Märchenwelt 🌟
Er war ein sehr fleißiger und arbeitswilliger Güterzug. Er fuhr immer die gleiche Strecke – rauf und runter.
Ganz schön viele Jahre.
Eines Tages beschloss die Geschäftsleitung, neue, modernere Züge anzuschaffen.
Da sie nicht genau wussten, was sie mit dem Güterzug machen sollten – denn so alt war er ja noch nicht –, stellten sie ihn einfach auf ein Seitengleis ab.
Das gefiel dem Güterzug überhaupt nicht. Er schaute sich um und überlegte, wie er von dort wieder wegkommen könnte.
Die Geschäftsleitung baute immer wieder neue Schienen, und so beobachtete der Güterzug, wie eine Seitenschiene zu einer Klappschiene umgebaut wurde.
Im Schleichgang rollte er immer ein kleines Stückchen vor, dann noch ein kleines Stückchen – so, dass es niemand bemerkte.
Als es dämmerig wurde und ein anderer Zug vorbeifuhr, nutzte er die Gelegenheit, schlüpfte durch die Klappschienen und fuhr im Schatten des anderen Zuges mit.
Eine Zeit lang fuhr er einfach so mit, bis er weitere Klappschienen entdeckte. Er bog ab und folgte der neuen Strecke.
Inzwischen war es Nacht geworden, und der Güterzug war müde. Er hielt an und schlief ein.
Am nächsten Morgen, als er aufwachte, schaute er sich neugierig um. Er sah einen hohen Zaun und wunderte sich.
Langsam fuhr er die Schienen entlang, die im Kreis verliefen. Dabei entdeckte er ein Elefantengehege. Ein Elefant streckte seinen Rüssel heraus.
„Wo bin ich denn hier gelandet?“ fragte der Zug.
„Türrü, türrü! Du bist hier im Zoo!“ antwortete der Elefant.
„Hmm. Im Zoo!“ tutete der Güterzug. „Und warum geht’s darum?“ fragte er.
„Ah! Die haben vor, hier einen Besucherzug einzusetzen, damit die Menschen uns Tiere vom Zug aus sehen können“, erklärte der Elefant.
Das fand der Zug sehr interessant. Er fuhr eine weitere Runde und sah dabei ein Zebra, eine Eule, einen Löwen und viele andere Tiere. Es gefiel ihm immer besser, und die Tiere grüßten ihn freundlich. Der Zug begann sich richtig wohlzufühlen.
Nach einigen Tagen, als der neue Besucherzug geprüft werden sollte, stellte sich der Güterzug einfach davor und wartete ab, was passieren würde.
Die Verantwortlichen – der Direktor und ein Prüfer – kamen herbei. Niemand schien sich daran zu stören, dass der Güterzug dort stand.
Der Prüfer betrat den Güterzug und stellte fest: „Hier sind ja gar keine Bänke!“
Der Direktor meinte: „Das ist kein Problem. Wir bauen einfach ein paar Bänke ein.“
Gesagt, getan. Kurze Zeit später war der Umbau abgeschlossen.
An dem großen Tag, an dem Besucher den Zoo besuchten, stiegen Kinder und Erwachsene in den Zug ein, der nun zum Besucherzug geworden war. Der Zug war begeistert, denn nun konnte er seine Runden durch den Zoo drehen. Er fühlte sich richtig lebendig. Stolz fuhr er seine Kreise.
Als es Abend wurde und der Zoo schloss, hielt der Zug bei der Eule an.
Die Eule fragte neugierig: „Von dir habe ich schon gehört. Sag mal, war dir das nicht langweilig, immer im Kreis zu fahren?“
„Was soll ich sagen?“ antwortete der Zug. „Ich bin jahrelang immer die gleiche Strecke rauf und runter gefahren. Das war auch nicht anders, als im Kreis zu fahren.“
„Da hast du wohl recht“, meinte die Eule.
Von diesem Tag an freute sich der Zug jeden Morgen darauf, wieder seine Runden zu drehen und die Besucher glücklich zu machen. Die Tiere im Zoo wurden seine Freunde, und er konnte sich sogar mit ihnen unterhalten. Schließlich war er ein ganz besonderer Güterzug.
Und wenn man von Weitem ein „Tut, tut, tut“ hört, dann ist es sicherlich der neue Besucherzug, der durch den Zoo fährt.
Ende
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