25 Nisan 2026 Cumartesi

6. Die kleine Lok auf Reisen

Märchenwelt 🌟

Der sanfte Morgen

Ein leiser Wind streift ihr Dach.

Der See erwacht langsam – und die kleine Lok rollt weiter in den neuen Tag.

Der Hafen

Ein riesiger Hafen – super viel Platz.

Die kleine Lok macht eine Erkundungstour.

Die Fähre

Eine Fähre, in die die kleine Lok nun hineinrollt.

Ein Getöse, ein Ruck – und die Fähre legt ab.

Der Schiffskran

Große Schlaufen werden bei der kleinen Lok eingefädelt.

Sie schwebt und wird auf ein Schiff befördert.

Das Schiff

Alles ist hellblau – Himmel und Meer verschmelzen zu einem.

Von der Sonne geblendet blinzelt die kleine Lok in die Ferne.

Die Schiffsreise

Die Wellen schlagen gegen das Schiff.

In der Ferne sind winzige Silhouetten von Häusern, Bergen und Tälern zu sehen.

Im Zeitstrudel

Der Zeitstrudel nimmt die kleine Lok weiter mit auf ihre Reise.

Die Achterbahn

Hinein in die Achterbahn – hui!

Rauf und wieder runter, rasant hinabgeschnellt.

Was für ein Spaß – lachend tutet die kleine Lok.

Der Popcorngeruch

„Ach, wie herrlich riecht es hier“, denkt sie und folgt dem Duft.

Kurze Zeit später steht die kleine Lok vor einer Popcornmaschine.

Der Jahrmarkt

Die kleine Lok fährt durch den Jahrmarkt.

Sie kommt am Schießstand, an der Losbude und am Karussell vorbei.

Eine Geisterbahn – nur schnell daran vorbei.

Der Sternenflug

Die kleine Lok reist mit den Sternen.

Sie flüstern ihr leise Sternenlieder zu.

Die Sternschnuppe

Als sie zwischen den Sternen schwebt, entdeckt sie eine Sternschnuppe.

Rasant fliegt die kleine Lok mit.

Durch die Wolken

Sie trudelt durch die Wolken.

Der kleinen Lok wird schwindelig, schnell schließt sie die Augen.

Die Nebelwolken

Als die kleine Lok die Augen öffnet, kann sie kaum etwas erkennen.

Alles um sie herum ist voller Nebelwolken.

Tiefe Himmelssterne

Sterne über dem Wald – sie hängen aber tief, wundert sich die kleine Lok.

Die Morgenlichter

Feine, zarte Lichtstreifen am Himmel, denen die kleine Lok folgt.

Über dem Zauberwald

Die kleine Lok sieht schimmernde, leuchtende, farbige Blätter.

Seltsame, bunte Vögel fliegen umher, und Eichhörnchen winken ihr zu.

Die Blumenluft

Ein hauchfeiner Blumenduft, dem die kleine Lok folgt.

Eine prachtvolle Blumenwiese liegt vor ihr.

Die große Blumenwiese

Überall Blumen, so weit die Augen der kleinen Lok reichen.

Ein angenehmer, süßlicher Duft liegt in der Luft.

Der Blumentraum

Die kleine Lok fühlt sich wie im Traum.

Alles leuchtet farbenfroh, und die Blumen wiegen sich im Wind.

Der lange Tunnel

Durch einen langen Tunnel fährt sie hindurch.

Wo der wohl hinführt?

Der Bahnhof

„Was ist das?“ So viele Züge – ein Güterbahnhof?

Die kleine Lok fährt einige Runden, tutet und pfeift mit den anderen Zügen.

Der Schienenflug

Da die kleine Lok fliegen kann, ist sie auf verschiedenen Modellschienenbahnen unterwegs.

Die Modelleisenbahnen

Im Museum stehen die ältesten Modelle aufgestellt.

Die kleine Lok freundet sich mit den Zügen und Loks an.

Im sanften Licht schimmert ihre goldene Hülle.

Voller Freude fährt sie ihre Runden.

Ende

3. Die kleine Lok auf Reisen

Märchenwelt 🌟

Der Marktplatz

Ein Marktplatz – buntes Treiben. Verschiedene Sachen werden zum Verkauf angeboten.

„Ui“, denkt die kleine Lok, „da muss ich schnell weg hier“, und fliegt blitzschnell davon.

Der Inselflug

Im Kontinent Kuscheltierland landet sie bei der Wolkeninsel auf einem Sandstrandstreifen.

Die Inselfahrt

Am Rand der Insel entlang, am Stoffmarkt vorbei und weiter zur Caféinsel, dann hinten über die Sandbank.

Bunte Stifte

Ein Stiftewald – vorsichtig fährt die kleine Lok hindurch.

Bunte Stifte, die überall auf der Insel herausragen – eine Fabrik. Hineingefahren, das ist doch mal klar.

Stifte Fabrik

Drinnen wird fleißig gearbeitet. Die kleine Lok hilft gerne mit.

Sie wird mit farbigen Stiften und den schönsten Geschenkpaketen beladen, die sie zu den Förderbändern bringt.

Der Regenbogen

Die kleine Lok rollt über eine Wiese – da leuchtet ein Regenbogen, und dahinter schiebt sich eine Katzenwolke hervor.

Vor Freude tanzt und springt die kleine Lok von einem Lichtstrahl zum nächsten.

Im Schmetterlingsland

Überall, wohin die kleine Lok auch sieht, sind bunte, farbige Schmetterlinge.

Die kleine Lok tanzt mit ihnen, wodurch ihre Räder ganz farbig golden werden.

Im Zoo

Die kleine Lok findet sich mitten im Zoo wieder.

Bei ihrer Rundfahrt sieht sie Zebras, Lamas und Äffchen und trifft auf Elch Emil, der ihr gerne den ganzen Zoo zeigt.

Die Zirkuskanone

Ein Zirkuszelt – bedenklich rasant stürzt die kleine Lok darauf zu.

Durch die Zirkuskuppel hinein in die Kanone … Hui!

Auf den Rennschienen entlang gesaust.

Applaus bekommt die kleine Lok, als sie hinausschnellt.

Das Autorennen

Danach landet sie mitten in einem Autorennen.

Nur kurz saust die kleine Lok mit, bevor sie wieder in den Wolken verschwindet.

Der Schlüssel

Oben zwischen den Wolken schwebt ein riesiger Schlüssel vor der kleinen Lok.

Unter ihr sind Fabelwesen, die sie bitten, den Schlüssel auf ihr Dach mitzunehmen.

Gemeinsam

Mit gemeinsamen Kräften schließen sie das Tor auf – eine bunte Fabel- und Märchenwelt erscheint.                              Die kleine Lok staunt.

Es wird gejubelt 

Alle jubeln. War sie doch die Schnellste und Stärkste!

Die kleine Lok fliegt über alle hinweg, tutet und pfeift, bevor sie wieder weiterfliegt.

Die Blumenelfe

„Ach, wie herrlich riecht es hier – und diese vielen Blumen!“

Als die kleine Lok an einer riechen will, sitzt darin eine Blumenelfe.

Das Elfenvolk

Die Elfe lädt die kleine Lok zum Elfenvolk ein.

In den Blumenkelchen lassen sie sich hin und her wiegen.

Zusammen mit der kleinen Lok summen sie ein Blumenlied.

Die Zauberbrille

Auf ihrem Weg findet die kleine Lok eine Brille und setzt sie auf.

Oh, Schreck – alles ist riesengroß.

Die Eule

Als eine Eule die Brille an sich nimmt, sieht die kleine Lok wieder alles ganz klar.

Die Eule hat die Brille verloren.

Durch den Wald

Die kleine Lok fährt durch den großen, grünen Wald.

Es riecht nach Tannennadeln und Eicheln.

Ein Männlein

Als die kleine Lok so durch den Wald fährt, erblickt sie ein kleines Männlein, das hinter einem Baum hervorlugt.

War das nicht das Rumpelstilzchen?

Vorsicht Pilz

Plötzlich steht ein riesiger Pilz vor der kleinen Lok.

Hinter ihm kommt ein Zwerg hervor und begrüßt die kleine Lok freundlich.

24 Nisan 2026 Cuma

Der vergessene Schlaf des verschlafenen Buches

Horrorgeschichte für Erwachsene 🌑 

Ich bin Sena. Befinde ich mich in einem Alptraum – oder bin ich schon wach?

Ich träume ein riesiges Buch, aufgeklappt vor mir. Die Buchstaben rufen: „Du hast verschlafen!“

Ich schrecke auf. Mein Herz rast, als wolle es aus meinem Körper springen.

Hurtig fahre ich hoch – als ich die Augen öffne, liege ich im Bett.

Irritiert denke ich: Das war anscheinend alles nur ein Traum?

Ich schaue auf die Uhr. Noch fast eine Stunde Zeit.

Ich drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen – vergeblich.

Die Augen sind zu, aber mein Gehirn denkt weiter – es rattert.

Etwas klebt an mir, schwer wie Pech.

Stiche im Bauch.

Etwas sticht zu – aber ich sehe keine Einstiche.

Als ich wieder aufwache, denke ich: Das war doch ein Traum.

Ich taste mich ab und finde hinten am Hals, am Haaransatz, etwas Rundes.  Im Spiegel sehe ich sie: eine kleine schwarze, flache, runzlige Warze.

Mir schaudert.

Es fühlt sich an, als hätte etwas von mir Besitz ergriffen.

Düstere Stille erfüllt den Raum.

Ich halte inne.

Ist das ein böser Traum?

Ich blicke aus der Badezimmertür.

Ein lächelndes Gesicht – als würde es mich beobachten.

„Hm… wieso so unfreundlich?“, denke ich verwirrt.

Ich gehe in die Küche und bereite das Frühstück wie jeden Tag.

„Frühstück ist fertig!“

Die Dunkelheit brummelt zurück.

Beim Kaffee liegt ein Murren in der Luft.

Ich frage mich: Was ist das? Warum diese ständige Meckerei?

Blitze treffen mich im Bauch.

Was passiert hier?

Warum so unhöflich?

Warum wird keine Rücksicht genommen?

Nur laut schimpfend klingt es weiter.

Ich gehe ins Bett.                            Schlafen oder lieber doch nicht?

Wenn ich jetzt die Augen schließe, kommt wieder dieser schreckliche Traum.

Oder ist das hier der Alptraum – und ich wache gleich auf?

Eine Hand streift über meine Brust.    Ein seltsames, warmes Gefühl breitet sich aus.                                                  Ich lasse es zu.                                    Meine Sinne gleiten weg. Etwas übernimmt mich.


Am Morgen ist alles still.

Ich gehe in die Küche und mache Frühstück wie immer.

Doch wieder dieses Dunkle, Düstere.

Ich gehe am Spiegel vorbei.

Eine Fratze blickt mir entgegen.

Meine Knie zittern. Glassplitter schießen auf mich zu – in meinen Körper.

Ich wanke.

Ich schließe die Augen.

Und im nächsten Moment: Schmerz. Ziehender, unendlicher Schmerz im Bauch – wie Messerstiche.

Ich schrecke hoch.

Was war das?

Hört das nicht auf?

Am Abend liege ich wieder im Bett.    Ein Buch liegt auf der Decke.                    Ich lese darin.                                          Ich schlafe darüber ein.

Am nächsten Tag ist alles still.

Im Spiegel sehe ich nur mich.

Keine schwarze Warze mehr.

Alles war vielleicht nur ein Alptraum.

Erleichterung durchströmt mich.

Seitdem lese ich vor dem Schlafengehen in einem Buch.

Denn Lesen bringt den vergessenen Schlaf zurück.

Ob ich gerade träume?

Ende.

22 Nisan 2026 Çarşamba

Die Sage vom Drachenfels

Sage aus der Märchenwelt 🌟

Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen.

Sie war durchsichtig, ihr Schneckenkörper schimmerte hindurch. Ihre wachsamen, länglichen Fühleraugen schienen überall zugleich zu sein.                                                      Ihr faustgroßes Schneckenhaus war ihr Rückzugsort, an der Seite waren die leicht grünlichen Drachenflügel angelegt.

Die lichtjahrealte Drachenschnecke lebte versteckt beim Drachenfels in einer Höhle, schon über Jahrhunderte hinweg.

Nur die Eulen und Fledermäuse konnten ihr wahres Wesen sehen.

Im Dorf herrschte Hungersnot. Die Hauptnahrungsquelle, der Fluss, war ausgetrocknet, sodass sie keine Fische mehr fangen konnten.

Und nach einer alten Sage war der Drachenfels schuld, denn von ihm kam das Unheil – er hatte das Quellwasser aus dem Gebirge versiegen lassen.

Mit Fackeln zogen mutige Männer los, um im Inneren der Felshöhle Feuer zu legen. Das Feuer sollte den Fluch besiegen.

Eulen warnten die Drachenschnecke.

Als die Dorfmänner kamen, machte sich die Drachenschnecke für einen kurzen Moment sichtbar.

Die Männer erschraken und blieben wie festgewurzelt stehen.

Eine weiße Hülle umgab die Drachenschnecke:

So, so – ihr wollt Feuer.

Die Männer nahmen dies wahr, ohne dass sie eine Stimme hörten.

Und sie spie eine Feuerwand gezielt vor ihre Füße, sodass diese sofort die Flucht ergriff.

Die gutherzige Drachenschnecke wollte helfen.

Im Dorf wurden die wildesten Erzählungen verbreitet über einen Drachen mit langen Fühleraugen.

Des Nachts erschien die Drachenschnecke. Der weiße Schein um sie herum lockte die Menschen aus den Häusern, doch niemand rührte sich.

Leuchtende Eulenaugen und Fledermausfiepen hielten sie zurück.

Alle schauten gebannt – nichts geschah.

Die Drachenschnecke sandte ihre guten Absichten aus, und jeder konnte sie verstehen.

Alle nickten stumm.

Die Drachenschnecke flog zum Drachenfels hinauf, spie Feuer in eine Felsspalte, um das dort verborgene Quellwasser freizusetzen. Langsam, aber stetig begann es zu fließen, bis es die Kraft eines Flusses erhielt und plätschernd ins ausgetrocknete Flussbett zurückkehrte – und wieder Wasser zu den Menschen ins Dorf brachte.

Von nun an war der Drachenfels ein sagenumwobener Ort – und das Geheimnis der Drachenschnecke blieb.

•••

Inspiriert vom Drachenfels in Deutschland am Rhein bei Königswinter sowie von der Nibelungensage aus dem Siebengebirge um den Helden Siegfried, der einen Drachen besiegte.


🐉Die Sage vom Drachenfels

Man erzählt sich, dass einst auf dem Drachenfels ein furchtbarer Drache lebte.

Er hauste in einer Höhle im Berg und verbreitete Angst und Schrecken in der ganzen Gegend.

Die Menschen wagten sich kaum noch hinaus – denn der Drache sollte Feuer speien und alles vernichten, was sich ihm näherte.

Da zog der junge Held Siegfried aus, um das Ungeheuer zu besiegen.

Nach einem harten Kampf gelang es ihm schließlich, den Drachen zu töten.

Als das Ungeheuer besiegt war, badete Siegfried in dessen Blut – und wurde dadurch fast unverwundbar.

„Fast“, weil ein kleines Blatt auf seinem Rücken liegen blieb – und genau dort blieb er verwundbar.

21 Nisan 2026 Salı

👞 Der verlorene Schuh zum stillen Glück

Märchenwelt 🌟

Es war einmal ...

Ein ehemaliger Bibliothekar, der aus erster Ehe zwei ältere Kinder hatte, heiratete eine Frau, die ein kleines Baby mitbrachte.

Doch die neue Mutter starb früh.

Solange der Vater lebte, hielt er die Familie zusammen.

Die beiden älteren Kinder mussten sich zurücknehmen, auch wenn es ihnen nicht immer leichtfiel.

Die Zuneigung des Vaters zur Jüngsten missfiel ihnen, was die beiden neidisch werden ließ.

Das kleine, zierliche Mädchen wuchs heran – still, freundlich und von sanfter Art.

Als sie ihr sechzehntes Lebensjahr erreichte, starb auch der Vater.

Nun veränderte sich alles.

Die älteste Schwester Karla übernahm das Haus.

Doch statt Fürsorge zeigte sie Härte.

Karla war eine stämmige, willensstarke, geschäftstüchtige junge Frau mit kurzen braunen Haaren.

Für sie war Mara nur eine Arbeitskraft.

„Du kannst arbeiten“, sagte sie, „es gibt genug zu tun.“

Und so wurde Mara zur Hilfe im eigenen Zuhause.

Sie räumte auf, kochte, erledigte Besorgungen und kümmerte sich um alles, was anfiel.

Die zweite Schwester Paula hielt sich heraus.

Das Einzige, was sie interessierte, waren ihre Fingernägel – dass sie schick aussahen und stets gepflegt waren.

Sie hatte wunderschöne blonde Haare, nur ihre lange, schiefe Nase stach hervor.

Mara liebte ihre Tiere, besonders ihre Ziegen und Schafe.

Draußen fand sie ihre Ruhe.

Dort sprach sie leise mit ihnen, strich über ihr Fell und ließ den Alltag für einen Moment hinter sich.

Eines Tages kam ein junger Mann in die Gegend.

Er war auf dem Weg in seine Heimatstadt und suchte für eine Nacht eine Unterkunft.

Jonas war mit seinem Pferd Hektor unterwegs.

Die beiden Schwestern vermieteten ein Zimmer im Haus, und so blieb er dort.

Er erzählte, dass der Bürgermeister, ein Freund von ihm, ein Fest gab.

Dort wollte er als neuer Hochschullehrer vorsprechen.

Mara richtete das Zimmer, und da sah er sie zum ersten Mal.

Etwas an ihr war anders – still, freundlich und voller Wärme.

Am Abend saß er im Bett und las, wie es seine Gewohnheit war, noch ein Stück in einem Buch.

Ein Spalt der Tür war offen, und Mara konnte sehen, wie vertieft er las.

Am nächsten Tag ritt er in die Stadt.

Als er abends zurückkehrte, fragte er nach der Büchersammlung des Vaters.

Der Bürgermeister habe ihm erzählt, dass dieser eine regelrechte Bibliothek besessen hatte.

Verlegen blickte Karla, dann verwies sie darauf:

Die Bücher standen noch im Schuppen im großen Raum.

Mara zeigte sie ihm.

Der Raum war schlicht, doch sie hatte die Bücher damals geordnet.               

Sie wusste, wo jedes stand, und konnte zu vielen etwas erzählen.

Das beeindruckte Jonas sehr.

Am Abend stand er am Fenster und blickte hinaus.

Da sah er Mara, wie sie die Ziegen und Schafe in die Scheune brachte.

Er beobachtete sie eine Weile.

Der Gedanke an sie ließ ihn nicht mehr los.

Am nächsten Tag fand das Fest statt.

Viele Menschen wurden eingeladen, auch die beiden Schwestern.

Sie machten sich zurecht und freuten sich auf den Abend.

Mara jedoch blieb zurück.                     

So saß sie später allein im Haus.

Doch die Neugier ließ ihr keine Ruhe. Sie lief in die Nacht hinaus.

Ihre Freundin, die Eule, flog herbei und wies ihr mit ihren leuchtenden Augen den Weg.

Im Dunkeln folgte sie dem Licht und der Musik.

Versteckt stellte sich Mara an ein Fenster und blickte hinein.

Drinnen stand Jonas am Pult und hielt eine Rede.

Durch ein offenes Fenster hörte sie seine Worte:

Als Hochschullehrer wollte er seine Schüler verstehen, unterrichten und begleiten – und ihnen den Weg des Wissens zeigen.

Die Menschen applaudierten.

Danach wurde getanzt und gelacht.

Für einen Moment vergaß Mara alles um sich herum.

Da hob Jonas den Blick und sah sie. Sein Herz schlug tief – schnell lief er hinaus.

Doch als er vor die Tür trat, war sie verschwunden.

Nur ein einfacher Schuh blieb zurück.

***

Am nächsten Morgen hielt Jonas den Schuh in den Händen.

Er betrachtete ihn eine Weile und beschloss, ihn zurückzubringen.

Als er am Wiesenhügel ankam, sah er sie von Weitem.

Sie saß dort mit ihren rehbraunen Augen und ebenso braunen Haaren, die zu einem Zopf geflochten waren.      Eine Decke lag unter ihr, daneben der einzelne Schuh.

Sie hob ihn leicht auf und sprach mit ihren Ziegen und Schafen, als würde sie sie verstehen.

Er ging langsam auf sie zu.

Als sie begann, lieblich und leise zu singen, blieb er stehen und lauschte ergriffen.

Als ihr Gesang endete, trat er näher.

Behutsam zog er ihr den verlorenen Schuh wieder an.

Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke.

Ein stiller Augenblick – ein unsichtbares Band entstand zwischen ihnen.

Ohne Worte ging er wieder.

Doch seine Gedanken blieben bei ihr.    Er sah sie vor sich, so ruhig, freundlich und aufmerksam.

Und langsam wuchs in ihm ein Gefühl, das er nicht mehr übergehen konnte.

Doch zugleich spürte er:

Ihr Leben war einfach.

Nah bei der Natur.

Ganz anders als das seine.

Lange dachte er darüber nach.            Bis er eines Tages eine Entscheidung traf.

Er kehrte zurück – nicht als Gast, sondern mit einem Entschluss.

Die beiden Schwestern empfingen ihn freundlich.

Sein Blick galt nur Mara.

„Ich möchte bleiben“, sagte er leise, aber bestimmt.

Er bot den Schwestern sein großes Haus an – im Tausch gegen das einfache Anwesen.

Die beiden zögerten nicht lange.

Für sie war es ein Gewinn.

Bald darauf hatte Karla den Bürgermeister für sich gewonnen – genau die Frau, die er brauchte: klug und willensstark.

Paula eröffnete im neuen Haus ein Geschäft für ihre Fingernagel-Leidenschaft.

Für Jonas begann ein neues Leben.

In der Ruhe und Einfachheit fand er, was er lange gesucht hatte: sein Zuhause.

Mara und Jonas wurden ein Herz und eine Seele.

Und so fand jeder sein verlorenes Glück.

Jonas und Mara fanden ihr stilles Glück – und gingen gemeinsam ihren Weg bis ans Lebensende. 💕💕


16 Nisan 2026 Perşembe

Einladung zur Lesebärwelt

Lesebärwolken

Geschichten aus der Lesebärwelt – immer ein bisschen verrückt.

Familien, Kinder und Erwachsene – schwebt mit auf eine Reise und folgt den Wolken voller Fantasie, die Geschichten zum Weiterträumen tragen.

Egal ob groß oder klein – ich lade euch ein, in die Welt meiner Lesebärwolken-Geschichten einzutauchen.

Ich bin ein richtiger Familienmensch – eine bayrische Frohnatur mit einem waschechten Dickschädel.

Ich bin Mutter einer Tochter, verheiratet und die Älteste von vier Schwestern.

Meine Hobbys sind vielfältig: Besonders gerne nähe und stricke ich. Schon als Kind schrieb ich Geschichten und Aufsätze – und vor Kurzem habe ich diese Leidenschaft wieder neu entdeckt.

Seitdem meine Tochter klein war, erzähle ich ihr jeden Abend eine Gutenachtgeschichte. Heute ist sie schon eine Jugendliche und hört sie immer noch gerne.

Der Lesebär hat eine besondere Rolle in unserer Familie: Als er im Kuscheltierland ankam, wurde er sofort beliebt – vor allem bei meiner damals einjährigen Tochter. Er war überall dabei: beim Kinderarzt, auf dem Spielplatz, als Tröster und Schlafgefährte.

Oft las ich ihr mit ihm auch eine Gutenachtgeschichte vor. So bekam er seinen Namen: Lesebär. Er liebt Bücher, liest gerne mit und hilft mir sogar beim Schreiben meiner Geschichten.

Ich lade euch herzlich ein, die Lesebärwolken zu begleiten. Auf dieser kleinen, verrückten Seite öffnen wir unsere Schatztruhe – und ich wünsche mir, euch damit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Eure Lüdel

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!



☁️ Blogstart am 14. August 2025☁️






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Über Mich

Hinweis zu den Geschichten

Über mich – Autorin: Lüdel

Einige meiner Geschichten habe ich bereits im Schreibportal
Kurzgeschichten-storis.de hineingezaubert.
Momentan bin ich auch auf FanFiktion.de unterwegs.

Hier, auf meinem Lesebärwolken-Blog, sammle ich sie – für
meine Tochter, für mich und für alle, denen ich damit von Herzen ein Lächeln
auf die Lippen zaubern möchte.

Manche Geschichten begegnen euch daher vielleicht ein
zweites Mal – hier bei den Lesebärwolken. ☁️🌟☁️


📃 Hier auf meinem Lesebärwolken-Blog erscheinen alle meine Geschichten in ihrer Originalversion.



Über mich – Urheberrecht

Dies ist eine kleine, feine Seite.

Alle Geschichten, Texte, Audioaufnahmen und Inhalte in diesem Blog sind von mir erdacht und unterliegen dem Urheberrecht.

Auch die Fotos und Bilder stammen von mir – sie sind ebenfalls nur für den privaten Gebrauch bestimmt.

Du darfst alles gerne lesen, Schmökern, Weitererzählen – zum Weiterträumen.

Für öffentliche Zwecke, Veröffentlichungen oder eine Weiterverbreitung bitte ich dich, vorher meine Erlaubnis einzuholen.

Ich bin Lüdel, die Autorin der Lesebärwolkenwelt.

Danke für dein Verständnis – und viel Freude beim Lesen!

12 Nisan 2026 Pazar

Die Geschichte von der Lok Emil

verrückte Märchenwelt 🌟

Hallo ihr da draußen, ich bin die Lok Emil.

Also, eines meiner Augenlichter wurde gemacht. Ich muss sagen, das war eine ganz schön langwierige Sache.

Das andere Augenlicht kommt auch noch dran – hoffentlich dauert das nicht auch so lange.

Es reicht schon, hier immer in der Werkstatt herumzuhängen.

Uff, endlich bin ich fertig. Jetzt sehe ich aber alles superklar.

Da fahre ich doch glatt mal eine Runde.

Rot… aber was für ein Rot – zart, fast durchsichtig.

Mohnblumen… ach, sind die schön anzuschauen.

Langsam, sehr langsam, nicht den Blick daran verlieren, daran vorbei…

Warum eigentlich?

Ich halte an. Ich, Emil, halte an – und betrachte die schönen Mohnblumen in aller Ruhe. 

Was ist das? Was quietscht da unaufhörlich?

Oje, meine Backenscheiben… noch einmal zurück in die Werkstatt.

„Rabe Uste, bitte mach diesmal schnell. Ich will noch etwas von der Welt sehen.“

Später, etwa drei Wochen danach:

Na gut, Emil, nun aber los.

Nach einer längeren Fahrt komme ich an einem Geschäft für Torten und Kuchen vorbei.

Mmmh… lecker.

Ich bleibe stehen und schaue eine Weile hinein.

Nach einiger Zeit fragt mich das Geschäft:

„Du bist schon eine ganze Weile hier. Nach was schaust du so genau?“

„Ach, ich liebe Erdbeerkuchen. Den würde ich jetzt zu gerne essen…“

Das Geschäft überlegt lange.

„Komm hinten herum zur Auslieferungsstelle, da kann ich vielleicht etwas für dich tun.“

Im Rollgang fahre ich dorthin und warte.

Nach einiger Zeit kommt der Erdbeerkuchen:

Bestellung für Emil, die Lok.

Ich grinse bis zum Backenanschlag…

Leise tutete ich zum Dank.

An einer ruhigen Stelle, unter einem schattigen Baum, lasse ich mir den saftigen Erdbeerkuchen schmecken.

Ach, was für ein Genuss, sage ich euch.

Nach dem leckeren Schmaus mache ich erst einmal ein Nickerchen.

Als ich aufwache, ist alles ziemlich dunkel um mich herum geworden.

Aber mein Freund, der Mond, ist da.

Im Mondschein genieße ich die frische Abendluft – herrlich, wie sie an meiner Außenhülle entlangstreift.

In Gedanken geht mir durch den Kopf: ein Haus suchen… Stroh, Holz, Stein… nö, ich will etwas aus Eisen!

Rabe Usta – genau, er soll mir eine Eisenunterkunft bauen.

Am frühen Morgen fahre ich zur Werkstatt.

Eine Lokdame steht da – aber was für eine!

Ich werde total rot, ich tute nicht, ich pruste nur noch.

Mit ihren langen Wimpern klimpert die Lokdame mich an.

„Wie heißt du?“, fragt sie.

Rabe Usta übernimmt die Antwort: „Das ist Emil.“

„So, so, Emil“, tutet sie zart.

Jetzt, Emil, denke ich – und lasse ein langes, kräftiges Tuten hören.

„Und wie heißt du, meine Süße?“

„Oho, deine Süße heißt Emilia!“

„Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt“, krächzt der Rabe.


„Komm, ich lade dich zum Eis ein.“

Emilia lächelt und folgt mir.

„Ja, komm, lass uns eine Runde fahren“, tutet sie süßlich.

Unterwegs sehen wir von Weitem eine Nacktschnecke und eine Hausschnecke.

Es sieht aus, als wären sie im Streit.

Wir rollen langsam auf die beiden zu.

Schon hören wir die Nacktschnecke:

„Warum hast du ein Haus auf deinem Rücken? Wozu soll das gut sein?“

Die Hausschnecke bleibt ruhig:

„Alle Hausschnecken sind so geboren.“

Die Nacktschnecke lässt nicht locker:

„Du wirst nicht nass, wenn es regnet! Ich will auch so ein Haus!“

„Gut, dann leih ich dir meins“, sagt die Hausschnecke und streift ihr Haus ab.

Darunter erscheint ein fast durchsichtiges Regentropfenkleid in Schneckenhausform.

Es glitzert und funkelt in der Sonne.

„Wow“, entfährt es Emilia, „das sieht ja traumhaft aus.“

Die Nacktschnecke probiert das Haus, kriecht damit eine Weile hin und her.

Doch bald stöhnt sie:

„Das ist viel zu schwer. Ich bleibe lieber so, wie ich bin.“

Sie gibt das Haus zurück.

„Das habe ich mir gleich gedacht“, sagt die Hausschnecke und lächelt leicht.

Die beiden Schnecken nicken sich zu und kriechen weiter.

„So, jetzt ab zum Eisstand“, tute ich.

Am Eisstand angekommen, sagen wir wie aus einem Mund:

„Erdbeereis, bitte.“

Fast unsichtbar schwebt ein kleines Erdbeerherz über uns.

Verliebt sehen wir uns an.

„Weißt du was?“, tutet Emilia, „wir gehen ins Lokkino.“

Wir beide, Lok an Lok gekuschelt, mit Popcorn und Öltrank, schauen uns tief in die Augen – der Film läuft nebenbei.

Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam weiter, unzertrennlich, Runde um Runde.

Rabe Usta hat inzwischen die Eisenbehausung fertiggestellt und hinter der Werkstatt aufgebaut.

Als wir in die Werkstatt einrollen, werden wir mit Trompeten und Trommeln empfangen.

Der Rabe ergreift das Wort:

„Das ist ein Geschenk für euch.“

Er zeigt mit seinen Flügeln nach draußen.

Emilia und ich schauen uns verwundert an.

Der Rabe gibt mir einen kleinen Rempler.

Ich räuspere mich, klappe meine vorderen Räder hinunter, sehe Emilia in die Augen und tute:

„Bitte heirate mich. Werde meine Lokfrau.“

Emilia hüpft vor Freude auf allen Rädern zugleich und tutet:

„Ja, ich will deine Lokfrau sein.“

Zur Hochzeit trägt Emilia eine glitzernde Regentropfenhülle.

Im Sonnenlicht funkelt sie wunderschön.

Gemeinsam legen wir einen rocklokmäßigen Tanz hin, dass die Funken sprühen.

„Komm, lass uns zum Eisstand fahren“, tutet Emilia.

„Oje“, denke ich, „das wird eine lange Eisschlange.“

Denn wir fahren los – Emilia und ich, mit unseren sieben Lokkindern.


Und so geht es weiter auf den Schienen und Wegen, die keiner sieht.

Nur wer genau hinschaut, kann Emil und Emilia sehen, wie sie ihre Runden weiterfahren. 🚂 🚂

Tutut...Ende.

6. Die kleine Lok auf Reisen

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