23 Eylül 2025 Salı

Fleißige Helferlein

Märchenwelt
🌱🌸🌼⛏️🌱
Bauer Jonas liebte seinen Pflug. Immer wieder fuhr er mit seinem Traktor zu seinen Feldern – die Gartengeräte hatte er längst vergessen.

Hinter dem Haus, im Garten, saß ein Spatz auf dem Stiel des alten Spatens.

„Ob er mir sagen will, es ist höchste Zeit zum Umgraben?“, fragte sich der Spaten nachdenklich.

Die Schaufel, vergessen in den letzten Jahren, lag verrostet und traurig auf dem Boden.

„Da hilft kein Streiken – wir nehmen das selber in die Hand!“, sprach die kleine Handhacke zu den anderen Gartenhelfern.

Rechen, Spaten, Schaufel, Dreizackhacke und die kleine Handhacke waren mit dabei – sie schmiedeten in der Nacht einen Plan.

Es war tief still. Schatten im Mondschein …

Schaufel, Rechen und Hacke schlichen sich zum verlassenen Beet.

Diesmal sollte es richtig schön werden:

Mit ausgestochenen Rändern, mit dem Spaten die Erde gelockert, mit der Schaufel umgedreht, fein gehackt und sauber gerecht.

Zusammen hatten sie es geschafft.

Übermüdet lehnten sie sich ans Gartenhäuschen.

Als Bauer Jonas am frühen Morgen aus der Gartentür trat, blieb er wie erstarrt stehen.

Wie gebannt schaute er auf das vorbereitete Beet – und auf die fleißigen Helfer, die am Gartenhäuschen lehnten.

Er sah seine alten Gartenkameraden an.

„Wie konnte das sein?“, flüsterte er. „Wollen die mir etwa etwas sagen?“

Da nahm Bauer Jonas die Dreizackhacke – und setzte in die erste Reihe Blumen.

Dahinter sollten Radieschen, Salat und Tomaten wachsen, und ganz hinten – Klee!

„Das sieht schön aus“, lächelte Bauer Jonas.

Die Gartenhelfer machten einen kleinen Luftsprung – sie hatten es geschafft!

Ohne sie – und Bauer Jonas – läuft hier gar nichts. Und nun kann die Gartenarbeit beginnen, freuen sich die fleißigen Helferlein.

ENDE

22 Eylül 2025 Pazartesi

Das Fliegende Buch

Märchenwelt 🌟

Durch die Wolken ein fliegendes Buch schwebt

Das Fliegende Buch  📖

Ein fliegendes Buch schwebt durch die Winde und Wolken.

Gelegentlich landete es auf der Erde, damit Kinder und Erwachsene eine Geschichte lesen konnten.

Dies machte das Buch schon Jahre lang und hatte seine Freude daran.

Eines Tages kam ein heftiger Sturm auf, und das Buch blieb in den Ästen eines Baumes am Waldrand hängen.

Das kleine Äffchen Nilson entdeckte es auf seinen Streifzügen, nahm es an sich und setzte sich ins Gras.

Nilson war ein außergewöhnliches Äffchen – er konnte lesen!

Er fing an zu lesen und zu lesen; er konnte gar nicht mehr aufhören.

Doch das Buch bat ihn, es wieder weiterfliegen zu lassen.

Aber das Äffchen Nilson hatte gar nicht vor, es gehen zu lassen.

Er hielt es ganz fest, schwang sich von Ast zu Ast und brachte es schließlich in sein Baumloch.

Dort stellte er es in sein Bücherregal, wo es zwischen den anderen Büchern eingezwängt war und sich nicht mehr bewegen konnte.

Jeden Tag las Nilson darin, während das Buch ihn bettelte und anflehte, es wieder freizulassen.

Doch das Äffchen wollte das Buch ganz für sich allein behalten.

Da schmiedete das kleinste Büchlein mit den anderen Büchern einen Plan.

Das kleinste Büchlein begann zu klagen: Es brauche frische Luft, und alle Bücher müssten dringend abgestaubt werden.

Tagelang wiederholten die Bücher ihre Klagen und begannen schließlich nacheinander zu niesen.

Nilson konnte es nicht mehr ertragen!

Er nahm alle Bücher auf einmal und brachte sie nach draußen auf die Wiese, um sie zu säubern.

Während er damit beschäftigt war, lenkte das kleine Büchlein ihn geschickt ab – und das fliegende Buch nutzte die Gelegenheit zur Flucht.

Alle Bücher klappten mit ihren Buchdeckeln vor Freude.

Nilson sah dem Buch hinterher und erkannte, dass es falsch gewesen war, es für sich allein zu behalten.

Und so flog das Buch durch die Lüfte und verbreitete wieder Freude unter den Erwachsenen und Kindern.

Clown Wip und die Jahrmarkt-Insel

🎈Kindermaschen🎈

Märchenwelt 🎪 Alltagswunder 🌟

Ein Clown lebte auf der stillgewordenen Jahrmarkt-Insel, in seinem alten Wohnwagen.

Es war ruhig. Nichts mehr war los. Alles stand still.

Die Insel, einst ein Ort voller Licht, Musik, Kinderstimmen und fröhlichem Lachen – nur er war geblieben.

Clown Wip.

Er saß da, in seinem Clownskostüm.

Einst war er der Clown. Der traurige Clown.

Jahrelang war das seine Nummer gewesen.

Obwohl er immer davon geträumt hatte, ein lustiger Tollpatsch zu sein – einer, der stolpert und Seifenblasen jagt.

Aber zur damaligen Zeit war „traurig“ modern gewesen.

So war es gekommen, dass er jetzt dort saß – er, der Clown Wip.

Doch da plötzlich – ein lautes Motorengeräusch!

Ein Knattern, ein Prusten, ein Pfeifen – etwas kam näher, direkt auf die Insel zu.

Ein Motorsegelflieger taumelte heran, flog mitten durch die alte Achterbahn, verfolgte deren Loopings und Kurven, als würde er wie durch eine Rutsche entlangsausen.

Ein Ruck – ein alter Sitzwaggon der Bahn schleuderte den Flieger heraus!

Er landete vor dem verlassenen Zuckerwattestand.

Clown Wip rieb sich die Augen.

War das Wirklichkeit?

Der Flieger… nickte.

Der Clown trat näher. Eine Seitenklappe sprang auf – und der Motorsegelflieger sprach mit seiner Stimme aus dem alten Radio:

„Die Achterbahn braucht Öl.“

Da es roch süßlich nach Zuckerwatte – frisch, warm, rosa! Am Stand drehte sich wie von Zauberhand eine Zuckerwolke.

Wip taumelte zurück, hielt sich die Ohren zu.

„Ich träume“, flüsterte er und rieb sich noch einmal die Augen.

Da entwich ihm ein lautes „Mäh“ – seine Schaffellbinde wurde strahlend weiß und weich, und für einen Moment schien er verjüngt zu sein.

Etwas rüttelte an ihm.

„Wip? Wip! Clown Wip – du bist dran!“

Er schlug langsam die Augen auf.

Giraffentuch stand vor ihm.

„Muss ich jetzt… die traurige Nummer machen?“, fragte Wip.

„Welche traurige Nummer?“, lachte Giraffentuch.

„Komm, die warten alle auf dich!“

Clown Wip trat hinaus, hinüber – und traute seinen Augen kaum.

Die ganze Insel war ein Zirkuszelt geworden.

Oben aus der Kuppel konnte man zum Himmel hinaufsehen – bis zu den Sternen.

Jetzt stand er auf dem Jahrmarktplatz.

Neben ihm summte eine Popcornmaschine – sie lächelte ihn an.

Der Motorsegelflieger mitten in den Waggons zwinkerte ihm zu.

Kinderpflaster-Gelächter hallte von der Achterbahn, die mit einem Ruck stehen blieb.

Alle Köpfe drehten sich zu ihm um.

Temo-Eltern mit ihren Pflasterkindern standen um ihn herum.

Er spielte eine lustige Szene – dann fiel er kurz zurück in eine traurige Nummer.

Ein lautes „Oh…“ ging durch die Reihen.

Da sprang plötzlich sein Hosenträger los, schnellte hoch und wickelte ihn ein wie eine Schleife.

Das Gelächter war groß.

„Wo ist…? Wo war mein Hut?“, rief Wip.

Die Pflasterkinder, Giraffentuch und die Temo-Eltern riefen im Chor:

„Was für einen Hut? Du hattest nie einen!“

Clown Wip lächelte.

Und in diesem Moment wusste er:

Er hatte Trost geschenkt.

Sich – und vielen anderen.

*********************** Dieses Märchen haben meine Tochter und ich gemeinsam ersonnen.

Meine Tochter hat dazu dieses Clown-Schaf gemalt.



Herr Stein am Meeresstrand

Anekdoten-Werke 🎆
Märchenwelt 🌟 Alltagswunder 

Am Meeresstrand.
Jemand hatte Steine übereinandergestapelt – mehrere hintereinander gereiht, richtige kleine Steintürme.

Bei einem der Türme lag ein handgroßer Stein ganz oben. Darunter waren viele schmale und kleinere – eine ganz schön wackelige Angelegenheit!

Herr Stein wurde ganz bang.

Was, wenn er kippt?

Wenn er wankelmütig wird? Dann stürzt alles – und seine Steinkumpels bekommen eine Kopfnuss!

Was tun?

Seine Steinaugen – die Natur hatte ihm welche gegeben – zwei weiß durchgezogene Kreise mit dunklen Flecken dahinter.

Und an seinem Bauch hatte er rötliche und weiße Äderchen, die er besonders an sich mochte.

Die Meereswellen rauschten heran, Gischt spritzte auf die Steine.

Einige Reihen kippten um – ein elendes Steinjammern klang herüber zu Herrn Stein.

Was tun?

Runterspringen von dieser Höhe? Und dann nass werden von den Meereswellen?

Nass werden – wollte Herr Stein nicht.

Dann – Schritte. Stimmen.

Eine Hand griff nach ihm.

Herr Stein wurde hochgehoben, betrachtet …

„Schau mal – wie schön der ist!“

Zwei kleine Kinderhände trugen mich.

Wohlig warm ist es hier.

Als Deko liegt er nun auf einem Küchentisch – als Glücksbringer.

Herr Stein blickte zum Himmel hinaus durchs Fenster.

Er sprach ein kleines Steingebet:

„Hab ich gut erwischt – als Glücksstein darf ich dasein!“

Und er glänzte vor Freude – und grinste still in sich hinein.


Frau Stein mit dem weichen Herz

Anekdoten-Werke 🎆 
Märchenwelt 🌟 Alltagswunder

Frau Stein hatte ein schweres Los.

Sie hatte schwer zu tragen – im wahrsten Sinne.

Sie versuchte, alles zusammenzuhalten, hätte so gern eine Familie gehabt.

Aber die Steine, die sie festhalten wollte, sprangen manchmal weg –

wenn ein Traktor gelegentlich über den einsamen Feldweg fuhr.

Traurig war Frau Stein.

Dabei hatte sie doch so ein großes Herz.

Da – plötzlich: ein Kinderlachen!

Das Mädchen entdeckte gerade Frau Stein.

Die Mutter hob Frau Stein hoch und hielt sie in ihrer Hand.

„Schau mal, der hat lauter kleine Äderchen drin. So einen hab ich noch nie gesehen“, sing-sangte das Mädchen.

Die Mutter sagte: „Der ist ziemlich groß – größer als meine Hand. Den können wir für unseren Steingarten mitnehmen.“

Und schon trug das Mädchen Frau Stein nach Hause.

Nicht lange lag sie zwischen anderen Steinen …

Denn das Mädchen holte sie wieder aus dem Garten.

Die Mutter fragte: „Was machst du da mit dem Stein?“

Das Mädchen hatte noch einen anderen, passenden Stein dazugesucht.

„Damit will ich die Haselnüsse aufschlagen“, sagte sie – und fing an, eine nach der anderen zu knacken.

Frau Stein machte sich hart – und freute sich:

Ich werde doch gebraucht!

Sie hörte:

klick – klack ... klick – klack 

Wie Musik klang es in ihr, und ganz weich wurde ihr Steinherz von innen.

Unsichtbare Gedankenwellen

Anekdoten-Werke 🎆

Die unsichtbaren Wellen – sie sind ganz klar.
Man kann sie weitertragen, ganz ohne Worte.

Unsichtbare Energien stecken in allen Dingen.
Jeder kann seine unsichtbare Liebe weitertragen.

Und doch gibt es etwas,
das über Zeit und Raum hinausweht und sie trägt.
 

21 Eylül 2025 Pazar

Wüstensandbär im Schnee

Märchenwelt 🌟

Mitten in der Wüste, in einer Felshöhle, lebte ein Wüstenbär.
Den ganzen Tag verschlief er, denn er wartete ab, bis es Abend wurde.
In der sengenden Hitze konnte er sich tagsüber draußen kaum bewegen.

Am Abend, als er aufwachte, rieb er sich erst einmal die Augen und steckte seine Nase aus der Höhle, um zu prüfen, ob es schon kühl genug war. Mit einem Satz sprang er hinaus, steckte seine Schnauze in den Sand, tollte und wälzte sich im Wüstensand. Danach trottete er zurück in seine Höhle.

In der Höhle gab es einen Bergsee, an dem er nun seinen Durst stillen wollte. Während er trank, nahm er ein Aufblitzen wahr. Von der Felsdecke hing ein ziemlich großer Eiszapfen.
Wie gibt es denn so etwas mitten in der Wüste – ein Eiszapfen?, dachte er verwundert.

Der Bergsee war fast so breit wie die gesamte Höhle. Nur an einer Seite führte ein sehr schmaler Felsstreifen knapp an der Wand entlang. Neugierig und abenteuerlustig drückte sich der sandbraune Wüstenbär vorsichtig und langsam an der Wand entlang, bis er auf der anderen Seite des Sees ankam.

Dort wehte ihm kalte, ungewohnte Luft entgegen. Ein feiner Nebel umhüllte die Felshöhle. Und wie aus dem Nichts stand ihm auf einmal ein weißer Bär gegenüber.

Die Verwunderung stand dem Wüstenbären ins Gesicht geschrieben, sodass der weiße Bär sofort losplauderte:
„Hallo, ich bin ein Eisbär und komme aus der Eiswüste am Polarmeer.“

„Eiswüste?“, wiederholte der Wüstenbär neugierig.

Der Eisbär lud ihn sofort ein, mitzukommen, um ihm seine Welt zu zeigen – eine weite, weiße Landschaft. Seine lockere, unbekümmerte Art faszinierte den Wüstenbären und machte es ihm leicht, dem Eisbären zu folgen.

Der Eisbär trottete voran, begeistert und aufgeregt trottete der Wüstenbär hinterher. Am Ende der Berghöhle erreichten sie einen kleinen Schneehügel. Weit und breit war nur weiße Landschaft zu sehen.

Der Wüstenbär schnupperte. Er nahm den Schneegeruch wahr; die frische, kalte Luft war völlig neu für ihn.

Locker-lässig rutschte der Eisbär mit seinem Popo den Schneehügel hinunter.
Der Wüstenbär machte es ihm nach, sprang unten mit seiner Schnauze in den weichen, fluffigen Schnee. Beide Bären tollten ausgelassen herum und hatten großen Spaß.

Danach stapften sie in die Höhle des Eisbären, um erst einmal eine Runde zu schlafen.

Am nächsten Morgen beobachtete der Eisbär den Wüstenbären, der bereits fröhlich vor der Höhle herumtollte.
„Vermisst du deine Wüste nicht?“, fragte der Eisbär verwundert.

Der Wüstenbär schüttelte den Kopf und lächelte:
„Dort war es mir viel zu heiß, ich konnte nur abends hinausgehen. Hier in der Eiswüste gefällt es mir viel besser!“

Ohne weitere Worte trotteten die beiden zu ihrem Lieblingsschneehügel und rutschten um die Wette. 

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...