12 Şubat 2026 Perşembe

🌵 Wüstenmärchen

Märchenwelt 🌟

In einer wüstenähnlichen Landschaft erzählte man sich diese Geschichte:

Nachdem der jahrelange Wüstenkrieg beendet war, kehrte Prinz Fame nach Hause zurück. Er war schon müde, hing halb vom Pferd, als er endlich die schemenhaften Umrisse des Schlosses sah.

Als er näher kam, stoppte er erschrocken. Was war hier geschehen?

Das Schloss war in einem schrecklichen Zustand. Der Putz blätterte ab, die Farbe war völlig verblasst.

Er stieg ab. Müde ging er auf den Schlossplatz zu. Alles war still. Es war bereits dunkel geworden, und er wollte niemanden wecken. So stellte er sein Pferd in den Stall.

Er selbst legte sich ins Heu und schlief sofort ein.

Am nächsten Morgen war es immer noch sehr still. Er betrat das Schloss. Seltsam – keine Bediensteten waren zu sehen. Er schritt weiter in den Thronsaal – alles leer, nur Staub. Man hörte lediglich seine Schritte hallen.

Im Gang zu den Schlafräumen lief ein Diener entlang. Dieser blieb wie angewurzelt stehen, starrte ihn an, öffnete den Mund, brachte jedoch kein Wort heraus.

Prinz Fame trat auf ihn zu, klopfte ihm auf die Schulter und fragte, wo sein Vater sei. Der Diener ging wortlos voraus, öffnete eine Tür. Dort lag der König in seinem großen Bett, umgeben von zwei Dienern.

Prinz Fame trat näher, setzte sich auf die Bettkante, nahm seine Hand und sagte leise:

„Vater, ich bin es – Fame, dein Sohn.“

Der König sah auf. Er war zu schwach, um zu antworten, doch er drückte die Hand seines Sohnes.

Der Prinz ließ den Dorfdoktor kommen.

„Was fehlt ihm?“, fragte er besorgt.

Der Doktor antwortete: „Es ist nicht schlimm. Er ist nur sehr geschwächt. Ihr müsst dafür sorgen, dass der König wieder Bewegung bekommt. Doch die beste Medizin seid Ihr selbst, Prinz. Er hat sich zu viele Sorgen um Euch gemacht.“

Der Prinz nahm sich diese Worte zu Herzen. Er ging sofort zu seinem Vater, überredete ihn aufzustehen, und gemeinsam spazierten sie über die Flure. Schon bald kehrte die Kraft des Königs zurück.

König Sinan sprach:

„Weißt du, mein Sohn, das Reden mit dir tut mir gut. Es ist die beste Medizin.“

Prinz Fame stutzte:

„Aber du hast doch deine Diener?“

„Ja“, sagte der König, „doch wie du siehst, sind nur noch drei geblieben. Die anderen sind fort. Mit Dienern spricht man nicht über die persönlichen Dinge des Lebens.“

„Da wirst du wohl recht haben, Vater“, stimmte der Prinz zu.

Als sie gemeinsam auf die Wüstendünen blickten, fragte Prinz Fame:

„Was ist eigentlich mit Prinzessin Saleika?“

Der König sah ihn kurz an.

„Ich weiß es nicht. Das Schloss Side wurde zerstört. Es gibt nur noch unser Schloss und das von Fürst Veach.“

Prinz Fame beschloss:

„Dann werde ich sie suchen.“

Inzwischen war Saleika mit Fürst Veach verheiratet worden.

Obwohl es dem Fürsten gut ging, musste Saleika für ihn arbeiten. Seit ihrem vierzehnten Lebensjahr lebte sie dort. Sie töpferte Schalen und ritt ins Dorf Amba, um ihre Waren zu verkaufen.

Um eines Tages fortgehen zu können, hatte sie Stück für Stück wertvolles Besteck mitgenommen und es zwischen zwei Bäumen in einem Erdloch versteckt.

Prinz Fame ritt auf der Suche nach Saleika ins Dorf Hurd. Dort traf er ihren Vater, der als Bettler am Straßenrand saß.

Der Vater erzählte ihm, dass auch er sie suche. Sein schlechtes Gewissen lasse ihm keine Ruhe, weil er zugelassen hatte, dass Fürst Veach seine Tochter heiratete.

Der Prinz sah ihn entsetzt an.

„Warum?“

„Das Warum ist mir unwichtig geworden“, antwortete der Vater bedrückt. „Es gab viele Gründe, die mir jetzt alle unwichtig sind.“

Der Prinz glaubte ihm. Von da an suchten sie gemeinsam nach Saleika.

Auf dem Markt von Amba, so hörten sie, solle sie oft sein.

Gemeinsam ritten Prinz Fame und König Side nach Amba. Endlich angekommen, gingen sie durch den Markt.

„Da! Dort ist sie – Saleika!“

Prinz Fame blieb stehen und gab König Side einen Rempler. Dieser schaute hinüber.

„Ja“, sagte er leise, „das ist sie.“

Langsam gingen sie auf ihren Stand zu.

„Saleika!“, sagten beide wie aus einem Mund.

Sie sahen sich an – und für einen Moment sagte niemand etwas.

Saleika packte ihre Sachen zusammen. Ihr Vater nahm das Bündel an sich. Dann umarmte sie ihn. Sie war ihm nicht böse – sie wusste, dass er sie liebte.

Prinz Fame half ihr aufs Pferd.

Unterwegs erzählte sie von dem vergrabenen Besteck. Gemeinsam ritten sie zu der Stelle und holten es aus der Erde.

Sofort kehrten sie ins Dorf Hurd zurück. Dort kannte ihr Vater einen Käufer.

Das Gasthaus öffnete gerade, als König Side und Prinz Fame ankamen.

König Side schaute sich um. Der Kellner deckte gerade die Tische. In der Mitte des Raumes stand ein ovaler Tisch, rechts daneben befand sich eine schmale Tür. Der König ging auf die Tür zu, öffnete sie, schaute kurz hinein und schloss sie wieder. Dabei stolperte er und fand sich unter dem Tisch wieder. Das gesamte Besteck fiel aus dem Beutel heraus.

Der Besitzer des Gasthauses erkannte sofort den Wert des Bestecks. Es ging alles sehr schnell – er kaufte das Besteck.

König Side ritt allein zu Fürst Veach und verlangte seine Tochter zurück.

„Was gibst du mir dafür?“, fragte der Fürst kühl.

König Side legte ihm den Beutel mit den Goldstücken vor die Füße – und ging.

Kurz darauf ritt er zurück und kam fast gleichzeitig mit den beiden an.

Der Vater wollte erneut fortreiten, doch seine Tochter bat ihn:

„Vater, bleib hier.“

Und er blieb.

Als sie schließlich alle vereint waren – Prinz Fame, Prinzessin Saleika, König Side und König Sinan – fragte sich der Prinz, wie es nun weitergehen solle.

Da sagte Saleika:

„Wir gehen auf den Markt. Wir verkaufen Tonschalen, Gemüse aus dem Garten – es wird weitergehen.“

„Ja“, stimmten alle ein.

König Sinan freute sich, denn nun konnte er mit König Side Schach spielen. Und auch Prinz Fame und Prinzessin Saleika hatten sich wiedergefunden.

Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.


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Endstanden: 2015








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