26 Ocak 2026 Pazartesi

🐚 Die Muschel am Strand

Märchenwelt 🌟

Die Muschel am Strand

Eine Muschel hatte jahrhundertelang im Meer gelegen.

Eines Tages wurde sie an den Strand gespült.

Von Weitem sah es aus, als wäre sie gerade erst herausgespült worden.

Sie glitzerte und funkelte in der Sonne.

Lange Zeit lag die Muschel dort.

Manchmal, wenn jemand vorbeikam, hob man sie hoch und hielt sie sich ans Ohr –

doch nichts.

Kein Meeresrauschen drang aus ihr.

Mit einem Schulterzucken legte man die Muschel wieder hin.

Sie war groß und weiß, mit samtartig durchzogenen Streifenfäden.

Länglich und zugleich rundlich, mit leichten Muschelzacken, die zu leuchten schienen.

Eine Wanderratte war unterwegs zum Meer.

Sein Säckchen hing an einem Stock über der Schulter, hinter seinem Rücken.

Er wollte das Meer unbedingt sehen und ging den Kiesstrand entlang.

Da entdeckte er etwas Funkelndes –  die Muschel.

Ratte Rautus hob sie hoch und hielt sie an sein Ohr.

Seltsam – nichts.

Kein Wellenrauschen war zu hören.

Etwas in seinem Inneren wollte die Muschel mitnehmen.

Sie war ziemlich groß, fast so groß wie er selbst.

Rautus stellte sein Säckchen ab, nahm die Muschel noch einmal auf –              und siehe da:

Sie schmiegte sich an seinen Rücken.

Er ging hinunter zum Strand und steckte seine Füße ins Wasser.            Ach, wie herrlich, dachte sich Rautus.    So schön kühl – und wie das Meer nach Salz roch.

Noch in Gedanken versunken, stieg er den Kiesstrand wieder hinauf und folgte einem schmalen Weg unter den Felsklippen.

Dahinter entdeckte er eine Felshöhle, gerade so hoch wie er selbst.

Als er sie betrat, leuchtete die Muschel hell, und Rautus folgte dem Schein.    Der Weg schien endlos.                    Müde erkannte er schließlich ein stecknadelkopfgroßes Licht.

Glühwürmchen.

Langsam schlich Rautus hindurch.    Dicht vor der Höhle schwebten sie wie Lichtkegel, als wären sie Wächter.

Große, leuchtende Augen blickten auf ihn herab –

eine Eule.

Ratte Rautus lief zum nächsten Baum, flitzte noch ein Stück weiter,  bis er einen großen Eichenbaum erreichte.

Dort fand er ein Baumloch und schlief übermüdet ein.


Am nächsten Morgen zwitscherten die Vögel.

Rautus machte sich mit der Muschel auf dem Rücken daran, Walnüsse, Haselnüsse und Eicheln zu sammeln.

Er kam sich vor wie im Schlaraffenland.

Während er die Nüsse einsammelte, flitzte ein Eichhörnchen vom Baum herab, stellte eine Pfote auf eine Walnuss und grinste ihn freundlich an.

Das Eichhörnchen plauderte los:

„Wohin des Weges, Wanderer?        Komm mit mir!“

Es schnappte sich einige der Walnüsse, bis sie ihm fast bis zur Nase reichten, flitzte die Bäume hinauf und tauchte kurz darauf ohne Nüsse wieder auf.

Dann hüpfte es voraus.

Ratte Rautus folgte ihm.

Bald erreichten sie ein kleines Lagerfeuer.

Dort saß ein Zwerg.

Als Rautus auf ihn zuging, begrüßte der Zwerg ihn freundlich.

Er lud ihn zum Abendessen ein –          es gab eine leckere Suppe.

Während der Zwerg umrührte, versammelten sich auch seine Freunde am Feuer:

der Specht, das Eichhörnchen, sein alter Freund der Tausendfüßler und Zwerg Wolle, der hinter dem Wald in einem Zwergendorf lebte.

Alle saßen um das Lagerfeuer.

Ratte Rautus hatte inzwischen die Muschel abgenommen und erzählte, wie er sie gefunden hatte.

Am nächsten Tag halfen ihm der Zwerg, der Specht und das Eichhörnchen, eine Behausung zu finden.

Nicht weit entfernt wurden sie fündig: bei einer mächtigen Eiche, hinter einer Wurzelhöhle.

Dort zog Ratte Rautus ein.

Der Zwerg baute ihm ein handgemachtes Bett.

Rautus hatte sich inzwischen selbst einige Möbel gemacht – unter anderem einen Stuhl und einen hohen, runden Blumentisch, auf dem seine Muschel lag.

Rautus staunte nicht schlecht über das Bett.

Dabei fanden sie heraus, dass sie beide Schreiner waren.

Am Abend sollte der Einzug gefeiert werden.

Zwerg Wolle, der Specht, das Eichhörnchen, der Tausendfüßler und Ratte Rautus saßen wieder am Lagerfeuer.

Der Zwerg kochte erneut eine leckere Suppe.

Als sie so beisammensaßen und Rautus die Muschel weiterreichte, horchten sie neugierig daran.

Doch sie stellten fest:

nichts – nur Stille.

Da hielt Rautus die Muschel fest.

Zwerg Wolle bemerkte:

„Diese Muschel scheint mehr zu sein als nur eine Muschel …“

Der Zwerg nickte ergänzend.

„Genau. Sie ist ein Musikinstrument.“

Neugierig nahm Ratte Rautus die Muschel, legte die schmale Seite an den Mund, sodass die längliche Öffnung nach oben zeigte und die bauchige, leicht gezackte Seite nach unten.

Dann blies er hinein.

Die Töne waren tief und rund, sie klangen wie eine Tuba.

Es war ein Muschelhorn.

Alle waren still vor Erstaunen.

Rautus horchte noch einmal hinein –  da erklang ein vermischtes Meeres- und Blätterrauschen.

Wie wunderbar!

Er reichte die Muschel weiter.

Begeistert nickten sie ihm zu.

Dann nahm Rautus die Muschel wieder an sich und blies erneut hinein.

Diesmal holte der Zwerg seine Flöte hervor, der Specht klopfte den Takt,

Zwerg Wolle raschelte mit seinen Eichelrasseln, der Tausendfüßler summte, und das Eichhörnchen klapperte mit Walnussschalen.

Sie musizierten die ganze Nacht.

Ein Echo trug die Klänge weit hinaus, und noch lange hörte man die wunderbare Musik.

Und so endete die Geschichte von der Wanderratte Rautus und der Muschel, die Musik in sich trug.

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Dieses Märchen ist meinem Schreibfreund Rautus gewidmet.








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19 Ocak 2026 Pazartesi

Steckbrief: Kitzelspinne

🕸️ von der Lesebärwelt 🕷


Kitzelspinne kann man nicht verlieren. 

Sie ist immer dabei.

Mit einem Kugelschreiber oder einem Schminkstift ist sie vielseitig wandelbar.

Wir stellen vor: die linke Hand.

Aus ein paar Strichen entstehen Gesichter –  lustig, traurig, neugierig oder verschmitzt.

Mit einem Haargummi lässt sich Kitzelspinne sogar anziehen.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Für Mädchen und Jungen gleichermaßen.
Und das Beste daran:
Kitzelspinne ist immer dabei.

Auch Kitzelspinne in Natura ist beliebt.
Kleine Kinder-Kitzelspinnen tauchen auf
Und wollen mit der Kitzelspinne spielen.
Ist das nicht wunderbar?

Abends hilft Kitzelspinne beim Einschlafen
Mit ihrem ganz besonderen Zaubergrinsen.
Grüße
von der Kitzelspinne 🕷️✨

*** 🕷🕸️🕷🕸️🕷🕸️🕷🕸️🕷🕸️🕷***

Die Kitzelspinne habe ich ganz spontan erfunden,
Als meine Tochter ungefähr vier Jahre alt war.

Beim Zubettgehen bekam sie große Angst
vor einer dicken, großen Baumspinne.
Ich würde gerne mehr über Spinne zum Fenster hinaus erfahren –
Doch an Einschlafen war danach nicht mehr zu dersen.

Und hier ist der Kitzeln liebte,
Ließ ich meine linke Hand zur Spinne werden
und sagte spaßig:

„Jetzt kommt die Kitzelspinne!“

Dann begann ich, sie zu kitzeln.
Sie kicherte und lachte,
die Angst verschwand,
und kurz darauf war sie so müde,
dass sie friedlich einschlief.
So entstand die Kitzelspinne. 🕷️











Die Kitzelspinne war immer eine gute Ablenkung.

Besonders im Auto, wenn meiner Tochter langweilig war.

Manchmal kam die Frage:
„Mama, wo ist die Kitzelspinne?“
Oder dieser typische Kindergedanke:
Ist die Kitzelspinne dabei?

Auch im Restaurant war sie zur Stelle.
Gab es nicht das Essen, das sie wollte,
wurde die Kitzelspinne plötzlich ganz traurig.
Dann malte ich ihr ein Gesicht mit Tränen – weil sie eben nicht essen wollte.
Und irgendwie war die Enttäuschung vergessen.
So konnte die Kitzelspinne trösten,
ablenken
und manchmal einfach nur da sein.

Zu Hause, als Spaß,
kam zuerst die große Kriegspfadspinne – und dann 
natürlich die Kinder-Kitzelspinnen.
Denn beide spielten:
Wir sind auf Kriegspfad,
Hucka-Hucka-Hucka.









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12 Ocak 2026 Pazartesi

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟


Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche.

Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf dem Fenstersims liegen.

Das lockte die Vögel an, die mit ihm sprachen.

Eine Prinzessin ließ Freier kommen, doch nur der, der ihr die drei goldenen Haare des Teufels brachte, wollte sie heiraten.

Diese Kunde teilten die Vögel dem armen Bäckerburschen mit.

Zusammen zogen sie los:

Er ging, die Vögel flogen. Durch den düsteren Wald, Glühwürmchen erleuchteten den Weg.

Seine Freunde, die Vögel, wussten, wo die Höhle des Teufels zu finden war.

Ein Bergmaulwurf war ihr Führer.

Die Glühwürmchen flogen voraus, und sie folgten dem matten Lichtschein durch den langen, schmalen Höhlentunnel, immer tiefer und immer tiefer hinunter in den Höhlenschlund.

Es wurde unerträglich heiß.

Hier war der richtige Ort.

Dort, in der Felsenhöhle, zingelte überall Feuer.

Mitten im Feuer lag der Teufel, er schlief fest und schnarchte.

Wie sollten sie ihn erreichen?

Die Vögel packten den Bäckerburschen und flogen ihn über das Feuer hinweg, über den Kopf des Teufels.

Da erwachte er.

Vor Schreck warf der Bäckerbursche drei seiner Haferkörner hinunter.

Der Teufel vertrug keine Haferkörner.

Wild durchwühlte der Teufel mit seinen Händen sein Haar und zog sich dabei die drei goldenen Haare heraus.

Drei der Vögel schnappten mit ihren Schnäbeln je eines der goldenen Haare und flogen so schnell sie konnten davon.

Draußen vor der Höhle kamen die drei goldenen Haare in einen kleinen Beutel.

Der arme Bäckerbursche zog die feinsten Kleider an, die er hatte, und trat vor die Prinzessin.

Große Augen blickten ihn an. 

Damit hatte sie nicht gerechnet. 

Sie sah ihm tief in die Augen und verliebte sich auf Anhieb.

Sie erfüllte ihr Versprechen.

Sie lebten glücklich und zufrieden.

Ende

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(Original – Kurzfassung)

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Es war einmal ein armer Junge, dem vorherbestimmt war, die Tochter des Königs zu heiraten.

Doch bevor er das tun konnte, musste er drei goldene Haare vom Teufel holen – eine gefährliche Aufgabe.

Mit List, Mut und der Hilfe von Tieren und Menschen, die er unterwegs freundlich behandelt hatte, meisterte er alle Prüfungen.

Er überlistete die Wachen des Teufels.
Er nahm vorsichtig die goldenen Haare.
Auf dem Rückweg halfen ihm die Tiere und ein weiser Mann, Hindernisse zu überwinden.

Am Ende brachte er die goldenen Haare zum König, erfüllte alle Aufgaben und konnte die Königstochter heiraten.

Durch seine Klugheit und Freundlichkeit siegte er über den Teufel und fand ein glückliches Leben.











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Rübezahl und die Diebe

Märchenwelt – alte Sage neu nacherzählt 🌟



Rübezahl hielt sich bei der Talermulde auf. Warum, wusste niemand so genau, doch er trieb dort sein Unwesen. Normalerweise war er der Berghüter des Riesengebirges. 
Seitdem er in den Bergen fehlte, waren Geröllstürze an der Tagesordnung, und niemand konnte den Pass mehr überqueren. 

Die Dorfbewohner konnten das Tal nicht mehr bewirtschaften.

Rübezahl war größer als der höchste Tannenbaum, breiter als die mächtigste Eiche und unbeschreiblich wütend, denn er war am falschen Ort.

Eines Tages kamen drei Diebe ins Dorf. Sie wurden verjagt und genau zum Tal hinübergetrieben. 

Dort trafen sie auf einen mächtigen Riesen. Die Diebe zeigten keine Furcht. Der Schlauste unter ihnen fragte nach dem Weg in die Berge.

Rübezahl entsann sich des Weges und schritt voran. In den Bergen, an seinem Ort, verlangte er Dank. Die Diebe lachten darüber. Warum sollten sie ihm danken?

Da stapfte Rübezahl zornig mit dem Bein auf, sodass Geröll sich löste und die Diebe in die Tiefe stürzten.

Und von nun an hörte man sagen, dass der Pass wieder frei sei. 

Nur durfte es kein Dieb sein, das wäre sein sicherer Tod. 

Denn Rübezahl, der Berghüter, war zurückgekehrt.


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(Original Sage – Kurzfassung)

Rübezahl und die Diebe

Drei Diebe zogen durch das Riesengebirge.

Sie hatten geraubt und suchten einen sicheren Weg aus den Bergen.

Da begegnete ihnen ein großer, schweigsamer Wanderer mit grobem Mantel und schwerem Schritt.
Er bot an, sie zu führen.

Die Diebe lachten über ihn und dachten, ihn später zu berauben.

Der Weg wurde immer länger.
Der Nebel dichter.
Die Berge höher.

Als sie schließlich Beute von ihm verlangten, blieb der Wanderer stehen.
Er richtete sich auf – höher als ein Baum, breiter als ein Fels.

Der Mantel fiel ab.
Der Wanderer war Rübezahl.

Der Boden bebte.
Die Wege verschwanden.
Der Wind heulte.

Manche sagen, die Diebe seien zu Stein geworden.
Andere sagen, sie irrten bis an ihr Ende durch die Berge.
Keiner kehrte zurück.

Rübezahl aber ging weiter durch Nebel und Sturm – als Hüter der Berge.









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9 Ocak 2026 Cuma

Waldkinder

Sage aus der Märchenwelt 🌟

Sonnenmädchen – die Leuchtende, mit den leuchtenden Haaren

Regenmädchen – die Riechende, sie riecht Wasser, Regen oder Feuer

Adlerjunge – der Sehende, erkennt Spuren, Gefahren und versteckte Pfade

Baumjunge – der Starke, stemmt ganze Bäume und macht Wege frei

Windmädchen – die Hörende, hört wie ein Luchs: Wind, Bäume, feine Geräusche


In einem mächtigen Wald waren fünf außergewöhnliche Waldkinder.
Jedes von ihnen hatte seine eigene Gabe.

Das Sonnenmädchen hatte Haare, die im Dunkeln leuchteten, um den Weg zu zeigen.

Der Baumjunge hatte ungewöhnlich starke Arme.
Er hob gefallene Bäume, schob große Steine beiseite und machte Wege frei.

Der Adlerjunge sah wie ein Adler.
Er erkannte Spuren, sah Gefahren voraus und wusste, wo man sicher gehen konnte.

Das Regenmädchen roch Wasser, Regen oder Feuer mit ihrer feinen Nase.

Das Windmädchen hörte wie ein Luchs.
Sie hörte den Wind, die Bäume, ihre Blätter – das Flüstern des Waldes.

Eines Tages hörte das Windmädchen feine, leise Blätterstimmen.
Sie kamen von einem sehr alten Baum, tief in einer Bergfelslichtung.
Seine Wurzeln reichten tief durch Steine, Wasser und Zeit.
Er war Teil des Waldwächters – des magischen Waldgeistes, der verschwunden war.

Der uralte Baum konnte nicht gehen.
Er konnte nicht rufen.
Aber er konnte senden.
Durch seine Blätterstimmen, durch sein Flehen nach Hilfe, konnte das Windmädchen ihn erhören.

Es gab keinen Regen mehr.
Bäume waren ausgetrocknet, kaum Wind wehte.
Kein Vogel zwitscherte.

Der magische Waldgeist spürte eine unsichtbare, gefährliche Macht.

Das Innere des magischen Waldgeistes ließ ihn am See erscheinen.
Etwas zog ihn dorthin.
Er spürte, dass das Gleichgewicht gestört war.

Der magische Waldgeist opferte sich.
Denn die Quelle, die den See speiste, würde versiegen.
Doch es gab drei verborgene Bergquellen, die nur durch sein Opfer frei werden konnten.

Als der magische Waldgeist mit dem See eins wurde, entstand ein schmaler, starker Wasserfall.

Doch der See war in sich geschlossen und konnte das Wasser nicht weiterleiten.


Die fünf Waldkinder streiften langsam durch den dichten, dunklen Wald – Schritt für Schritt.
Ohne Worte verständigten sie sich.

Der Wald war nur vom Mond erhellt.

Das Sonnenmädchen ging vornean, um den Weg zu erleuchten.

Das Regenmädchen hob die Nase in die Höhe, doch sie konnte kein Regenwasser riechen.

Der letzte schwache Windhauch flüsterte ihnen gerade noch zu,
dass sie zum großen See gehen sollten.

Sie folgten dem Flusslauf.
Der schmale Flusslauf war ausgetrocknet.
Der kleine Fluss war zwar schmal, aber viel zu tief.

Der Adlerjunge erspürte und sah mit seinen scharfen Augen einen geeigneten Übergang.

Der Baumjunge legte einen Baumstamm hinüber.

Sie folgten den Felswegen und gelangten schließlich zum See.

Das Regenmädchen erkannte die Lösung.

Der Baumjunge zog mit seiner starken Faust eine Furche am Boden entlang,
durch unwegsame Wege.

So entdeckten sie einen schmalen Höhlenspalt, der zum Baum führte.
Das Wasser erreichte den Baum.
Der Baum erholte sich schnell.

Die Waldkinder, Beschützer des Waldes, wurden:

Das Sonnenmädchen zur Sonne.
Das Regenmädchen zum Regen.
Das Windmädchen zum Wind.
Der Adlerjunge zum Adler – Wächter über den Baum und den gesamten Wald.
Der Baumjunge zu einem neuen Ast des Baumes.
Seine Äste trugen besonders buschige und leuchtende Blätter.

Der Wind wehte wieder.
Regenwolken zogen über den Himmel.
Die Sonne wärmte.
Vögel zwitscherten.
Der Wald rauschte im Wind.

So wurde die Weltordnung im Universum wiederhergestellt.










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8 Ocak 2026 Perşembe

Die Sage von den goldenen Steckelschuhen

Sage aus der Märchenwelt 👡👡


Man erzählt sich, dass es einst ein Haus gab, in dem es an allem Notwendigen oft fehlte und über jedes Brot, jedes Gemüse und jede Kleinigkeit gesprochen wurde. 

Immer wieder schrieb die Frau des Hauses eine Liste. Keine besonderen, keine kostbaren Dinge – nur das, was man zum täglichen Leben braucht: Brot, Öl, Reis, etwas Gemüse. Dinge, die kommen und gehen wie die Tage selbst.

Doch jedes Mal, wenn der Mann die Liste sah, begann das alte Lied. Die Liste sei zu lang, schimpfte er. Manches brauche man nicht sofort, meinte er. Und manches vielleicht überhaupt nicht.

Da seufzte die Frau eines Tages und sprach:

„Ich habe doch keine goldenen Steckelschuhe verlangt.“

Niemand wusste genau, wie diese Schuhe aussahen. Ob sie glänzten oder nur im Kopf funkelten. Doch seit diesem Tag standen sie unsichtbar zwischen den Zeilen der Einkaufsliste. Einmal schrieb die Frau sie sogar auf – ganz unten, klein und still: Goldene Steckelschuhe.

Nicht weil sie sie wollte, sondern weil sie zeigen wollte, dass das Verlangte – wie Milch und Zucker – nichts Besonderes war.

So erzählt man sich, dass die goldenen Steckelschuhe keine Schuhe waren, sondern ein Zeichen: für das Maß, für das Alltägliche und für das Unverständnis darüber, warum selbst das Einfache manchmal zu viel erscheint.

Und bis heute, so sagt man, tauchen sie manchmal auf – nicht in Truhen oder Schaufenstern, sondern auf Zetteln, zwischen Brot und Salz.












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🌳 Der Baum und sein Traum

Märchenwelt 🌟 Ein Baum stand an einem Ort, an dem er nicht sein wollte. Seine Wurzeln lagen locker und lose im Boden. Ringsherum eine trist...