Der Zwerg saß mit seinem langen Bart und gesenktem Kopf über das Tagebuch gebeugt.
Darin schrieb er seine Erlebnisse nieder – Erinnerungen aus seiner Kindheit.
Er war ein Kind aus einer kinderreichen Familie.
Der Zwerg schrieb schon viele Jahre. In Gedanken hing er seinen alten Erinnerungen nach – seine Kindheit war meist betrüblich. Der Zwerg erlebte eine harte, oft unfaire Erziehung.
Der Zwerg erhob sich. Er träumte, dass er sich aufrichtete, dass Erlebtes vor seinem inneren Auge vorbeizog …
Der Zwerg erwachte, blickte auf das Tagebuch, klappte es sehr langsam zu, nahm einen Beutel Samen und trat hinaus aus seinem Pilzhaus auf die Wiese.
Der Zwerg suchte mit suchendem Blick nach freiem Erdboden – nichts.
Der Zwerg nahm einen Spaten und machte sich ein Beet …
Seine Gedanken kreisten um seine eher schlechten Erinnerungen. Ebenfalls fühlte es sich für den Zwerg so an.
Der Zwerg nahm den Beutel und ließ die Samen hinunterrieseln. Er sah zu, wie sich die Samen auf dem Erdboden verteilten.
Dem Zwerg fiel auf: Die Samen brauchten Wasser.
In der Nähe war ein kleiner Bachlauf, bei dem der Zwerg die Gießkanne füllte.
Als der Zwerg die Samen goss, kreisten seine Gedanken. Wie viel Zeit er doch über seinem Tagebuch verbracht hatte – so viel, dass ihm sogar ein langer Bart gewachsen war.
Scheinbar hatte der Zwerg sein Leben mit dem Schreiben verbracht.
Oder doch nicht?
War es nicht wichtig für den Zwerg gewesen, all die Jahre vergangener Erinnerungen aufzuschreiben?
Nun war er alt, sehr alt geworden.
Das Buch blieb verschlossen – und die Gedanken des Zwerges auch.
Ende