5 Şubat 2026 Perşembe

Der verschwundene Lesebär

von der Lesebärwelt 🐻

Es war Sommerende, und Entenmama und Katzenkind Minka wollten unbedingt zum Strand – wenigstens die Füße ins Meerwasser stecken.

Als sie sich fertiggemacht hatten und nach draußen gehen wollten, bettelte Katzenkind Minka:

„Entenmama, der Lesebär will auch unbedingt mitkommen.“

Der Lesebär saß auf der Kommode, ließ seine Beine herunterbaumeln, wippte mit den Füßen und bettelte:

„Bitte, ich will auch mit!“

Entenmama steckte den Lesebär in ihre Stricktasche, und so wurde er mitgenommen.

Papa Brummbär hupte, fuhr mit seinem Stranddreirad vor und wartete draußen.

Zuerst spazierten sie über die Strandpromenade und setzten sich auf eine Bank. Kurze Zeit später fing Katzenkind Minka an:

„Ich möchte zum Meer und meine Füße hineinstecken.“

Also fuhren alle mit dem Stranddreirad zum Strand. Papa Brummbär und Katzenkind Minka gingen schon einmal voraus, liefen am Meeresstrand entlang und hielten ihre Füße ins Wasser.

Danach fuhren alle wieder zurück zur Bank. Doch kaum hatten sie sich hingesetzt, stellte Katzenkind Minka erschrocken fest:

„Der Lesebär ist verschwunden!“

Also ging es wieder zurück zum Meeresstrand.

Gesucht! Gesucht! Gesucht!

Sie fragten überall nach – aber leider ohne Erfolg.

Entenmama beruhigte Katzenkind Minka:

„Bestimmt ist der Lesebär nach Armutlu geschwommen.“

Sie versuchten es noch einmal, ihn zu finden, doch auch diesmal ohne Erfolg.

Am nächsten Tag fuhr Papa Brummbär noch einmal hin und suchte erneut nach dem Lesebär – doch er konnte ihn nicht finden.

Zurück auf der Wolkeninsel waren alle seine Freunde sehr betrübt ohne ihren Lesebär. Seine Frau Sofia war fest davon überzeugt, dass der Lesebär nach Armutlu geschwommen war, denn der Lesebär war ein ausgezeichneter Schwimmer.

Da überlegten sie, Onkel Fuchs Murat anzurufen, denn er war Computerspezialist.

Sie baten ihn:

„Bitte hilf uns, der Lesebär ist verschwunden.“

Fuchs Murat machte sich sofort an die Arbeit.

In der Zwischenzeit war der Lesebär tatsächlich nach Armutlu geschwommen. Am Meeresstrand war er aus der Stricktasche gerutscht, und die Wellen hatten ihn hinausgetragen.

Drüben am Strand von Armutlu waren seine Sachen völlig nass geworden. Er zog sie aus, doch die Meereswellen spülten sie davon. Als der Lesebär versuchte, sie zurückzuholen, schwamm er ein Stück hinaus – genau in diesem Moment kam ein großes Schiff vorbei. Das Schiff entdeckte den Lesebär, nahm ihn mit und brachte ihn zu ESF (Elig-Schnell-Finden).

Dort kam der Lesebär in eine Spezial-Reinigungsmaschine und kam blitzblank sauber wieder heraus.

Danach schaute sich der Lesebär um, denn er wollte unbedingt wieder weg. 

Er begann, einen Computerraum zu suchen – schließlich war der Lesebär schon immer ein schlauer Lesebär gewesen.

Nach längerem Suchen fand er endlich den Computerraum und sah von Weitem zwei Bärenohren.

Der Lesebär ging darauf zu und tippte dem Bären auf die Schulter.

Als sich der Bär umdrehte, wunderte sich der Lesebär sehr – denn er sah genauso aus wie er selbst, wie sein Spiegelbild.

Hallo!“ – „Hallo!

Nach langem Hin und Her stellten sie fest, dass sie Zwillingsbrüder waren.

Byn war in England gewesen und hatte dort sein Studium als Straßenclown verdient. Zufällig war er hier bei ESF gelandet.

Inzwischen hatte Onkel Fuchs Murat den Lesebär im Internet gefunden. Denn Byn hatte es so organisiert, dass man ihn und den Lesebär nur im Paket erhalten konnte.

Onkel Murat bestellte die beiden.

Nach einiger Zeit lag der Lesebär Onkel Murat so lange in den Ohren, bis dieser beschloss, mit dem Auto zur Fähre zu fahren.

Mit der Fähre kamen Lesebär und Byn auf der Wolkeninsel an.

Was für eine riesige Freude! Alle umringten Lesebär und Byn. Besonders Katzenkind Minka und Ehefrau Sofia waren überglücklich, dass ihr Lesebär wieder da war.

Zu Hause musste der Lesebär dann die ganze Geschichte erzählen: dass er nach Armutlu geschwommen war, gereinigt wurde und seinen Zwillingsbruder gefunden hatte. Auch Byn erzählte seine Geschichte – dass er in England gelebt hatte, Boxer gewesen war und sich als Straßenclown sein Studium zum Computerspezialisten finanziert hatte.

Der Lesebär zeigte Byn seine Stiftefirma und seine Lesebär-Schule. Er war stolz auf sich, denn er war wirklich ein kluger Lesebär.

Die beiden wurden dickste Freunde – schließlich waren sie Zwillingsbrüder. Sie waren unzertrennlich.

Am nächsten Tag wurde ein riesiges Fest auf der Wolkeninsel gefeiert. Alle Inselbewohner, Freunde, Frau Sofia, Katzenkind Minka, Entenmama und Papa Brummbär freuten sich, dass Lesebär und Byn beide da waren.

Nun konnte der Lesebär wieder seine Schabernacke treiben – sogar doppelt. 💟🐻❤️









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2 Şubat 2026 Pazartesi

Der Superman Lesebär

von der Lesebärwelt 🐻

Lesebär möchte Kahraman werden. Superman! 

Das hat er sich unbedingt in den Kopf gesetzt.

Lesebär ist nämlich kein normaler Lesebär, sondern ein Speziallesebär. Er kann sprechen. Und er sitzt auf seiner Couch und macht uns damit ordentlich die Köpfe voll.

„Hey, ich möchte Kahraman werden! Ich will Superman sein – Superman, der Lesebär!“

Den ganzen Tag, und noch drei Tage lang. Man kann es gar nicht mehr hören.

Also habe ich beschlossen, ihm einen Superman-Umhang zu nähen. Als dieser kleine Umhang endlich fertig war und ich ihn ihm gab, war Lesebär total stolz.

Ein schöner, roter, samtiger Superman-Umhang.

Natürlich wollte Lesebär ihn sofort testen. Er stellte sich auf den Tisch und sprang mit dem Umhang hinüber auf seine Couch.

Aber das funktionierte nicht ganz so, wie er es sich vorgestellt hatte.

Es war Abend geworden. Lesebär schlief erst einmal eine Runde. Am nächsten Tag zog er seinen Umhang sofort wieder an. Vor lauter Freude tanzte er herum und wirbelte sich im Kreis – einmal, zweimal, dreimal.

Und auf einmal war kein Lesebär mehr zu sehen. Er war unsichtbar geworden.

Natürlich freute er sich sehr darüber. Er machte sich auf die Reise und rettete Giraffe Cila, die sich mit dem Fuß in einem Gitter verfangen hatte. Lesebär zog sie heraus, doch Cila sah niemanden und dachte nur: „Gott sei Dank habe ich meinen Fuß da wieder rausbekommen.“

Auch Schlappohr, der Wuffi-Hund, hatte große Probleme und bekam schlecht Luft. Lesebär hielt ihn ans offene Fenster, und Wuffi wunderte sich sehr, wie das plötzlich geschehen konnte.

Oder Sofia, seine Frau: Sie schaffte die Arbeit in der Küche kaum noch. Lesebär half ihr heimlich beim Schnippeln – und so weiter und so fort.

Natürlich musste sich Lesebär jedes Mal dreimal drehen, damit er wieder sichtbar wurde.

Und weil er ein ganz besonderer Lesebär ist, kann er sich überall auf der Welt hin verzaubern. 

Wenn du also vielleicht halb einschläfst und jemand – vielleicht der Lesebär – mit seinem magischen, unsichtbaren Umhang dir sanft auf die Schulter tippt: tipp, tipp, tipp,

dann ist er es ganz bestimmt … der Lesebär, der dich daran erinnert, dass auch du ein Superheld sein kannst.

Und damit ist diese Lesebär-Geschichte zu Ende. 🐻✨








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30 Ocak 2026 Cuma

Das Wüstenmärchen Laila

Märchenwelt 🌟

Es war einmal ein junges Mädchen namens Laila. Jeden Tag ging sie zum Markt und verkaufte dort ihre selbstgemachten Tonkrüge. Manche hatte sie verziert, manche liebevoll bemalt. Und Laila träumte davon, reich zu sein.

Als sie eines Tages so vor sich hinträumte – 

Als sie eines Tages so vor sich hinträumte – Rumps!

krachte es plötzlich mitten in ihre Tonkrüge hinein. Erschrocken blickte Laila auf die Scherben, die nun überall verstreut lagen. Eine Kutsche hatte die Kontrolle verloren und war direkt in ihren Stand gekracht.

Der Kutscher stieg hastig ab, nahm seinen Hut ab und wollte sich gerade entschuldigen, als sich die Tür der Kutsche öffnete. Ein junger Mann stieg aus, ging um die Kutsche herum – und Laila erkannte sofort: Es war ein Prinz. Er trug eine Krone auf dem Kopf.

Er entschuldigte sich vielmals und sagte:

„Natürlich werde ich Ihre Ware entschädigen. Es tut mir sehr leid, dass meine Pferde ausgeschert sind. Darf ich Ihren Namen erfahren?“

Verschämt stotterte sie: „Laila.“

Der Prinz nahm einen Beutel Gold und wollte ihn ihr in die Hand legen. Doch Laila überlegte kurz und sagte dann:

„Prinz, ich möchte lieber bei Euch arbeiten, in Eurem Schloss. Das wäre mir viel lieber.“

Dem Prinzen war das recht. Er ordnete an, Laila am nächsten Morgen abzuholen. So kam sie ins Schloss und arbeitete fortan in der Küche.

Jeden Abend wurde dort das Besteck poliert, denn es gab eine sehr, sehr große Schublade, in der das gesamte Silberbesteck lag. Es wurde nur selten benutzt – immer wieder poliert und zurückgelegt. Doch jedes Mal, wenn Laila das Besteck polierte, ließ sie heimlich ein paar Stücke verschwinden.

Auf dem Heimweg suchte sie und fand in der Wüste einen Felsen. Dort vergrub sie das Besteck und markierte die Stelle so, dass sie sie sicher wiederfinden würde. 

Das ging eine ganze Zeit lang so.

Eines Abends, als Laila ihre Arbeit beendet hatte und leise an den Türen vorbeiging, hörte sie ein Gespräch. Der König sprach zu seinem Sohn:

„Sohn Sandklar, wir haben große Sorgen. Unser Königreich ist verarmt. Wir werden unser Schloss verkaufen müssen. Uns bleibt keine andere Wahl.“

Der Prinz war sehr, sehr traurig.

Einige Tage später bat Laila den Prinzen:

„Ich möchte gern wieder auf den Wochenmarkt gehen und dort meine Krüge verkaufen.“

Der Prinz erlaubte es.

Nach einigen Wochen hörte Laila von einem kleinen Königreich, das sein Schloss verkaufen wollte. Da beschloss sie, das Silberbesteck auszugraben. Sie ging zu diesem Schloss, trat ein und begegnete König Kleinstern. Er war ihr sofort sympathisch und nahm sie auf, als wäre sie seine eigene Tochter.

Laila streckte ihm das Besteck entgegen. König Kleinstern starrte erst auf das Silber und dann auf das Mädchen.

„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“, fragte Laila vorsichtig.

Da erzählte der König:

„Viele Jahre ist es her. Ich war einst in eine junge Prinzessin verliebt. Wir wollten uns verloben, und genau dieses Besteck lag damals auf unseren Tischen. Doch sie verstarb – sie war schwer krank.“

Dann fragte er leise:                            „Woher hast du dieses Besteck?“

Beschämt senkte Laila den Blick. Doch der König sagte:

„Hab keine Angst. Ich werde dein Geheimnis bewahren.“

Da erzählte Laila von ihrem Traum, reich zu sein, und dass sie das Besteck gesammelt hatte, um sich eines Tages ein kleines, schönes Haus zu kaufen und gut zu leben.

König Kleinstern schwieg einen Moment und sagte dann:

„Ich werde dich als meine Tochter annehmen.“

Heimlich schmiedete er einen Plan und lud König Mondgroß und Prinz Sandklar in sein Reich ein. Das Schloss wurde festlich geschmückt, und natürlich folgten König Mondgroß und sein Sohn der Einladung.

König Kleinstern ließ Laila wunderschön kleiden – fast hätte er sie selbst nicht wiedererkannt.

Als das Fest begann und König und Prinz eintrafen, wurde zum Tanz aufgefordert. Wie konnte es anders sein – Prinz Sandklar bat Laila um einen Tanz. Währenddessen sagte er immer wieder:

„Du kommst mir so bekannt vor.“

Da sprach König Kleinstern:

„Das ist meine Tochter. Sie hat in meinem Auftrag gehandelt. Wir hörten, dass euer Schloss verkauft werden soll. Nehmt meine Tochter zur Frau und lebt mit uns hier im Schloss.“

Alle waren glücklich. Der Prinz war zunächst überrascht, doch er war so verliebt in Laila, dass er alles andere vergaß.

So lebten König Mondgroß, König Kleinstern, Prinz Sandklar und Prinzessin Laila in dem Schloss.          Es war zwar kleiner, doch viel gemütlicher und schöner. 

Das alte Schloss wurde verkauft und alle konnten gut davon leben.

Die beiden Könige wurden Freunde und spielten jeden Abend Schach. Prinz Sandklar und Prinzessin Laila lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende.












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Einladung zur Lesebärwelt

Lesebärwolken

Geschichten aus der Lesebärwelt – immer ein bisschen verrückt.

Familien, Kinder und Erwachsene – schwebt mit auf eine Reise und folgt den Wolken voller Fantasie, die Geschichten zum Weiterträumen tragen.

Egal ob groß oder klein – ich lade euch ein, in die Welt meiner Lesebärwolken-Geschichten einzutauchen.

Ich bin ein richtiger Familienmensch – eine bayrische Frohnatur mit einem waschechten Dickschädel.

Ich bin Mutter einer Tochter, verheiratet und die Älteste von vier Schwestern.

Meine Hobbys sind vielfältig: Besonders gerne nähe und stricke ich. Schon als Kind schrieb ich Geschichten und Aufsätze – und vor Kurzem habe ich diese Leidenschaft wieder neu entdeckt.

Seitdem meine Tochter klein war, erzähle ich ihr jeden Abend eine Gutenachtgeschichte. Heute ist sie schon eine Jugendliche und hört sie immer noch gerne.

Der Lesebär hat eine besondere Rolle in unserer Familie: Als er im Kuscheltierland ankam, wurde er sofort beliebt – vor allem bei meiner damals einjährigen Tochter. Er war überall dabei: beim Kinderarzt, auf dem Spielplatz, als Tröster und Schlafgefährte.

Oft las ich ihr mit ihm auch eine Gutenachtgeschichte vor. So bekam er seinen Namen: Lesebär. Er liebt Bücher, liest gerne mit und hilft mir sogar beim Schreiben meiner Geschichten.

Ich lade euch herzlich ein, die Lesebärwolken zu begleiten. Auf dieser kleinen, verrückten Seite öffnen wir unsere Schatztruhe – und ich wünsche mir, euch damit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Eure Lüdel

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!



☁️ Blogstart am 14. August 2025☁️






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Über Mich

Hinweis zu den Geschichten

Über mich – Autorin: Lüdel

Einige meiner Geschichten habe ich bereits im Schreibportal
Kurzgeschichten-storis.de hineingezaubert.

Hier, auf meinem Lesebärwolken-Blog, sammle ich sie – für
meine Tochter, für mich und für alle, denen ich damit von Herzen ein Lächeln
auf die Lippen zaubern möchte.

Manche Geschichten begegnen euch daher vielleicht ein
zweites Mal – hier bei den Lesebärwolken. ☁️🌟☁️


📃 Hier auf meinem Lesebärwolken-Blog erscheinen alle meine Geschichten in ihrer Originalversion.



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Über mich – Urheberrecht

Dies ist eine kleine, feine Seite.

Alle Geschichten, Texte, Audioaufnahmen und Inhalte in diesem Blog sind von mir erdacht und unterliegen dem Urheberrecht.

Auch die Fotos und Bilder stammen von mir – sie sind ebenfalls nur für den privaten Gebrauch bestimmt.

Du darfst alles gerne privat lesen, ausdrucken oder im kleinen Kreis mit anderen teilen.

Für öffentliche Zwecke, Veröffentlichungen oder eine Weiterverbreitung bitte ich dich, vorher meine Erlaubnis einzuholen.

Ich bin Lüdel, die Autorin der Lesebärwolkenwelt.

Danke für dein Verständnis – und viel Freude beim Lesen!

















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26 Ocak 2026 Pazartesi

🐚 Die Muschel am Strand

Märchenwelt 🌟

Die Muschel am Strand

Eine Muschel hatte jahrhundertelang im Meer gelegen.

Eines Tages wurde sie an den Strand gespült.

Von Weitem sah es aus, als wäre sie gerade erst herausgespült worden.

Sie glitzerte und funkelte in der Sonne.

Lange Zeit lag die Muschel dort.

Manchmal, wenn jemand vorbeikam, hob man sie hoch und hielt sie sich ans Ohr –

doch nichts.

Kein Meeresrauschen drang aus ihr.

Mit einem Schulterzucken legte man die Muschel wieder hin.

Sie war groß und weiß, mit samtartig durchzogenen Streifenfäden.

Länglich und zugleich rundlich, mit leichten Muschelzacken, die zu leuchten schienen.

Eine Wanderratte war unterwegs zum Meer.

Sein Säckchen hing an einem Stock über der Schulter, hinter seinem Rücken.

Er wollte das Meer unbedingt sehen und ging den Kiesstrand entlang.

Da entdeckte er etwas Funkelndes –  die Muschel.

Ratte Rautus hob sie hoch und hielt sie an sein Ohr.

Seltsam – nichts.

Kein Wellenrauschen war zu hören.

Etwas in seinem Inneren wollte die Muschel mitnehmen.

Sie war ziemlich groß, fast so groß wie er selbst.

Rautus stellte sein Säckchen ab, nahm die Muschel noch einmal auf –              und siehe da:

Sie schmiegte sich an seinen Rücken.

Er ging hinunter zum Strand und steckte seine Füße ins Wasser.            Ach, wie herrlich, dachte sich Rautus.    So schön kühl – und wie das Meer nach Salz roch.

Noch in Gedanken versunken, stieg er den Kiesstrand wieder hinauf und folgte einem schmalen Weg unter den Felsklippen.

Dahinter entdeckte er eine Felshöhle, gerade so hoch wie er selbst.

Als er sie betrat, leuchtete die Muschel hell, und Rautus folgte dem Schein.    Der Weg schien endlos.                    Müde erkannte er schließlich ein stecknadelkopfgroßes Licht.

Glühwürmchen.

Langsam schlich Rautus hindurch.    Dicht vor der Höhle schwebten sie wie Lichtkegel, als wären sie Wächter.

Große, leuchtende Augen blickten auf ihn herab –

eine Eule.

Ratte Rautus lief zum nächsten Baum, flitzte noch ein Stück weiter,  bis er einen großen Eichenbaum erreichte.

Dort fand er ein Baumloch und schlief übermüdet ein.


Am nächsten Morgen zwitscherten die Vögel.

Rautus machte sich mit der Muschel auf dem Rücken daran, Walnüsse, Haselnüsse und Eicheln zu sammeln.

Er kam sich vor wie im Schlaraffenland.

Während er die Nüsse einsammelte, flitzte ein Eichhörnchen vom Baum herab, stellte eine Pfote auf eine Walnuss und grinste ihn freundlich an.

Das Eichhörnchen plauderte los:

„Wohin des Weges, Wanderer?        Komm mit mir!“

Es schnappte sich einige der Walnüsse, bis sie ihm fast bis zur Nase reichten, flitzte die Bäume hinauf und tauchte kurz darauf ohne Nüsse wieder auf.

Dann hüpfte es voraus.

Ratte Rautus folgte ihm.

Bald erreichten sie ein kleines Lagerfeuer.

Dort saß ein Zwerg.

Als Rautus auf ihn zuging, begrüßte der Zwerg ihn freundlich.

Er lud ihn zum Abendessen ein –          es gab eine leckere Suppe.

Während der Zwerg umrührte, versammelten sich auch seine Freunde am Feuer:

der Specht, das Eichhörnchen, sein alter Freund der Tausendfüßler und Zwerg Wolle, der hinter dem Wald in einem Zwergendorf lebte.

Alle saßen um das Lagerfeuer.

Ratte Rautus hatte inzwischen die Muschel abgenommen und erzählte, wie er sie gefunden hatte.

Am nächsten Tag halfen ihm der Zwerg, der Specht und das Eichhörnchen, eine Behausung zu finden.

Nicht weit entfernt wurden sie fündig: bei einer mächtigen Eiche, hinter einer Wurzelhöhle.

Dort zog Ratte Rautus ein.

Der Zwerg baute ihm ein handgemachtes Bett.

Rautus hatte sich inzwischen selbst einige Möbel gemacht – unter anderem einen Stuhl und einen hohen, runden Blumentisch, auf dem seine Muschel lag.

Rautus staunte nicht schlecht über das Bett.

Dabei fanden sie heraus, dass sie beide Schreiner waren.

Am Abend sollte der Einzug gefeiert werden.

Zwerg Wolle, der Specht, das Eichhörnchen, der Tausendfüßler und Ratte Rautus saßen wieder am Lagerfeuer.

Der Zwerg kochte erneut eine leckere Suppe.

Als sie so beisammensaßen und Rautus die Muschel weiterreichte, horchten sie neugierig daran.

Doch sie stellten fest:

nichts – nur Stille.

Da hielt Rautus die Muschel fest.

Zwerg Wolle bemerkte:

„Diese Muschel scheint mehr zu sein als nur eine Muschel …“

Der Zwerg nickte ergänzend.

„Genau. Sie ist ein Musikinstrument.“

Neugierig nahm Ratte Rautus die Muschel, legte die schmale Seite an den Mund, sodass die längliche Öffnung nach oben zeigte und die bauchige, leicht gezackte Seite nach unten.

Dann blies er hinein.

Die Töne waren tief und rund, sie klangen wie eine Tuba.

Es war ein Muschelhorn.

Alle waren still vor Erstaunen.

Rautus horchte noch einmal hinein –  da erklang ein vermischtes Meeres- und Blätterrauschen.

Wie wunderbar!

Er reichte die Muschel weiter.

Begeistert nickten sie ihm zu.

Dann nahm Rautus die Muschel wieder an sich und blies erneut hinein.

Diesmal holte der Zwerg seine Flöte hervor, der Specht klopfte den Takt,

Zwerg Wolle raschelte mit seinen Eichelrasseln, der Tausendfüßler summte, und das Eichhörnchen klapperte mit Walnussschalen.

Sie musizierten die ganze Nacht.

Ein Echo trug die Klänge weit hinaus, und noch lange hörte man die wunderbare Musik.

Und so endete die Geschichte von der Wanderratte Rautus und der Muschel, die Musik in sich trug.

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Dieses Märchen ist meinem Schreibfreund Rautus gewidmet.








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Der verschwundene Lesebär

von der Lesebärwelt 🐻 Es war Sommerende, und Entenmama und Katzenkind Minka wollten unbedingt zum Strand – wenigstens die Füße ins Meerwass...