20 Şubat 2026 Cuma

Liebe kann so schön sein – Das Leben und ich

Erste Fassung, entstanden 1995 – überarbeitet im Februar 2026

Eine Liebesgeschichte für erwachsene Herzen 💞

Liebe kann so schön sein – Das Leben und ich

Mein Verlobter und ich – es kommt mir vor, als kennen wir uns eine Ewigkeit. Zusammen sind wir schon zwölf Jahre. Er hat nie unseren Jahrestag vergessen. Wir kennen uns aus der Studienzeit.

Ich als Tutorin, er Architekt – er war der Beste unter allen Studienkollegen.

Als wir zusammenziehen, ist klar, dass Paul viel unterwegs sein wird. Paul liebt seine Arbeit, das merkt man auch. Er ist so gut in seinem Job, dass er ständig ausgebucht ist.

Unsere Beziehung ist sehr harmonisch, manche würden sie auch als seicht bezeichnen.

Unser morgendliches Ritual:

„Hallo, mein Schatz, na wie geht’s dir heute?“

Paul setzt sein unverwechselbares, verschmitztes Grinsen auf und fügt, bevor ich etwas sagen kann, hinzu:

„Lass dich nicht von deinen Studenten ärgern!“

Ich grinse, stehe vom Tisch auf, gehe zu ihm hinüber auf die andere Seite und gebe ihm einen Kuss. Ich verabschiede mich von ihm und mache mich fertig für die Arbeit.

Schottland, Kembrith – da bin ich wieder vor diesem riesigen College-Gebäude. Innen ein saalähnlicher Eingangsbereich, Fahrstühle führen in die oberen Stockwerke. Im obersten Stockwerk befinden sich Appartements für Collegekollegen, im hinteren Gebäude liegen die Wohnappartements für die Studenten.

Jetzt erst einmal in den Pausenraum.

Mmh, es riecht schon nach Kaffee. Sicherlich hat Rike – sie ist das Herz der Kantine – wie üblich alles vorbereitet.

Fast singend: „Morgen, Morgen. Morgen, Rike. Morgen, Maike“, betrete ich den Raum.

Beide schauen auf und antworten gleichzeitig: „Morgen, Julia.“

Maike und Rike sind meine besten Kolleginnen. Ich würde sie schon als Freundinnen bezeichnen. Wir erzählen uns alles, wir wissen fast alles voneinander.

Rike, Mitte fünfzig – 58 Jahre jung –, geschieden, möchte solo bleiben. Sie sagt immer: „Zwischendrin ein Freund kann nicht schaden, aber etwas Festes? Nein, danke.“

Und Maike, 44, sechs Jahre älter als ich, bekennende Single, ist schnell verliebt, möchte aber nichts Festes anfangen. Als Sekretärin des Colleges weiß sie mehr über jeden, als man ahnt.

Als wir so gemütlich zusammensitzen, kommt Senior Lecturer Petrik Hansen, unser Frauenschwarm, herein.

„Morgen, meine Damen.“

Sein Charme fliegt durch die Luft. Seine Stimme, so schmeichelnd und klar, gutaussehend noch dazu – ein Gentleman, wie er im Buche steht. Da schmelzen Frauenherzen dahin.

„Schrill!“

Schnell werden wir aus unseren Träumen gerissen – die Glocke mahnt zur Pünktlichkeit.

Rasch sind die Sachen gepackt, und es geht ab in die Studienräume.

Da stehe ich nun – manchmal gelangweilt, manchmal genervt – und denke mir, vielleicht suche ich mir eine andere Tätigkeit als nur die ewige Dozentin auf Zeit. Aber was für eine?

Es ist ein langer Tag. Ab nach Hause.

Paul ist heute Abend auch da. Wir gehen essen.

Zu Hause angekommen eröffnet mir Paul:

„Du, Schatz, ich bin für zwei Wochen unterwegs – wegen des Projekts für Herrn Jakobson.“

„Ab wann geht es los?“, frage ich.

Paul sieht mich an. „Morgen schon. Mittags geht mein Flieger.“

„Gut, dann nehmen wir noch einen Gute-Nacht-Trunk und gehen ins Bett“, ordne ich an.


Bussi rechts, Bussi links – so verabschieden wir uns vor der Wohnungstür.

Er nimmt ein Taxi, ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Es sind einsame Tage.

Jeden Abend telefonieren wir.

***°°

Das Ende des Studienjahres rückt immer näher, und wie jedes Jahr wird es eine große Abschiedsparty geben.

Einige Studenten und Tutoren machen sich daran, die Festlichkeiten vorzubereiten.

Ich schreibe die Rede, organisiere Torten, Kuchen, das Buffet und vieles mehr.

Drei Tage später läuft die Party auf Hochtouren. Ich sitze wie immer mit Rike und Maike an einem Tisch. Ich trinke Wein – zu viel Wein. Ich fühle mich allein, ein bisschen traurig. Ich lächle in die Runde, doch eigentlich ist mir gar nicht danach zumute.

Von der Seite tänzelt Petrik zu unserem Tisch.

„Na, die Damen, Lust auf ein Tänzchen?“, fragt er fröhlich.

Rike bestimmt: „Tanz mit Julia, sie kann es gebrauchen. Ihr geht es nicht so gut.“

Petrik macht eine großzügige Verbeugung, neigt sich zu mir und flüstert:

„Das können wir ändern. Ein Tanz, und es geht Ihnen wieder besser.“

Ich komme mir vor wie in einem Traum. Ich schwebe regelrecht, er führt wunderbar.

Ich genieße seine Nähe, mein Herz schlägt schneller. Manchmal flüstert er mir liebe Sätze ins Ohr – dass ich besonders gut aussehe, wie eine Prinzessin beim Tanzen schwebe, dass ich eine besondere Frau sei – all die schönen Dinge, die eine Frau hören möchte.

Da denke ich kurz: Ja, das ist ein richtiger Frauenschwarm.

Der Abend geht zu Ende, wir verabschieden uns voneinander. Meine Kolleginnen verlassen das Gebäude. Ich muss noch dringend für kleine Mädchen und torkle leicht angetrunken zu den Waschräumen.

Als ich zurück in den Gang trete, lehne ich mich neben den Aufzug. Da sehe ich Petrik um die Ecke schlendern – direkt auf mich zu.

„Nacht“, sage ich müde.

„Nacht“, erwidert er, kommt auf mich zu, küsst mich und zieht mich in den Fahrstuhl. Wenig später sind wir in seinem Zimmer – und der Raum um mich herum verschwindet. Alles läuft wie in einem Film ab. Ich vergesse mich. Ich lasse mich gehen. Alles ist sinnlich, berauschend, schön.

Irgendwann schlafen wir ein.

Als ich aufwache, wirkt alles seltsam weit entfernt. Die Wände scheinen vor meinen Augen zu schwimmen. Ich suche meine Sachen, ziehe mich an. Ich möchte nach Hause.

Ich fühle mich, als wäre nichts geschehen. Eigenartig. Was ist nur los mit mir?

In den nächsten Tagen gehe ich Petrik aus dem Weg. Es ist ein einmaliger Ausrutscher – und fertig.

***°°°

Paul kommt heute Abend zurück. Ich koche etwas Besonderes. Ich decke den Tisch, stelle Kerzen auf und ziehe das schwarze Abendkleid an, das er so gerne an mir mag.

Ich halte Fifi in meinen Händen. Ja, ich habe mir aus lauter Frust und Einsamkeit einen Hund besorgt – von meiner Freundin Beatrice. Sie züchtet Jack Russell.

Paul kommt herein, sieht den gedeckten Tisch.

„Wie lieb von dir, Schatz! Ich ziehe mich schnell um und komme gleich.“

Er erzählt von seinem Vorhaben, aber ich höre gar nicht richtig zu. Ich höre ihn nur sagen: „Was meinst du dazu?“

„Wunderbare Idee“, antworte ich.

Kurze Zeit später ruft Paul aus dem Bad: „Julia, du kannst das Essen anrichten.“

Fifi schläft in seinem Korb.

Wir genießen unser Essen. Beim Nachtisch fragt Paul dann ganz trocken:

„Musste das mit dem Hund sein?“

Mit schuldbewusster Stimme antworte ich: „Ich war so einsam. Fifi ist auch schon stubenrein.“

„So, so. Fifi. Und wo hast du ihn her?“, fragt Paul mit gesenktem Blick.

„Von Beatrice – du weißt schon, sie züchtet doch Hunde“, antworte ich leise.

Ohne ein weiteres Wort steht er auf, nimmt seinen Teller und geht in die Küche. Ich schaue ihm hinterher. In diesem Moment kommt er zurück und sagt fast versöhnlich:

„Komm, ich helfe dir aufräumen. Es war ein langer Tag. Lass uns ins Bett gehen.“

Ich nicke, aber innerlich bin ich verärgert. Ich gehe noch eine kleine Runde mit dem Hund Gassi.

Wortlos machen wir uns bettfertig. Kaum liege ich im Bett, höre ich Paul schon leise schnarchen. Jetzt bin ich erst recht aufgebracht und kann nicht einschlafen.

Ich drehe mich hin und her. Um zwei Uhr in der Früh halte ich es nicht mehr aus. Ich stehe auf, wandere durch die Wohnung, gehe ins Kleiderzimmer, wühle im Schrank und ziehe mein schönstes Abendkleid an. Mantel darüber. Dann fahre ich mit dem Fahrrad zum College.

Ich stelle mein Fahrrad ab, schließe mit meinem Schlüssel die Tür auf und gehe zum Fahrstuhl. Ich höre mein Herz schlagen.

Im obersten Stockwerk angekommen, schleiche ich zu Petriks Tür, drücke den Türgriff hinunter und gehe auf Zehenspitzen hinein.

Ich bleibe stehen. Das Morgenlicht zeichnet meine Silhouette an die Wand, als würde es mich doppelt geben. Die Bettdecke hebt sich leicht – wie eine Einladung.

Den Mantel lasse ich einfach auf den Boden fallen. Ich lege mich samt dem Kleid neben Petrik ins Bett. Er legt im Schlaf seinen Arm um mich und kuschelt sich an mich.

Endlich schlafe ich ein.

***°°°°

Am nächsten Tag weiß ich, dass Paul wieder im nächsten Flieger unterwegs ist. Er wird annehmen, ich sei wie üblich im College, um Arbeiten der Studenten zu korrigieren.

Ich öffne die Schiebetür zum Bad, alles ist sehr eng hier. Ich dusche mich und mache mich frisch. Als ich herauskomme, geht Petrik hinein. Nach einiger Zeit ist er fertig und kommt nur mit Shorts bekleidet wieder heraus. Er zieht seinen Anzug an und fragt etwas aufgeregt:

„Willst du mitkommen? Ich bin eingeladen.“

Ich nicke. Schnell rufe ich meine Haushälterin an, die samstags immer zum Saubermachen kommt, und bitte sie, mit dem Hund Gassi zu gehen.

Wir fahren mit einem sehr schicken Wagen. Das Verdeck ist offen – herrlich. Ich genieße die Fahrt. Ich lächle. Ich fühle mich frei.

In einer langgezogenen Kurve gibt er plötzlich Gas, um am Ende eine kleine Vollbremsung zu machen. Als der Staub sich legt, sehe ich riesige Burgmauern und ein großes Tor, das sich wie von Geisterhand öffnet.

Als sich das Tor öffnet und wir hineinfahren, eilen Diener herbei. Ein anderer Wagen wird vorgefahren. Eine Dame mit zwei kleinen Kindern kommt die Treppe herabgeschritten. Wir steigen in den Wagen. Ich sitze vorne, Petrik hinten mit der Dame und den Kindern.

„Wir feiern heute Kindergeburtstag“, trällert Petrik fröhlich.

Ich denke noch harmlos, dass die Dame mit den zwei Kindern seine Einladung ist.

Beim Fest angekommen, mische ich mich unter die Leute. Nach einigen Stunden stehe ich der Dame am Buffet gegenüber. Sie nimmt mich zur Seite und flüstert fragend:

„Sind Sie seine neue Freundin?“

Ich weiche einen Schritt zurück und antworte wie in Trance:

„Nein, ich bin eine Kollegin.“

Die Dame erwidert: „Eine Kollegin also.“

Ich drehe mich um, gehe großzügig um die Menge herum und suche Petrik. Dort steht er mitten unter den Kindern. Ich winke ihm, dass er herkommen soll.

Petrik blickt mich an und gibt mir ein Zeichen mit dem Kopf, dass ich zu ihm kommen soll. Ich dränge mich zwischen die Kinder und stehe nun vor ihm. Er möchte mir lustige Spiele der Kinder aufzwängen. Ich halte seine Arme mit meinen beiden Händen fest, doch er streift sie langsam wieder ab.

Ich fordere: „Schau mich an. Wer ist diese Frau?“

Er sagt ganz trocken, als wäre es das Normalste der Welt:

„Das ist meine Frau, und das sind meine Kinder, Magie und Karla.“

Ich kann kaum fassen, was er da sagt. Ich drehe mich sofort um, bemühe mich, nicht zu rennen. Außerhalb der Gesellschaft laufe ich zu den Bediensteten, spreche einen an und sage bestimmt:

„Ich will nach Hause!“

Ein Chauffeur fährt mich zum College zurück.

Wütend fahre ich mit dem Fahrrad nach Hause. Zu Hause angekommen will ich nur noch unter die Dusche. Es ist spät. Ich ziehe mein Nachtkleid an. Das Abendkleid lege ich für die Reinigung zurecht – ja, das muss unbedingt in die Reinigung.

Nachdenklich frage ich mich: Was habe ich mir nur dabei gedacht? Ein verheirateter Mann. Ach was – verheiratet hin oder her. Überhaupt mich mit einem anderen Mann einzulassen?

Ich sitze auf unserem Bett. Ich möchte weinen, schreien, mich schuldig fühlen – gar nichts. Nichts fühle ich. Ich balle meine Fäuste zusammen und trommle wie wild auf die Matratze ein.

Ich verkrieche mich ins Bett und schlafe ein.

Das Telefon klingelt und weckt mich. Ich gehe ran. Es ist Paul. Ich bin nicht sehr gesprächig.

„Alles in Ordnung?“, fragt Paul besorgt.

„Nur etwas müde“, antworte ich mit schläfriger Stimme.

„Ich rufe dich morgen wieder an. Schlaf weiter, mein Schatz“, meinte Paul.

„Ja, okay“, sage ich.

***°°°°°

Montagmorgen. Ich habe mir einiges vorgenommen. Erstens werde ich meine Kündigung einreichen, und dann werde ich mir einen Job suchen, der mir wirklich Spaß macht.

Ich gehe gleich zur College-Direktorin und teile ihr mit, dass ich kündigen werde. Ich lege ihr mein vorbereitetes Schreiben vor.

„Schade, dass Sie uns verlassen wollen“, sagt sie.

„Haben Sie es den Dozenten und Ihren Studenten schon mitgeteilt?“

„Das habe ich als nächsten Schritt vor“, antworte ich.

Endlich ist alles erledigt. Jetzt kann ein neuer Abschnitt in meinem Leben beginnen.

Als Nächstes teile ich Maike und Rike meine Entscheidung mit. Maike bleibt ganz still, man sieht ihr an, dass sie traurig ist. Rike hingegen fragt direkt:

„Warum jetzt so plötzlich? Ist etwas passiert, Julia?“

Da kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Es sprudelt aus mir heraus:

„Ich hatte etwas mit Petrik!“

Rike reagiert etwas grob:

„Wer nicht!“

Erst bin ich erschrocken, dann denke ich: Na klar – dieser Draufgänger.

„Setz dich“, sagt Rike.

Auf einmal piepste Maike mit dünner Stimme:

„Mich hat er sogar mit zu seiner Frau mitgenommen. Stell dir vor – nach vier Monaten. Ich habe sofort Schluss gemacht.“

„Bei dir auch?“, frage ich angespannt.

Rike zuckt mit den Schultern.

„Sagen wir mal so: Ich hatte schon länger ein Verhältnis. Irgendwann habe ich herausgefunden, dass er verheiratet ist, und ich habe gleich klargemacht, dass ich kein Interesse an so etwas habe – sondern nur am Vergnügen. Ich bin unabhängig, Single und niemandem Rechenschaft schuldig.“

Mit diesen Worten beendet Rike ihre Geschichte.

Irgendwie bin ich erleichtert.

***

Nächste Woche kommt Paul nach Hause. Soll ich ihm alles erzählen – oder lieber schweigen?

Die Woche vergeht schnell. Wir telefonieren wie üblich. Am letzten Tag sagt Paul zu mir:

„Schatz, morgen komme ich nach Hause. Dann gehen wir erst einmal essen. Ich habe eine Überraschung für dich.“

„Ich für dich auch“, entgegne ich.

Ungeduldig erwarte ich unseren Abend. Gleich ist es acht Uhr.

Paul schleicht herein, gibt mir ein Küsschen auf die Wange.

„Ich komme gleich. Ich mache mich schnell frisch und ziehe mir etwas anderes an“, ruft er aus dem Badezimmer.

„Ich habe einen Wagen für heute Abend bestellt.“

In diesem Moment kommt der Wagen.

***°°°°°°

Im Restaurant gehen wir die Treppe hinunter. Paul winkelt seinen Arm an, ich hake mich bei ihm ein.

Wir sitzen in unserem Lieblingsrestaurant. Der Kellner kommt.

„Wein – Ihre Lieblingsmarke“, sagt er lächelnd.

„Na, erzähl – was gibt es Neues?“, frage ich erwartungsvoll.

Paul räuspert sich. „Na, du zuerst.“

„Frei heraus: Ich habe gekündigt. Ich habe mir überlegt, dass ich Lehrerin für hilfsbedürftige Kinder werden möchte. Ich habe mich bereits bei einem neuen Projekt in unserer Gemeinde beworben“, erzähle ich übereifrig.

Er schaut mich strahlend an.

„Jetzt bin ich dran. Ab nächsten Monat, wenn meine Geschäfte abgewickelt sind, werde ich Schriftsteller. Ich habe jemanden gefunden, der sich für meine Notizen und Aufzeichnungen aus meinen Städtereisen interessiert.“

Ich sehe das Leuchten in seinen Augen. Ich erwidere nichts mehr. Wir genießen einfach unseren Abend.

Spät am Abend kommen wir nach Hause. Schnell gehe ich noch mit Fifi hinaus.

Wir ziehen uns um und machen uns bettfertig. Ich setze mich an den Bettrand. Paul kommt zu mir, setzt sich neben mich, nimmt mich in den Arm und schubst mich leicht.

„Ich habe noch eine Überraschung für dich.“

Bevor ich etwas sagen kann, platzt er heraus:

„Ich habe ganz in der Nähe ein Haus für uns gekauft. Na, was sagst du dazu?“

Jetzt überwältigt mich alles. Ich fange an zu weinen, und alles bricht aus mir heraus – alles, was geschehen ist.

„Ja, ich habe mir fast gedacht, dass etwas mit dir ist“, stellt er beinahe sprachlos fest.

„Was ist jetzt?“, frage ich ängstlich.

„Es ist vorbei“, sagt Paul ruhig.

„Ja. Es ist vorbei“, antworte ich entschieden.

„Dann ist es gut, dass wir umziehen, neue Ziele haben und beide eine neue Chance bekommen“, meint er.

Ich wische mir die Tränen ab. „Ja“, entgegne ich leise.

***

Paul nimmt mein Gesicht in seine Hände und küsst mich – erst zärtlich, dann leidenschaftlicher. Wir lieben uns, als wäre es das erste Mal. Unsere Liebe flammt neu auf.

Ich nehme mir die letzte Woche Urlaub, um mich auf meine neuen Aufgaben vorzubereiten. Ich bekomme eine Zusage für das Projekt und darf bereits an den Vorbereitungen teilnehmen und Ideen einbringen.

Ich packe fleißig Kartons. Paul organisiert einen Umzugswagen. Das Gute ist, dass die Umzugsprofis alles in unserem neuen Heim aufstellen und auspacken, sodass wir am Abend bereits draußen auf unserer Terrasse sitzen und den Sonnenuntergang genießen können.

Paul richtet sich ein Zimmer als Büro ein, in dem er in Ruhe seine Texte schreibt.

Ich bin glücklich. Ich habe Paul wieder – und ich übe einen Beruf aus, den ich liebe.

Ab und zu kommen einige meiner ehemaligen Studenten vorbei.

Die Kinder aus der Nachbarschaft spielen in unserem großen Garten. Mit der Zeit bringen sie auch ihre Freunde mit. So komme ich auf die Idee, in unserem Haus einen Raum für die Kinder einzurichten. Dort können sie malen, zeichnen, lernen oder basteln – ganz wie sie möchten.

***

Zwei Jahre später.

Ich rufe Tante Mary an.

„Tante Mary, Tante Mary – du wirst Patentante!“

„Warum? Ist Beatrice wieder schwanger?“, fragt sie.

„Hör doch mal zu!“, sage ich eindringlich. „Ich bekomme ein Baby!“

Auf der anderen Seite macht es Klick.

Ich schaue zu Paul. „Du, Paul – sie hat einfach aufgelegt.“

Paul nickt nur.

Wir richten gerade das Mittagessen an und wollen uns setzen, als es Sturm klingelt.

Paul öffnet die Tür. Tante Mary kommt mit ausgebreiteten Armen herein, läuft direkt auf mich zu, umarmt mich und lacht.

„Du sagst ja gar nichts“, frage ich verwundert.

Tante Mary nickt nur, sichtlich gerührt.

„Komm, lass uns erst einmal essen“, sagt Paul.

Wir setzen uns. Mitten im Essen steht Tante Mary auf, kommt zu mir und sagt fast weinerlich:

„Ich freue mich so für dich!“

Ich streichle ihr über den Rücken und schweige.

Wir plaudern noch bis spät in die Nacht. Tante Mary bleibt über Nacht und fährt am nächsten Tag wieder nach Hause.


Da ich beschlossen habe, nach der Geburt zu Hause zu bleiben, überlege ich, hier einen kleinen Kindertreff einzurichten und Nachhilfe anzubieten. Platz haben wir genug.

Beim Untersuchungstermin beim Arzt heißt es:

„Herzlichen Glückwunsch – es werden Zwillinge!“

Ich nehme sofort Pauls Hand und sehe ihn ängstlich an.

Er lächelt, streichelt meine Hand und beruhigt mich.

„Das wird schon. Das schaffen wir.“

Die Monate vergehen, alles läuft gut.

Endlich fahren wir mit unseren Zwillingen nach Hause.

Es wird Abend. Wir bringen unsere beiden süßen Fiona und Finn ins Bett.

Wer hätte das gedacht? Unser Glück ist vollkommen.

Wir stehen vor den Bettchen, seufzen leise, blicken uns an, nehmen uns an den Händen und setzen uns ins Wohnzimmer.

Wir kuscheln uns aneinander und genießen das Kaminfeuer.

ENDE



















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15 Şubat 2026 Pazar

🌼 Kleine schlaue blaue Biene

 Märchenwelt 🌟 Kindermaschen🎈

Es war einmal …

In einem Bienenstock lebte eine kleine, schlaue, blaue Biene. Sie lernte gerne und flog voller Freude zur Bienenschule.

Schon als Babybiene summte sie am lautesten und war die hungrigste von allen. Vor den anderen konnte sie bereits fliegen und wirbelte im Bienenstock umher.

Sie war sehr klug, flog schon weit voraus zur Bienenschule, erledigte schneller als alle anderen ihre Aufgaben und konnte Reime summen wie keine andere. Die Bienenlehrerinnen waren überrascht und begeistert von ihrem Können – von der schlauen blauen Biene.

Dafür bekam sie eine extra Portion Honig. Sogar ein spezielles Honigwaben-Zeugnis erhielt sie.

Die schlaue blaue Biene freute sich darüber und umso fleißiger lernte sie.

Sie wollte schließlich Blumen- und Honigexpertin werden.

Und so summte die schlaue blaue Biene fröhlich vor sich hin – und lernte summend weiter an ihren Honigträumen. 🌼🐝✨


🐝🌼🐝🐝🐝🌼🐝🐝🐝🌼🐝🐝🐝🐝🌼

Die Idee zur kleinen blauen Biene stammt von meiner Tochter.

Gemeinsam entstand daraus diese Geschichte.







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12 Şubat 2026 Perşembe

🌵 Wüstenmärchen

Märchenwelt 🌟

In einer wüstenähnlichen Landschaft erzählte man sich diese Geschichte:

Nachdem der jahrelange Wüstenkrieg beendet war, kehrte Prinz Fame nach Hause zurück. Er war schon müde, hing halb vom Pferd, als er endlich die schemenhaften Umrisse des Schlosses sah.

Als er näher kam, stoppte er erschrocken. Was war hier geschehen?

Das Schloss war in einem schrecklichen Zustand. Der Putz blätterte ab, die Farbe war völlig verblasst.

Er stieg ab. Müde ging er auf den Schlossplatz zu. Alles war still. Es war bereits dunkel geworden, und er wollte niemanden wecken. So stellte er sein Pferd in den Stall.

Er selbst legte sich ins Heu und schlief sofort ein.

Am nächsten Morgen war es immer noch sehr still. Er betrat das Schloss. Seltsam – keine Bediensteten waren zu sehen. Er schritt weiter in den Thronsaal – alles leer, nur Staub. Man hörte lediglich seine Schritte hallen.

Im Gang zu den Schlafräumen lief ein Diener entlang. Dieser blieb wie angewurzelt stehen, starrte ihn an, öffnete den Mund, brachte jedoch kein Wort heraus.

Prinz Fame trat auf ihn zu, klopfte ihm auf die Schulter und fragte, wo sein Vater sei. Der Diener ging wortlos voraus, öffnete eine Tür. Dort lag der König in seinem großen Bett, umgeben von zwei Dienern.

Prinz Fame trat näher, setzte sich auf die Bettkante, nahm seine Hand und sagte leise:

„Vater, ich bin es – Fame, dein Sohn.“

Der König sah auf. Er war zu schwach, um zu antworten, doch er drückte die Hand seines Sohnes.

Der Prinz ließ den Dorfdoktor kommen.

„Was fehlt ihm?“, fragte er besorgt.

Der Doktor antwortete: „Es ist nicht schlimm. Er ist nur sehr geschwächt. Ihr müsst dafür sorgen, dass der König wieder Bewegung bekommt. Doch die beste Medizin seid Ihr selbst, Prinz. Er hat sich zu viele Sorgen um Euch gemacht.“

Der Prinz nahm sich diese Worte zu Herzen. Er ging sofort zu seinem Vater, überredete ihn aufzustehen, und gemeinsam spazierten sie über die Flure. Schon bald kehrte die Kraft des Königs zurück.

König Sinan sprach:

„Weißt du, mein Sohn, das Reden mit dir tut mir gut. Es ist die beste Medizin.“

Prinz Fame stutzte:

„Aber du hast doch deine Diener?“

„Ja“, sagte der König, „doch wie du siehst, sind nur noch drei geblieben. Die anderen sind fort. Mit Dienern spricht man nicht über die persönlichen Dinge des Lebens.“

„Da wirst du wohl recht haben, Vater“, stimmte der Prinz zu.

Als sie gemeinsam auf die Wüstendünen blickten, fragte Prinz Fame:

„Was ist eigentlich mit Prinzessin Saleika?“

Der König sah ihn kurz an.

„Ich weiß es nicht. Das Schloss Side wurde zerstört. Es gibt nur noch unser Schloss und das von Fürst Veach.“

Prinz Fame beschloss:

„Dann werde ich sie suchen.“

Inzwischen war Saleika mit Fürst Veach verheiratet worden.

Obwohl es dem Fürsten gut ging, musste Saleika für ihn arbeiten. Seit ihrem vierzehnten Lebensjahr lebte sie dort. Sie töpferte Schalen und ritt ins Dorf Amba, um ihre Waren zu verkaufen.

Um eines Tages fortgehen zu können, hatte sie Stück für Stück wertvolles Besteck mitgenommen und es zwischen zwei Bäumen in einem Erdloch versteckt.

Prinz Fame ritt auf der Suche nach Saleika ins Dorf Hurd. Dort traf er ihren Vater, der als Bettler am Straßenrand saß.

Der Vater erzählte ihm, dass auch er sie suche. Sein schlechtes Gewissen lasse ihm keine Ruhe, weil er zugelassen hatte, dass Fürst Veach seine Tochter heiratete.

Der Prinz sah ihn entsetzt an.

„Warum?“

„Das Warum ist mir unwichtig geworden“, antwortete der Vater bedrückt. „Es gab viele Gründe, die mir jetzt alle unwichtig sind.“

Der Prinz glaubte ihm. Von da an suchten sie gemeinsam nach Saleika.

Auf dem Markt von Amba, so hörten sie, solle sie oft sein.

Gemeinsam ritten Prinz Fame und König Side nach Amba. Endlich angekommen, gingen sie durch den Markt.

„Da! Dort ist sie – Saleika!“

Prinz Fame blieb stehen und gab König Side einen Rempler. Dieser schaute hinüber.

„Ja“, sagte er leise, „das ist sie.“

Langsam gingen sie auf ihren Stand zu.

„Saleika!“, sagten beide wie aus einem Mund.

Sie sahen sich an – und für einen Moment sagte niemand etwas.

Saleika packte ihre Sachen zusammen. Ihr Vater nahm das Bündel an sich. Dann umarmte sie ihn. Sie war ihm nicht böse – sie wusste, dass er sie liebte.

Prinz Fame half ihr aufs Pferd.

Unterwegs erzählte sie von dem vergrabenen Besteck. Gemeinsam ritten sie zu der Stelle und holten es aus der Erde.

Sofort kehrten sie ins Dorf Hurd zurück. Dort kannte ihr Vater einen Käufer.

Das Gasthaus öffnete gerade, als König Side und Prinz Fame ankamen.

König Side schaute sich um. Der Kellner deckte gerade die Tische. In der Mitte des Raumes stand ein ovaler Tisch, rechts daneben befand sich eine schmale Tür. Der König ging auf die Tür zu, öffnete sie, schaute kurz hinein und schloss sie wieder. Dabei stolperte er und fand sich unter dem Tisch wieder. Das gesamte Besteck fiel aus dem Beutel heraus.

Der Besitzer des Gasthauses erkannte sofort den Wert des Bestecks. Es ging alles sehr schnell – er kaufte das Besteck.

König Side ritt allein zu Fürst Veach und verlangte seine Tochter zurück.

„Was gibst du mir dafür?“, fragte der Fürst kühl.

König Side legte ihm den Beutel mit den Goldstücken vor die Füße – und ging.

Kurz darauf ritt er zurück und kam fast gleichzeitig mit den beiden an.

Der Vater wollte erneut fortreiten, doch seine Tochter bat ihn:

„Vater, bleib hier.“

Und er blieb.

Als sie schließlich alle vereint waren – Prinz Fame, Prinzessin Saleika, König Side und König Sinan – fragte sich der Prinz, wie es nun weitergehen solle.

Da sagte Saleika:

„Wir gehen auf den Markt. Wir verkaufen Tonschalen, Gemüse aus dem Garten – es wird weitergehen.“

„Ja“, stimmten alle ein.

König Sinan freute sich, denn nun konnte er mit König Side Schach spielen. Und auch Prinz Fame und Prinzessin Saleika hatten sich wiedergefunden.

Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.


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Endstanden: 2015








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10 Şubat 2026 Salı

Hans und Gretel – Hochzeitstag

SCHWANK 👫

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„Ach, Hans, kannst du dich noch erinnern, vor vierzig Jahren, wo du mir diesen roten Schal geschenkt hast?“

„Ich? Schal geschenkt? Ah, da musst du dich täuschen. Du hast ganz bestimmt Husten g’habt, bist erkältet gewesen, da hab ich dir halt eben einen Schal geschenkt.“

„Uff – Hans! Weißt du denn nicht, was heut für ein besonderer Tag ist?“

„Welcher besondere Tag soll denn sein?“

„Mrr! Überleg halt mal … heut vor fünfzig Jahren!“

„Ja, da bin ich, glaub ich, in den Brunnen reingefallen und hab mein Gedächtnis verloren.“

„Also Hans – des ned … überleg halt!“

„Weiß ich ned, Gretel, keine Ahnung. Was soll denn da sei?“

„Mrr! Ach nix. Überhaupt nix!“

Platsch! – Tür zu.

Hans geht zur Wirtschaft, wie immer halt.

Gretel macht sich daheim Pellkartoffeln.

Ziemlich spät, auf einmal klopft’s an der Tür draußen.

Klopf, klopf!

Gretel mürrisch: „Ja!“

„Ich bin’s, Hans. Mach mir auf.“

„Na gut, wenn’s denn sein muss …“

Schlump, schlump … zur Tür.

Gretel macht die Tür auf, und der Hans steht da mit einem riesigen Blumenstrauß.

„Ah, mei Hans! Ah, mei Hans! Hast du’s doch nicht vergessen.“

„Also, Liesel – äh, Gretel – also wirklich … zu unserem fünfzigjährigen …“

„Ja, ja, Hochzeitstag, gell, Hochzeitstag.“

„Ja. Genau. Genau. Hochzeitstag.“

„Ach, du bist doch der Beste.“










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Gretel und Hans – Einkaufszentrum

SCHWANK  👫

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Beim Einkaufszentrum.

Gretel kauft ganz schön viel ein.

Hans schleppt ganz schön schwer.

„Ach, Gretel, ich kann nicht mehr.“

„Musste es sein, dass du so viele Sachen einkaufst?“

„Hans, dann gehst du jetzt zum Auto und lädst schon mal die Sachen ein.“

Hans geht los.

Benutzeroberfläche.

Beim Parkdeck weiß er gar nicht mehr, wo er sein Auto gelassen hat.

Er schaut rechts vom Deck, er schaut links vom Deck.

Geht auf den linken Streifen.

Da ist das Auto nicht.

Oh ja, das ist es.

Dann auf einmal sieht er endlich sein rotes Auto.

Er geht hin, macht den Kofferraum auf, steckt die ganzen Taschen hinein und geht wieder zurück ins Einkaufszentrum.

Oh oh – wie soll er jetzt die Gretel wiederfinden?

In diesem Einkaufszentrum gibt es viele Stühle.

Er denkt sich, er setzt sich einfach auf eine große, lange Bank.

Er ist sowieso schon müde, setzt sich hin und fängt an einzudösen.

Auf einmal klopft jemand auf seine Schulter.

„Hans, was machst du denn da?“

„Was soll ich machen? Ich bin müde. Ich habe mich hier hingesetzt.“

„Aber Hans, es gibt noch so viele Sachen zum Einladen hier.“

„Ach, Gretel … puh.“

„Gut, wir packen alles ein.“

Dann kommt Gretel schnurstracks dorthin, wo das Auto steht.

Sie öffnen den Kofferraum.

Der Kofferraum ist leer.

„Hans, wo sind meine Sachen?“

„Ich habe die in den Kofferraum reingemacht.“

„Das war bestimmt nicht unser Kofferraum!“

Und dann gehen sie zur Polizei.

Sie reden durcheinander, aufeinander ein.

Der Polizist schüttelt innerlich den Kopf und sagt beruhigend:

„Herr und Frau Hampelmann, wenn wir etwas wissen, dann sagen wir Ihnen Bescheid.“

Darm.

Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, sie fahren nach Hause.

Zwei Tage sind vergangen.

Auf einmal klingelt es an der Tür.

Kling, kling.

Gretel geht zur Tür.

Draußen steht ein Chauffeur mit Handschuhen an den Fingern.

So etwas hatte sie noch nie gesehen.

Neben ihm steht eine sehr schlanke, elegant angezogene Dame mit hohen, hackigen Schuhen.

„Sind Sie Gretel Hampelmann?“

„Ja, das bin ich.“

„Wie es aussieht, sind Ihre Einkäufe bei uns im Kofferraum gelandet.“

Zuerst freut sich Gretel.

„Ja, wirklich?“

Dann fängt sie an zu schimpfen, wie das sein könne, dass jetzt schon zwei Tage vergangen seien, bis sich jemand meldet, und überhaupt.

Die Frau bleibt ganz ruhig.

„Wir benutzen dieses Auto nicht immer.

Es ist nur unser Ersatzauto.

Mein Mann hatte schnell etwas zu tun und hat einfach das genommen.

Er hatte es nicht abgesperrt, weil es ihm so pressiert hat.

Auf alle Fälle scheint mir eine Tasche selbst gemacht zu sein.

Da stand Ihr Name und Ihre Adresse drin.“

„Ah, Hans! Hans! Hast du das gehört?“

„Siehst du, es ist immer gut, wenn man eine eigene Tasche mitnimmt.

Und gut, dass ich meinen Namen reingeschrieben habe.“

Hans meint nur:

„Ja, ja, Gretel, wirst schon recht haben.“

Und so hat Gretel Gott sei Dank alle ihre Einkäufe wiederbekommen.

Hans hatte eine Zeit lang seine Ruhe.

Die Dame geht wieder ihres Weges.

Dann ruft Gretel:

„Hans! Kaffee gibt’s!“

Ach, Gott sei Dank.

Kaffee und Kuchen.

Ach, ist das schön, wenn es keine Arbeit gibt.










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Hans und Gretel – Essensreste

SCHWANK 👫

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Hans und Gretel haben sich in letzter Zeit angewöhnt, sich immer irgendwo zum Besuch einladen zu lassen.

Oder einfach irgendwo aufzutauchen – bei der Tante, bei der Cousine oder bei anderen Verwandten.

Überall sind sie zum Abendessen aufgetaucht oder haben sich eben einladen lassen.

Und da gab es dann immer irgendwelche leckeren Sachen.

Und Gretel sagte:

„Oh! Heut will ich nicht kochen.

Wo werden wir denn heute mal wieder hingehen?“

Und eines Abends, etwas später, kamen sie von den Einkäufen zurück. Da kam Gretel gerade mit dem Auto bei ihrer Cousine vorbei und kehrte einfach dort ein.

„Hans, was ist los?“

Hans war ein bisschen eingeschlafen.

„Komm, wir gehen zu unserer Cousine rein“, sagte Gretel.

„Die isst bestimmt gerade Abendessen.“

Beide gingen hinein.

Die Cousine war gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten.

Da sagte Gretel:

„Kann ich dir was helfen?“

Sie sah, dass die Cousine gerade beim Tischdecken war.

„Ja, komm kurz mit mir in die Küche rein.“

Und da sah Gretel, wie die Cousine aus Plastikboxen Essensreste herausnahm und verteilte. Da wurde ihr irgendwie flau im Magen, als sie das so sah, und sie hatte gar keine richtige Lust mehr, das zu essen.

Am nächsten Abend war es wieder so weit.

Auf einmal saß Hans im Wohnzimmer und roch mit der Nase.

„Oh, da riecht’s aber gut.“

Er ging in die Küche.

„Gretel, hier bei dir in der Küche riecht’s ja wunderbar.

Was hast du denn da Leckeres gemacht?“

„Gulasch. Gulasch, Hans – unser Lieblingsessen.“

Da freute sich Hans.

Gretel stellte das Essen auf den Tisch.

Beide saßen da und genossen ihren Gulasch.

Dann sagte Hans:

„Oh, Gretel, das ist das beste Essen.

So ein gutes Essen – das ist wirklich selbstgekochtes Essen.

So wie du kann keiner kochen.“

Er war wirklich total stolz.

Und Gretel sagte:

„Weißt du was?

Diese Essensreste – das ist halt nichts.

Bleiben wir lieber so, wie wir sind.“

Und dann aßen sie ihren Gulasch fertig.

Und von da an kochte Gretel wieder jeden Tag ihr eigenes, leckeres Essen.











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Hans und Gretel – Hund Willi

SCHWANK 👫

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Gretel ist voll beschäftigt. Sie macht in der Küche Frühjahrsputz.

Sie stellt alles auf den Kopf, als sie merkt: Oh je, es ist schon so spät geworden.

Sofort fängt sie an, Suppe zu machen, gleichzeitig poliert sie noch schnell das Besteck fertig.

Gretel sucht ihren Mann.

„Hans, Hans, wo bist du? Wo steckst du? Wo ist der denn schon wieder?“

Immer das Gleiche.

Da fällt ihr ein: Der ist ganz bestimmt im Schuppen und schraubt am Auto herum.

Sie macht die Terrassentüre auf und schreit über den Garten:

„Hans, die Suppe ist fertig!“

„Ja, ich komme gleich, ich muss mir nur noch die Hände waschen.“

Am Tisch sagt Gretel:

„Immer dasselbe mit dir, immer schraubst du am Auto herum.“

„Nein, ich habe etwas am Auto repariert. Ich brauche halt eine Beschäftigung.“

Am nächsten Tag haben Hans und Gretel Besorgungen zu erledigen.

Es ist spät geworden, und beim Zurückfahren ist es schon dunkel.

Auf einmal sieht Hans einen Schatten vor dem Auto.

Er bremst.

Beide steigen aus.

Ein Hund angefahren, die hintere Pfote leicht verletzt.

Hans steckt den Hund ins Auto.

Gretel sofort:

„Aber du kannst den Hund doch nicht einfach mitnehmen. Vielleicht gehört der jemandem, einem Nachbarn.“

Er sagte:

„Ja, siehst du doch, er ist verletzt.“

Am nächsten Tag richtet Hans im Schuppen einen Platz für den Hund her.

Gretel hat nichts Besseres zu tun und klappert die Nachbarschaft ab.

Bei einem Bauernhof wird sie fündig.

Doch die wollen den Hund gar nicht haben.

Die Bäuerin sagt:

„Wir haben so viele Hundekinder. Den können Sie behalten.“

Und drückt Gretel den Hund in die Arme.

Gretel geht nach Hause.

„Hans, die wollen den Hund nicht mehr.“

„Schau mal, ich habe schon einen Platz für ihn vorbereitet.

Bring mal die Essensreste aus der Küche.“

Gretel geht in die Küche, nimmt zwei alte Schüsseln – eine für Wasser, eine für Futter – und bringt sie zu Hans.

„Schön hast du’s gemacht, Hans.“

„Ich gehe jetzt mit dem Hund Gassi.

Komm, mein Buali, komm, Willi, Gassi!“

Gerade hat Gretel die Suppe fertig gemacht, da kommt Hans auch schon zurück.

Beim Essen erzählt Hans, was er alles für den Hund gemacht hat und was er ihm noch alles beibringen will.

„Sitz kann er schon, das versteht er schon.

Das andere bringe ich meinem Buali, meinem Willi, auch noch bei.“

Gretel freut sich und sagt:

„Gut, dass du jetzt eine Beschäftigung gefunden hast.“

Und beide grinsen sich an.


Ende









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