Märchenwelt 🌟
Mäusebub Ritchy und seine Abenteuer
Wie immer hielt sich Ritchy im Zaubergarten auf. Er war in seinem Element und stopfte eins ums andere in seinen Mäusemund hinein. Seine Backen waren schon ganz dick.
Da spürte er etwas Weiches. Es war seine Freundin, die junge Henne, die durch ihr unvergleichliches „gigk-gaak“ den Namen Gita bekam.
Sie war das Küken gewesen, das immer größer und größer geworden war, und ihre Freundschaft machte sie unzertrennlich.
Junghenne Gita rumpelte gegen ein Radieschen, das aus der Erde herausragte. Reh Susan beobachtete die beiden.
Auch Mäusebub Ritchy war inzwischen zur Maus herangewachsen und zog seine Freundin Gita wieder hoch.
Da kam Hahn Hugo mit einem verschmitzten Grinsen um den Schnabel herbei und krähte laut:
„Alles aufgepasst! In ein paar Tagen findet unser Erdbeerwettrennen statt!“
Maus Ritchy plapperte los: „Wir sollen so viele essen, wie wir können!“
„Nö – wer die meisten tragen kann“, erklärte Hahn Hugo.
Die Hühner waren inzwischen auch schon angelaufen. Bisher hatte immer Hahn Hugo gewonnen. Man nahm während des Rennens die Erdbeeren auf und stapelte sie auf dem Rücken – und am Schluss noch eine auf dem Schnabel.
„Ich will auch mitmachen!“, piepste Ritchy laut.
„Gut, gut“, gackerten die Hühner. „Du sitzt auf Gitas Rücken und stapelst sie.“
Alle nickten sich geheimnisvoll zu.
Der Tag des Erdbeerwettbewerbs war gekommen.
Die Hühner standen jeweils in einer Furche. Jeder, der teilnehmen wollte, trug eine Rennnummer um den Hals. Hahn Hugo stand wie jedes Jahr in der Mitte.
Die übrigen Hühner waren schon bereit zum Anfeuern. Hase Fino kam rasant vom Wald herangepoppelt, seine Mutter hinterher. Reh Susan stand ebenfalls am Waldrand.
Die Älteste der Hühner gab das Kommando: „Gaag … 3 … 2 … 1 … Los!“
Und alle rannten, was das Zeug hielt. Sie sammelten mit dem Schnabel die Erdbeeren und stapelten sie auf ihren Rücken.
Genauso machten es Gita und Ritchy. Doch kurz vor dem Ende stapelte Ritchy einige der Erdbeeren auf seinen Händen, und nur einen Krallenfußbreit vor dem Ziel warf er gekonnt einige auf Gitas Schnabel, sodass, als sie die Ziellinie überschritt, vier Erdbeeren darauf lagen.
Sie waren nicht nur die Ersten am Ziel, sondern auch diejenigen mit den meisten Erdbeeren, die mit Hilfe von Ritchy kegelförmig auf ihrem Rücken gestapelt waren.
Die Hühner nickten sich verschmitzt zu.
Hahn Hugo stand da, und ihm war die Verblüffung ins Gesicht geschrieben. Ohne weiteres überreichte er Henne Gita und Maus Ritchy den begehrten Erdbeerpokal.
Alle klatschten, gackerten und naschten vergnügt die leckeren Erdbeeren auf.