Sage aus der Märchenwelt 🌟
Sonnenmädchen – die Leuchtende, mit den leuchtenden Haaren
Regenmädchen – die Riechende, sie riecht Wasser, Regen oder Feuer
Adlerjunge – der Sehende, erkennt Spuren, Gefahren und versteckte Pfade
Baumjunge – der Starke, stemmt ganze Bäume und macht Wege frei
Windmädchen – die Hörende, hört wie ein Luchs: Wind, Bäume, feine Geräusche
In einem mächtigen Wald lwaren fünf außergewöhnliche Waldkinder.
Jedes von ihnen hatte seine eigene Gabe.
Das Sonnenmädchen hatte Haare, die im Dunkeln leuchteten, um den Weg zu zeigen.
Der Baumjunge hatte ungewöhnlich starke Arme.
Er hob gefallene Bäume, schob große Steine beiseite und machte Wege frei.
Der Adlerjunge sah wie ein Adler.
Er erkannte Spuren, sah Gefahren voraus und wusste, wo man sicher gehen konnte.
Das Regenmädchen roch Wasser, Regen oder Feuer mit ihrer feinen Nase.
Das Windmädchen hörte wie ein Luchs.
Sie hörte den Wind, die Bäume, ihre Blätter – das Flüstern des Waldes.
Eines Tages hörte das Windmädchen feine, leise Blätterstimmen.
Sie kamen von einem sehr alten Baum, tief in einer Bergfelslichtung.
Seine Wurzeln reichten tief durch Steine, Wasser und Zeit.
Er war Teil des Waldwächters – des magischen Waldgeistes, der verschwunden war.
Der uralte Baum konnte nicht gehen.
Er konnte nicht rufen.
Aber er konnte senden.
Durch seine Blätterstimmen, durch sein Flehen nach Hilfe, konnte das Windmädchen ihn erhören.
Es gab keinen Regen mehr.
Bäume waren ausgetrocknet, kaum Wind wehte.
Kein Vogel zwitscherte.
Der magische Waldgeist spürte eine unsichtbare, gefährliche Macht.
Das Innere des magischen Waldgeistes ließ ihn am See erscheinen.
Etwas zog ihn dorthin.
Er spürte, dass das Gleichgewicht gestört war.
Der magische Waldgeist opferte sich.
Denn die Quelle, die den See speiste, würde versiegen.
Doch es gab drei verborgene Bergquellen, die nur durch sein Opfer frei werden konnten.
Als der magische Waldgeist mit dem See eins wurde, entstand ein schmaler, starker Wasserfall.
Doch der See war in sich geschlossen und konnte das Wasser nicht weiterleiten.
Die fünf Waldkinder streiften langsam durch den dichten, dunklen Wald – Schritt für Schritt.
Ohne Worte verständigten sie sich.
Der Wald war nur vom Mond erhellt.
Das Sonnenmädchen ging vornean, um den Weg zu erleuchten.
Das Regenmädchen hob die Nase in die Höhe, doch sie konnte kein Regenwasser riechen.
Der letzte schwache Windhauch flüsterte ihnen gerade noch zu,
dass sie zum großen See gehen sollten.
Sie folgten dem Flusslauf.
Der schmale Flusslauf war ausgetrocknet.
Der kleine Fluss war zwar schmal, aber viel zu tief.
Der Adlerjunge erspürte und sah mit seinen scharfen Augen einen geeigneten Übergang.
Der Baumjunge legte einen Baumstamm hinüber.
Sie folgten den Felswegen und gelangten schließlich zum See.
Das Regenmädchen erkannte die Lösung.
Der Baumjunge zog mit seiner starken Faust eine Furche am Boden entlang,
durch unwegsame Wege.
So entdeckten sie einen schmalen Höhlenspalt, der zum Baum führte.
Das Wasser erreichte den Baum.
Der Baum erholte sich schnell.
Die Waldkinder, Beschützer des Waldes, wurden:
Das Sonnenmädchen zur Sonne.
Das Regenmädchen zum Regen.
Das Windmädchen zum Wind.
Der Adlerjunge zum Adler – Wächter über den Baum und den gesamten Wald.
Der Baumjunge zu einem neuen Ast des Baumes.
Seine Äste trugen besonders buschige und leuchtende Blätter.
Der Wind wehte wieder.
Regenwolken zogen über den Himmel.
Die Sonne wärmte.
Vögel zwitscherten.
Der Wald rauschte im Wind.
So wurde die Weltordnung im Universum wiederhergestellt.
Visitors: 0