Allerlei-Sammelmaschen 📃
(Angelehnt an eine Beobachtung aus dem typischen Landleben – irgendwo im Nirgendwo-Dörfchen) Kimse yok?
Ist denn da keiner?
Niemand?
Weit draußen, hinter einem kleinen Dorf, standen nur drei verstreute Häuser.
In einem davon lebte eine Frau mit ihrem Mann.
Sie hatten ein hartes und schweres Leben.
Es gab keine richtige Wasserleitung, und der Strom fiel oft aus.
Hinter dem Haus gab es eine Quelle.
Der Mann hatte – wie auch die anderen Nachbarn – dicke Schläuche verlegt,
um das Wasser ins Haus zu leiten.
Doch es musste draußen in Behälter gefüllt und dann umständlich drinnen erhitzt werden –
zum Kochen, Waschen oder Duschen.
Strom gab es zwar, aber wegen der schlechten Leitungen fiel er immer wieder stundenlang aus.
Die Frau kümmerte sich um alles: putzen, kochen, Marmelade einkochen,
den Garten pflegen, Holz für den Winter vorbereiten.
Ihr Mann arbeitete draußen auf den Feldern,
und wenn er heimkam, war er meist müde und mürrisch.
Schon frühmorgens begann es:
Kaum hatte sie die Augen halb geöffnet, rief er grantig:
„Hast du schon Tee gemacht? Wie weit bist du?!“
Die Frau wollte keinen Streit.
Sie stand sofort auf, ging in die Küche, bereitete Tee und Frühstück vor – wie jeden Tag.
Am Abend dann dasselbe Spiel:
„Schon wieder zu wenig Geld!
Das reicht hinten und vorne nicht!
Und das Essen – warum ist das noch nicht fertig?
Was hast du überhaupt gemacht heute?!“
Tag für Tag dieselben Vorwürfe, dieselbe Unzufriedenheit.
Einmal kam er schon am Nachmittag nach Hause.
Es gab keine Arbeit mehr, und sie schickten ihn heim.
„Wer weiß, wann die mir überhaupt das Geld geben“, schimpfte er.
„Schon wieder zu wenig! Hast du wenigstens Kaffee gemacht?
Und was ist mit Kuchen? Wieder nix vorbereitet?!“
Da wurde es der Frau zu viel.
Ganz still dachte sie: Ach, wäre ich doch bloß ein Baum.
Einige Tage später hatte ihr Mann zum Glück wieder Arbeit gefunden.
Nun konnte sie am Nachmittag spazieren gehen.
Und dieses Mal ging sie weit hinaus – ganz weit.
Dort stand ein mächtiger, uralter Baum.
Etwas in ihr zog sie zu ihm hin.
Sie legte die Hand an seine Rinde,
dann umarmte sie ihn – so gut sie konnte,
denn der Baum war viel zu dick.
Dann ging sie zurück. Und wieder: derselbe Alltag.
Eines Tages wollte sie bei einer entfernten Nachbarin Eier holen.
Die Frau konnte nicht sprechen – sie war stumm –
doch mit Handzeichen bat sie um die Eier.
Die Nachbarin verstand sie und reichte ihr geduldig ein paar.
Am Abend wollte sie die Eier zubereiten.
Doch da kam ihr Mann nach Hause, wie immer mürrisch:
„Was willst du mit den Eiern? Spiegeleier?
Die kannst du eh nicht – die mach ich mir lieber selbst!“
Der Frau wurde alles zu viel.
Einige Tage später, als sie die Meckerei nicht mehr ertragen konnte,
ging sie wieder hinaus – zu jenem abgelegenen Baum.
Sie stand neben ihm, schaute hinauf,
hielt die Hände offen zum Himmel und dachte tief in sich hinein:
Ach, wär ich doch nur ein Baum …
Da raschelte es.
Ein starker Wind kam auf.
Es knackte und klickte – und die Frau wurde zu einem Baum.
Ein wunderschöner Baum.
Ihre Blätter waren groß und grün, ihre Äste stark,
und sie war frei von allen schlechten Gedanken.
Sie war glücklich – als Baum.
Der Wind wehte ihre Blätter davon,
trug sie bis vor das Haus.
Dort türmten sie sich zu einem kleinen Hügel.
Als der Mann abends heimkam, sah er den Blätterhaufen und schüttelte den Kopf.
Seit diesem Moment wurde die Frau nie wieder gesehen.
Ende
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