7 Haziran 2026 Pazar

6.Der Zwerg und der Riese – Das Eichhörnchen

Märchenwelt 🌟

Riese Goldleo liebte es, bei der kleinen Waldlichtung am Lagerfeuer zu sitzen und zum Sternenhimmel hinaufzuschauen.

Das Feuer knisterte ruhig vor sich hin, während kleine Funken in die Nacht aufstiegen.

Gerne erzählte Riese Goldleo Geschichten, während das Holz im Feuer knisterte.

Meistens erzählte er vom Igel und vom Hasen, von kleinen Feen und großen Zaubern.

Zwerg Rony lauschte aufmerksam. Doch je ruhiger die Stimme des Riesen wurde, desto schwerer wurden seine Augen.

Schließlich schlief er neben Goldleo ein. Zwerg Rony lag dicht an seiner Seite.

Behutsam deckte Riese Goldleo ihn mit einer weichen Flaumdecke zu.

Da traf plötzlich etwas Hartes und Rundes seinen Nacken.

„Au!“, murmelte Goldleo überrascht.

Er drehte sich um.

Hinter ihm flitzte ein Eichhörnchen den Baum hinunter.

Riese Goldleo rieb sich den Nacken; zwischen seinen Füßen lag eine Walnuss, die er aufhob.

Fragend sah er zu dem Eichhörnchen hinüber.

Das kleine Eichhörnchen fiepste:

„Entschuldige! Die Walnuss ist mir beim Verstauen in meiner Baumhöhle weggerollt.“

„So, so … mh“, murmelte Riese Goldleo ruhig.

Neben ihm saß der Adler auf einem Baumstamm und beobachtete das Eichhörnchen aufmerksam.

Als das Eichhörnchen den Adler bemerkte, wich es erschrocken einige Schritte zurück.

Doch Riese Goldleo beruhigte es:

„Hab keine Angst. Der Adler ist unser Freund. Er wird dir nichts tun.“

Der Adler legte leicht den Kopf schief und nickte ihm bestätigend zu.

Zögerlich kam das Eichhörnchen näher.

Inzwischen war auch Zwerg Rony wach geworden. Keck setzte sich das kleine Eichhörnchen neben die beiden.

Riese Goldleo nahm einige Walnüsse, die am Boden lagen, und drückte sie vorsichtig in seiner großen Hand auseinander.

Gemeinsam aßen sie die Walnusskerne am warmen Lagerfeuer.

Über ihnen leuchteten die Sterne zwischen den Baumwipfeln, und der Wald war still geworden.

Und Riese Goldleo erzählte diesmal eine Geschichte über ein Eichhörnchen.

6 Haziran 2026 Cumartesi

5.Der Zwerg und der Riese – Das verborgene Gebäude

Märchenwelt 🌟

Riese Goldleo und Zwerg Rony streiften durch den Wald. Rony saß gerne auf der Schulter des Riesen, denn von dort konnte er alles gut überblicken.

Heute hatten sie vor, zur großen Wiese zu gehen, um dort saftige Kräuter zu pflücken.

Ein ganzer Schwarm von Vögeln zwitscherte fröhlich über ihnen hinweg.

Auf dem Weg dorthin fiel dem Zwerg ein altes Gebäude auf. Als sie näher kamen, erkannten sie, dass nur noch zwei Mauerseiten übrig geblieben waren. Kurz davor floss ein schmaler Bach, über den Riese Goldleo mit einem einzigen Schritt hinwegtreten konnte.

Die breitere Mauerseite des ehemaligen Gebäudes hatte oberhalb zwei halbrunde Fensterbögen und weiter unten eine längliche Fensteröffnung. Über die restlichen Mauern waren dicke Bäume schräg hinübergewachsen, sodass es beinahe wie ein Dach wirkte.

Der Zwerg schlüpfte zwischen den Bäumen und der Mauer hindurch hinein. Drinnen war alles trocken, und auf dem Boden lagen kleine Kiessteine.

Riese Goldleo blieb mit langsamen Schritten hinter den Mauerresten stehen und ging in die Hocke, um hineinzusehen.

Da kam Wind auf, und durch die längliche Fensteröffnung begann das alte Gebäude zu sprechen.

Goldleo und Rony lauschten aufmerksam der Windstimme. Traurig erzählte sie ihnen ihre Geschichte. Einst war dies ein Lagergebäude gewesen, in dem Pferdewagen, Pflüge und Vorräte gestanden hatten. Doch irgendwann war der Ort verlassen worden, und die alten Mauern waren einsam zurückgeblieben.

Die beiden spürten die Traurigkeit, die dort zwischen den alten Steinen lag.

Da beschlossen sie, von nun an hier ihre eigenen Vorräte aufzubewahren.

Kurz darauf hörten sie ein fröhliches Singen des Windes.

In den nächsten Tagen trugen die beiden ihre Vorräte in das alte Lagergebäude. Dadurch, dass Bäume wie schützende Wände an die Restmauern gewachsen waren, lagen ihre Vorräte dort sicher und trocken.

In der Nähe des Baches machte Riese Goldleo ein kleines Lagerfeuer, über dem er die gefangenen Fische grillte.

Aus ihrem Lagergebäude kam ein tiefer Windseufzer durch die längliche Fensteröffnung.

Mit Blick in das Feuer lächelten Riese Goldleo und Zwerg Rony vor sich hin.

Im Schatten auf der Mauer saß ihr Freund, der Adler, neben den schlafenden Vögeln.

Und hoch über dem Wald leuchtete der Mond über ihnen. 

5 Haziran 2026 Cuma

4.Der Zwerg und der Riese – die Gülriesen

Märchenwelt 🌟

Gülriesen waren freundlich und hilfsbereit.

Gerne halfen sie den Bewohnern der Dörfer beim Holzschlagen in den Wäldern.

Nur hier wussten sie, dass dies ein Schutzwald war.

Mit ihrer Größe von einer gewöhnlichen Tanne gehörten sie eher zu den kleineren Riesen. Ihr unverwechselbares Lächeln und ihre freundliche Art hatten den Bewohnern der Dörfer Vertrauen zu ihnen gegeben.

Heute folgten Riese Goldleo und Zwerg Rony dem Adler, der auf der Suche nach Mäusen war. Hinter dem Wald lag eine große Wiese, auf der es genug davon gab.

Bisher war Riese Goldleo noch nie hier gewesen.

Zwerg Rony kannte die Gegend, denn damals kam er von dort. Hinter der Wiese und den kleinen Hügeln lagen mehrere kleine Dörfer.

Fast waren sie angekommen, da kamen ihnen zwei Gülriesen entgegen.

Die beiden lachten freundlich und hoben die Hand zum Gruß.

Sie reichten dem Riesen Goldleo gerade bis zu den Knien.

Kurzerhand setzten sie sich auf liegende Baumstämme. Die beiden Gülriesen begannen zu erzählen.

Und sie endeten damit, dass sie niemals lange an einem Ort blieben.

Riese Goldleo ging ein Gedanke durch den Kopf, und er erzählte den beiden, dass es am anderen Ende des Waldes ein Dorf gab, das ihre Hilfe gut gebrauchen konnte.

Er erklärte ihnen, dass er sich wünsche, sie würden dort als Dorfwächter bleiben. Bisher habe sich noch kein Betrüger gewagt, in den Wald zu kommen.

Auch deshalb nicht, weil der Berggeist Rübezahl hier wachte.

Die beiden Gülriesen machten große Augen und murmelten erstaunt:

„Rübezahl.“

Einen solch besonderen Auftrag wollten sich die beiden nicht entgehen lassen, und so willigten sie ein.

Gemeinsam gingen sie zum anderen Ende des Waldes.

Ein einzelner alter Mann, der sich auf einen Stock stützte, schien dort auf sie zu warten – ein Weiser.

Die Gülriesen grüßten ihn freundlich. Riese Goldleo und Zwerg Rony nickten ihm zu.

Und so gingen die Gülriesen mit.

Einige Tage später, als sich Riese Goldleo und Zwerg Rony am Fluss aufhielten, erzählten die beiden Gülriesen, dass die Dorfbewohner dankbar seien, denn durch sie gebe es keine Überfälle mehr.

Die beiden Gülriesen dankten Riese Goldleo, denn schließlich war es sein Vorschlag gewesen.

Goldleo nickte nur.

Somit war auch der Schutzwald sicher.

Der Adler kam herangeflogen, und von oben sah er die vier am Ufer des Flusses sitzen. Sein Schatten glitt über das Wasser, und er ließ einen guten Abendpfiff erklingen.

Alle blinzelten zu ihm hinauf und beobachteten seine Flugkreise.

3 Haziran 2026 Çarşamba

3.Der Zwerg und der Riese – Fliegenpilzwichtel

Märchenwelt 🌟

An einem sonnigen Tag schritt der Riese Goldleo vorsichtig und langsam durch den Wald. Wenn er durch den Wald ging, lugten seine Haare leicht über die Baumkronen hinaus.

Sonnengoldene Büschel schienen den Baumwipfeln entlangzuwandern.

Zwerg Rony lief voraus, denn er war viel schneller als der Riese.

Gemeinsam sammelten sie Pilze.

Riese Goldleo freute sich schon darauf, wenn sein Freund, der Zwerg, eine leckere Pilzsuppe kochte.

Da bemerkte Riese Goldleo, dass Zwerg Rony abrupt anhielt.

Vor dem Zwerg stand ein riesiger Fliegenpilz.

Es war zwar nicht ungewöhnlich, in diesem großgewachsenen Wald größere Pilze zu finden, doch dieser hier war außergewöhnlich groß …

Als der Riese Goldleo näher kam, entdeckten sie gemeinsam hinter dem gewaltigen Fliegenpilz einen Wicht. Er war größer als Zwerg Rony, aber kleiner als der Pilz.

Der Wicht wankte und schien leicht verwirrt. Seine Augen blickten die beiden fragend an.

Riese Goldleo erkannte ihn, schüttelte leicht den Kopf und meinte:

„Bist du nicht das Rumpelstilzchen?“

„Doch, du bist das Rumpelstilzchen!“, entgegnete er ihm.

Das Rumpelstilzchen nickte und blickte zum Boden.

Es wusste nicht, wo es war. Das Letzte, woran es sich erinnern konnte, war, dass es von diesem Pilz genascht hatte.

Riese Goldleo nickte.

„Ein Zauber zum Fliegen lag auf dem Fliegenpilz.“

Nachdenklich betrachtete er den Pilz.

„Noch einmal davon zu essen wird wohl nichts bringen, denn man weiß nicht, wo du das nächste Mal landest.

Mein Adler kann dir auch nicht helfen. Er besitzt keine Zauberkräfte, um dich zurück in deinen Wald zu bringen.“

Betrübt nickte der Adler, der auf der Schulter des Riesen saß.

Zwerg Rony schlug vor, das Rumpelstilzchen zum Bergriesen Rübezahl zu bringen.

Gemeinsam gingen sie zum Felsberg. Goldleo klopfte gegen den Berg, und zwischen den Felsen hörte Rübezahl aufmerksam zu, was sein Freund Goldleo zu erzählen hatte.

„Gut“, sprach Rübezahl. „Schickt ihn zu mir hinauf. Als Berggeist kann ich mich unsichtbar machen und das Rumpelstilzchen wieder in seinen Wald bringen.“

Etwas ungläubig stieg das Rumpelstilzchen den Bergfels hinauf.

Nur eine Nebelwolke sahen Riese Goldleo und Zwerg Rony.

Ein sanftes Donnergrollen erklang, und kurze Zeit später war Rübezahl wieder zwischen den Felssteinen zu sehen.

Er nickte ihnen zu und beruhigte sie:

„Rumpelstilzchen ist wieder in seinem Wald.“

Kurz winkte er ihnen zu, dann war er schon wieder verschwunden.

Riese Goldleo drehte sich zu Rony.

„So wie es aussieht, gibt es heute wohl keine Pilzsuppe.“

Da hob Zwerg Rony stolz seinen gefüllten Sack hoch. Unterwegs zum Berg hatte er heimlich Pilze eingesammelt, ohne dass Goldleo es bemerkt hatte.

„Ja, das ist nach meinem Geschmack“, freute sich Goldleo.

Schnell gingen sie zur Berghöhle von Zwerg Rony, der dort die Pilzsuppe kochte.

Und so saßen Riese Goldleo und Zwerg Rony beim Sonnenuntergang beieinander und genossen gemeinsam ihre Pilzsuppe.

2 Haziran 2026 Salı

2.Der Zwerg und der Riese – Die Schradriesen

Märchenwelt 🌟

Außerhalb des mächtigen Waldes ging es eher rau zu, weshalb der Riese es meist vermied, dorthin zu gehen. Doch den Fluss dort und die Fische, die vom Wasserfall herabkamen, wollte sich Riese Goldleo nicht entgehen lassen.

Am Fluss war ein hoher, gewaltiger Felsberg, an dessen Wasserseite die Gezeiten im Laufe der Zeit eine große Wasserhöhle geschaffen hatten. Darüber gelangte man hinauf zum Berg.

Dieser Ort war den Dorfbewohnern mehr als heilig. Nur selten hielt sich jemand am Fluss auf.

Denn jeder wusste, dass dort oben im Felsberg der Hüter und Berggeist Rübezahl lebte.

Gerade als Riese GoldLeo am Fluss ankam, jagten die Dorfbewohner zwei betrügerische Schradriesen mit Feuerfackeln und Steinen aus ihrem Dorf hinüber zum Wald und weiter zum Fluss.

Ein Ruck durchfuhr die Dorfbewohner, als sie den Waldriesen erblickten.

Doch seine gutmütigen Augen ließen sie spüren, dass er ein gutes Wesen war.

Zwerg Rony, der wie so oft auf der Schulter des Riesen saß, beobachtete die beiden Schradriesen aufmerksam. Ihre hastigen Schritte und die wilden Blicke gefielen ihm ganz und gar nicht.

Die Schradriesen stolperten über den Übergang oberhalb der Berghöhle hinüber zum Felsberg.

Riese Goldleo klopfte gegen den gewaltigen Felsen, der beinahe drei Köpfe größer war als er selbst. Dort oben lebte sein Freund Rübezahl, der Bergriese.

Rony hielt sich an einer Locke des Riesen fest und blickte gespannt nach oben.

Kaum waren die beiden Betrüger im Felsberg verschwunden, sah man nur noch eine gewaltige Staubwolke und hörte dumpfes Felsgeröllgetöse.

Der Zwerg erspähte für einen kurzen Augenblick oben zwischen den Felsen den Bergriesen.

Dann winkte der Bergriese Rübezahl kurz herab, und Goldleo wie auch Rony nickten ihm freundlich zu.

Der Schatten der Adlerflügel glitt über den Fels, und sein pfeifender Schrei erklang weit im Echo.

Von da an sah man gelegentlich Dorfbewohner an ihrem Ufer sitzen, während auf der anderen Seite des Flusses Riese Goldleo friedlich Fische angelte und Zwerg Rony neben ihm saß.

1 Haziran 2026 Pazartesi

1.Der Zwerg und der Riese

Märchenwelt 🌟

Als damals der Zwerg nach vielen Wanderschaften in diesen Wald kam, bemerkte er sofort die riesigen, hohen Bäume.

Ein mächtiger Wald – die Bäume waren höher als Berge.

Der Zwerg hatte sich inzwischen an diesen Anblick gewöhnt. Dennoch blieb sein Herz etwas traurig, ein leichter, unerklärlicher Druck lag in ihm.

Er war nicht besonders groß, und so lebte er in einer Baumhöhle, die von den Wurzeln eines alten Baumes geschützt wurde. Wie jeden Herbst sammelte er die Walnüsse ein, die von den Ästen fielen.


Er duckte sich – ein riesiger Schatten.

Das konnte nur etwas Schlechtes bedeuten, durchfuhr es den Zwerg.

Er sah einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln und spürte einen dumpfen Schmerz in sich aufsteigen.

Wenn man so klein ist … ging es ihm durch den Kopf.

Doch dann blinzelte er gegen die Sonne.

Ein gewaltiges Gesicht erschien vor ihm.

Ob es half, zwischen seinen Beinen hindurch zu flüchten? Wohl kaum.

Vor ihm stand ein Riese.

Für den Zwerg wirkte er wie ein Felsen mit blondem Haar, golden wie die Sonne. Seine Arme waren breit wie Baumstämme.

Zwerg Rony stand regungslos da.

Er schloss die Augen fest und atmete kaum merklich.

Vorsichtig blinzelte er wieder.

Neben diesem gewaltigen Riesen wirkte er selbst nur wie ein ausgewachsener Igel.

Eine riesige Pranke bewegte sich auf ihn zu.

Jetzt ist es vorbei!, dachte Rony.

Doch die große Hand legte sich ruhig neben ihn.

Eine dunkle, aber ruhige Stimme sprach:

„Komm zu Goldleo.

Du bist mein Lichtfreund, mein Schutzfreund, mein Zwillingsfreund.“

Zwerg Rony zögerte.

Doch der Riese blickte freundlich auf ihn herab und lächelte.

Langsam trat Rony auf die große Hand.

Der Riese Goldleo hob ihn behutsam auf seine Schulter.

Als Zwerg Rony dort saß, durchströmte ihn in diesem Moment ein Gefühl der Erleichterung. Sein Herz schlug tief, warm und ruhig. Eine Verbundenheit erfüllte seinen kleinen Körper.

Es war eine Freundschaft, die nicht ausgesprochen werden musste. Sie verband die beiden stärker, als es je ein Band vermocht hätte.

Rony lächelte. Der Adler segelte noch einmal über sie hinweg und landete schließlich auf der linken Schulter des Riesen.

Es schien, als würde auch der Adler lächeln.

Niemand sprach – nur die Stimme des Waldes, das Rascheln der Blätter und das leise Zwitschern der Vögel war zu hören.

Nun saß Rony dort oben auf der Schulter des Riesen und hatte das Gefühl, als hätte er genau dort schon immer hingehört. 

31 Mayıs 2026 Pazar

Zauberhaftes Blumenmeer

Märchenwelt 🌟

Paulchen und Sabinchen träumen vom Zauberhaften Blumenmeer.

Oben bei den Wolken springen sie von einer wunderschönen Blume zur anderen. Jedes Mal, wenn sie auf einer Blume landen und einen inneren Wunsch denken, erscheint er vor Paulchen und Sabinchen.

Traumschmetterlinge schweben vor ihnen her und verschwimmen mit den Farben der Blumen. Große Blumenköpfe und Kelche stehen dort dicht an dicht – schimmernde Farben gleichen einem Regenbogen.

Sie spüren einen leichten Windhauch in ihren Haaren. Eine Leichtigkeit und unermessliche Freiheit durchfluten sie. Es scheint, als würden Paulchen und Sabinchen auf einem zarten Regenbogenzauber des Blütenmeeres schweben.

Es erfüllt ihre Herzen mit Freude.

Die Blumen beginnen noch heller zu leuchten, und tausende Traumschmetterlinge steigen in den Himmel auf.

Als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster fallen, wachen Paulchen und Sabinchen auf.

Noch immer tragen sie die Farben und den Zauber ihres Traumes in ihren Herzen.

Und so werden sich Paulchen und Sabinchen immer an das Zauberhafte Blumenmeer erinnern.

30 Mayıs 2026 Cumartesi

📖 Die Suche nach dem Goldenen Duden

Märchenwelt 🌟

Tief verborgen in einer alten Bibliothek stand eine seltsame Zeitmaschine. Lange war sie unsichtbar gewesen, doch nun konnte man ihre Silhouette erkennen. Sie war aus vergoldeten Buchstaben, silbernen Satzzeichen und funkelnden Tintenfässern gebaut. Die Gelehrten nannten sie die Buchstaben-Zeitmaschine.

Eines Tages versammelten sich die Buchstabensucher zu einer wichtigen Reise. An Bord waren der mutige Anton, die kluge Dora, der fröhliche Emil, das neugierige Fragezeichen und der alte Punkt, der stets für Ordnung sorgte.

„Heute brechen wir auf!“, verkündete Anton. „Wir suchen den sagenumwobenen Goldenen Duden.“

Der Goldene Duden war ein uraltes Buch. Man erzählte sich, darin seien alle Wörter der Welt gesammelt. Wer ihn fand, konnte sogar vergessene Wörter wieder zum Leben erwecken.

Mit einem leisen Summen setzte sich die Buchstaben-Zeitmaschine in Bewegung. Ihre Zahnräder bestanden aus Silben, und ihre Räder drehten sich auf den Spuren alter Seiten.

Zuerst reisten die Insassen Anton, Dora und Emil in die weit entfernte Vergangenheit, in der die Buchstaben entstanden waren. Dort fanden sie uralte Schriften und Pergamentrollen.

Danach führte die Zeitmaschine sie in die Zukunft. Dort begegneten sie neuen Wörtern, die gerade erst geboren wurden. Einige waren stolz, andere noch etwas unbeholfen und mussten erst lernen, wie man richtig in einem Satz steht.

Die Buchstaben-Zeitmaschine schwebte weiter. Schließlich erreichten sie das Ende eines Regenbogenpfades aus Buchseiten. Dort stand auf einem Hügel aus Wörterbüchern eine goldene Truhe.

Vorsichtig öffnete Dora die Truhe.

Darin lag tatsächlich der Goldene Duden. Sein Einband glänzte wie die Sonne, und auf jeder Seite tanzten Buchstaben fröhlich umher.

Doch als Anton das Buch berühren wollte, begann der Goldene Duden zu sprechen:

„Der wahre Schatz sind nicht meine Seiten. Der wahre Schatz sind die Geschichten, die mit den Wörtern erzählt werden.“

Die Buchstabensucher nickten nachdenklich. Sie verstanden nun, dass selbst das schönste Wörterbuch wertlos wäre, wenn niemand seine Wörter für Märchen, Gedichte und Erzählungen verwendete.

Mit diesem Wissen kehrten die Reisenden zurück. Seitdem sammelt die Buchstaben-Zeitmaschine nicht nur Wörter, sondern auch Geschichten aus allen Zeiten.

Und wer in einer stillen Bibliothek ganz genau hinhört, kann manchmal das Summen ihrer Zahnräder hören, wenn sie wieder unsichtbar durch die Zeit reist.

Ende 📖

18 Mayıs 2026 Pazartesi

Einladung zur Lesebärwelt

Lesebärwolken

Geschichten aus der Lesebärwelt – immer ein bisschen verrückt.

Familien, Kinder und Erwachsene – schwebt mit auf eine Reise und folgt den Wolken voller Fantasie, die Geschichten zum Weiterträumen tragen.

Egal ob groß oder klein – ich lade euch ein, in die Welt meiner Lesebärwolken-Geschichten einzutauchen.

Ich bin ein richtiger Familienmensch – eine bayrische Frohnatur mit einem waschechten Dickschädel.

Ich bin Mutter einer Tochter, verheiratet und die Älteste von vier Schwestern.

Meine Hobbys sind vielfältig: Besonders gerne nähe und stricke ich. Schon als Kind schrieb ich Geschichten und Aufsätze – und vor Kurzem habe ich diese Leidenschaft wieder neu entdeckt.

Seitdem meine Tochter klein war, erzähle ich ihr jeden Abend eine Gutenachtgeschichte. Heute ist sie schon eine Jugendliche und hört sie immer noch gerne.

Der Lesebär hat eine besondere Rolle in unserer Familie: Als er im Kuscheltierland ankam, wurde er sofort beliebt – vor allem bei meiner damals einjährigen Tochter. Er war überall dabei: beim Kinderarzt, auf dem Spielplatz, als Tröster und Schlafgefährte.

Oft las ich ihr mit ihm auch eine Gutenachtgeschichte vor. So bekam er seinen Namen: Lesebär. Er liebt Bücher, liest gerne mit und hilft mir sogar beim Schreiben meiner Geschichten.

Ich lade euch herzlich ein, die Lesebärwolken zu begleiten. Auf dieser kleinen, verrückten Seite öffnen wir unsere Schatztruhe – und ich wünsche mir, euch damit ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Eure Lüdel

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!



☁️ Blogstart am 14. August 2025☁️






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Über Mich

Hinweis zu den Geschichten

Über mich – Autorin: Lüdel

Einige meiner Geschichten habe ich bereits im Schreibportal
Kurzgeschichten-storis.de hineingezaubert.
Momentan bin ich auch auf FanFiktion.de unterwegs.

Hier, auf meinem Lesebärwolken-Blog, sammle ich sie – für
meine Tochter, für mich und für alle, denen ich damit von Herzen ein Lächeln
auf die Lippen zaubern möchte.

Manche Geschichten begegnen euch daher vielleicht ein
zweites Mal – hier bei den Lesebärwolken. ☁️🌟☁️


📃 Hier auf meinem Lesebärwolken-Blog erscheinen alle meine Geschichten in ihrer Originalversion.



Über mich – Urheberrecht

Dies ist eine kleine, feine Seite.

Alle Geschichten, Texte, Audioaufnahmen und Inhalte in diesem Blog sind von mir erdacht und unterliegen dem Urheberrecht.

Auch die Fotos und Bilder stammen von mir – sie sind ebenfalls nur für den privaten Gebrauch bestimmt.

Du darfst alles gerne lesen, Schmökern, Weitererzählen – zum Weiterträumen.

Für öffentliche Zwecke, Veröffentlichungen oder eine Weiterverbreitung bitte ich dich, vorher meine Erlaubnis einzuholen.

Ich bin Lüdel, die Autorin der Lesebärwolkenwelt.

Danke für dein Verständnis – und viel Freude beim Lesen!

17 Mayıs 2026 Pazar

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Wenn du mir Gedanken oder Grüße mitteilen möchtest, kannst du das hier tun.

Danke fürs Lesen. Eure Lüdel🧚‍♂️

7 Mayıs 2026 Perşembe

Buch um die Welt

Allerlei-Sammelmaschen, Nachdenkliches - Gedankentext 📃


Herr Buch und Frau Buchstabe begannen schon vor langer Zeit, Geschichten, Lieder und Märchen zu sammeln.

Sie schwirren nicht nur im Internet herum, sondern schweben auch durch die Welt – sogar durch Kamine, um die Geschichten der Menschen zu erfahren.

„Macht das überhaupt Sinn?“

hören Herr Buch und Frau Buchstabe die lauten Worte.

Doch nicht alles muss einen Zweck erfüllen, um wertvoll zu sein.

Sie sind wie moderne Brüder Grimm.

Und irgendwann … ja, vielleicht ist es längst schon so weit:

Geschichten schweben überall herum wie unsichtbare Stimmen.

Niemand kennt den anderen, und doch entsteht etwas Unsichtbares:

Menschen, die Geschichten weitertragen.

Es entsteht ein riesiger digitaler Märchenwald.

Ein gewaltiges Liedtext-Sammelsurium.

Ein unendliches Geschichtenzentrum.

Es geht um die Welt.

Eine Reise auf den Spuren der unendlichen Geschichten des Internets und draußen in der Welt.

„Was macht das für einen Sinn?“

hört man es wieder laut ertönen.

Doch dann wäre jeder Stift umsonst,

jeder Buchstabe vergebens,

jeder Gedanke zu schade.

Dann wäre das Leben selbst umsonst.

Darf man dann nicht mehr atmen,

nicht mehr lachen, weinen oder lieben?

Nicht mehr schreiben?

Am besten gar nicht mehr träumen?

Diese Stimme hängt im Raum.

Niemand hat gesprochen, und doch hat man sie gehört.

Menschen lassen Geschichten entstehen.

Sie waren und sind ein Teil von uns – in Büchern, im Internet und in uns selbst.

Das Buch um die Welt existiert.

Vielleicht existiert es längst:

Ein riesiges Bücherband, das um die ganze Welt reicht.

Es gibt Dinge zwischen Zeit, Welt und Leben, die wie das Buch um die Welt sind.

Jeder von uns hinterlässt eine Spur, auch wenn man sie scheinbar nicht mehr sieht.

Dennoch können wir sie spüren.

Das Buch der Welt entsteht – vielleicht kann es niemand sehen – und doch ist es da.

Nachwort

Macht es Sinn zu schreiben?

Ja.

Denn schon die Gelehrten vor unserer Zeit taten es – und sie waren wahrlich kluge Menschen.

5 Mayıs 2026 Salı

Verlorene Mutti

Anekdoten-Werke 🎆

Krimi – Verlorene Mutti

Ein Mann suchte seine Mutti.

Am Bahnhof hatte er sie fotografiert.

Er war sich sicher gewesen, dass sie bei ihm war.

Zuhause suchte er alle Ecken ab.

„Das kann doch nicht sein… ich hatte sie doch dabei.“

Den Rucksack hatte er noch.

Diese Jacke trug er auch.

„Das kann nicht sein – sie war doch bei mir.“

Er zog sein Handy hervor und vergewisserte sich:

Das Bild war da.

Nur seine Mutti nicht.

Da half alles nichts – er musste zur Polizei.

Besorgt sprach er bei einem Beamten vor.

„Es ist eine ältere Mutti… sie ist mir nach dem Fotografieren verloren gegangen.“

Aufmerksam zog der Beamte ein Vermisstenformular hervor.

„Zeigen Sie mir bitte das Foto“, sagte er ruhig.

Der Mann holte sofort sein Handy hervor und zeigte ihm das Bild.

Der Polizeibeamte sah es sich lange an.

Dann blickte er den Mann an und sagte:

„Und wegen dieser Mutti wollen Sie eine Anzeige aufgeben?“

Der Mann nickte eindringlich.

„Sie ist wichtig für mich… ohne meine Mutti kann ich nicht weitermachen.“

Der Beamte schwieg einen Moment, dann legte sich ein leichtes Lächeln auf sein Gesicht.

„Das ist keine Mutti“, sagte er dann.

„Das ist eine Mutter.“

2 Mayıs 2026 Cumartesi

🐈 Fürst Maunzi

Anekdoten-Werke 🎆 – Märchenwelt 🌟

Oben im höchsten Turm thronte Fürst Maunzi.

Hoch über allem ruhte er.

Lieblich Laute vernahm er – und sogleich erhob er sich.

Bedacht und ohne Eile schritt er die Leiter vorwärts hinab, Sprosse für Sprosse, elegant mit seinen vier Pfoten, so wie es sich für einen Fürsten ziemte.

Geschmeidig war jede Bewegung, bei jedem Tritt.

Alles an ihm war ruhig, sicher und von stiller Würde.

Unten angekommen, flanierte er galant zu seinem Mahl.

Danach erhob er seine Stimme und maunzte – nicht fordernd, sondern bestimmt.

Streicheleinheiten waren nun an der Reihe.

Noch einmal, noch einmal – das war ihm nicht genug.

Mit erhobenem Blick folgte er der Hand, die ihm jene wohlverdiente Zuwendung schenkte.

Zufrieden lächelte Maunzi in die Gesichter seiner Gönner, als wüsste er längst um seine Besonderheit.

Flach und ausgestreckt lag er schließlich da, während die Sonne warm auf seinen samtigen Pelz schien.

Mit geschlossenen Lidern, still, zufrieden und ganz bei sich.

Denn so gehörte es sich für einen Fürsten wie Maunzi.

Miau.🐈


••••••• ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆ ••••••

Ich sah unseren Kater, wie er auf ungewöhnliche Weise die Leiter vorwärts hinabschritt.

Da dachte ich mir:

Das ist kein gewöhnlicher Kater.

Deswegen trägt er seinen Namen – Lord Maunzi.





1 Mayıs 2026 Cuma

Flaschenpost 🍾

Märchenwelt 🌟

Am Rhein, an einer versteckten Stelle an einer engen Kurve, fand Aron eine Flaschenpost. Nachdem er sie nur schwer herausgeholt und den Korken geöffnet hatte, zog Aron die Papierrolle heraus. Zunächst sah er nichts, erst als er sie gegen das Sonnenlicht hielt, erkannte er kaum sichtbare, matte, fast durchsichtige Schriftzeichen.

Aron kratzte sich mit einem seiner hinteren Spinnenbeine am Kopf. Was mochte das wohl sein? Aron hielt es in alle Himmelsrichtungen, bis das Blatt auf einen flachen Felshügel zeigte. Er blinzelte gegen die Sonne.

Da sah Aron blitzartige Bilder: Schneewittchen, Dornröschen, Rumpelstilzchen, Rübezahl… Ein Bild nach dem anderen folgte, und ihm wurde leicht schwindlig. Etwas zerrte an ihm, er schwebte in der Luft. Mit einem unsichtbaren Wesen flog er über den Rhein und den Drachenfels hinweg. Aron wusste, jetzt war er ein Teil der Geschichte, und lächelte.

Ende

26 Nisan 2026 Pazar

🦷 Teuflische Schmerzen

Allerlei-Sammelmaschen •              Lustig-Verrücktes 📃

Es ist hier wirklich fast schier unmöglich, einen Zahnarzt zu bekommen. Seit sieben Lichtjahren habe ich zwei Löcher in den Zähnen: Bei einem ist die Füllung heraus, beim anderen ist ein Loch drin.

Aber ich wohne hinterm Mond. Herrn Mond interessiert das wenig – Hauptsache, er leuchtet hellgelb.

Nur ich, Frau Mon – das „d“ ist mir schon abgefallen vor lauter Rundrennen und Warten. Seit Leerjahren telegrafiere ich schon, nach Ewigkeiten, bis endlich der Lichtstrahl mich ins Wartezimmer setzt.

Niemand bemerkt mich von den Erdlingen. Alle starren in die schwarzen Kästen hinein oder in ihre Buchstabenseiten.

Na ja, falls einer der Kleinen fragt, warum ich so gelb bin, weiß ich schon, was ich sage: Ich bin ein Chinese mit Gelbsucht.

Ein seltsamer, rot angelaufener Typ mit hoher Zipfelmütze kommt ins Wartezimmer dazu. Er hält sich die Hand an die Backe und jammert erbärmlich:

„Ich habe höllische Schmerzen.“

Als Schmerzpatient kommt er natürlich gleich dran…

„Herr Satan, kommen Sie bitte…“

Da fällt es mir wie ein Blitzschlag ein…

Es ist nicht zu überhören…

Ich komme dazwischen und nehme ihm den Hurt weg:

„Du kannst niemandem etwas Schlechtes auferlegen, wenn er nichts Schlimmes getan hat.“

Als er meine leuchtend durchdringenden gelben Augen sieht, schaudert es ihn.

„Im Teufelsnamen, sehen Sie nicht, dass es ihm höllisch weh tut? Hier braucht man eine Feuerzange!“

Ich lasse mir eine Zange bringen und stecke sie ihm in seine heiße Hand.

Er nimmt seinen knorrigen Hurt und umklammert ihn.

Die Zahnärztin nimmt mit Schutzhandschuhen die Feuerzange. Man hört ein lautes Knacken, ein „Och…“ – und ein erleichtertes, rötliches Gesicht.

„So, Herr Satan, Sie legen sich jetzt hier auf die Liege.“

Ich nutze die Gelegenheit und lege mich auf den Behandlungsstuhl. Es wird jetzt auch höchste Zeit – bevor es dunkel wird, soll ich wieder oben sein, um den Schein zu polieren.

Bin bald erlöst, hake Herrn Satan ein, und wir entschwinden draußen mit dem Lichtstrahl.

Vor der Höhle dreht der Teufel sich noch einmal um:

„Höllischen Dank auch.“

Ich nicke nur. Hätte nie gedacht, dass ich einmal einen teuflischen Dank bekomme.

Gerade noch rechtzeitig zum Mondaufgang geschafft.

Ende

24 Nisan 2026 Cuma

Der vergessene Schlaf des verschlafenen Buches

Horrorgeschichte für Erwachsene 🌑 

Ich bin Sena. Befinde ich mich in einem Alptraum – oder bin ich schon wach?

Ich träume ein riesiges Buch, aufgeklappt vor mir. Die Buchstaben rufen: „Du hast verschlafen!“

Ich schrecke auf. Mein Herz rast, als wolle es aus meinem Körper springen.

Hurtig fahre ich hoch – als ich die Augen öffne, liege ich im Bett.

Irritiert denke ich: Das war anscheinend alles nur ein Traum?

Ich schaue auf die Uhr. Noch fast eine Stunde Zeit.

Ich drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen – vergeblich.

Die Augen sind zu, aber mein Gehirn denkt weiter – es rattert.

Etwas klebt an mir, schwer wie Pech.

Stiche im Bauch.

Etwas sticht zu – aber ich sehe keine Einstiche.

Als ich wieder aufwache, denke ich: Das war doch ein Traum.

Ich taste mich ab und finde hinten am Hals, am Haaransatz, etwas Rundes.  Im Spiegel sehe ich sie: eine kleine schwarze, flache, runzlige Warze.

Mir schaudert.

Es fühlt sich an, als hätte etwas von mir Besitz ergriffen.

Düstere Stille erfüllt den Raum.

Ich halte inne.

Ist das ein böser Traum?

Ich blicke aus der Badezimmertür.

Ein lächelndes Gesicht – als würde es mich beobachten.

„Hm… wieso so unfreundlich?“, denke ich verwirrt.

Ich gehe in die Küche und bereite das Frühstück wie jeden Tag.

„Frühstück ist fertig!“

Die Dunkelheit brummelt zurück.

Beim Kaffee liegt ein Murren in der Luft.

Ich frage mich: Was ist das? Warum diese ständige Meckerei?

Blitze treffen mich im Bauch.

Was passiert hier?

Warum so unhöflich?

Warum wird keine Rücksicht genommen?

Nur laut schimpfend klingt es weiter.

Ich gehe ins Bett.                            Schlafen oder lieber doch nicht?

Wenn ich jetzt die Augen schließe, kommt wieder dieser schreckliche Traum.

Oder ist das hier der Alptraum – und ich wache gleich auf?

Eine Hand streift über meine Brust.    Ein seltsames, warmes Gefühl breitet sich aus.                                                  Ich lasse es zu.                                    Meine Sinne gleiten weg. Etwas übernimmt mich.


Am Morgen ist alles still.

Ich gehe in die Küche und mache Frühstück wie immer.

Doch wieder dieses Dunkle, Düstere.

Ich gehe am Spiegel vorbei.

Eine Fratze blickt mir entgegen.

Meine Knie zittern. Glassplitter schießen auf mich zu – in meinen Körper.

Ich wanke.

Ich schließe die Augen.

Und im nächsten Moment: Schmerz. Ziehender, unendlicher Schmerz im Bauch – wie Messerstiche.

Ich schrecke hoch.

Was war das?

Hört das nicht auf?

Am Abend liege ich wieder im Bett.    Ein Buch liegt auf der Decke.                    Ich lese darin.                                          Ich schlafe darüber ein.

Am nächsten Tag ist alles still.

Im Spiegel sehe ich nur mich.

Keine schwarze Warze mehr.

Alles war vielleicht nur ein Alptraum.

Erleichterung durchströmt mich.

Seitdem lese ich vor dem Schlafengehen in einem Buch.

Denn Lesen bringt den vergessenen Schlaf zurück.

Ob ich gerade träume?

Ende.

22 Nisan 2026 Çarşamba

Die Sage vom Drachenfels

Sage aus der Märchenwelt 🌟

Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen.

Sie war durchsichtig, ihr Schneckenkörper schimmerte hindurch. Ihre wachsamen, länglichen Fühleraugen schienen überall zugleich zu sein.                                                      Ihr faustgroßes Schneckenhaus war ihr Rückzugsort, an der Seite waren die leicht grünlichen Drachenflügel angelegt.

Die lichtjahrealte Drachenschnecke lebte versteckt beim Drachenfels in einer Höhle, schon über Jahrhunderte hinweg.

Nur die Eulen und Fledermäuse konnten ihr wahres Wesen sehen.

Im Dorf herrschte Hungersnot. Die Hauptnahrungsquelle, der Fluss, war ausgetrocknet, sodass sie keine Fische mehr fangen konnten.

Und nach einer alten Sage war der Drachenfels schuld, denn von ihm kam das Unheil – er hatte das Quellwasser aus dem Gebirge versiegen lassen.

Mit Fackeln zogen mutige Männer los, um im Inneren der Felshöhle Feuer zu legen. Das Feuer sollte den Fluch besiegen.

Eulen warnten die Drachenschnecke.

Als die Dorfmänner kamen, machte sich die Drachenschnecke für einen kurzen Moment sichtbar.

Die Männer erschraken und blieben wie festgewurzelt stehen.

Eine weiße Hülle umgab die Drachenschnecke:

So, so – ihr wollt Feuer.

Die Männer nahmen dies wahr, ohne dass sie eine Stimme hörten.

Und sie spie eine Feuerwand gezielt vor ihre Füße, sodass diese sofort die Flucht ergriff.

Die gutherzige Drachenschnecke wollte helfen.

Im Dorf wurden die wildesten Erzählungen verbreitet über einen Drachen mit langen Fühleraugen.

Des Nachts erschien die Drachenschnecke. Der weiße Schein um sie herum lockte die Menschen aus den Häusern, doch niemand rührte sich.

Leuchtende Eulenaugen und Fledermausfiepen hielten sie zurück.

Alle schauten gebannt – nichts geschah.

Die Drachenschnecke sandte ihre guten Absichten aus, und jeder konnte sie verstehen.

Alle nickten stumm.

Die Drachenschnecke flog zum Drachenfels hinauf, spie Feuer in eine Felsspalte, um das dort verborgene Quellwasser freizusetzen. Langsam, aber stetig begann es zu fließen, bis es die Kraft eines Flusses erhielt und plätschernd ins ausgetrocknete Flussbett zurückkehrte – und wieder Wasser zu den Menschen ins Dorf brachte.

Von nun an war der Drachenfels ein sagenumwobener Ort – und das Geheimnis der Drachenschnecke blieb.

•••

Inspiriert vom Drachenfels in Deutschland am Rhein bei Königswinter Erinnert an die Nibelungensage aus dem Siebengebirge um den Helden Siegfried, der einen Drachen besiegte.


🐉Die Sage vom Drachenfels

Man erzählt sich, dass einst auf dem Drachenfels ein furchtbarer Drache lebte.

Er hauste in einer Höhle im Berg und verbreitete Angst und Schrecken in der ganzen Gegend.

Die Menschen wagten sich kaum noch hinaus – denn der Drache sollte Feuer speien und alles vernichten, was sich ihm näherte.

Da zog der junge Held Siegfried aus, um das Ungeheuer zu besiegen.

Nach einem harten Kampf gelang es ihm schließlich, den Drachen zu töten.

Als das Ungeheuer besiegt war, badete Siegfried in dessen Blut – und wurde dadurch fast unverwundbar.

„Fast“, weil ein kleines Blatt auf seinem Rücken liegen blieb – und genau dort blieb er verwundbar.

21 Nisan 2026 Salı

👞 Der verlorene Schuh zum stillen Glück

Märchenwelt 🌟

Es war einmal ...

Ein ehemaliger Bibliothekar, der aus erster Ehe zwei ältere Kinder hatte, heiratete eine Frau, die ein kleines Baby mitbrachte.

Doch die neue Mutter starb früh.

Solange der Vater lebte, hielt er die Familie zusammen.

Die beiden älteren Kinder mussten sich zurücknehmen, auch wenn es ihnen nicht immer leichtfiel.

Die Zuneigung des Vaters zur Jüngsten missfiel ihnen, was die beiden neidisch werden ließ.

Das kleine, zierliche Mädchen wuchs heran – still, freundlich und von sanfter Art.

Als sie ihr sechzehntes Lebensjahr erreichte, starb auch der Vater.

Nun veränderte sich alles.

Die älteste Schwester Karla übernahm das Haus.

Doch statt Fürsorge zeigte sie Härte.

Karla war eine stämmige, willensstarke, geschäftstüchtige junge Frau mit kurzen braunen Haaren.

Für sie war Mara nur eine Arbeitskraft.

„Du kannst arbeiten“, sagte sie, „es gibt genug zu tun.“

Und so wurde Mara zur Hilfe im eigenen Zuhause.

Sie räumte auf, kochte, erledigte Besorgungen und kümmerte sich um alles, was anfiel.

Die zweite Schwester Paula hielt sich heraus.

Das Einzige, was sie interessierte, waren ihre Fingernägel – dass sie schick aussahen und stets gepflegt waren.

Sie hatte wunderschöne blonde Haare, nur ihre lange, schiefe Nase stach hervor.

Mara liebte ihre Tiere, besonders ihre Ziegen und Schafe.

Draußen fand sie ihre Ruhe.

Dort sprach sie leise mit ihnen, strich über ihr Fell und ließ den Alltag für einen Moment hinter sich.

Eines Tages kam ein junger Mann in die Gegend.

Er war auf dem Weg in seine Heimatstadt und suchte für eine Nacht eine Unterkunft.

Jonas war mit seinem Pferd Hektor unterwegs.

Die beiden Schwestern vermieteten ein Zimmer im Haus, und so blieb er dort.

Er erzählte, dass der Bürgermeister, ein Freund von ihm, ein Fest gab.

Dort wollte er sich als neuer Hochschullehrer vorstellen.

Mara richtete das Zimmer, und da sah er sie zum ersten Mal.

Etwas an ihr war anders – still, freundlich und voller Wärme.

Am Abend saß er im Bett und las, wie es seine Gewohnheit war, noch ein Stück in einem Buch.

Ein Spalt der Tür war offen, und Mara konnte sehen, wie vertieft er las.

Am nächsten Tag ritt er in die Stadt.

Als er abends zurückkehrte, fragte er nach der Büchersammlung des Vaters.

Der Bürgermeister habe ihm erzählt, dass dieser eine regelrechte Bibliothek besessen hatte.

Verlegen blickte Karla, dann verwies sie darauf:

Die Bücher standen noch im Schuppen im großen Raum.

Mara zeigte sie ihm.

Der Raum war schlicht, doch sie hatte die Bücher damals geordnet.               

Sie wusste, wo jedes stand, und konnte zu vielen etwas erzählen.

Das beeindruckte Jonas sehr.

Am Abend stand er am Fenster und blickte hinaus.

Da sah er Mara, wie sie die Ziegen und Schafe in die Scheune brachte.

Er beobachtete sie eine Weile.

Der Gedanke an sie ließ ihn nicht mehr los.

Am nächsten Tag fand das Fest statt.

Viele Menschen wurden eingeladen, auch die beiden Schwestern.

Sie machten sich zurecht und freuten sich auf den Abend.

Mara jedoch blieb zurück.                     

So saß sie später allein im Haus.

Doch die Neugier ließ ihr keine Ruhe. Sie lief in die Nacht hinaus.

Ihre Freundin, die Eule, flog herbei und wies ihr mit ihren leuchtenden Augen den Weg.

Im Dunkeln folgte sie dem Licht und der Musik.

Versteckt stellte sich Mara an ein Fenster und blickte hinein.

Drinnen stand Jonas am Pult und hielt eine Rede.

Durch ein offenes Fenster hörte sie seine Worte:

Als Hochschullehrer wollte er seine Schüler verstehen, unterrichten und begleiten – und ihnen den Weg des Wissens zeigen.

Die Menschen applaudierten.

Danach wurde getanzt und gelacht.

Für einen Moment vergaß Mara alles um sich herum.

Da hob Jonas den Blick und sah sie. Sein Herz schlug tief – schnell lief er hinaus.

Doch als er vor die Tür trat, war sie verschwunden.

Nur ein einfacher Schuh blieb zurück.

***

Am nächsten Morgen hielt Jonas den Schuh in den Händen.

Er betrachtete ihn eine Weile und beschloss, ihn zurückzubringen.

Als er am Wiesenhügel ankam, sah er sie von Weitem.

Sie saß dort mit ihren rehbraunen Augen und ebenso braunen Haaren, die zu einem Zopf geflochten waren.      Eine Decke lag unter ihr, daneben der einzelne Schuh.

Sie hob ihn leicht auf und sprach mit ihren Ziegen und Schafen, als würde sie sie verstehen.

Er ging langsam auf sie zu.

Als sie begann, lieblich und leise zu singen, blieb er stehen und lauschte ergriffen.

Als ihr Gesang endete, trat er näher.

Behutsam zog er ihr den verlorenen Schuh wieder an.

Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke.

Ein stiller Augenblick – ein unsichtbares Band entstand zwischen ihnen.

Ohne Worte ging er wieder.

Doch seine Gedanken blieben bei ihr.    Er sah sie vor sich, so ruhig, freundlich und aufmerksam.

Und langsam wuchs in ihm ein Gefühl, das er nicht mehr übergehen konnte.

Doch zugleich spürte er:

Ihr Leben war einfach.

Nah bei der Natur.

Ganz anders als das seine.

Lange dachte er darüber nach.            Bis er eines Tages eine Entscheidung traf.

Er kehrte zurück – nicht als Gast, sondern mit einem Entschluss.

Die beiden Schwestern empfingen ihn freundlich.

Sein Blick galt nur Mara.

„Ich möchte bleiben“, sagte er leise, aber bestimmt.

Er bot den Schwestern sein großes Haus an – im Tausch gegen das einfache Anwesen.

Die beiden zögerten nicht lange.

Für sie war es ein Gewinn.

Bald darauf hatte Karla den Bürgermeister für sich gewonnen – genau die Frau, die er brauchte: klug und willensstark.

Paula eröffnete im neuen Haus ein Geschäft für ihre Fingernagel-Leidenschaft.

Für Jonas begann ein neues Leben.

In der Ruhe und Einfachheit fand er, was er lange gesucht hatte: sein Zuhause.

Mara und Jonas wurden ein Herz und eine Seele.

Und so fand jeder sein verlorenes Glück.

Jonas und Mara fanden ihr stilles Glück – und gingen gemeinsam ihren Weg bis ans Lebensende. 💕💕


6.Der Zwerg und der Riese – Das Eichhörnchen

Märchenwelt 🌟 Riese Goldleo liebte es, bei der kleinen Waldlichtung am Lagerfeuer zu sitzen und zum Sternenhimmel hinaufzuschauen. Das Feu...