf die Stärke des Eises.

Niemand glaubte an eine wirkliche Gefahr. Wie sollte das Eis von selbst zerbrechen? Atlantis war seit jeher von ewiger Kälte umgeben.

Nur Ilvan spürte, dass sich das Gleichgewicht verschoben hatte.

Er ließ von einem Glasbläser eine feste, unzerstörbare Glaskugel herstellen. Darin bewahrte er die Zeitkapsel auf.

Dann geschah es: Atlantis wurde durch einen gewaltigen Riss getrennt. Ein Hurrikan wirbelte. Ein siedender Strahl suchte das Land heim.

Schmelze. Sturm. Wirbel.

Alles Leben wurde ausgelöscht. Atlantis versank ins Meer.

Die Glaskugel blieb zurück – ein Vermächtnis, das nur Wissende verstanden.

Und so blieb Atlantis ein Mythos.

7 Şubat 2026 Cumartesi

❤ Liebe und Glück 🍀

Allerlei-Sammelmaschen 📃

Liebe ist ein Gefühl, ein Zustand.

Liebe kann man nicht wirklich erklären.

Liebe ist einfach da.

Liebe zu einem Kind,
zu deinem eigenen Kind – unbeschreiblich.

Liebe zu deinem Herzensmenschen
wie Blütenblätter, die im Frühling aufgehen.

Liebe zu einem Tier
oder die Liebe eines Tieres zu dir –
du spürst sie genau,
obwohl sie nicht sprechen können.

Liebe zu Pflanzen –
sie danken es dir.

Liebe steckt in vielen Dingen.

Liebe zum Schreiben,
zum Lesen.

Liebe zu geben –
das ist das schönste Geschenk.

Liebe anzunehmen,
zu fühlen.

Glück im Spiel –
das ist nicht das Glück.

Glück ist,
wenn Dinge mehrmals geschehen,
die für einen positiv sind.

Glücklich zu sein –
ein schöner Zustand.

Glück in der Schule,
im Beruf,
in der Liebe.
Glück im Leben.
Glück zulassen.

Glückliche Liebe –
wie ein Magnet.

7 Ocak 2026 Çarşamba

Schreiben – der stille Schrei

Allerlei- Sammelmaschen 📃


Schreiben – Luft zum Atmen
Losgelöst schreiben

Schreiben, um loszulassen
Schreiben, um Gedanken mitzuteilen
Schreiben für die Seele

Schreiben, um Sorgen wegzuschreiben
Um Probleme loszuwerden,
Freude mitzuteilen

Liebesbriefe schreiben

Schreiben, um sich zu erlösen,
um sich zu lösen.

Schreiben, um sich selbst zu befreien,
schreiben im Stillen

Schreiben ein,
das Lebenselixier

****************************************

Gedicht

Schreiben –
der stille Schrei.

Luft zum Atmen.
Losgelöst sein.

Schreiben, um loszulassen,
um Gedanken mitzuteilen.

Schreiben für die Seele.
Schreiben,
um Sorgen wegzuschreiben,
um Probleme loszuwerden,
Freude mitzuteilen.

Liebesbriefe schreiben.

Schreiben,
um sich zu erlösen,
um sich zu lösen.

Schreiben,
um sich selbst zu befreien –
schreiben im Stillen.

Schreiben ein,
das Lebenselixier.

3 Aralık 2025 Çarşamba

Höhlenmensch

Allerlei-Sammelmaschen 📃
Nachdenkliches – Verrücktes


„Hast du das gehört? Der Höhlenmensch drüben hat sich ein elektrisches Rolltor einbauen lassen!“

„Ich hatte zwar bisher nicht gehört, dass Höhlenmenschen ein Elektrotor haben. Womit betreiben sie das denn?“

„Mit Sonnenenergie, natürlich!“

„Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn die Menschen einfach Höhlenmenschen geblieben wären. Auf jeden Fall hatten sie keine Rechnungen zu bezahlen.“

„Stimmt. Und sie essen ja noch rohes Fleisch – sie jagen sogar mit Speeren!“

„Ob das wohl besser schmeckt? Aber sie können es auch über’m Feuer grillen.“

„Jetzt hat er sogar angefangen, sein Revier mit Felssteinen abzugrenzen. Also jedenfalls – das mache ich nicht mit!“

„Du, die Höhlenmenschen hatten keine Hobbys, oder?“

„Vielleicht hatten sie Pelz-Sammlungen … oder ihr Steinbrett war so voll, dass sie die Bilder freimeißeln mussten.“

„Ja! Und die Frauen waren echte Beerensammlerinnen.“

„Heute sammeln sie nur noch Angebote.“

„Und Trennung oder Ehe? Gab es nicht – nur eine große Gemeinschaft.“

„Vielleicht wären wir glücklicher geblieben, wenn wir beim Feuer geblieben wären … und nicht beim Strom.“

„Meinst du, wir sollten mal bei unserem Höhlenmensch-Nachbarn klopfen gehen? Vielleicht grillt er gerade?“

„Vielleicht gibt’s sogar Hirschkeule! 
– grinst –“

14 Kasım 2025 Cuma

🌈 Verliebt in Storis

Allerlei – Sammelmaschen 📃Verrücktes 🍎 

aus dem Kompott-Wörterbuch

Verliebt in Storis – eine schräge Geschichte aus der Obst- und Gemüsewelt.
Zwischen Büchern und Co das Leben verrückt erleben – wie ein Abenteuer für sich.

In den Hauptrollen dabei:
Herr Apfel, der „Big Apfel“
Frau Kartoffelgut, liebevoll Knolli genannt
Tochter Apfelsinchen
Freund Lister

Orte: Traubenhausen – Distelland


Verliebt in Storis
🍎 🥔 🍊
Big Apfel hatte sein eigenes Taxenunternehmen, in dem er sein eigener Chef war. Schließlich kann man sich auf niemanden verlassen. Wenn man es nicht selbst macht, ist man verlassen.

Auch seinem ältesten Freund Lister gab er nie recht.
Er, Big Apfel, war am längsten dabei im Geschäft der Menschenbeförderung und rollte dabei in seiner unnachahmlichen Marschierart im Flughafen-Terminal A auf und ab.

Dabei pflegte er zu sagen:
„Da, wo ihr den Duden aufschlagt, hab ich schon Kapitel geschrieben!“

Dann schimpfte er los mit wüsten Worten und derben Flüchen, dass sogar ein verfaulter Apfel rot geworden wäre.

Bei seinem Kollegen rief er kurz an:
„Murat, alter Blumenkopf, wie schaut’s aus?“
Aus dem Handy drang die Stimme:
„Der Speicher ist leer. Schöne Grüße an die Kleine!“
Apfel, gestresst: „Richte ich aus. Kapat! Kapat!“

Handy nochmal gezückt:
„Hallo, wie schaut’s aus? Ist die Kleine schon im Bett?“
Knolli leise: „Ja, sie schläft schon tief und fest.“

Big Apfel, besorgt:
„So wie es aussieht, werde ich Schneider, vielleicht fahr ich doch zum Geld-Zentralbereich?“
Knolli beruhigte ihn:
„Wart mal ab, wer weiß, vielleicht kommt doch noch jemand.“


Er hatte sein Geld auf dem Bett gestapelt.
Seine erste Frau hatte ihn mit der Saftpresse betrogen, und er war im Nu pleite gewesen.
Das war lange her – deswegen ließ er es lieber im Kompottregal.

Seine Frau Knolli: „Die ist die Beste! So eine findet man nicht mehr so schnell.“
Außerdem hatte sie ihm ein Apfelsinen-Mädchen geboren – was will man mehr?

Die Freude war groß, ein Wunschpflänzchen, mit dem sie gar nicht mehr gerechnet hatten.
Knolli war überfällig, vielleicht war sie in den Wechseljahren? Das gefiel ihr gar nicht – zum Doktor musste man gehen.

Doktor Spinnenbein bestätigte:
„Sie sind fruchtbar.“
Knolli konnte es kaum fassen – jahrelang hieß es, sie sei unfruchtbar.

Schnell war das Pflänzchen geschossen.

Die Wohnung war zu klein geworden, eine andere musste her.
Der Bruder wusste es besser:
Dort, wo er wohnt, da ist es gut.

In ein Hexenhaus wurde gezogen – die alte Hexe hielt schon ihre Untermieter bereit: mit spitzen Zähnen und langen Ohren.
Die vertrieben sie aus dem Haus.

Ein altes Haus ohne Garten war schnell gefunden.
Eine neue Geschäftsidee musste her: Bratwurst im Apfelrock.

Klein Apfelsinchen kam in den Obstgarten.
Frau Knolli war ein Familienmensch – zwischen Kind und Kegel.
Das Geschirr stapelte sich bis zur Decke hoch. Gut, dass es einen Geschirrspüler gab.

Knolli hatte die Kartoffelnase voll:
Schluss mit der Braterei – die Bratwurstbude musste weg.
Das mit dem Apfelrock war eh ein riesiger Apfelschmarrn.

Das Haus würde bald weggerissen, der Umzug musste schnell vonstattengehen.

Ein kleines, feines Häuschen war gefunden.
🍎🍎🍎
Sein Freund Lister rief ihn an:
„Pack deine Apfelsocken ein, hier im Flughafen beim Geld-Zentralbereich kannst du mehr verdienen!“
Soll auch mal der Lister recht haben.

Die Apfelsaftpresse gibt sowieso nichts mehr – hier in dem Kaff ist ja tote Hose.
Wohnung braucht man ja nicht, man hat ja schließlich den Mercedesfrucht-Bus.

Herrlich war’s wieder, mit den alten Taxler-Kollegen zu witzeln.

In alter Manier musste er sofort seine Meinung kundtun:
„Also wirklich, was da für Grünzeug und junges Gemüse herumläuft – die haben keine Ahnung, die wissen nicht mal, wie man einen Navi benutzt!“

Ein junger Spargel rief ihn her:
„Big Apfel, bitte hilf mir! Der Kunde will am schnellsten zum ‚Golden Duden‘.“

Der Kunde erklärte, er müsse morgen dringend zur Buchmesse.
Das roch nach einem dicken Fisch.

Big Apfel stellte den Navi für den Spargel ein und erklärte nebenbei:
„Du musst über die Fischerhäuser fahren, das ist die schnellste Strecke. Bei der kurzen – nur rote Ampeln!“
„Danke, Abi!“ und klopfte sich dabei dreimal auf die linke Herzseite.

Später konnte der junge Spargel es nicht verheimlichen – er hatte ein dickes Trinkgeld bekommen.
Schade, das Mostgeld könnte ich auch gut gebrauchen, dachte sich Apfel.

Kaum gedacht, winkte auch schon die große Fahrt – der Kunde wollte nach Wien, de Schnitzel!
Bevor sie wegeilten, fragte einer der Gemüse-Kollegen:
„Du, den Büchner hab ich aber schon lange nicht mehr gesehen.“
„Ja, der ist auf Soris im Urlaub.“
„Was? Da müssen wir auch mal hin!“, riefen die Zwiebeln und stiegen in ihre Taxen.

Apfel hatte nur eins vergessen:
Im Winter war der Mercedesfrucht-Bus ganz schön kalt geworden.
Seine Apfellungen hatten einen eisigen Schlag abbekommen.

Daheim warteten Frau und Kind – einmal in der Woche war nur drin.
Das Mostgeld, schwer erarbeitet, war schnell weg, ein bisschen weggespart – das war’s.

Dem Apfelsinchen Geschenke mitgebracht – soll es doch auch Freude dran haben.

Noch zwei Jahre bis zur Reibe, dann ist aber Schluss mit der Apfelsaftmacherei.
Die ersehnte Reibe ist endlich da, was Knolli und Apfelsinchen freut.

Onkel Lister, so wie Apfelsinchen ihn nennt, kommt vorbei und bringt eine ganze Liste an Geschenken mit.
„Wirklich ein süßes Häuschen hast du da – so eins würde ich mir auch gleich kaufen.“

Apfel wollte sowieso wieder in seine alte Heimat Traubenhausen rollen.
Hier, in Distelland, hatte er die Apfelnase voll.
Hier mit der Mini-Reibe zu überleben, wird nicht leicht werden.

Es ist beschlossene Sache:
Freund Lister bekommt das Haus – von dem Geld wird später ein Grundstück in Traubenhausen gekauft.

Knolli ist ganz flau im Magen.
Sie weiß schon – er wird nicht aufzuhalten sein, wenn er einmal rollt.

Drei Wochen Urlaub sind geplant – die werden wohl reichen.
Im Winter sollte es sein, im Sommer kann ja jeder fahren.

Die Strecke war schnell gefahren – als Profi von Bigwelt.
Schön war alles anzuschauen.
Knolli und Apfelsinchen hatten das Meer bis jetzt live noch nie gesehen.

Am letzten Tag vor der Abreise war ein Grundstück gefunden – klein, lang, dreieckig.
Das wurde flugs erstanden.

Knolli hat nicht alles verstanden zwischen dem Übersetzen ihres Apfelmanns und der Traubenhausener Sprache.
Es würde noch etwas dauern, bis es so weit kommt.
Die Zeit verging schneller als gedacht.

Apfel ließ seinen „Big Apfel“ raushängen – er kaufte sich seinen eigenen Lastwagen, das ältere Langenscheid-Modell für den Umzug, denn er ist früher auch Tour gerollt.
Gesagt, getan.

🍇🍇🍇🍇
In Traubenhausen hatte Herr Apfel nicht damit gerechnet, dass er mit so vielen dicken Taubensteinen zu tun bekommen würde.

Sie lernten einen Traubenhausener Landsmann kennen, der hoch oben im Berg wohnte – ein kleiner vielseitiger Baumkäffer, der von allen Tausendsacher genannt wurde.
Er hütete Ziegen, manchmal auch Schafe, mauerte gar schnell überall, war hilfsbereit und half ihnen viel, dass sie ihm sehr dankten.

🍂🌾🍂🌾
Der weltweite Wurzelvirus hatte ihnen zu schaffen gemacht.
Apfel war in den letzten Jahren stark geschrumpft, was ihm arg zu schaffen machte – das traf ihn schwer.

Er sitzt draußen am Terrassentisch auf seinem Stuhl und ruft durch die offene Terrassentür:
„Knolli, mach uns einen Bohnenkaffee mit dem leckeren Kuchen dazu!“

„Gerne, mein Apfelmann!“, antwortet Knolli.

Drinnen hört Knolli ihren Apfelmann klagen:
„Wer bin ich gewesen? Wer bin ich geworden?“

Knolli erinnert sich an den Spruch:
„Wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“

Apfelsinchen, schon längst eine Apfelsine herangereift, hält sich im Garten auf, eilt hinein und wirkt freudig, um eine Nachricht zu bringen:
Onkel Lister ist da – er kauft das Melonengrundstück mit Haus nebenan.

Was für eine Freude!
Das muss mit Bohnenkaffee und Kuchen gefeiert werden.

Und wenn sie nicht verrottet sind, dann leben sie noch heute. 🍎 🍰 ☕

22 Ekim 2025 Çarşamba

Ist denn da keiner?

Allerlei-Sammelmaschen 📃

(Angelehnt an eine Beobachtung aus dem typischen Landleben – irgendwo im Nirgendwo-Dörfchen) Kimse yok?


Ist denn da keiner? 
Niemand?


Weit draußen, hinter einem kleinen Dorf, standen nur drei verstreute Häuser.
In einem davon lebte eine Frau mit ihrem Mann.
Sie hatten ein hartes und schweres Leben.
Es gab keine richtige Wasserleitung, und der Strom fiel oft aus.

Hinter dem Haus gab es eine Quelle.
Der Mann hatte – wie auch die anderen Nachbarn – dicke Schläuche verlegt,
um das Wasser ins Haus zu leiten.
Doch es musste draußen in Behälter gefüllt und dann umständlich drinnen erhitzt werden –
zum Kochen, Waschen oder Duschen.

Strom gab es zwar, aber wegen der schlechten Leitungen fiel er immer wieder stundenlang aus.

Die Frau kümmerte sich um alles: putzen, kochen, Marmelade einkochen,
den Garten pflegen, Holz für den Winter vorbereiten.
Ihr Mann arbeitete draußen auf den Feldern,
und wenn er heimkam, war er meist müde und mürrisch.

Schon frühmorgens begann es:
Kaum hatte sie die Augen halb geöffnet, rief er grantig:
„Hast du schon Tee gemacht? Wie weit bist du?!“
Die Frau wollte keinen Streit.
Sie stand sofort auf, ging in die Küche, bereitete Tee und Frühstück vor – wie jeden Tag.

Am Abend dann dasselbe Spiel:
„Schon wieder zu wenig Geld!
Das reicht hinten und vorne nicht!
Und das Essen – warum ist das noch nicht fertig?
Was hast du überhaupt gemacht heute?!“

Tag für Tag dieselben Vorwürfe, dieselbe Unzufriedenheit.

Einmal kam er schon am Nachmittag nach Hause.
Es gab keine Arbeit mehr, und sie schickten ihn heim.
„Wer weiß, wann die mir überhaupt das Geld geben“, schimpfte er.
„Schon wieder zu wenig! Hast du wenigstens Kaffee gemacht?
Und was ist mit Kuchen? Wieder nix vorbereitet?!“

Da wurde es der Frau zu viel.
Ganz still dachte sie: Ach, wäre ich doch bloß ein Baum.

Einige Tage später hatte ihr Mann zum Glück wieder Arbeit gefunden.
Nun konnte sie am Nachmittag spazieren gehen.
Und dieses Mal ging sie weit hinaus – ganz weit.

Dort stand ein mächtiger, uralter Baum.
Etwas in ihr zog sie zu ihm hin.

Sie legte die Hand an seine Rinde,
dann umarmte sie ihn – so gut sie konnte,
denn der Baum war viel zu dick.
Dann ging sie zurück. Und wieder: derselbe Alltag.

Eines Tages wollte sie bei einer entfernten Nachbarin Eier holen.
Die Frau konnte nicht sprechen – sie war stumm –
doch mit Handzeichen bat sie um die Eier.
Die Nachbarin verstand sie und reichte ihr geduldig ein paar.

Am Abend wollte sie die Eier zubereiten.
Doch da kam ihr Mann nach Hause, wie immer mürrisch:
„Was willst du mit den Eiern? Spiegeleier?
Die kannst du eh nicht – die mach ich mir lieber selbst!“

Der Frau wurde alles zu viel.
Einige Tage später, als sie die Meckerei nicht mehr ertragen konnte,
ging sie wieder hinaus – zu jenem abgelegenen Baum.

Sie stand neben ihm, schaute hinauf,
hielt die Hände offen zum Himmel und dachte tief in sich hinein:
Ach, wär ich doch nur ein Baum …

Da raschelte es.
Ein starker Wind kam auf.
Es knackte und klickte – und die Frau wurde zu einem Baum.

Ein wunderschöner Baum.

Ihre Blätter waren groß und grün, ihre Äste stark,
und sie war frei von allen schlechten Gedanken.

Sie war glücklich – als Baum.

Der Wind wehte ihre Blätter davon,
trug sie bis vor das Haus.
Dort türmten sie sich zu einem kleinen Hügel.

Als der Mann abends heimkam, sah er den Blätterhaufen und schüttelte den Kopf.

Seit diesem Moment wurde die Frau nie wieder gesehen.


Ende

















6.Der Zwerg und der Riese – Das Eichhörnchen

Märchenwelt 🌟 Riese Goldleo liebte es, bei der kleinen Waldlichtung am Lagerfeuer zu sitzen und zum Sternenhimmel hinaufzuschauen. Das Feu...