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24 Kasım 2025 Pazartesi

Tapferle

Anekdoten-Werke 🎆
Kindheitserinnerungen

Ich war um die 13.

Es war der große Einkaufstag gekommen – wie immer wurde am Wochenende, an einem Samstag, gefahren.

Dank meines Onkels, der selbständiger Gärtner war und seine Waren auf dem Markt verkaufte, bekamen wir eine Vergünstigungskarte für Familienmitglieder in einem großen Einkaufszentrum. Dort gab es alles in Großpackungen zu kaufen. Wir fuhren mit den Fahrrädern dorthin und waren unterwegs nach Moosburg.

Ich bekam eine kleine Satteltasche hinten auf den Gepäckträger – die war sicher vom Flohmarkt, wo mein Papa sie erstanden hatte.

Wir fuhren von Wartenberg nach Langenpreising, durch Zustorf, an den Kühen und Weiden vorbei, dann die breite Kiesstraße entlang, die nach Moosburg führte.

Bei den großen Ampeln an der Hauptstraße bogen wir nach links ab, vorbei an einem kleinen Marktplatz, eine schmale Straße entlang, oben an der Kurve ein kleiner Zooladen. Dann die lange Straße bei der Kirche vorbei, um schließlich am Einkaufszentrum anzukommen.

Nach dem Einkauf wurde wieder zurückgefahren.

Beim Zooladen bog meine Mama ab, wir stellten die Fahrräder ab.

Es war keine Seltenheit – einige Hamster und Wellensittiche wurden dort schon gekauft. In dem kleinen engen Laden begrüßte uns der Besitzer schon freudig.

Meine Mama eröffnete mir dann, dass ich mir einen Wellensittich aussuchen dürfe, der nur mir alleine gehörte und um den ich mich kümmern müsse.

In zwei verschieden großen Käfigen waren Wellensittiche zur Auswahl.

Ich suchte mir den lebendigsten und grünfarbigsten aus, zudem machte er Geräusche nach.

Der Wellensittich wurde in eine Schachtel gesteckt, ein neuer kleiner Käfig wurde ebenfalls gekauft.

Der Vogelkäfig wurde auf dem Gepäckträger festgeschnallt und wir traten die Heimreise an.

Unterwegs auf der breiten Kiesstraße Richtung Zustorf bemerkte ich, dass der Vogel ziemlich unruhig geworden war. Die Schachtel polterte im Käfig auf und ab durch die rüttelnden Bewegungen der Kiesstraße.

Ich stieg ab, öffnete die Käfigtüre und holte vorsichtig den Wellensittich aus der Schachtel, dann schloss ich sofort die Käfigtüre.

Der Wellensittich hüpfte auf eine der zwei Plastikstangen. Ich fuhr weiter – und jedes Mal, wenn es holprig wurde, hüpfte er auf die andere Stange und wieder zurück, immer hin und her.

Das beeindruckte mich so sehr, dass ich ihn Tapferle taufte, weil er so tapfer war.











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22 Kasım 2025 Cumartesi

Tapferle der Retter

Anekdoten-Werke 🎆
Kindheitserinnerungen

Von uns ungefähr vier Häuser weiter ging eine Gasse hinunter. Auf der rechten Seite war ein sehr kleiner Spielplatz, auf dem wir uns gerne aufhielten. Gegenüber war ein riesiges, großes Grundstück, auf dem – wie wir Kinder immer sagten – ein „Villahaus“ stand, weil es so groß und schön war.

Diese Gasse, die dort hinunter führte, benutzten wir gerne als Abkürzung, um zum gegenüberliegenden Supermarkt zu gelangen.

Einmal, als meine Mama hinunterging, um Besorgungen zu machen, sah sie einen Wellensittich im Käfig stehen und wunderte sich, denn bis dahin war dort nur dieser Minihund zu sehen.

Es stellte sich heraus, dass sie den Vogel nicht mehr haben wollten. Meiner Mama tat der Wellensittich leid. Er hatte verkrüppelte Krallenfüße, außerdem ließen sie ihn nie in der Wohnung frei fliegen.

Dann nahm meine Mama den Wellensittich mit, den wir dann Putzi nannten. Wir setzten ihn zu Tapferles Käfig und waren froh, dass sie sich vertrugen.

Mein Papa steckte zwei dickere Holzstangen mit in den Käfig, sodass Putzi seine Krallenfüße nach kurzer Zeit wieder besser bewegen konnte.

Tapferle fing jedoch mit der Zeit an, Putzi zu ärgern.

Wir dachten: Oje, die vertragen sich doch nicht so gut, und überlegten, den anderen Käfig daneben hinzustellen.

Wir beobachteten das genau. Dann merkte ich: Tapferle will ihm helfen. Er schubste und drängelte Putzi, bis dieser auf die andere Holzstange flatterte.

Tapferle schimpfte aufgeregt mit Putzi. Es hörte sich an, als würde er ihn schimpfend auffordern, mitzumachen.

Tapferle schaffte es, Putzi aus dem Käfig hinaus zu ärgern und schubste ihn nach oben zum Käfigdach. Von oben wiederum drängte Tapferle Putzi zum Käfigende, und Putzi flatterte zum Boden. Dort tapste er dann herum, bis Tapferle ihn wieder hinterherjagte und Putzi erneut nach oben flatterte.

Das ging ganz schön lange so, aber eines Tages konnte Putzi fliegen – zwar langsamer und nicht so schnell, aber er konnte wieder fliegen. Auch seine Krallenfüße waren dank der Holzstangen und durch das Hin- und Herhüpfen mit Tapferle viel breiter geworden, und Putzi konnte sich wieder richtig bewegen.

Dank Tapferle, der ihm geholfen hatte.
Er war sein Retter.









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6 Kasım 2025 Perşembe

🍲 Eintopf

Anekdoten-Werke 🎆

Wenn ich das Wort Eintopf höre, denke ich sofort an den sagenumwobenen Eintopf meiner Mama.

Was genau hineinkam, wusste man nie so genau – auf jeden Fall wurde alles klein geschnitten,
was es gerade in dieser Jahreszeit gab.

Meist kamen Lauchzwiebeln, Kartoffeln und Karotten hinein,
manchmal auch ein paar in Scheiben geschnittene Wiener – oder Nudeln.

Und ganz wichtig: zwei große Löffel Crème fraîche!

Sehr, sehr lecker – Mmm! 😋

 







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7 Ekim 2025 Salı

Die Geschichte vom Sternenmädchen

Märchenwelt 🌟 Anekdoten-Werke 🎆 

Auf einem Stern lebte ein kleines Sternenmädchen. Es träumte davon, in der Nähe des Mondes zu sein – weil sie ihn so sehr bewunderte.

Eines Tages geschah ein kleines Wunder. ✨

Denn die Sternenbevölkerung hatte beschlossen, eine große Versammlung zu machen. Da bemerkten sie: „Wir können den Mond doch nicht allein lassen – ohne Bewachung, ohne jemanden, der auf ihn aufpasst.“

Da fiel dem ältesten Stern auf: „Wir haben doch noch einen ganz, ganz jungen Stern, der versteht sowieso noch nicht viel von unseren Beratungen. Den schicken wir zum Mond.“

So gesagt, so getan.

Am Abend kamen ein paar Sterne herbei und schoben den Stern sacht zum Mond hinüber.

Als das Sternenmädchen aufwachte, konnte es kaum glauben, was geschehen war. Sie rieb sich die Augen – und dachte, sie träumt.

Doch nicht einmal eine Handbreit war der Mond von ihr entfernt! Da freute sich das Sternenmädchen so sehr und fing an, ein kleines Lied zu singen – ganz fein und schön.

Der Mond lächelte und blinzelte ihr zu. 🌝

Die Versammlung dauerte die ganze Nacht an und war am nächsten Tag wieder vorbei.

Da geschah es, dass dieser Stern beim Mond blieb.

Und wenn du in der Nacht zum Himmel hinaufschaust und einen besonders leuchtend hellen Stern siehst, dann wird das wohl der Stern sein, auf dem das Sternenmädchen lebt.

✨ Und somit endet diese kleine Geschichte. ✨


Nachwort

Diese kleine Anekdoten-Märchen stammt von meinem Papa, den er erdachte und uns Kindern oft als Gutenachtgeschichte erzählte. Von ihm nacherzählt – als Erinnerung daran.

6 Ekim 2025 Pazartesi

Kleine Anekdote aus der Bäckerei

Anekdoten-Werke 📃 Erinnerungen 🥐

In einer kleinen Bäckerei arbeitete ich als Lehrling.

Zwei Kundinnen warteten darauf, bedient zu werden.

Die eine erzählte stolz:
„Wir waren im Urlaub in Tunesien!“

Dann fragte sie neugierig ihre Nachbarin:
„Und ihr? Wart ihr auch im Urlaub?“

Die andere grinste und antwortete schlagfertig:
„Ja, auf Balkonien!“

Darauf die Urlauberin begeistert:
„Oh, da muss ich auch mal hinfliegen!“


28 Eylül 2025 Pazar

Krümelmonster

Anekdoten-Werke 🎆 Kindermaschen🎈

Warum ist …?

Lina ist ein sehr wissbegieriges Mädchen. Jetzt ist sie in dem Alter, in dem alles hinterfragt wird.

„Mama, warum ist das Gras grün? Warum können Vögel fliegen? Warum ist die Nase von unserem Hund nass? Und warum ist die Brotrinde so hart?“

Ich bin erstaunt und manchmal etwas überfragt von den vielen Fragen. Vielleicht kennt das der eine oder andere auch?

In der Küche stand ich und machte das Abendessen, als ich Lina draußen aufgeregt schreien hörte: „Mama, Mama! Komm schnell!“

Bevor ich reagieren konnte, rannte sie herein, packte meine Hand und zog mich hinaus auf die Terrasse. Mit ihrem kleinen Finger zeigte sie nach oben und rief aufgeregt: „Schau mal, der Mond ist angebissen!“

„Warum ist der Mond angebissen?“, fragte sie und schaute fragend nach oben.

Mein Mann, der neben mir stand, machte einen Schabernack daraus: „Das war das Krümelmonster!“

Ich schüttelte den Kopf und schaute ihn an. Er zuckte nur mit den Schultern.

Ich versuchte zu erklären, dass sich der Mond vor die Sonne schiebt, aber meine Worte blieben ungehört. Also ging ich lieber wieder in die Küche.

Lina setzte sich ins Wohnzimmer auf die Couch und murmelte vor sich hin, ganz in Gedanken versunken.

Bevor ich mit dem Abendessen fertig war, ging ich zu ihr rüber und versuchte noch einmal, ihr das mit dem Mond zu erklären. Aber es war zwecklos – ich sprach mit der Luft.

Nach dem Abendessen hatte sich Lina bettfertig gemacht, Zähne geputzt – es war Zeit zum Schlafen. Sie hatte sich schon ins Bett gelegt und wartete auf mich.

Normalerweise erzähle ich eine Gutenachtgeschichte. Diesmal fing Lina gleich selbst an zu erzählen:

„Ich weiß jetzt schon, warum das Krümelmonster den Mond angebissen hat – er war hungrig!“

Ich erwiderte: „Gut, der Mond wird ja wieder rund.“

Lina sagte sofort: „Die Sonne schiebt den Mond vor, damit das Krümelmonster nicht verhungert.“

Ich schüttelte den Kopf, küsste Lina auf die kleine Stirn und flüsterte: „Schlaf gut, mein Kindlein, und träum schön vom Mond.“ 🌜🍪

22 Eylül 2025 Pazartesi

Herr Stein am Meeresstrand

Anekdoten-Werke 🎆
Märchenwelt 🌟 Alltagswunder 

Am Meeresstrand.
Jemand hatte Steine übereinandergestapelt – mehrere hintereinander gereiht, richtige kleine Steintürme.

Bei einem der Türme lag ein handgroßer Stein ganz oben. Darunter waren viele schmale und kleinere – eine ganz schön wackelige Angelegenheit!

Herr Stein wurde ganz bang.

Was, wenn er kippt?

Wenn er wankelmütig wird? Dann stürzt alles – und seine Steinkumpels bekommen eine Kopfnuss!

Was tun?

Seine Steinaugen – die Natur hatte ihm welche gegeben – zwei weiß durchgezogene Kreise mit dunklen Flecken dahinter.

Und an seinem Bauch hatte er rötliche und weiße Äderchen, die er besonders an sich mochte.

Die Meereswellen rauschten heran, Gischt spritzte auf die Steine.

Einige Reihen kippten um – ein elendes Steinjammern klang herüber zu Herrn Stein.

Was tun?

Runterspringen von dieser Höhe? Und dann nass werden von den Meereswellen?

Nass werden – wollte Herr Stein nicht.

Dann – Schritte. Stimmen.

Eine Hand griff nach ihm.

Herr Stein wurde hochgehoben, betrachtet …

„Schau mal – wie schön der ist!“

Zwei kleine Kinderhände trugen mich.

Wohlig warm ist es hier.

Als Deko liegt er nun auf einem Küchentisch – als Glücksbringer.

Herr Stein blickte zum Himmel hinaus durchs Fenster.

Er sprach ein kleines Steingebet:

„Hab ich gut erwischt – als Glücksstein darf ich dasein!“

Und er glänzte vor Freude – und grinste still in sich hinein.


Frau Stein mit dem weichen Herz

Anekdoten-Werke 🎆 
Märchenwelt 🌟 Alltagswunder

Frau Stein hatte ein schweres Los.

Sie hatte schwer zu tragen – im wahrsten Sinne.

Sie versuchte, alles zusammenzuhalten, hätte so gern eine Familie gehabt.

Aber die Steine, die sie festhalten wollte, sprangen manchmal weg –

wenn ein Traktor gelegentlich über den einsamen Feldweg fuhr.

Traurig war Frau Stein.

Dabei hatte sie doch so ein großes Herz.

Da – plötzlich: ein Kinderlachen!

Das Mädchen entdeckte gerade Frau Stein.

Die Mutter hob Frau Stein hoch und hielt sie in ihrer Hand.

„Schau mal, der hat lauter kleine Äderchen drin. So einen hab ich noch nie gesehen“, sing-sangte das Mädchen.

Die Mutter sagte: „Der ist ziemlich groß – größer als meine Hand. Den können wir für unseren Steingarten mitnehmen.“

Und schon trug das Mädchen Frau Stein nach Hause.

Nicht lange lag sie zwischen anderen Steinen …

Denn das Mädchen holte sie wieder aus dem Garten.

Die Mutter fragte: „Was machst du da mit dem Stein?“

Das Mädchen hatte noch einen anderen, passenden Stein dazugesucht.

„Damit will ich die Haselnüsse aufschlagen“, sagte sie – und fing an, eine nach der anderen zu knacken.

Frau Stein machte sich hart – und freute sich:

Ich werde doch gebraucht!

Sie hörte:

klick – klack ... klick – klack 

Wie Musik klang es in ihr, und ganz weich wurde ihr Steinherz von innen.

Unsichtbare Gedankenwellen

Anekdoten-Werke 🎆

Die unsichtbaren Wellen – sie sind ganz klar.
Man kann sie weitertragen, ganz ohne Worte.

Unsichtbare Energien stecken in allen Dingen.
Jeder kann seine unsichtbare Liebe weitertragen.

Und doch gibt es etwas,
das über Zeit und Raum hinausweht und sie trägt.
 

16 Eylül 2025 Salı

Verliebt in I.aah

Anekdoten-Werke 🎆
Erinnerungen 🐴

Ich war ungefähr vier Jahre alt. Wir wohnten in der Nähe der Erdinger Molkerei, wo mein Papa als Hausmaurer gearbeitet hat. Von uns aus war der Stadtpark nicht weit – und meistens gingen wir am Wochenende genau dorthin, zum Tiergehege.

Wir liefen an der Straße entlang, durch kleine Gassen, über eine schmale Brücke, dann den Weg entlang bis zur nächsten, etwas breiteren Brücke. Unter ihr floss ein kleiner Fluss.

Nach der Brücke führte ein schmaler Gehweg Richtung Park. Unser Sportwagen war vollgepackt – an den Henkeln hingen Tüten, im Wagen lag ein kleines Kissen, und unten im Gitterraum waren auch Taschen verstaut.

Ich war die älteste, und meine beiden Schwestern liefen immer vor und zurück. Besonders meine dritte Schwester brachte Mama manchmal fast zur Verzweiflung. Sie rannte weit voraus – und plötzlich stand sie direkt am Flussbett und wollte gerade die Hände ins Wasser stecken. Papa eilte hin und nahm sie schnell an die Hand. Meine zweite Schwester lief währenddessen immer wieder am Sportwagen vorbei – hin und zurück.

Dann, kurz nach einer Biegung, geschah es wieder:

Ein lautes „I.AAH – I.AAH – I.AAH!!!“ hallte durch die Luft.

Ich war felsenfest davon überzeugt – es galt mir!

Mein Herz pochte, ich war ganz aufgeregt.

Ich wollte zu meinem Geliebten Esel – er rief nach mir!

Ich zog an der Hand meiner Mutter, wollte schneller zu ihm, so schnell es nur ging.

Jedes Mal, wenn wir zum Park gingen, ungefähr an derselben Stelle, iaahte mein Esel. Ich war sicher: Er wartet auf MICH.

Aber es ging viel zu langsam. Der lange, schmale Weg schien ewig zu dauern …

Nach viel Hin-und-Her-Lauferei um den Wagen kamen wir endlich an. Noch über die schöne, breite Brücke – damals durfte man dort noch Enten und Schwäne füttern.

Wir warfen das Brot von der Seite hinein, wo das Wasser herkam. Papa hatte uns erklärt, das Brot müsse nass sein, damit die Enten keinen Bauchweh bekommen.

Wir sahen zu, wie es unter der Brücke hindurchschwamm – und wie die Enten es wegschnappten.

Dann, endlich, zum Tiergehege mit den großen Vogelkäfigen – und da:

„Ich.aaah…“

Er rief nach mir!

Ich rannte voraus, der Esel lief auf und ab, streckte seine Schnauze an den Zaun.

Meine kleine Hand wurde ganz feucht, mein Herz ganz weich.
„Ach, mein Esel …“

An der Seite war ein Holzfach angebracht – dort lagen manchmal Karotten. Ich hatte Glück! Eine lag noch darin, die ich ihm jetzt geben konnte. Kaum hatte ich sie hingehalten, war sie auch schon weg.

Von meinem Liebling war ich nur schwer zu trennen. Erst mit viel Überredungskunst meiner Eltern gingen wir weiter in Richtung Spielplatz. Auch dort war es schwierig, uns wieder loszueisen.

Dann rief unsere Mama:
„Kommt, lasst uns Brezeln holen!“

Und das war das Zauberwort.

Denn beim Bäckerladen gab es mittelgroße Brezen – eine für uns drei Kinder, die wir uns teilten, und eine teilten sich unsere Eltern.

Ein kleines Stück ließ ich übrig, um es meinem Liebling beim nächsten Mal zu geben – meinem Esel.

Und auf dem Heimweg hörte ich ihn noch einmal:

„Iaaah – Iaaah – Iaaah!“


9 Eylül 2025 Salı

Osterhasengeschichte

Märchenwelt 🌟

In der Osterzeit ist in der Hasenstadt ganz schön was los. Fast alle Hasen, groß und klein, sind damit beschäftigt, Eier einzusammeln und auf ihre Karren zu verteilen. Zu dieser Zeit gab es nur einzelne Hasenmeister, die für die Eierfärbung zuständig waren. Rot, Grün, Blau.

Nur zwei kleine Hasen saßen am Straßenrand. Der eine war noch zu jung, um mitzuhelfen. Der andere war so sehr traurig, dass er der Meinung vertrat, dass er nichts kann. Der junge Hase Simon versuchte, seinen traurigen Freund aufzumuntern, aber Jakob war enttäuscht. Man wollte ihn beim Eierfärben nicht dabei haben.

Simon redete erneut auf Jakob ein:
„Sei nicht traurig, du findest eine andere Arbeit.“
„Ja, genau“, antwortete Jakob und überlegte, was er machen könnte.

Er ging nach Hause in seinen Bau und wollte erst mal nur noch schlafen.

Am nächsten Tag half Jakob der Hasenbäuerin beim Milchflaschen-Einsammeln und dachte bei sich, dass es nächstes Jahr anders ausschauen wird. Der Winter kam, es war ruhig, und wieder zur Osterzeit wollte Jakob beim Eierfärben mitmachen.

„Nein“, sagten die Osterhasenältesten, „das sei nur den Hasenmeisterfamilien vorbehalten.“

Traurig hoppelte er von dannen. Simon kam auf ihn zu und fragte:
„Was ist los?“

Jakob, ganz enttäuscht:
„Ach, ich bin kein Hasenmeisterkind, deshalb darf ich keine Ostereier tauchen. Aber ich möchte so gerne malen.“

Simon spornte ihn an:
„Weißt du was? Dann mach etwas Eigenes.“

Jakob überlegte:
„Ja, du hast recht.“

Jakob hoppelte nach Hause in seinen Bau und überlegte die ganze Nacht, bis er einschlief. Als er wieder aufwachte, ging er erst einmal in die Hasenstadt. Er schaute in verschiedenen Handwerksbetrieben vorbei, und dann kam er an einem Bastelgeschäft vorbei.

Er ging hinein, redete mit dem Besitzer, erklärte ihm, er würde so gern malen. Da bot er ihm eine Staffelei an. Kurzerhand nahm er die Staffelei mit allerlei Farben mit. Schon am nächsten Morgen machte er sich daran, bunte Ostereier zu Papier zu bringen.

Das war ihm zu wenig. Also zeichnete er Ostereier und bemalte sie kunstvoll mit Blumen oder der Osterhasenstadt oder verzierte die gezeichneten Ostereier mit Ornamenten.

Die vorbeikommenden Hasenbewohner lachten ihn aus:
„Ostereier auf einer Leinwand, was soll das?“

Jakob hatte genug. Es war schon spät geworden. Die Nacht war kurz. Er hatte nicht gut geschlafen.

Was sollte er machen? Dieses Mal blieb er in seinem Bau. Hier konnte er schließlich machen, was er wollte.

Da kam Simon vorbei. Er war ganz begeistert von seinen Werken. Da fiel Simon eine Idee ein. Er begab sich, ohne Jakob etwas davon zu erzählen, zum Oberrat der Hasenmeisterfärber und bat mit viel Überredungskunst darum, dass ein Hasenmeisterberufener mit ihm mitkommen sollte. Denn die Hasenmeister verließen ihren Bau nur selten und blieben lieber unter sich.

Da nun Simon so überzeugend in schillernden Farben sprach, wurden die Ältesten neugierig. Der erfahrenste Hasenmeister wurde beauftragt, mit ihm mitzugehen.

Am nächsten Tag, Jakob war wieder draußen vor seinem Bau und zeichnete vor sich hin. Inzwischen machten sich Jakob und der Hasenmeister Lempke auf den Weg.

Als sie ankamen, war Hasenmeister Lempke erstmals sprachlos – so viele Zeichnungen, so farbenfroh und außergewöhnlich. Jakob merkte gar nicht, dass ihn jemand beobachtete, denn er war voll in seinem Element.

Simon hoppelte langsam auf ihn zu, stupste ihn an und sagte:
„Schau mal, wen ich mitgebracht habe.“

Jetzt erst schaute Jakob um und konnte es kaum glauben – der Hasenmeister Lempke persönlich.

Der Hasenmeister Lempke kam sofort auf ihn zu und lobte ihn:
„Wie herrlich deine Zeichnungen sind! Was hast du vor mit all den schönen Zeichnungen?“

Jakob erzählte ihm, dass sein sehnlichster Wunsch wäre, Ostereier nach diesen Zeichnungen zu bemalen.

Herr Lempke überlegte kurz und verkündete dann:
„Gut, dann brauchen wir einen neuen Hasenmeister, extra für Künstler, und du wirst der Kunstmeister sein.“

Jakob freute sich riesig darüber, und so kam es, dass die Ostereier nicht nur einfarbig waren, sondern farbenfroh, bunt und auch Ornamente und Bildergeschichten eingeführt wurden.

In Hasenhausen ging es nicht mehr so streng zu. Jetzt bekamen auch andere talentierte Hasen die Möglichkeit, ihre Begabung zu zeigen. Durch den einzelnen Wunsch wurden viele Wünsche erfüllt.


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Damals, ich 28 war und meine kleinste Schwester zehn, entstand diese Osterhasengeschichte.

Geldregen oder Geldsegen

Anekdoten-Werke 🎆

Heute ist Papa und Tochter-Tag. Lena freut sich besonders darauf. Zusammen fahren sie einkaufen – Bücher für die Schule, die sich Lena schon lange wünscht. Lena hat Schulgeld bekommen, weil sie die Beste der Klasse ist. Voller Freude stecken sie die Bankkarte in den Automaten – und sehen plötzlich: den Betrag von 15.000!

Vor lauter Freudentaumel heben sie großzügig ab und bezahlen auch die Bücher gleich mit der Karte. Beim nächsten Laden – oh Schreck – ist die Karte leer. Kein Geld mehr drauf!

Zurück bei der Bank erfahren sie, dass es höchstwahrscheinlich ein Systemfehler war – der Bankautomat hatte gehakt.

Zuhause kann Mama es gar nicht glauben. Also fährt sie am nächsten Tag selbst mit Lena zur Bank. Sie steckt die Karte in den Automaten – eine Geldklapperstimme spricht aus dem Geldautomaten:

„Was wünscht ihr euch?“

Mama ist so überrascht, dass sie kein Wort herausbringt. Der Automat weiter spicht:

„Gib mir die Zauberzahlen ein!“

Da Lena ein richtiges Glückskind ist, trägt sie ihre Lieblingszahlen ein – und Geldscheine schießen heraus, jubeln, fliegen durch die Luft und landen direkt in Lenas Stofftasche.

Mit strahlenden Gesichtern machen sich Mama und Tochter auf den Heimweg. Das kleine Geheimnis bleibt bei ihnen, und der Tag endet voller Freude.


8 Eylül 2025 Pazartesi

Dick und Doff

Anekdoten Werke – Verrücktes 🎆

Oder sollte man lieber Dick und Dünn sagen: Was ist da schon wieder los in der Früh? Oh je, jemand verhungert bestimmt – die Kinder schreien .

Die Dicke, schwarz angezogen mit weißer Fliege vorne am Hals, wirbelt ganz schön herum.

Der Dünne schreit schon mal vor, 

„Ja, gib ihnen endlich was!"

„Ja, bin dabei …“ – der Dünne hat die Dicke herbeigerufen.

Sie ist ziemlich doof und hat viel zu viel Angst.

Abends, pünktlich wie die Maurer zur Abendessenszeit, stehen sie wieder vor der Tür.

Wieder geht es los! Es kann ihnen gar nicht schnell genug

gehen. Eigentlich jagt die Hündin Prinzes Katzen gerne, aber wenn es ums Fressen geht und der Kater sie herbeischreit, macht sie doch eine Ausnahme.

Na, haben sie ihr Fressen bekommen? Sicher! – Dick und Doff sind nämlich niemand anderes als Hündin Prinzes und Kater Maunzi. 🐶🐱



Salina 🌸

Anekdoten-Werke 🎆

Salina rauf und runter stolzierte, hoch erhobenen Hauptes. Ihre Jugendlichkeit war aus ihrem Gesicht entwichen, unter ihrem Tigerhut, aus dem ihre blonden Haare hervorschauten. Ein weißes Fransen-Jäckchen drauf, fein gekleidet, wie sie annahm. Sie war eine eingebildete „Tussi“, das sah man ihr gleich an. Auf der Platte ging sie rauf und runter – die hatte auch mal besser ausgesehen.

Salina hatte 10 Milliarden irgendwo vergraben, aber wo, wusste sie nicht mehr. „Wo waren die Scheinchen abgeblieben?“ Es war schon über 30 Jahre her, dass sie es vergraben hatte, aber den Platz wusste sie nicht mehr. Beim Nikelberg oben hatte sie ein Karottenfeld angelegt. Waren die Scheinchen wahrscheinlich schon vermodert?

„Stinkreich!“ dachte sie, denn die Doller-Scheinchen müssten doch jetzt mehr wert sein. Immer wieder ging Salina es gedanklich durch: Schublade um Schublade, auch durch die hintersten Spinnwebenecken ihres Gehirns – aber nichts. NICHTS!

„Jetzt ist aber Schluss mit der Grübelei!“ Den Weg zum Berg muss man sich schon gönnen, zum Nikelberg hochgestiegen, die ganzen Treppen bis zur ersten Ebene, alles grün und voller Bäume.

„Das kann doch gar nicht sein. Wo könnte nur die Stelle sein?“

Abgelenkt erkannte sie den uralten Eichenbaum mit dem riesengroßen Astloch, fast so groß wie ein Mensch. Als Kinder hatten sie da oft gespielt. Neugierig, mit Schmetterlingen im Bauch, stand Salina im Astlochraum, dunkel war’s noch einen Schritt hinein. „Was? Da geht es noch weiter? Vielleicht dort war ihr Versteck?“ Weiter ins Dunkle hinein.

Eine Kerze herangeflogen kam, mit Lichteschein direkt in ihre Hand hinein. „Das muss ein Traum sein“, dachte Salina. Sie folgte den Windungen weiter. Ast- und Steingebilde waren schemenhaft zu erkennen. „Blh… i…“ Ein Spinnennest direkt ins Gesicht! So ein murmeliges Gefühl bekeilte sie. Lang und fast unendlich schien der tunnelartige Gang. Hier und da waren Ausbuchtungen zu erkennen. Akribisch suchte sie alles ab, nach den Scheinen der Begierde.

Ihre Gehirnzellen angestrengt, durchsuchte sie ihre Schubladen, sogar die kleinsten Winkel.

„Wo könnte sie damals den ganzen -Patzen- nur vergraben haben?“

Ein Lichtschein war zu erkennen, dem sie folgte. Am Ende stieg sie eine Stahltreppe hinauf, durch einen viereckigen Betonschacht. Salina hatte es geschafft. Sie stieg die Treppe hinunter. Von hier aus konnte sie die Nische sehen, die durch den Bau der Treppe versperrt war. Dort stand ein Einkaufswagen, Decken… Da war ihr Schatz – ihr Spiegel.

Der Dollarspiegel!

Der sah aus wie ein riesiger Dollerschein, den sie vor 30 Jahren dort hinhängte. Sie sieht sich im Spiegelbild, rückt ihren Hut zurecht und erkennt: „Ich bin es, die ich die ganzen Jahre gesucht habe!“

Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Salina hatte es sofort erkannt. Es war ihr Schlafplatz bei der U-Bahn.

„Daheim ist daheim, da ist es doch am schönsten“, dachte sich Salina und legte ein Tänzchen hin, dass es in der Blechdose Klimpern – Klingel soll, bis es voll wird.



Der Wunsch

Anekdoten-Werke 🎆  

Satire

Wie immer fuhr ich mit dem Auto mehr als fünf KM zur Arbeit. In der Frühschicht aß ich in der Kantine meinen Leberkäse – semmellos. Da wird wohl der Hund darin begraben gewesen sein. Mit der Zeit bekam ich ein kleines Bäuchlein. Manche Kollegen unterstellten mir sogar, ich sei schwanger. Zu der Zeit war ich herrenlos. Um die 24, weiß ich nicht mehr genau. Konnte ich es noch gut abwehren? Aber in den Köpfen der Leute ist ja alles möglich. Wie hinten auf dem Rücksitz im Auto – na, das überlassen wir mal lieber der Fantasie.

Ebenfalls stellte ich fest, dass ich einen kleinen Ranzen bekommen hatte. Das gefiel mir überhaupt nicht. Deshalb wollte ich jetzt abnehmen.

Vor dem Einschlafen im Bett sagte ich mir innerlich: Ich, Lydia, habe abgenommen. Auch schrieb ich mir kleine Zettelchen, und jeden Tag schrieb ich in ein kleines Heftchen den gleichen Satz: Ich, Lydia, habe abgenommen. Das machte ich bestimmt so 2–3 Monate. Dann hatte ich keine Lust, keinen Bock mehr.

In dieser Woche hatte ich Spätschicht, um 12 Uhr Dienstanfang. Wie immer fuhr ich mit dem Auto. Ungefähr 200–300 Meter von meiner Wohnung entfernt blieb mein Auto einfach stehen. Auf der rechten Bürgersteigseite kamen zwei junge Männer und eine kleine, etwas ältere Frau rüber, um mich anzuschieben. Es ging einen kleinen Hügel runter. Ich ließ das Auto runterrollen. Auf der linken Seite gab es eine Autowerkstatt, die man nicht unbedingt freiwillig betreten möchte. Sie sah etwas abgefragt und schmuddelig aus. Aber Notfall.

Ich rollte direkt auf den Hof der Autowerkstatt. Der Chef und der Automechaniker sahen mich unbeteiligt an. Ich war in Eile. Laut erklärte ich, dass mein Auto kaputt sei. Der Chef nickte nur. Ich redete laut vor mich hin, wie ich jetzt zur Arbeit kommen sollte. In Gedanken ging ich die Möglichkeiten durch: Bahnhof – Bus fahren.

Daraufhin bot mir der Automechaniker sein Fahrrad an. Mehr wackelig als tackelig, klapperte es beim Fahren. An einigen Stellen war es auch verrostet.

Wir machten aus, dass ich das Fahrrad nach der Arbeit hier wieder abstellte.

Am nächsten Tag holte ich mein Fahrrad aus dem Keller – noch recht neu, wenig benutzt. Eine Woche lang, gut, dass ich Spätschicht hatte, warf ich gelegentlich Blicke rüber zur Werkstatt, konnte aber niemanden erkennen. Also rief ich per Telefon an. Ich sagte meinen Namen, aber keine Reaktion. Dann erinnerte ich:

„Ich bin die Frau mit dem violettfarbenen Nissan.“

„Ah, genau, der Chef ist nicht da.“

Daraufhin tauchte ich am nächsten Tag selbst in der Werkstatt auf. Im Büro saß der Chef, hinter dem Schreibtisch, den Blick auf ein Stück Papier fixiert. Ich fragte nach meinem Auto, aber es kam keine wirkliche Reaktion. Dann klingelte auch noch das Telefon. Er hob blitzschnell ab, schrie und brüllte los – also redete extra laut.

Ich ging unverrichteter Dinge wieder.

Diese Woche wird auch irgendwie vorbeigehen – außerdem hatte ich nächste Woche eh Urlaub.

Gleich am Montag fuhr ich dann zu meinem Lieblingsitaliener, Cappuccino trinken. Am Mittwoch oder Donnerstag, so ungefähr, war ich in der Nähe des Hügels. Ich flitzte mit voller Kraft mit meinem Fahrrad – unerwartet sprang die Kette heraus, und vorne die Bremsbacken drückten sich heraus. Wie jetzt das? Na gut, Fahrrad zurückgeschoben, musste ich zu Fuß in die Stadt.

Am Samstag marschierte ich zur Werkstatt vor. Endlich war das Auto fertig.

Wie viel? Mich haute es fast vom Hocker.

„Das muss ich abstottern. Am besten auf dreimal.“

Der Automechaniker nickte.

Aber ich muss eine Anzahlung machen, damit ich das Auto bekomme.

Also bis zur Bank. Geld abgeholt. Hin und zurück – das waren dann bestimmt so drei Kilometer. Endlich hatte ich mein Auto wieder!

Endlich meinen Popo wieder im Auto.

Also, ich muss sagen: Ich kann mich nicht wirklich erinnern, dass ich so viel abgenommen habe, dass es mir aufgefallen wäre. Ich kann nur so viel dazu sagen: Mit den Wünschen – das ist so eine Sache für sich.


Notkantine 🥪 Gastro-Satire (1

Anekdoten-Werke 🎆

Bevor wir in die neue, moderne Kantine umzogen, wurde vorübergehend eine Notkantine eingerichtet. Unsere kleine, eingespielte Truppe bestand aus fünf Personen:

Meine brasilianische, tänzerische Kollegin, Mitte 30.

Ich, damals 24. Die Bayerin – ein gutmütiger Trottel. Oder besser: der Trottel vom Dienst.

Eine Rumänin, Mitte 40, die ständig wegeilte und dabei immer wieder ihre Schlüssel in der U-Bahn oder im Zug verlor.

Und die 18-jährige Österreicherin – flippig, nahm es nicht immer so genau, war aber flott bei der Arbeit.

Ein afrikanischer Student, um die 30, der nun als neuer Kollege dazukam.

Er weigerte sich strikt, meine Anweisungen auszuführen. Er meinte: „Ich bin ein Mann und lasse mir nichts von einer Frau sagen!“

Da ich merkte, dass er mit meiner brasilianischen Kollegin besser zurechtkam, gab ich ihr die Anweisungen weiter. Doch das passte ihm auch nicht! Er rastete aus, schimpfte irgendwas von Deutschen, die keine Afrikaner mögen, warf mit Rassismusvorwürfen um sich …

Dann wollte er einfach an der Theke entlang abhauen.

Ich – innerlich: Was, was, was?!

Laut rief ich: „Du bist ein Mensch! Mir egal, ob du Ausländer bist – kannst von mir aus grün sein!“

Er drehte sich abrupt auf dem Absatz um, ging wortlos zurück hinter die Theke und machte weiter.

Später nahm ich meine brasilianische Kollegin beiseite und bat sie, ihm alles zu zeigen. Obwohl er von mir keine Anweisungen annahm, war das sowieso nicht mehr nötig – er war äußerst intelligent und hatte alles innerhalb weniger Tage gelernt. Nach einer Kassenschulung bediente er die Kasse einwandfrei.

Am Ende kamen nur wir drei – er, die Brasilianerin und ich – mit in die neue Kantine. Die Rumänin hatte sich weggeheiratet, und die Österreicherin bekam ein Baby.


Diese Anekdote spielte sich 1995 ab.


Gastronomische Anekdoten 🥪 Gastro-Satire (2

Anekdoten-Werke 🎆

Es gibt Dinge, die muss man gesehen haben, um sie zu glauben. Wunderliches, Merkwürdiges, Seltsames – und manchmal fragt man sich: Passiert so etwas wirklich? Ich kann nur sagen: Tatsächlich.

Ich habe zwölf Jahre lang an der Kasse in der Personalkantine eines Flughafens gearbeitet. In dieser Zeit habe ich viele skurrile Szenen erlebt – hier ein paar Kostproben.

Da wurde extra ein Schaukasten mit Bildern der Gerichte aufgestellt, damit alles schneller vonstattengehen sollte. Doch das half nicht viel. Besonders Männer unterhielten sich auf dem Weg zur Essensausgabe oft angeregt über ihre Wahl – bis sie an der Theke standen. Dann begann das große Überlegen: „Kann ich statt Erbsen Blaukraut haben?“ Währenddessen klopfte die ungeduldige Kollegin mit der Schöpfkelle aufs Blech. Sagen durften wir natürlich nichts – schließlich waren sie die Mitglieder der „Königshafen-Gesellschaft“.

Die Frauen hingegen sah man eher selten in der Kantine. Die Damen des Flughafens bevorzugten den Italiener – man musste schließlich auf die Figur achten! „Beim Italiener?“

Oder der Klassiker: Der „Schlender-Mitarbeiter“ nimmt sein warmes Essen, stellt es an der Salatbar ab, wählt in aller Seelenruhe seinen Salat – und beschwert sich später, dass das Essen kalt sei. Na klar! Der Chef ließ daraufhin eine Mikrowelle aufstellen, die aber nie benutzt wurde – außer von mir, zum Staubwischen in der Spätschicht.

Dann gab es den Trickser-Mitarbeiter, den ich längst durchschaut hatte. Er nahm sein Essen, aß die Hälfte und kam dann zurück: „Hat nicht geschmeckt.“ Innerlich fragte ich mich: Warum hat er dann überhaupt so viel davon gegessen? Aber der Chef wollte keinen Ärger mit der „Königshafen-Gesellschaft“ und ließ ihn ein neues Gericht auswählen – samt gratis Nachtisch. Den hätte er eigentlich bezahlen müssen, weil nur das Personalessen zur Hälfte übernommen wurde. Merkwürdigerweise entschied er sich oft wieder für das gleiche Gericht …

Manche Situationen waren einfach absurd. Einmal fanden wir einen Büstenhalter auf einer Bank – wie der dahin kam? Ein Serviertablett auf dem Getränkekühlschrank, Gläser unter dem Tisch. Dann gab es die Salz-Kaffee-Fraktion, die Salz statt Zucker in ihren Kaffee kippte. Selbstverständlich bekamen sie einen neuen – auf Kosten des Hauses. Doch dann beschwerte sich die Sitznachbarin: „Jetzt ist meiner kalt geworden!“ Die andere kommentierte trocken: „Kalter Kaffee macht schön.“

Genau in meiner Spätschicht – denn ich war ja kinderlos und konnte daher ruhig einspringen, wenn jemand krank war oder Doppelschichten im Notfall gebraucht wurden – passierte es: Es gab Fisch. Eine Frau bestellte spätabends Fisch mit Kartoffelpüree. Ich erklärte ihr, dass der Fisch seit 17 Uhr aus sei. Das passte ihr gar nicht. Die hochmütige Dame, eingebildet, schnippisch, fragte: „Wissen Sie nicht, wer ich bin?“ Das Ganze endete in einem Wortgefecht – bis sie schließlich empört den Raum verließ.

Monate später stand sie wieder vor meiner Kollegin, die mit ihr nicht klarkam, und winkte mich herbei. Ebenfalls stand ich jetzt hinter der Essensausgabe, und es gab wieder Probleme wegen des Essens. Wieder spät, wieder gab es Fisch. Dieses Mal beschwerte sie sich, dass der Fisch zu trocken sei und die Pellkartoffeln voller Fett. Diesmal blieb ich ruhig, zählte auf, was es noch gab. Doch sie winkte genervt ab und erklärte, sie komme immer spät raus und wolle daher etwas Leichtes. Ich deutete auf das Salatbuffet und merkte an, dass es ein leichtes Abendessen wäre. Das war dann wohl zu viel – sie rauschte ab, ihre Absätze klackerten wütend auf dem Boden. Und ich sah sie nie wieder.


Meine Beobachtung zu diesen Erlebnissen ist …

Die Gastronomie ist ein Theaterstück ohne Drehbuch. Man weiß nie, was als Nächstes passiert. Aber eines ist sicher: Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben – und die Menschen sorgen immer für den nächsten Akt.


Die Ein-Mann-Show 🥪 Gastro-Satire (3

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Bei meiner Arbeit in der Personalkantine gab es eine einmalige Begebenheit, die ich erlebte: Ich war zuständig, weil ich am längsten dabei war, die neuen Kollegen einzuarbeiten. Viele Personalwechsel waren im Gastgewerbe nichts Neues. Manche hatten die Vorstellung, dass man im Flughafenbereich mehr Geld bekommt – aber nur scheinbar. Denn die meisten blieben nur ein paar Monate oder sogar nur Tage und merkten schnell, dass samstags und sonntags gearbeitet werden muss. Und natürlich an Feiertagen auch. Das war so, als würde man ihnen sagen, dass sie im Fegefeuer arbeiten sollten.

Dann dachten sie, mit Spätschicht und Frühschicht würde es sich lohnen. Aber auf dem Lohnzettel stand dann eben nicht das, was sie erwartet hatten. Nach allen Abzügen blieb nicht viel übrig.

An diesem Tag kam ein neuer Kollege, ein „Frischling“, der zum ersten Mal am Flughafen arbeitete. Ich sollte ihn einlernen. Gut, ich erklärte ihm, wo er die Teller aufstellen muss. Er nahm einen trockenen Lappen und begann, die Tische abzuwischen. Meine brasilianische Kollegin und ich kontrollierten, ob alles seinen richtigen Platz hatte und der Wärmewagen bereitstand.

Auf einmal stand der Mann neben mir und schaute wichtig mit. Unsere Mitarbeiterin von der Wäschekammer kam mit ihrer Helferin – oder soll ich besser sagen, mit ihrer liebenswerten „zweiten Hälfte“? Sie war nämlich mindestens drei Köpfe kleiner als die große, kräftige Frau. Die Wäschefrau fing an zu jammern, dass sie heute extrem viel Arbeit hätte. Daraufhin bot der Neue sich an, ihr zu helfen.

Die Wäschefrau schaute mich flehend an, schließlich war ich die Verantwortliche. Ich fragte, wie lange er ihr helfen müsste. „Zwei, drei Stunden bestimmt“, antwortete sie. Ich überlegte kurz. Da er sowieso keine Lust hatte, dachte ich mir: Warum nicht? Also ließ ich ihn gehen.

Es war Hochbetrieb während der Mittagsausgabe, und Stunden vergingen. Endlich hatte die Wäschefrau Zeit, etwas zu essen. „Wo ist der Herr?“ fragte ich.

Antwortete sie mir „Brumms“ ins Gesicht: „Der kommt nicht mehr. Der läuft in den ganzen Gängen rum!“

Ich hatte mir schon gedacht, dass der nicht mehr auftaucht. Am nächsten Tag – natürlich kein Herr mehr. Es fragte niemand mehr nach ihm. Es war das erste Mal, dass jemand so kurz da war.


Ausgeliehen 🥪 Gastro-Satire (4

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Das heißt natürlich in Fachkreisen „Springer“.

Am Flughafen, im neuen Terminal, hatte sich ein Großgastronom eingekauft. Ich „durfte“ dort arbeiten – also ausgeliehen. Das Ganze dauerte zwei Jahre lang.

Drei nigelnagelneue Gastronomiebereiche wurden geschaffen. In der Mitte war die Selbstbedienung, die für alle zugänglich war – nur mit einem Haken: im Nirgendwo, im zweiten Stock!

Der pedantische, unfreundliche, kleine, dicke Chef vom ganzen Betrieb war höchst unzufrieden und ließ es lautstark brüllend an allen aus. Bei mir kam er vorbei, griff mir in die Haare und befahl: „Du sollst deine Haare färben und dich schminken!“

Hallo?!

Gott sei Dank kam der nicht oft vorbei.

Seine hochgehobene Gastro-Restaurant-Chefin… Oh je! So eine dürre Frau, nichts dran. In der Frühschicht krauste es uns schon, man konnte es schon hören: Sie schrie! Sie fand immer einen Anlass, sich auszulassen.

Anfangs war viel Personal da, darunter eine Möchtegern-Gastro-Tussi. Ich merkte sofort: Das war gespielt. Die hatte keine Ahnung!

Wir hatten dort eine Doppelkasse, sie saß neben mir – überfreundlich, mit einem unnatürlichen Grinsen und überschwänglicher Freundlichkeit. Alle waren begeistert von ihr… bis es passierte.

Eines Tages, als wenig los war, meinte die „Kollegin Wichtig“, sie müsse unbedingt Besteck polieren! Sie meldete sich bei mir ab. Okay.

Ich musste auf die Toilette. Also ging ich zu der Kammer, in der „Kollegin Wichtig“ das Besteck polierte, und sagte ihr Bescheid, dass die Kasse kurz unbesetzt sei und sie darauf achten müsse. Sie nickte.

Als ich zurückkam – ausgerechnet in dem Moment – war der Oberchef da! Er fuhr mich an, putzte mich runter, was mir einfiele, einfach die Kasse zu verlassen.

Das ließ ich mir nicht auf mir sitzen! Ich zitierte die „Möchtegern-Kollegin“ heraus. Natürlich behauptete sie, ich hätte nichts gesagt. Unsere erste Chefin kam dazu und versuchte, mit Wortgefechten zu schlichten.

Ich sah, dass das nichts brachte, drehte mich einfach um, ließ sie da rumstreiten und ging zurück an die Kasse.

Diese Möchtegern-Tussi blieb nicht lange… Hhhha!

Samstags und sonntags war die Hölle los. Immer gab es ein Kaffee-Maschinen-Chaos: falsche Knöpfe gedrückt, Milch alle oder – der Oberhammer – die Maschine fiel ganz aus! Dann mussten die Gäste rüber zum vietnamesischen Gastro-Stand laufen, sich dort umständlich ihren Kaffee holen und ihn dann zurück zur Kasse rüberschaukeln.

Der Oberchef gab keine Ruhe. Dann kam die erste Chefin mit ihrem Schminkkoffer (!) und zitierte mich ins winzige „Büro“. Sie und die zweite Chefin bearbeiteten mich – ich solle mich schminken lassen!

Ich verweigerte mich vehement. Die ganzen Jahre war ich nie geschminkt, höchstens ein Lidstrich. Außerdem reagierte ich allergisch auf das Zeug – sicher würde ich mir das nicht ins Gesicht schmieren!

Am Schluss wurde mir das alles zu blöd. Das waren sowieso nicht meine eigentlichen Chefs. Also sagte ich trocken: „Was wollen Sie dagegen tun, wenn ich es nicht mache?“

Sie sahen sich fassungslos an. Machtlos. Und ich hatte meine Ruhe.

Endlich war die Ausleiherei vorbei. Zurück in meiner Kantine… Doch ein paar Jahre später wurde ich längerfristig krank.

Dann kam so eine „liebe nette“ Kündigung vom Personalservice.

Oh, danke schön für all die Jahre, die ich dort geopfert habe – gearbeitet, gelacht, mich geärgert…

Aufgebracht packte ich meine zwei Leihschürzen in einen Karton und brachte sie höchstpersönlich zur Kantine zurück. Ohne viele Worte legte ich sie eher unsanft irgendwo ab. Ich sagte meine Meinung – was genau, weiß ich nicht mehr. Aber es saß.

Der Chef, die restliche Belegschaft – alle sahen mich nur an…


Ich kam nie wieder zurück. Stattdessen ging ich meinen eigenen Weg.


Unser letzter Zeltausflug

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Wenn ich an Ausflüge denke, kommt mir sofort unsere Zeltaktion in den Sinn. Mein Papa war früher als Jugendlicher bei den Pfadfindern – vielleicht kam daher seine Leidenschaft zum Zelten. Vier Jahre lang sind wir in den Sommerferien mit dem Fahrrad losgefahren, Gepäck und Verpflegung auf den Gepäckträgern und in Satteltaschen.

Ich erinnere mich noch gut an unseren allerersten Ausflug: Mein Papa hatte ein Zelt aus alten Bundeswehrdecken und Holzstöcken gebaut. Es war abenteuerlich – aber leider nicht ganz wasserdicht. In der ersten Nacht hat es geregnet, und am nächsten Morgen war wirklich alles klatschnass. Die Decken, unsere Kleidung, sogar das Brot – einfach alles war durchnässt.

In dieser Zeit hat mein Papa einige Zelte ausprobiert, unter anderem eines aus einem Outdoor-Katalog. Es war eigentlich für vier Personen gedacht – aber wir waren zu sechst. Typisch Papa: „Ihr seid doch noch klein, ihr braucht nicht so viel Platz!“

Dieser letzte Ausflug ist uns Kindern bis heute in Erinnerung geblieben. Es war ein sonniger Tag, alles war aufgepackt, und los ging’s von Wartenberg nach Oberhummel. Und wie immer: Papa und seine Abkürzungen... Nur, wo im Jahr davor noch eine Wiese war, stand diesmal ein Maisfeld. Dahinter begann der Wald. Also schoben wir unsere Fahrräder durch das Feld – die gelben Maisblüten fielen uns direkt in den Hals – dann weiter in den Wald.

Nach einer Weile kam ein kleiner Wehrgraben. Mein Papa musste jedes Fahrrad einzeln darüber wuchten, während wir Kinder auf einem schmalen Betonsteg balancierten. Es dauerte, bis endlich ein „geeigneter“ Zeltplatz gefunden war. In der Nähe stand ein Baum, und Papa baute sein selbstgenähtes Zelt auf. Den robusten Stoff hatte er von seinem Arbeitgeber geschenkt bekommen – er arbeitete als Maurer – und daraus hatte er abends in Handarbeit ein Zelt gemacht.

Es war nicht sehr hoch, aber länglich – so dass wir alle sechs hineingepasst haben. Später suchten wir gemeinsam mit Papa eine Quelle, unterwegs erklärte er uns Pilze und Bäume. An der Quelle füllten wir unseren Topf auf.

Abends im Zelt war es kühl, und irgendwann sind wir eingeschlafen. Doch wie konnte es anders sein – es begann zu regnen, es war ein regelrechter Sturmregen! Wir bekamen Angst, hielten uns gegenseitig im Liegen fest. Der Baum neben uns machte schreckliche Knarzgeräusche, irgendetwas streifte sogar unser Zelt. Papa rannte hinaus – er vermutete später, dass es vielleicht ein Reh war.

Jedenfalls: An Schlaf war nicht mehr zu denken. Alles war wieder nass. Das selbstgemachte Zelt war so durchnässt, dass Papa es einzeln auf seinen Gepäckträger packte. Und wie konnte es anders sein – für den Rückweg hatte Papa wieder eine „Abkürzung“ parat.

Am Waldrand angekommen: ein riesiges, frisch umgeackertes Feld. Wir mussten mit unseren Rädern durch den Matsch – und das war alles andere als einfach. Irgendwo in der Ferne sah uns ein Bauer, warf die Arme hoch und beschimpfte uns, weil wir durch sein Feld mussten.

Als wir es endlich geschafft hatten, waren unsere Fahrradspeichen voller Erdbatzen, unsere Hosen voller Spritzer. Und genau in dem Moment läuteten die Kirchenglocken – Sonntagvormittag, die Leute kamen gerade fein angezogen aus der Kirche. Meiner Mama war das unglaublich peinlich. Sie wollte am liebsten gar nicht weiterfahren. Aber es gab keinen anderen Weg in dem kleinen Dörfchen. So mussten wir – mit verdreckten Kleidern und Fahrrädern – an den Menschen vorbei, die uns mit entsprechenden Blicken bedachten.


Zu Hause war das Auspacken mühsamer als die Fahrt selbst – und das war dann auch unser letzter Zeltausflug dieser Art.


Aber: Es ist eine Geschichte, an die wir uns alle gern erinnern.


Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...