von der Lesebärwelt 🐻
Es war Sommerende, und Entenmama und Katzenkind Minka wollten unbedingt zum Strand – wenigstens die Füße ins Meerwasser stecken.
Als sie sich fertiggemacht hatten und nach draußen gehen wollten, bettelte Katzenkind Minka:
„Entenmama, der Lesebär will auch unbedingt mitkommen.“
Der Lesebär saß auf der Kommode, ließ seine Beine herunterbaumeln, wippte mit den Füßen und bettelte:
„Bitte, ich will auch mit!“
Entenmama steckte den Lesebär in ihre Stricktasche, und so wurde er mitgenommen.
Papa Brummbär hupte, fuhr mit seinem Stranddreirad vor und wartete draußen.
Zuerst spazierten sie über die Strandpromenade und setzten sich auf eine Bank. Kurze Zeit später fing Katzenkind Minka an:
„Ich möchte zum Meer und meine Füße hineinstecken.“
Also fuhren alle mit dem Stranddreirad zum Strand. Papa Brummbär und Katzenkind Minka gingen schon einmal voraus, liefen am Meeresstrand entlang und hielten ihre Füße ins Wasser.
Danach fuhren alle wieder zurück zur Bank. Doch kaum hatten sie sich hingesetzt, stellte Katzenkind Minka erschrocken fest:
„Der Lesebär ist verschwunden!“
Also ging es wieder zurück zum Meeresstrand.
Gesucht! Gesucht! Gesucht!
Sie fragten überall nach – aber leider ohne Erfolg.
Entenmama beruhigte Katzenkind Minka:
„Bestimmt ist der Lesebär nach Armutlu geschwommen.“
Sie versuchten es noch einmal, ihn zu finden, doch auch diesmal ohne Erfolg.
Am nächsten Tag fuhr Papa Brummbär noch einmal hin und suchte erneut nach dem Lesebär – doch er konnte ihn nicht finden.
Zurück auf der Wolkeninsel waren alle seine Freunde sehr betrübt ohne ihren Lesebär. Seine Frau Sofia war fest davon überzeugt, dass der Lesebär nach Armutlu geschwommen war, denn der Lesebär war ein ausgezeichneter Schwimmer.
Da überlegten sie, Onkel Fuchs Murat anzurufen, denn er war Computerspezialist.
Sie baten ihn:
„Bitte hilf uns, der Lesebär ist verschwunden.“
Fuchs Murat machte sich sofort an die Arbeit.
In der Zwischenzeit war der Lesebär tatsächlich nach Armutlu geschwommen. Am Meeresstrand war er aus der Stricktasche gerutscht, und die Wellen hatten ihn hinausgetragen.
Drüben am Strand von Armutlu waren seine Sachen völlig nass geworden. Er zog sie aus, doch die Meereswellen spülten sie davon. Als der Lesebär versuchte, sie zurückzuholen, schwamm er ein Stück hinaus – genau in diesem Moment kam ein großes Schiff vorbei. Das Schiff entdeckte den Lesebär, nahm ihn mit und brachte ihn zu ESF (Elig-Schnell-Finden).
Dort kam der Lesebär in eine Spezial-Reinigungsmaschine und kam blitzblank sauber wieder heraus.
Danach schaute sich der Lesebär um, denn er wollte unbedingt wieder weg.
Er begann, einen Computerraum zu suchen – schließlich war der Lesebär schon immer ein schlauer Lesebär gewesen.
Nach längerem Suchen fand er endlich den Computerraum und sah von Weitem zwei Bärenohren.
Der Lesebär ging darauf zu und tippte dem Bären auf die Schulter.
Als sich der Bär umdrehte, wunderte sich der Lesebär sehr – denn er sah genauso aus wie er selbst, wie sein Spiegelbild.
„Hallo!“ – „Hallo!“
Nach langem Hin und Her stellten sie fest, dass sie Zwillingsbrüder waren.
Byn war in England gewesen und hatte dort sein Studium als Straßenclown verdient. Zufällig war er hier bei ESF gelandet.
Inzwischen hatte Onkel Fuchs Murat den Lesebär im Internet gefunden. Denn Byn hatte es so organisiert, dass man ihn und den Lesebär nur im Paket erhalten konnte.
Onkel Murat bestellte die beiden.
Nach einiger Zeit lag der Lesebär Onkel Murat so lange in den Ohren, bis dieser beschloss, mit dem Auto zur Fähre zu fahren.
Mit der Fähre kamen Lesebär und Byn auf der Wolkeninsel an.
Was für eine riesige Freude! Alle umringten Lesebär und Byn. Besonders Katzenkind Minka und Ehefrau Sofia waren überglücklich, dass ihr Lesebär wieder da war.
Zu Hause musste der Lesebär dann die ganze Geschichte erzählen: dass er nach Armutlu geschwommen war, gereinigt wurde und seinen Zwillingsbruder gefunden hatte. Auch Byn erzählte seine Geschichte – dass er in England gelebt hatte, Boxer gewesen war und sich als Straßenclown sein Studium zum Computerspezialisten finanziert hatte.
Der Lesebär zeigte Byn seine Stiftefirma und seine Lesebär-Schule. Er war stolz auf sich, denn er war wirklich ein kluger Lesebär.
Die beiden wurden dickste Freunde – schließlich waren sie Zwillingsbrüder. Sie waren unzertrennlich.
Am nächsten Tag wurde ein riesiges Fest auf der Wolkeninsel gefeiert. Alle Inselbewohner, Freunde, Frau Sofia, Katzenkind Minka, Entenmama und Papa Brummbär freuten sich, dass Lesebär und Byn beide da waren.
Nun konnte der Lesebär wieder seine Schabernacke treiben – sogar doppelt. 💟🐻❤️