Horrorgeschichte für Erwachsene 🌑
Ich bin Sena. Befinde ich mich in einem Alptraum – oder bin ich schon wach?
Ich träume ein riesiges Buch, aufgeklappt vor mir. Die Buchstaben rufen: „Du hast verschlafen!“
Ich schrecke auf. Mein Herz rast, als wolle es aus meinem Körper springen.
Hurtig fahre ich hoch – als ich die Augen öffne, liege ich im Bett.
Irritiert denke ich: Das war anscheinend alles nur ein Traum?
Ich schaue auf die Uhr. Noch fast eine Stunde Zeit.
Ich drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen – vergeblich.
Die Augen sind zu, aber mein Gehirn denkt weiter – es rattert.
Etwas klebt an mir, schwer wie Pech.
Stiche im Bauch.
Etwas sticht zu – aber ich sehe keine Einstiche.
Als ich wieder aufwache, denke ich: Das war doch ein Traum.
Ich taste mich ab und finde hinten am Hals, am Haaransatz, etwas Rundes. Im Spiegel sehe ich sie: eine kleine schwarze, flache, runzlige Warze.
Mir schaudert.
Es fühlt sich an, als hätte etwas von mir Besitz ergriffen.
Düstere Stille erfüllt den Raum.
Ich halte inne.
Ist das ein böser Traum?
Ich blicke aus der Badezimmertür.
Ein lächelndes Gesicht – als würde es mich beobachten.
„Hm… wieso so unfreundlich?“, denke ich verwirrt.
Ich gehe in die Küche und bereite das Frühstück wie jeden Tag.
„Frühstück ist fertig!“
Die Dunkelheit brummelt zurück.
Beim Kaffee liegt ein Murren in der Luft.
Ich frage mich: Was ist das? Warum diese ständige Meckerei?
Blitze treffen mich im Bauch.
Was passiert hier?
Warum so unhöflich?
Warum wird keine Rücksicht genommen?
Nur laut schimpfend klingt es weiter.
Ich gehe ins Bett. Schlafen oder lieber doch nicht?
Wenn ich jetzt die Augen schließe, kommt wieder dieser schreckliche Traum.
Oder ist das hier der Alptraum – und ich wache gleich auf?
Eine Hand streift über meine Brust. Ein seltsames, warmes Gefühl breitet sich aus. Ich lasse es zu. Meine Sinne gleiten weg. Etwas übernimmt mich.
Am Morgen ist alles still.
Ich gehe in die Küche und mache Frühstück wie immer.
Doch wieder dieses Dunkle, Düstere.
Ich gehe am Spiegel vorbei.
Eine Fratze blickt mir entgegen.
Meine Knie zittern. Glassplitter schießen auf mich zu – in meinen Körper.
Ich wanke.
Ich schließe die Augen.
Und im nächsten Moment: Schmerz. Ziehender, unendlicher Schmerz im Bauch – wie Messerstiche.
Ich schrecke hoch.
Was war das?
Hört das nicht auf?
Am Abend liege ich wieder im Bett. Ein Buch liegt auf der Decke. Ich lese darin. Ich schlafe darüber ein.
Am nächsten Tag ist alles still.
Im Spiegel sehe ich nur mich.
Keine schwarze Warze mehr.
Alles war vielleicht nur ein Alptraum.
Erleichterung durchströmt mich.
Seitdem lese ich vor dem Schlafengehen in einem Buch.
Denn Lesen bringt den vergessenen Schlaf zurück.
Ob ich gerade träume?
Ende.