verrückte Märchenwelt 🌟
Hallo ihr da draußen, ich bin die Lock Emil.
Also, eines meiner Augenlichter wurde gemacht. Ich muss sagen, das war eine ganz schön langwierige Sache.
Das andere Augenlicht kommt auch noch dran – hoffentlich dauert das nicht auch so lange.
Es reicht schon, hier immer in der Werkstatt herumzuhängen.
Uff, endlich bin ich fertig. Jetzt sehe ich aber alles superklar.
Da fahre ich doch glatt mal eine Runde.
Rot… aber was für ein Rot – zart, fast durchsichtig.
Mohnblumen… ach, sind die schön anzuschauen.
Langsam, sehr langsam, nicht den Blick daran verlieren, daran vorbei…
Warum eigentlich?
Ich halte an. Ich, Emil, halte an – und betrachte die schönen Mohnblumen in aller Ruhe.
Was ist das? Was quietscht da unaufhörlich?
Oje, meine Backenscheiben… noch einmal zurück in die Werkstatt.
„Rabe Uste, bitte mach diesmal schnell. Ich will noch etwas von der Welt sehen.“
Später, etwa drei Wochen danach:
Na gut, Emil, nun aber los.
Nach einer längeren Fahrt komme ich an einem Geschäft für Torten und Kuchen vorbei.
Mmmh… lecker.
Ich bleibe stehen und schaue eine Weile hinein.
Nach einiger Zeit fragt mich das Geschäft:
„Du bist schon eine ganze Weile hier. Nach was schaust du so genau?“
„Ach, ich liebe Erdbeerkuchen. Den würde ich jetzt zu gerne essen…“
Das Geschäft überlegt lange.
„Komm hinten herum zur Auslieferungsstelle, da kann ich vielleicht etwas für dich tun.“
Im Rollgang fahre ich dorthin und warte.
Nach einiger Zeit kommt der Erdbeerkuchen:
Bestellung für Emil, die Lock.
Ich grinse bis zum Backenanschlag…
Leise tutete ich zum Dank.
An einer ruhigen Stelle, unter einem schattigen Baum, lasse ich mir den saftigen Erdbeerkuchen schmecken.
Ach, was für ein Genuss, sage ich euch.
Nach dem leckeren Schmaus mache ich erst einmal ein Nickerchen.
Als ich aufwache, ist alles ziemlich dunkel um mich herum geworden.
Aber mein Freund, der Mond, ist da.
Im Mondschein genieße ich die frische Abendluft – herrlich, wie sie an meiner Außenhülle entlangstreift.
In Gedanken geht mir durch den Kopf: ein Haus suchen… Stroh, Holz, Stein… nö, ich will etwas aus Eisen!
Rabe Usta – genau, er soll mir eine Eisenunterkunft bauen.
Am frühen Morgen fahre ich zur Werkstatt.
Eine Lockdame steht da – aber was für eine!
Ich werde total rot, ich tute nicht, ich pruste nur noch.
Mit ihren langen Wimpern klimpert die Lockdame mich an.
„Wie heißt du?“, fragt sie.
Rabe Usta übernimmt die Antwort: „Das ist Emil.“
„So, so, Emil“, tutet sie zart.
Jetzt, Emil, denke ich – und lasse ein langes, kräftiges Tuten hören.
„Und wie heißt du, meine Süße?“
„Oho, deine Süße heißt Emilia!“
„Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt“, krächzt der Rabe.
„Komm, ich lade dich zum Eis ein.“
Emilia lächelt und folgt mir.
„Ja, komm, lass uns eine Runde fahren“, tutet sie süßlich.
Unterwegs sehen wir von Weitem eine Nacktschnecke und eine Hausschnecke.
Es sieht aus, als wären sie im Streit.
Wir rollen langsam auf die beiden zu.
Schon hören wir die Nacktschnecke:
„Warum hast du ein Haus auf deinem Rücken? Wozu soll das gut sein?“
Die Hausschnecke bleibt ruhig:
„Alle Hausschnecken sind so geboren.“
Die Nacktschnecke lässt nicht locker:
„Du wirst nicht nass, wenn es regnet! Ich will auch so ein Haus!“
„Gut, dann leih ich dir meins“, sagt die Hausschnecke und streift ihr Haus ab.
Darunter erscheint ein fast durchsichtiges Regentropfenkleid in Schneckenhausform.
Es glitzert und funkelt in der Sonne.
„Wow“, entfährt es Emilia, „das sieht ja traumhaft aus.“
Die Nacktschnecke probiert das Haus, kriecht damit eine Weile hin und her.
Doch bald stöhnt sie:
„Das ist viel zu schwer. Ich bleibe lieber so, wie ich bin.“
Sie gibt das Haus zurück.
„Das habe ich mir gleich gedacht“, sagt die Hausschnecke und lächelt leicht.
Die beiden Schnecken nicken sich zu und kriechen weiter.
„So, jetzt ab zum Eisstand“, tute ich.
Am Eisstand angekommen, sagen wir wie aus einem Mund:
„Erdbeereis, bitte.“
Fast unsichtbar schwebt ein kleines Erdbeerherz über uns.
Verliebt sehen wir uns an.
„Weißt du was?“, tutet Emilia, „wir gehen ins Lockkino.“
Wir beide, Lock an Lock gekuschelt, mit Popcorn und Öltrank, schauen uns tief in die Augen – der Film läuft nebenbei.
Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam weiter, unzertrennlich, Runde um Runde.
Rabe Usta hat inzwischen die Eisenbehausung fertiggestellt und hinter der Werkstatt aufgebaut.
Als wir in die Werkstatt einrollen, werden wir mit Trompeten und Trommeln empfangen.
Der Rabe ergreift das Wort:
„Das ist ein Geschenk für euch.“
Er zeigt mit seinen Flügeln nach draußen.
Emilia und ich schauen uns verwundert an.
Der Rabe gibt mir einen kleinen Rempler.
Ich räuspere mich, klappe meine vorderen Räder hinunter, sehe Emilia in die Augen und tute:
„Bitte heirate mich. Werde meine Lockfrau.“
Emilia hüpft vor Freude auf allen Rädern zugleich und tutet:
„Ja, ich will deine Lockfrau sein.“
Zur Hochzeit trägt Emilia eine glitzernde Regentropfenhülle.
Im Sonnenlicht funkelt sie wunderschön.
Gemeinsam legen wir einen rocklockmäßigen Tanz hin, dass die Funken sprühen.
„Komm, lass uns zum Eisstand fahren“, tutet Emilia.
„Oje“, denke ich, „das wird eine lange Eisschlange.“
Denn wir fahren los – Emilia und ich, mit unseren sieben Lockkindern.
Und so geht es weiter auf den Schienen und Wegen, die keiner sieht.
Nur wer genau hinschaut, kann Emil und Emilia sehen, wie sie ihre Runden weiterfahren. 🚂 🚂
Tutut...Ende.