19 Eylül 2025 Cuma

Ich packe meine Koffer…

Anekdoten-Werke 🎆
Verrückte Satire🌴

Auf Grönland blühen jetzt die Palmen besonders schön… ich packe meine Koffer und nehme meinen Kuscheltier, den Eisbär, mit. Badematratze – ob ich die benutze bei der Eiseskälte, weiß ich nicht, aber dabei ist dabei.

Badezeug braucht keins, nehm ich mal ein Handtuch mit – kann man ja nicht wissen. Nehm eine Schachtel Würmer, die Dose gut zugeschraubt, sicher ist sicher. Meine Brille eingepackt, ich wolle doch die Eisbären sehen. Das Fernglas dabei, dass ich die Sterne besser finde.

Nen Strohut – unter den Palmen kann es ganz schön heiß werden. Eine Leselektüre, am besten von Satire. Nehm unbedingt noch Wasserschi mit. Eine Hängematte, dass man zwischen den Palmen im Schatten liegen kann.

Soo, jetzt noch ne Thermoskanne voller Heißgetränk – hab gehört, unter den Palmen in Grönland soll’s ziemlich kalt sein.

Schaui, bis bald auf Grönland…
eure Lüdel.

16 Eylül 2025 Salı

Verliebt in I.aah

Anekdoten-Werke 🎆
Erinnerungen 🐴

Ich war ungefähr vier Jahre alt. Wir wohnten in der Nähe der Erdinger Molkerei, wo mein Papa als Hausmaurer gearbeitet hat. Von uns aus war der Stadtpark nicht weit – und meistens gingen wir am Wochenende genau dorthin, zum Tiergehege.

Wir liefen an der Straße entlang, durch kleine Gassen, über eine schmale Brücke, dann den Weg entlang bis zur nächsten, etwas breiteren Brücke. Unter ihr floss ein kleiner Fluss.

Nach der Brücke führte ein schmaler Gehweg Richtung Park. Unser Sportwagen war vollgepackt – an den Henkeln hingen Tüten, im Wagen lag ein kleines Kissen, und unten im Gitterraum waren auch Taschen verstaut.

Ich war die älteste, und meine beiden Schwestern liefen immer vor und zurück. Besonders meine dritte Schwester brachte Mama manchmal fast zur Verzweiflung. Sie rannte weit voraus – und plötzlich stand sie direkt am Flussbett und wollte gerade die Hände ins Wasser stecken. Papa eilte hin und nahm sie schnell an die Hand. Meine zweite Schwester lief währenddessen immer wieder am Sportwagen vorbei – hin und zurück.

Dann, kurz nach einer Biegung, geschah es wieder:

Ein lautes „I.AAH – I.AAH – I.AAH!!!“ hallte durch die Luft.

Ich war felsenfest davon überzeugt – es galt mir!

Mein Herz pochte, ich war ganz aufgeregt.

Ich wollte zu meinem Geliebten Esel – er rief nach mir!

Ich zog an der Hand meiner Mutter, wollte schneller zu ihm, so schnell es nur ging.

Jedes Mal, wenn wir zum Park gingen, ungefähr an derselben Stelle, iaahte mein Esel. Ich war sicher: Er wartet auf MICH.

Aber es ging viel zu langsam. Der lange, schmale Weg schien ewig zu dauern …

Nach viel Hin-und-Her-Lauferei um den Wagen kamen wir endlich an. Noch über die schöne, breite Brücke – damals durfte man dort noch Enten und Schwäne füttern.

Wir warfen das Brot von der Seite hinein, wo das Wasser herkam. Papa hatte uns erklärt, das Brot müsse nass sein, damit die Enten keinen Bauchweh bekommen.

Wir sahen zu, wie es unter der Brücke hindurchschwamm – und wie die Enten es wegschnappten.

Dann, endlich, zum Tiergehege mit den großen Vogelkäfigen – und da:

„Ich.aaah…“

Er rief nach mir!

Ich rannte voraus, der Esel lief auf und ab, streckte seine Schnauze an den Zaun.

Meine kleine Hand wurde ganz feucht, mein Herz ganz weich.
„Ach, mein Esel …“

An der Seite war ein Holzfach angebracht – dort lagen manchmal Karotten. Ich hatte Glück! Eine lag noch darin, die ich ihm jetzt geben konnte. Kaum hatte ich sie hingehalten, war sie auch schon weg.

Von meinem Liebling war ich nur schwer zu trennen. Erst mit viel Überredungskunst meiner Eltern gingen wir weiter in Richtung Spielplatz. Auch dort war es schwierig, uns wieder loszueisen.

Dann rief unsere Mama:
„Kommt, lasst uns Brezeln holen!“

Und das war das Zauberwort.

Denn beim Bäckerladen gab es mittelgroße Brezen – eine für uns drei Kinder, die wir uns teilten, und eine teilten sich unsere Eltern.

Ein kleines Stück ließ ich übrig, um es meinem Liebling beim nächsten Mal zu geben – meinem Esel.

Und auf dem Heimweg hörte ich ihn noch einmal:

„Iaaah – Iaaah – Iaaah!“


14 Eylül 2025 Pazar

Fliegengeld

🎈Kindermaschen🎈
Verrücktes Märchen 🕸️

Es war einmal …

Ein kleines Häuschen hatten sie geerbt. Nun standen sie davor – Vater, Mutter und Kind – und überlegten, ob sie es verkaufen sollten.

„Da müsste einiges gemacht werden“, meinte der Vater und öffnete die alte Holztür.

Die Mutter trat erschrocken zurück:
„Oje!“, rief sie, „alles voller Spinnen und Spinnweben!“

Das Mädchen stellte fest:
„Hier wohnen die Spinnen drin.“

So konnte man das Haus natürlich nicht verkaufen.

Doch drinnen, zwischen den Spinnweben, wurde es einigen Spinnen ganz murmelig im Magen.
„Verkaufen?!“, flüsterten sie durcheinander.

Ein paar mutige, freche Jungspinnen nahmen all ihren Mut zusammen und riefen:
„Wir wollen kaufen!“

Der Vater runzelte die Stirn:
„Und womit wollt ihr bezahlen?“

Eine ältere Spinne kroch herbei und bot einige Dutzend Fliegen an.

Kurz darauf kam eine weitere, schon etwas betagtere Spinne mit einem winzigen Geldbeutel.
Der war so klein, man musste zweimal hinschauen. Die Mutter war empört:

„Mit Fliegengeld könnt ihr doch kein Haus kaufen!“

Die Spinne öffnete den Beutel: Darin lagen glänzende Silber- und Goldfliegen – allerdings kam ihnen nur ein muffiger Geruch entgegen.

Das Mädchen witzelte:
„Bestimmt habt ihr euren Schatz eingesponnen!“

Da kam eine uralte Spinne mit Krückstock dahergekrabbelt. Sie hatte sich in der Ecke versteckt gehalten.

„Oben im Dachgeschoss“, krächzte sie, „durch die Dachluke – da liegt er!“

Also stiegen alle drei – Vater, Mutter und Kind – langsam hinauf.

Der Vater schob beherzt die Spinnweben zur Seite und entdeckte einen fast nicht mehr erkennbaren, eingesponnenen Koffer.

Mit einem Tuch wischte er die Spinnweben weg.

Die frechen kleinen Spinnen grinsten – sie waren schon oft heimlich im Koffer gewesen.

Der Koffer wurde geöffnet – und was war darin?

Alle drei sahen sich verdutzt an: Die Geldscheine waren vergilbt und von Mäusen angefressen.

Doch aus der Ecke kam ein kleiner Tupp von Spinnen herbeigeeilt. Mühsam schleppte sie etwas Rundes heran.

Der Vater hob es auf, hielt es vor sein Auge – tatsächlich: ein Silberstück!

Das Mädchen lächelte verschmitzt, tänzelte fröhlich im Kreis und rief:

„Dann gehört das Haus jetzt wohl den Spinnen!“

Und so war das mit dem Fliegengeld – und wenn die Spinnen nicht gestorben sind, leben sie noch heute glücklich und zufrieden in ihrem kleinen Spinnweben-Häuschen.

ENDE

🕷🕷🕷🕸️🕷🕷🕷🕸️🕷🕷🕸️🕸️🕸️🕷🕷

Im wahrsten Sinne des Wortes von meiner Tochter und mir ersponnen.

11 Eylül 2025 Perşembe

Das Feuerkind auf der Suche

Märchenwelt 🌟

Hoch über der grauen, tristen Welt schwebte ein kleines Wesen aus Feuer. Es hatte lange, flackernde Haarfetzen, und sein Gesicht leuchtete wie eine glühende Glut. Es konnte sich verwandeln in ein Feuerkind. Doch das Feuerkind war allein. Es konnte nicht landen, ohne die Welt unter sich zu verbrennen.

„Wo gehöre ich hin?“, fragte es die Wolken, aber sie zogen nur schweigend weiter.

Es versuchte, das matte, trübe Wasser zu berühren, doch der Dampf trieb es zurück. Es flog weiter und weiter, bis es die Sterne sah.

Einer der Sterne flüsterte: „Steig höher, kleines Feuer. Dein Platz ist nicht hier unten.“

Also stieg das Feuerkind höher, durch die Dunkelheit, durch den Feuerbogen, bis es spürte, wie es größer und stärker wurde. Es brannte heller als je zuvor, und da erkannte es die Verwandlung.

Es war nicht nur ein Feuerkind. Es war die Sonne. Und von diesem Tag an leuchtete es für die Welt, ließ Farben zurückkehren, das Wasser blau glitzern und das Grau verschwinden.

Und immer, wenn jemand ein fröhliches Kind sah, sagten die Menschen: „Du bist ein Sonnenkind.“

Ende.


Wanderschuhe

Märchenwelt 🎩

Bei Mäuserich Maugi gab es eine Überschwemmung in seiner Behausung, und gerade noch rechtzeitig konnte er sich mit seinem Bootblatt retten. Mit Ach und Krach trieb er dahin, bis das Wasser versiegte und er direkt im Erdmatsch landete. Sein ganzer Körper war voller Erde, und er sah völlig braun aus.

In einiger Entfernung spazierte ein junger Mann namens Gerd im Wald. Er trug Wanderschuhe, die er von seinem verstorbenen Onkel geerbt hatte. Da dieser sein einziger Verwandter gewesen war, hatte Gerd beschlossen, auf Wanderschaft zu gehen.

Während er so wanderte, sammelte er ein paar Holzstücke für den Abend, falls es kalt werden sollte. Schon hatte er einige zusammen, als er am Boden ein besonders schönes Stück entdeckte. Beim Bücken fielen ihm einige der gesammelten Hölzer hinunter – und eines traf genau den Kopf von Maugi, der sich gerade aus dem Matsch befreit hatte.

„Aua!“, rief die Maus erschrocken.

Gerd schaute verwundert nach unten und sah ein braunes Etwas, das sich schüttelte.

„Was bist du denn?“, fragte er.

„Ich bin Maugi, die Maus.“

„Aha, und was machst du da?“

„Ich habe mich gerettet. Bei mir gab es eine Überschwemmung. Mit meinem Boot bin ich hierher gelangt – und jetzt bin ich voller Erde!“

„Ich dachte, du wärst ein Holzstück.“

„Bin kein Holzstück – ich bin eine Maus!“

Gerd schmunzelte, hob Maugi vorsichtig auf und steckte ihn in seine Hemdtasche.

Gemeinsam zogen sie weiter und unterhielten sich über alles Mögliche. Bald kamen sie zu einer kleinen Lichtung, wo Gerd ein Lagerfeuer machte. Die beiden wurden Freunde. Gerd dachte darüber nach, was er nun mit seinem Leben anfangen sollte. Außer den Wanderschuhen, dem Wanderrucksack und seiner Kleidung hatte er nichts.

„Am besten gehe ich ins nächste Dorf, um dort Arbeit zu finden“, murmelte er. Doch dann hatte er eine Idee.

„Wir machen eine kleine Zirkusaufführung!“

Er fand einen alten Baumstamm und ließ Maugi darauf Kunststücke machen. Die Leute waren begeistert und gaben ein paar Goldtaler – und das ging eine ganze Weile gut. Doch irgendwann, nach einem langen Tag, war Gerd völlig erschöpft. Er schlief ein und hatte einen seltsamen Traum. Als er aufwachte, murmelte er: „Irgendwas hab ich geträumt mit meinen Schuhen...“

Er wanderte weiter. Gerade als der Wald hinter ihm lag, stolperte er vor Müdigkeit. Dabei stieß er dreimal mit der Ferse gegen seine Schuhe – einmal, zweimal, dreimal...

Danach war Gerd sehr fein gekleidet, mit einem Zylinder auf dem Kopf. Er sah aus wie der Sohn eines reichen Gutsbesitzers. Und auch Maugi hatte sich verwandelt – er war nun eine elegante, kleine Maus mit einem glitzernden Jäckchen. Die beiden lachten, als sie sich gegenseitig ansahen.

„Gut, dass mein Onkel mir die Schuhe gegeben hat!“, sagte Gerd. „Sie haben mir Glück gebracht.“

Am Waldrand setzten sie sich und überlegten. Gerd flüsterte: „Vielleicht kann ich mir noch etwas wünschen.“ Er klopfte wieder dreimal mit den Fersen aneinander und wünschte sich ein kleines Häuschen.

Und tatsächlich – wie durch Zauberhand stand ein paar Meter entfernt ein hübsches Häuschen. Sie gingen darauf zu, öffneten die Tür – drinnen waren Tische, Stühle und alles liebevoll hergerichtet. Es fühlte sich an, als wären sie schon immer dort gewesen.

„Jetzt muss ich mir nur noch etwas Gutes einfallen lassen“, überlegte Gerd – und schlief erst mal darüber.

Am nächsten Morgen klopfte er wieder mit den Schuhen und sagte: „Ich wünsche mir eine Pferdefarm.“ Und tatsächlich: Ein Stall mit fünf Pferden stand plötzlich da.

Nach und nach kamen Leute aus dem Dorf. „Kann ich bei dir ein Pferd ausleihen?“, fragten sie. „Darf ich eine Runde reiten?“ Und so weiter und so fort.

Mäuserich Maugi wurde inzwischen zur kleinen Zirkusmaus. Er trat bei kleinen Vorführungen auf – und natürlich bekam er dafür ein paar Goldtaler.

Gerd schaute zum Himmel und sagte dankbar: „Danke, lieber Onkel, dass du mir diese Schuhe gegeben hast.“

Und wenn Gerd und Maugi nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute – sehr, sehr glücklich in ihrem neuen Zuhause. 
🎩👞👞🐭

Ende.


Drache Drago

Märchenwelt 🌟

Die drei guten Feen tanzten in ihrem Zauberzimmer herum. Sie zauberten sich gegenseitig wunderschöne Kleider drauf.

„Dir steht ein gelbes Kleid!“, lachte die eine Fee.

„Nein, nein, dir steht besser ein rotes!“, rief die andere und zauberte zurück.

Die dritte Fee rief: „Du brauchst ein Kleid mit Puffärmelchen!“ – züp! 
Schon sah man kleine bunte Sternchen durch die Luft wirbeln, von der Zauberei, als sie so lachten und gerade so schön herumzauberten –

In diesem Moment kam eine kleine Feenhelferin ins Zimmer – hereingestürzt geflogen, kaum größer als ein Daumen!

Ihr kleiner Körper war von einem leuchtenden Schein umgeben, der sie schützte. Aufgeregt flog sie auf und ab, doch die Feen bemerkten sie gar nicht, so vertieft waren sie in ihre Zauberei.

Da nahm die kleine Helferin all ihre Stimmkraft zusammen und rief laut:

„Hört auuuf! Sofort aufhören! Ich muss euch etwas Wichtiges sagen!“

Da sahen die Feen sie und schauten erstaunt in ihre Richtung.

„Endlich!“, rief die Helferin erleichtert. „Es ist wichtig! König Ardan und Prinz Eisenmut sind in den Krieg gezogen!“

Die drei Feen blickten sich fragend an.

„Wie! Was? Wie konnte das passieren?“

Die kleine Helferin berichtete, dass der böse König den beiden eine Falle gestellt hatte.

Er hatte behauptet, ein anderes Königreich wolle angreifen.

Er selbst bräuchte ja keine Angst haben, weil sein eigenes Königreich verarmt sei und er sowieso nur kleine Ländereien hätte.

Der böse König Graub redete es ihnen so ein und überzeugte sie so sehr, dass sie ihm alles abnahmen – und so zog König Ardan mit seinem Sohn Eisenmut in den Krieg.

Denn der böse König Graub hatte vor, seine Tochter, Prinzessin Elena, mit Prinz Siah zu verheiraten. Vor kurzem war dessen Vater verstorben, und nun gehörten ihm das große Schloss und alle Ländereien. Durch die Hochzeit wollte der böse König Graub alles an sich reißen – einfach alles.

Doch womit er nicht rechnete: Auch Prinz Siah hatte eine eigene List vor. Er wollte genau dasselbe – nämlich das Königreich des bösen Königs übernehmen. So schmiedete jeder heimlich seinen eigenen, finsteren Plan.

Die Feen waren ganz aufgebracht.
„Was sollen wir bloß machen?“
„Wir müssen unbedingt die Prinzessin schützen!“

Schnell flogen sie, gut versteckt, hintenherum ums Schloss bis zu dem Fenster, hinter dem Prinzessin Elena ihr Zimmer hatte.

Prinzessin Elena kannte die Feen sehr gut – sie waren ihre Freundinnen. Die Prinzessin freute sich sehr, als sie sie sah.

Die Feen erzählten ihr vom bösen Vorhaben des Königs.

„Sie wollen dich verheiraten – aber nicht zum Guten“, sagten sie. Die Prinzessin ahnte es bereits.

Die Feen sagten: „Wir müssen dir helfen! Wir zaubern dir ein Schutz-Brautkleid. Das wird dich schützen, damit Prinz Siah dir nichts Böses antun kann.“

Unterdessen waren König Ardan und Prinz Eisenmut schon seit vielen Monaten unterwegs. Eines Tages kamen sie an eine hohe Gebirgskette – und konnten nicht weiter.

„Wir müssen über das Gebirge hinweg“, sagte der König.
„Aber wie soll das gehen?“, fragte Prinz Eisenmut.

Mutig begann der Prinz zu klettern, doch er war nicht besonders geschickt.

Immer wieder rutschte er ab, polterte gegen Felsen und machte schrecklichen Lärm.

Oben, an einem Felsvorsprung, entdeckte er eine dunkle Höhle.

Noch ehe er sich versah, schob sich ein großer Drache aus der Höhle!

Er sah ganz und gar verärgert aus – und furchtbar gefährlich.

Wütend holte der Drache aus und blies auf den Prinzen los.

Aber anstatt Feuer kam nur eine große, graue Ringelwolke heraus!

Der Drache staunte verwundert.

Da erinnerte er sich an die Worte seines alten, verstorbenen Meisters:

„Wenn du zwar recht hast, aber falsch handelst, wird dein inneres Ich dich das Richtige machen lassen.“

Daraufhin erkannte der Drache, dass der Prinz ein guter Mensch sein musste.

Er fragte mit brummiger Stimme:

„Was suchst du so weit draußen in den Bergen?“

Der Prinz erzählte ihm von dem angeblich bösen König.

Da lachte der Drache laut:

„Ha ha ha! Ho ho ho! Das hallte nur so in den Bergen!“

„Ah! Und wie heißt dieser König denn?“, fragte der Drache neugierig.

„König Drago“, antwortete der Prinz.

Da musste der Drache noch lauter lachen:

„Darf ich mich vorstellen? Drache Drago! Und hier gibt es weit und breit keinen König – schon gar kein Königreich!“

Daraufhin ging dem Prinzen ein Licht auf.

Der Drache flog mit dem Prinzen auf seinem Rücken hinunter zum König und seinem Kriegsheer.

Er landete mitten unter ihnen und rief:

„Hört gut zu! Euch wurde eine Falle gestellt!“

„Ich bin der sogenannte König – ich bin der Drache Drago. Und ich sage euch: Hier stimmt etwas nicht!“, sagte der Drache ernst.

Er war nämlich ein kluger Drache, denn er hatte einst einen weisen Meister gehabt.

Gemeinsam schmiedeten sie einen Plan.

Prinz Eisenmut wusste, dass der böse König eine Prinzessin hatte.

Und alle drei dachten zur selben Zeit: Bestimmt wollte er sie verheiraten!

„Das darf auf keinen Fall passieren!“, rief Prinz Eisenmut entschlossen.


Sie machten kehrt mit dem Drachen Drago, und der Plan wurde vorbereitet:

Wenn die Hochzeit stattfinden sollte, würden sie rechtzeitig dazwischengehen!

Der Hochzeitstag war gekommen.

Prinzessin Elena zog ihr Schutz-Brautkleid an. Die drei kleinen Feen begleiteten sie und flogen über ihren Köpfen hinweg – niemand schenkte ihnen besondere Beachtung.

Im großen Festsaal begann die Feier.

Prinz Siah führte Prinzessin Elena in den prunkvollen Thronsaal.

Der böse König Graub grinste schon über das ganze Gesicht.

Von draußen kam plötzlich ein riesiger Krach – es schellte und trommelte, dass es nur so schepperte. Alle Gäste rannten erschrocken hinaus – nur Prinzessin Elena blieb im Saal. Sie ahnte bereits, was da draußen wohl los war.

Draußen angekommen, zog Prinz Siah sofort sein Schwert. Der böse König ergriff die Flucht! Der Drache jagte ihm hinterher – bis sie an einen tiefen Abgrund kamen. Der Drache breitete seine Flügel aus, und der König rutschte weg und stürzte hinunter.

Doch Prinz Siah rannte hinterher, sein Schwert erhoben. Da drehte sich der Drache um – und blies einen Feuerstoß auf den Prinzen.

Prinz Siah erstarrte und wurde zu Stein.

Am Schloss angekommen, hielt Prinz Eisenmut um die Hand der Prinzessin an. In dem Moment, als er dies tat, verwandelte sich ihr Brautkleid – es funkelte, glitzerte und schimmerte.

Prinz Eisenmut und Prinzessin Elena heirateten, und es wurde ein wunderschönes Fest gefeiert. Sie waren sehr, sehr glücklich.

Drache Drago bekam einen eigenen Wachturm – von dort aus behielt er alles im Blick.

Ein Jahr später saßen sie auf dem Schlossbalkon.

Prinz Eisenmut sagte: „Siehst du! Ich habe dir versprochen, dass dir nie wieder etwas passieren wird.“

Prinzessin Elena hatte ihre kleine Babyprinzessin auf dem Schoß.

Der Prinz breitete seinen Arm aus und versicherte:

„Wir werden nie wieder Sorge haben – unser Leben ist sicher, dank unserem Drachen Drago.“

Und so lebten sie glücklich und sicher bis an ihr Lebensende. 🕌🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿

10 Eylül 2025 Çarşamba

Seltsam Ungewisses Gruseln

 Humorvolles Grusel-Märchen 🌟

Ein Land, das wie Irland wirkte – große, weite grüne Flächen auf einer kleinen Insel. Vorne am Meeresrand hätte man einen Strand vermuten können, wenn es einen gegeben hätte.

Weit draußen auf dem Meer ein Piratenschiff auf See, das einem Geisterschiff glich. Von Land aus war es schrecklich nah zu sehen.

Auf dem Schiff stand der gefürchtete Piratenkäpten Zwergnase. Auf seiner Schulter hockte ein klein gebliebener Rabe. Der zerknitterte Dreispitz saß schief auf seinem Kopf, sein säbellanger Zwirbelbart hing bis zum Boden. Mit seinem feinen Riechorgan witterte er es bereits – irgendwo im Verborgenen lauerten sie, die Hintermänner vom Land. Sie warteten bestimmt schon.

Seine Piratenwesen-Mannschaft – raue Gestalten mit Narben und wirren Blicken – schaute bedrohlich und schauerlich aus, wie gefürchtete Haudegenwesen. Dennoch waren sie ungefährlich.

Alles musste vorbereitet und gerüstet sein, denn man konnte es nicht genau wissen. Bald würde es Mord und Totschlag geben.

Der Käpten schrie und brüllte über das Deck. Die Mannschaft interessierte es nicht wirklich, sie machten ihre Arbeit in ihrem gewohnten Gang und fragten sich in Gedanken: ‚Was schreit der schon wieder rum? Was will der eigentlich von uns?‘

Daraufhin wurde der Piratenkäpten stocksauer: „Zack, zack! Sofort die Bombenkugeln polieren!“, schrie er. „Das kann doch nicht sein, dass ihn niemand hört! Blitzblank die Schiffplanken schruppen – aber hurtig!“

Alles musste schussfertig sein, wenn der große Angriff kommt! Nicht, dass die da drüben vom Land sie angreifen. Der Rabe mit seiner krächzenden Stimme wiederholte alles, was der Käpten sagte, bis nur ein lautes Echo zurückhallte.

Düster blitzte und donnerte es über ihren Köpfen. In der Ferne lag der Dreiecksfluch. Das Meer war unheimlich still im Wellengang. Gleichgültigkeit breitete sich aus über die angespannte Mannschaft. Doch die Geisterpiraten, schon am Polieren, ließen sich nicht beirren – schließlich machten sie ihre Arbeit wie immer.

Piratenkäpten Zwergnase zischte mürrisch zwischen den Zähnen: „Wo sind nur meine Magier? Wo treibt sich schon wieder der Flaschengeist rum?“

Wie von Geisterhand wurde die Flasche nach oben gestoßen. Korken herausgezogen – „Blah! Was für ein Geruch, was für ein Gestank? Mit dem kann man gar nichts anfangen.“ Beim Lampengeist gerieben. „Was? Der schnarcht ja für sieben Mann!“

Noch einmal brutal losgebrüllt: „Auf niemanden kann man sich verlassen, wenn man es nicht gleich selber macht, das ist doch wohl klar!“

Um das Piratenschiff schwammen Haie im Kreis. Ihre Mäuler weit aufgerissen, als ob sie helfen wollten – unaufgefordert, ohne Gegenleistung.

Spitzel Mina, die Meerjungfrau, konnte nichts für sich behalten. Aufgeregt plapperte sie, Rekruten wurden vorbereitet – beide Feindseiten unterrichtete sie, keiner könnte es je erahnen. „Puu!“ Jetzt ist sie ihn los, den ganzen Dreck.

Die Luft war schwer, das Meer fast unnatürlich ruhig. Und doch war da dieses kaum wahrnehmbare Grollen in der Ferne. Etwas lauerte. Etwas wartete.

An Land gab es Riesen, so groß wie Bäume – wenn es welche gäbe. Manche trugen überdimensionale Bolzenhämmer über ihre Schultern, andere führten breite, schwere Säbelschwerter mit sich.

Ein schielender Späher-Riese, der alles doppelt sah, rief aufgebracht: „Haben wir es doch gleich gewusst! Die wollen uns Ärger machen, die Piraten vom Meer! Sie kommen – mit Hintermännern und einem zweiten Schiff, verborgen im Schatten des Dreiecksfluchs!“

Der Kommandant-Riese mit finsterem Blick und fester Stimme befahl: „Das müssen wir dem Herrscher melden. Sofort!“ Tief unter den Festungsmauern, in den Katakomben, saß der mächtige Wolperdinger-Herrscher. Halb Mardergesicht, halb Eberkörper, auf seinem prunkvollen Thron. Denn wie er es weiß, kann es keiner wissen.

„Der Krieg wird bald beginnen,“ flüsterte er sich selbst zu. „Ich spüre es, das weiß ich genau.“

Doch wo war sein Schatten, sein treuer Schrak?! „Das kann doch nicht sein, ohne meine Erlaubnis ist er nicht erschienen!“ Der Kriegerkönig losschrillt:

Draußen vor den dicken Türen standen zwei Wächter, sie zuckten mit den Schultern. ‚Jetzt geht das schon wieder los!‘

Schnell musste sein alter Kumpel, der Hauptmann, herbeigeholt werden, um das Schlimmste zu verhindern – sonst gewittert‘s! Wie vom Pfeil geschossen erschien er vor seinem Herrscher. Was geredet wurde, wusste man nicht genau, nur Gemurmel konnte man wahrnehmen. Aber egal, Hauptsache Ruhe herrscht.

Unerwartet ein erschreckendes Zucken durchfuhr die Körper der beiden Wächter.

Der scharfe Befehlston des Walberdinger-Herrschers drang bis zu den Kriegerwesen vor, die gerade vor Erschöpfung von draußen kamen und den mitgebrachten klebrigen braunen Kloß mit dem gerade schwarzen, heiß gemachten Gesöff genießen wollten.

Unwillig marschierten sie zum Herrscher: „Was will der von uns, hoffentlich geht's schnell,“ murmelten sie.

Sie erschienen im Königssaal, korrekt aufgereiht. Der mächtige Herrscher brüllte wirr los. Niemand hörte zu, niemand verstand, worum es eigentlich ging. Sein Stimmengeschrei überschlug sich:

„Abtreten!!!“

Die Kriegerwesen schreiten eilig zu ihrem Quartier zurück. Sie machten sich in Gedanken darüber Sorgen: ‚Na hoffentlich ist die Schwarze Brühe nicht kalt geworden?‘

Die Kriegerwesen zusammen saßen:

Das eine Wesen – dick und fett, doch irgendwie dürr zugleich – schwieg und redete viel.

Das Stahlwesen, ein Muskelpaket, schleppte alleine ganze Bäume. Hilfe brauchte er nicht dabei.

Das nächste Wesen dampfte aus dem Kopf Wolken, schob seinen dicken Bauch vor sich her, hatte alles, was ihn störte, darin gesammelt. Doch keiner konnte erahnen, was es war, denn er würde es niemals verraten.

Wie war das nochmal, sie sollten wachsam bleiben und Wache schieben. Was ist das für ein Schmarrn, das machten sie doch eh schon.

Der Dreiecksfluch hing über ihnen wie ein unsichtbares Sichelschwert. Die Stimmenwinde pfiffen durch die Wälder hinweg über das Meer. Irgendetwas war hier nicht so, wie es sein sollte.

Und so schürten, bereiteten sich beide Seiten vor; immer da in Kriegsposition.

Wer wird es wohl sein? Die Piraten vom Meer, die Kriegerwesen vom Land – oder irgendwo dazwischen der unbekannte Dreiecksfluch?


Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...