Märchenwelt 🌟
Es war die dunkelste Nacht, die Riese Goldleo jemals gesehen hatte.
Kein Stern war am Himmel zu erkennen, und selbst zwischen den hohen Bäumen lag eine ungewohnte Dunkelheit.
Zwerg Rony war ganz bang zumute und hielt sich an den Locken des Riesen fest.
Unsicher blickten sich die beiden an.
Sogar im Wald war es still geworden.
Da drang ein geheimnisvoller Schein zwischen den Bäumen hindurch.
Der Adler, der auf der anderen Schulter des Riesen saß, hob aufmerksam den Kopf. Mit seinen scharfen Augen erkannte er den Weg durch die Dunkelheit.
Langsam und vorsichtig folgten Riese Goldleo und Zwerg Rony dem schimmernden Farbenspiel des Scheins.
Der feine Lichtschein führte sie immer weiter in Richtung des Felsberges, dort, wo sich der Wald lichtete.
Mit jedem Schritt wurde das Leuchten stärker.
Erstaunt blieb Riese Goldleo stehen.
Vor ihnen breitete sich ein leuchtendes Meer aus Farben aus.
Staunend wanderten ihre Blicke zu den großen Laubbäumen hinauf, die den Rand des Waldes säumten.
Unzählige Blätter schimmerten in bunten Farben. Manche leuchteten golden, andere silbern, rot oder orange. Der Boden unter ihnen glitzerte im Schein der fallenden Blätter, und selbst der Himmel schien von sanftem Licht erfüllt zu sein.
Langsam blickten sie noch höher hinauf.
Dort stand der Mond hell und klar am Himmel.
Sein Licht ließ die bunten Blätter strahlen und tauchte den ganzen Wald in eine stille Magie.
In diesem Augenblick sagte niemand ein Wort.
Alles um sie herum war ruhig geworden.
Man hörte nur das leise Rascheln der Mondblätter im Wind.
Riese Goldleo, Zwerg Rony und der Adler spürten die tiefe Faszination dieses Anblicks und verweilten still in der magischen Nacht.