8 Eylül 2025 Pazartesi

Ausgeliehen 🥪 Gastro-Satire (4

Anekdoten-Werke 🎆

Das heißt natürlich in Fachkreisen „Springer“.

Am Flughafen, im neuen Terminal, hatte sich ein Großgastronom eingekauft. Ich „durfte“ dort arbeiten – also ausgeliehen. Das Ganze dauerte zwei Jahre lang.

Drei nigelnagelneue Gastronomiebereiche wurden geschaffen. In der Mitte war die Selbstbedienung, die für alle zugänglich war – nur mit einem Haken: im Nirgendwo, im zweiten Stock!

Der pedantische, unfreundliche, kleine, dicke Chef vom ganzen Betrieb war höchst unzufrieden und ließ es lautstark brüllend an allen aus. Bei mir kam er vorbei, griff mir in die Haare und befahl: „Du sollst deine Haare färben und dich schminken!“

Hallo?!

Gott sei Dank kam der nicht oft vorbei.

Seine hochgehobene Gastro-Restaurant-Chefin… Oh je! So eine dürre Frau, nichts dran. In der Frühschicht krauste es uns schon, man konnte es schon hören: Sie schrie! Sie fand immer einen Anlass, sich auszulassen.

Anfangs war viel Personal da, darunter eine Möchtegern-Gastro-Tussi. Ich merkte sofort: Das war gespielt. Die hatte keine Ahnung!

Wir hatten dort eine Doppelkasse, sie saß neben mir – überfreundlich, mit einem unnatürlichen Grinsen und überschwänglicher Freundlichkeit. Alle waren begeistert von ihr… bis es passierte.

Eines Tages, als wenig los war, meinte die „Kollegin Wichtig“, sie müsse unbedingt Besteck polieren! Sie meldete sich bei mir ab. Okay.

Ich musste auf die Toilette. Also ging ich zu der Kammer, in der „Kollegin Wichtig“ das Besteck polierte, und sagte ihr Bescheid, dass die Kasse kurz unbesetzt sei und sie darauf achten müsse. Sie nickte.

Als ich zurückkam – ausgerechnet in dem Moment – war der Oberchef da! Er fuhr mich an, putzte mich runter, was mir einfiele, einfach die Kasse zu verlassen.

Das ließ ich mir nicht auf mir sitzen! Ich zitierte die „Möchtegern-Kollegin“ heraus. Natürlich behauptete sie, ich hätte nichts gesagt. Unsere erste Chefin kam dazu und versuchte, mit Wortgefechten zu schlichten.

Ich sah, dass das nichts brachte, drehte mich einfach um, ließ sie da rumstreiten und ging zurück an die Kasse.

Diese Möchtegern-Tussi blieb nicht lange… Hhhha!

Samstags und sonntags war die Hölle los. Immer gab es ein Kaffee-Maschinen-Chaos: falsche Knöpfe gedrückt, Milch alle oder – der Oberhammer – die Maschine fiel ganz aus! Dann mussten die Gäste rüber zum vietnamesischen Gastro-Stand laufen, sich dort umständlich ihren Kaffee holen und ihn dann zurück zur Kasse rüberschaukeln.

Der Oberchef gab keine Ruhe. Dann kam die erste Chefin mit ihrem Schminkkoffer (!) und zitierte mich ins winzige „Büro“. Sie und die zweite Chefin bearbeiteten mich – ich solle mich schminken lassen!

Ich verweigerte mich vehement. Die ganzen Jahre war ich nie geschminkt, höchstens ein Lidstrich. Außerdem reagierte ich allergisch auf das Zeug – sicher würde ich mir das nicht ins Gesicht schmieren!

Am Schluss wurde mir das alles zu blöd. Das waren sowieso nicht meine eigentlichen Chefs. Also sagte ich trocken: „Was wollen Sie dagegen tun, wenn ich es nicht mache?“

Sie sahen sich fassungslos an. Machtlos. Und ich hatte meine Ruhe.

Endlich war die Ausleiherei vorbei. Zurück in meiner Kantine… Doch ein paar Jahre später wurde ich längerfristig krank.

Dann kam so eine „liebe nette“ Kündigung vom Personalservice.

Oh, danke schön für all die Jahre, die ich dort geopfert habe – gearbeitet, gelacht, mich geärgert…

Aufgebracht packte ich meine zwei Leihschürzen in einen Karton und brachte sie höchstpersönlich zur Kantine zurück. Ohne viele Worte legte ich sie eher unsanft irgendwo ab. Ich sagte meine Meinung – was genau, weiß ich nicht mehr. Aber es saß.

Der Chef, die restliche Belegschaft – alle sahen mich nur an…


Ich kam nie wieder zurück. Stattdessen ging ich meinen eigenen Weg.


Unser letzter Zeltausflug

Anekdoten-Werke 🎆

Wenn ich an Ausflüge denke, kommt mir sofort unsere Zeltaktion in den Sinn. Mein Papa war früher als Jugendlicher bei den Pfadfindern – vielleicht kam daher seine Leidenschaft zum Zelten. Vier Jahre lang sind wir in den Sommerferien mit dem Fahrrad losgefahren, Gepäck und Verpflegung auf den Gepäckträgern und in Satteltaschen.

Ich erinnere mich noch gut an unseren allerersten Ausflug: Mein Papa hatte ein Zelt aus alten Bundeswehrdecken und Holzstöcken gebaut. Es war abenteuerlich – aber leider nicht ganz wasserdicht. In der ersten Nacht hat es geregnet, und am nächsten Morgen war wirklich alles klatschnass. Die Decken, unsere Kleidung, sogar das Brot – einfach alles war durchnässt.

In dieser Zeit hat mein Papa einige Zelte ausprobiert, unter anderem eines aus einem Outdoor-Katalog. Es war eigentlich für vier Personen gedacht – aber wir waren zu sechst. Typisch Papa: „Ihr seid doch noch klein, ihr braucht nicht so viel Platz!“

Dieser letzte Ausflug ist uns Kindern bis heute in Erinnerung geblieben. Es war ein sonniger Tag, alles war aufgepackt, und los ging’s von Wartenberg nach Oberhummel. Und wie immer: Papa und seine Abkürzungen... Nur, wo im Jahr davor noch eine Wiese war, stand diesmal ein Maisfeld. Dahinter begann der Wald. Also schoben wir unsere Fahrräder durch das Feld – die gelben Maisblüten fielen uns direkt in den Hals – dann weiter in den Wald.

Nach einer Weile kam ein kleiner Wehrgraben. Mein Papa musste jedes Fahrrad einzeln darüber wuchten, während wir Kinder auf einem schmalen Betonsteg balancierten. Es dauerte, bis endlich ein „geeigneter“ Zeltplatz gefunden war. In der Nähe stand ein Baum, und Papa baute sein selbstgenähtes Zelt auf. Den robusten Stoff hatte er von seinem Arbeitgeber geschenkt bekommen – er arbeitete als Maurer – und daraus hatte er abends in Handarbeit ein Zelt gemacht.

Es war nicht sehr hoch, aber länglich – so dass wir alle sechs hineingepasst haben. Später suchten wir gemeinsam mit Papa eine Quelle, unterwegs erklärte er uns Pilze und Bäume. An der Quelle füllten wir unseren Topf auf.

Abends im Zelt war es kühl, und irgendwann sind wir eingeschlafen. Doch wie konnte es anders sein – es begann zu regnen, es war ein regelrechter Sturmregen! Wir bekamen Angst, hielten uns gegenseitig im Liegen fest. Der Baum neben uns machte schreckliche Knarzgeräusche, irgendetwas streifte sogar unser Zelt. Papa rannte hinaus – er vermutete später, dass es vielleicht ein Reh war.

Jedenfalls: An Schlaf war nicht mehr zu denken. Alles war wieder nass. Das selbstgemachte Zelt war so durchnässt, dass Papa es einzeln auf seinen Gepäckträger packte. Und wie konnte es anders sein – für den Rückweg hatte Papa wieder eine „Abkürzung“ parat.

Am Waldrand angekommen: ein riesiges, frisch umgeackertes Feld. Wir mussten mit unseren Rädern durch den Matsch – und das war alles andere als einfach. Irgendwo in der Ferne sah uns ein Bauer, warf die Arme hoch und beschimpfte uns, weil wir durch sein Feld mussten.

Als wir es endlich geschafft hatten, waren unsere Fahrradspeichen voller Erdbatzen, unsere Hosen voller Spritzer. Und genau in dem Moment läuteten die Kirchenglocken – Sonntagvormittag, die Leute kamen gerade fein angezogen aus der Kirche. Meiner Mama war das unglaublich peinlich. Sie wollte am liebsten gar nicht weiterfahren. Aber es gab keinen anderen Weg in dem kleinen Dörfchen. So mussten wir – mit verdreckten Kleidern und Fahrrädern – an den Menschen vorbei, die uns mit entsprechenden Blicken bedachten.


Zu Hause war das Auspacken mühsamer als die Fahrt selbst – und das war dann auch unser letzter Zeltausflug dieser Art.


Aber: Es ist eine Geschichte, an die wir uns alle gern erinnern.


Portal der Leser- und Schreiblinge

Anekdoten-Werke 🎆

Esel Lüdel lebte etwas außerhalb des Waldes. Ihre Eselsturheit wohlbekannt, hatte sie sich zum Schreiben  niedergesessen. Auch den Tube Club hatte sie aufgespürt – mit ihren langen Ohren hörte sie ihn schon von Weitem. Leise drang die Musik zu Esel Lüdel hinüber, kaum hörbar, aber doch verlockend. Neugierig spitzte sie die Ohren. Beim Lauschen der Musik nahm sie ein vertrautes Rascheln wahr. Verstohlen lasen die Hasen – das wusste sie genau – die Geschichten in der Schublade. Doch bevor sie dort verstaubten, holte sie sie heraus und trug sie ihren Tierfreunden vor.

Als sie sich auf den Weg in den Wald machte, traf sie auf den Tiger, der am Lagerfeuer saß und die ganze Nacht lang Abenteuer erzählte. Magie lag in der Luft.

Ein Waldkrebs, ebenfalls am Lagerfeuer sitzend, war bekannt für seine spannenden, geheimnisvollen Geschichten und lauschte auch gerne den Erzählungen anderer. Daneben hatte es sich die neugierige Waschbärin auf ihrem Klapphocker bequem gemacht. Sie erzählte mit Begeisterung von ihren Jugenderlebnissen, und alle Waldtiere waren fasziniert.

Ein Äffchen hüpfte von Ast zu Ast in seinem Quartier, wo es seinen Ruhestand genoss. Mit seiner gemütlichen Art und seinem besonderen, witzigen Humor brachte es die anderen immer wieder zum Lachen.

Bei der geheimnisvollen Waldinsel schrieben die Walperdinger ihre Grusel- und Horrorgeschichten, die seltsam in der Luft lagen. Zwischen den Bäumen sprangen die Dichter-Eichhörnchen umher.


Der Lupenfuchs, der den unsichtbaren Lesespuren folgte, schaute neugierig und versteckt vorbei.


Der kluge Rabe hatte sich im Tierreich eine Plattform geschaffen. Im Tube Club war er anzutreffen.

Esel Lüdel stand vor dem Tube Club und überflog den Satiretext über den Strom. Bei einer Stelle las sie: „Eine Blondine hüpft von links ins Bühnenbild.“ Da stellte sie sich ein Tierkind mit blonder Perücke vor.

Von der Decke baumelte ein Mikrofon. Der Rabe trat auf – er selbst sprang von links auf die Bühne, mit blonder Perücke auf dem Kopf, und lieferte eine Ein-Mann-Show ab.


„I. A., das find ich toll!“, rief Esel Lüdel begeistert. Und alle Tiere trampelten mit ihren Füßen Beifall.


Der Rabe verschwand von der Bühne, denn der Tausendfüßler kam dran. Im Hintergrund liefen passende Bilder zur Musik – ob selbstgemacht oder vom Elektroboard, egal, Hauptsache es gefiel.

Noch einmal wurde ein kräftiges „I. A.!“ ausgeschrien.

Der Tausendfüßler machte Musik vom Feinsten – mit all seinen Beinchen!

Neben dem Club stand ein Holztor, über dem in Leuchtschrift „Portal“ geschrieben war.

„Was hat sie da gefunden?“

Esel Lüdel klopfte an – sofort wurde die Tür aufgemacht.

Ach, wie wunderbar! Hier trafen sich Lese- und Schreiblinge. So etwas Besonderes gab es nur hier.

Der Tausendfüßler war auch da – er schrieb und schrieb, denn mit so vielen Händen und Beinchen hatte er mehr als genug Möglichkeiten dazu.

Eine leere, strohweiße Seite lag vor Lüdel – sie schrie geradezu und bettelte darum, beschrieben zu werden.

Die Geschichten wurden hervorgeholt, und es konnte losgehen. Die Schreib- und Leselust hatte sie eingefangen.

Einfach fantastisch, was sich hier alles finden ließ!

Am Waldrand schlich eine Leseratte vorbei, über dem Portal flog das Krokodil. Unten am Wiesenrand wuchs eine Butterblume, Anni ging vorbei, und die Schildkröte kam ihr entgegen. Und bei der Waldinsel hielten sich die Fabelwesen besonders gern auf.


Dies alles gibt es bei Kurzgeschichten-Stories zu finden – dort habe ich auch schon einige Geschichten hineingezaubert.


7 Eylül 2025 Pazar

Ein besonderer Ort – die Türen zu den Geschichtenzimmern

Anekdoten-Werke 🎆

Es war …

…eine recht ehrliche Person, die schon oft angeeckt war – denn sie sagte, was sie meinte: Wahrheiten, echt und klar. Sie dachte logisch, ließ sich aber auch gern zu einem kleinen Eselsspaß hinreißen. Wer sie kannte, mochte das an ihr – und wer es nicht verstand, dem war’s vielleicht einfach nicht märchenhaft genug.


So fand sie sich eines Tages in einem Dornröschenschloss wieder – die Ranken waren längst gefallen, und in den stillen Gemächern lagen all die wunderbaren, geheimnisvollen Geschichten offen da, wie ein aufgeschlagenes Buch, das nur darauf wartete, beschrieben und gelesen zu werden.


Im großen Saal hatte sich ein unsichtbarer, feiner Kreis gebildet. Wie wunderbar! Man begegnete sich mit Achtung, schätzte einander – und unterhielt sich einfach zauberhaft.


Und manchmal … fühlte es sich so an, als hätte jemand einen Zauber über diesen Ort gelegt.



4 Eylül 2025 Perşembe

Der besondere Weihnachtsbaum

Anekdoten-Werke 🎆

Kindheitserinnerung Wartenberg 1980

Ich war 9 Jahre alt.


Beim Marktplatz in der Nähe von uns, vielleicht vier Häuser entfernt, fand ein Weihnachtsbaum-Markt statt. Als sechsköpfige Familie mussten wir immer schauen, Schnäppchen zu machen. Es war langweilig zu Hause, und morgen war Heiligabend. Bei uns kam das Christkind immer am 25. Dezember.

Alle waren angezogen, um spazieren zu gehen, und so schauten wir auch beim Markt vorbei, um mal zu sehen, was es dort gab. Meine Mama fragte insgesamt vier Stände ab, bei einem hielt sie gar nicht an, anscheinend war es dort zu teuer.

An der Straßenseite, etwas abseits des Bürgersteigs, stand ein Mann in grüner Forstkleidung mit einem Hut auf dem Kopf. Neben ihm war ein Schild aufgestellt: „Weihnachtsbäume in Zimmergröße“, und an der Seite lagen ein paar prächtige Exemplare. Als wir näher kamen, begann der Mann mit einem freundlichen Lächeln sofort zu erzählen. Er erklärte, dass die Bäume aus seinem eigenen Wald stammten, dass er sie selbst züchtete und nur Bäume schlug, die sowieso gelichtet werden mussten. Die meisten anderen Verkäufer hier seien nur Einkäufer, die die Bäume weiterverkauften.

Einige Kunden kauften Bäume, aber wir gingen erst einmal weiter. Wir wollten warten, bis nur noch die letzten Bäume übrig waren, um dann einen günstigen zu bekommen. Gegen halb fünf gingen wir noch einmal hin. Jetzt könnte der richtige Moment sein!

Am Marktplatz stand nur noch der Förster. Als wir direkt auf ihn zugingen, meinte er nachdenklich: „Jetzt kommt ihr aber ganz schön spät. Ich wollte gerade aufräumen.“ Hinter ihm war schon der weiße Planenwagen zu sehen. Meine Mama erklärte, dass wir einen kleinen Baum suchten. Der Mann wuchtete einen schlanken, dichten Baum mit einer schnellen Handbewegung hoch.

Mein Papa erklärte indessen, dass ein Baum mit breiteren und weiter auseinanderliegenden Ästen besser wäre, damit die Kerzenklammern mit den Kerzen darauf genügend Abstand hätten. Ich entdeckte in der Mitte einen Baum, der genau diese weit auseinanderliegenden Äste hatte.

Der Förster hob auch diesen Baum hoch. Er war schief gewachsen, ein Ast war länger als alle anderen und hing seitlich hinunter. Auch die Krone neigte sich schief nach oben und hatte einen größeren Abstand zu den anderen Ästen. Genau das war der richtige Baum, genügend breit und mit Abständen, genauso wie es sich meine Eltern vorgestellt hatten. Dass er schief war, störte uns wenig. Hauptsache, die Äste hatten genügend Abstand.

Meine Mama begann zu feilschen. Neben uns holte ein Ehepaar den auf der Seite geparkten Weihnachtsbaum ab – einen großen Baum mit dichtem Astwerk. Der Förster bot ihnen an: „Ich lasse den Baum durch die Maschine ziehen.“ Doch die beiden wollten ihn unbedingt so mitnehmen, weil sie ihn draußen im Garten aufstellen wollten. Schnaufend luden sie den Baum auf das Dach ihres Autos.

Unterdessen blieb meine Mama hartnäckig beim Feilschen. Schließlich hörte ich den Förster sagen: „Ich geb’ euch den Baum zum halben Preis.“ Schnell wurde bezahlt, der Baum kam durch die Maschine und wurde in ein grünes Netz gewickelt.

Wir Kinder wollten den Baum unbedingt nach Hause tragen, so kam es, dass sechs Leute gemeinsam einen Baum trugen. Als wir gehen wollten, rannten zwei junge Leute von der oberen Straße des Marktes herunter, wurden langsamer. Meine Mama sagte laut genug: „Die letzten Bäume gibt’s zum halben Preis!“ Der Förster lächelte, seine leicht erröteten Wangen waren nicht zu übersehen. Er hob dabei seinen Arm hoch und winkte uns zu.

Zuhause wurde der Baum sofort von meinem Papa aufgestellt. Die Kerzenklammern wurden mit großzügigem Abstand darauf verteilt, und die Kerzen hineingesteckt. Meine Eltern prüften, ob alles sicher war. Wir Kinder schmückten den Baum mit Lametta, Weihnachtskugeln und kleinen Holzfiguren. Am Schluss wurde eine kleine Schachtel hervorgeholt. Darin lag eine Engel-Figur, der man ansah, dass sie sehr alt war. Mit Hilfe eines Hockers steckte ich den Engel oben auf die Krone des Baumes.

Die Kerzen wurden nur im Beisein meiner Eltern angezündet und auch nur kurz, am Weihnachtsabend. In der Nacht huschten kleine Kinderfüße ins Zimmer, um zu schauen, ob das Christkind schon da war. Aber anscheinend war es noch unterwegs.

Endlich war es so weit. Ein feines, helles Glöckchen war zu hören, und dann kamen auch vier Kinder mit ihren kleinen Füßen angelaufen. Unter dem festlich geschmückten, leicht schiefen Weihnachtsbaum, der etwas ganz Besonderes ausstrahlte, lagen die eingepackten Geschenke. Unsere Kinderaugen leuchteten. 🌲

Was will ein Weihnachtsbaum mehr?


3 Eylül 2025 Çarşamba

Ein seltsamer Meeresfisch

Märchenwelt 🌟

Am Pier saßen die zwei Jungs Max und Paul auf ihren Klappstühlen und ließen ihre Angeln ins Meer hängen. Stundenlang saßen sie schon dort, aber ohne Erfolg. Sie hatten schon alles Mögliche probiert – Fliegen, Würmer – doch der Frust war groß. Aus lauter Ärger steckte Max schließlich ein großes Stück Brot auf seinen Angelhaken.

Paul schimpfte: „Was machst du da? Du kannst doch nicht so ein faustgroßes Brotstück auf den Haken hängen!“

Er nahm seine Angel, und die beiden rangelten darum.


In der Zwischenzeit, etwas weiter weg und in sicherer Entfernung, schwammen drei kleine Fischfreunde umher: ein Hammerfisch, ein Flachfisch und ein Meerschweinchenfisch. Sie spielten Fangen und Verstecken, tauchten ins Seegras hinein. Ihnen war langweilig, sie wussten nicht genau, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten. Deshalb schwammen sie einfach so in der Gegend herum und neckten unterwegs andere Meerestiere.

Der Meerschweinchenfisch schwamm voraus, immer näher zum Meeresufer. Die beiden Freunde warnten ihn: „Schwimm nicht so weit hinüber, dort ist es gefährlich!“

Aber er hörte nicht. Da sah er das Brotstück und biss hinein. „Ah, aua! Da war irgendwas Hartes!“

Paul bemerkte, dass etwas an der Angel war, und kurbelte die Schnur ein. Erschrocken stellte er fest: Etwas Seltsames mit zwei großen Löchern, die wie eine Schweinenase aussahen, hing am Haken. Schockiert warf er es sofort zurück ins Meer.

Der Meerschweinchenfisch konnte gar nicht so schnell untertauchen. Er schwamm hastig davon, den Kopf über dem Wasser. Dabei merkte er, dass ihm nichts passierte – er konnte sogar über Wasser atmen! Also schwamm er weiter hinaus.

Die beiden Jungs beobachteten das seltsame Wesen und rannten den Strand entlang, um zu sehen, wohin es schwimmen würde. Von weitem erkannten sie, wie es aus dem Wasser kam und mit seiner Schweinenase im Sand wühlte. Es hatte vier kleine Stummelfüße und einen Fischkopf. Seitlich am Körper befanden sich zwei Flossenflügel, hinten eine Schwanzflosse – so etwas hatten sie noch nie gesehen.

„Was war das nur für ein seltsames Wesen?“

Paul rannte auf das unbekannte Tier zu, doch der Meerschweinchenfisch sprang sofort wieder ins Wasser und schwamm hinaus ins Meer.

Paul rief hinterher: „Bleib da, bleib da! Ich möchte gerne, dass du mein Freund bist. Ich will dich mit nach Hause nehmen!“

Der Meerschweinchenfisch antwortete: „Nö, das geht nicht – ich lebe im Meer!“

Die beiden Jungs gingen enttäuscht nach Hause.


Am nächsten Morgen wollte Paul unbedingt dieses Fischwesen wieder antreffen. Er ging zum Strand, mit einem Ball in der Hand. Nach einiger Zeit tauchten tatsächlich drei kleine Fischköpfe auf und sprangen hin und her. Paul warf ihnen den Ball zu, und die drei schossen ihn sich gegenseitig zu.

„Kommt, wir spielen Ball!“, rief Paul. Der Hammerfisch schoss den Ball zurück, dann der Flachfisch, schoss ihn zurück wie einen Tennisball. Schließlich war der Meerschweinchenfisch dran. Lustig ging es zu, und von weitem konnte man ihr Lachen und Kichern hören.

Die Zeit verging schnell. Der Ball flog zurück zu Paul, und als er ihn fing, sagte er: „Ich muss jetzt nach Hause gehen, es ist schon spät geworden. Tschüss, ihr drei!“


Am nächsten Tag überlegte Paul mit Max, wie sie den drei Fischen zeigen könnten, dass sie ihre Freunde sein wollten.

Max hatte eine Idee: „Weißt du was? Wir bauen ein Holzfloß mit einem kleinen Holzhaus darauf. Das lassen wir im Meer schwimmen, machen es an einer Boje fest und ziehen es so tief hinunter, dass Wasser hineinkommt. Dann können die Fische hineinschwimmen.“

Gesagt, getan. Max und Paul arbeiteten mehrere Tage daran. Als das Werk fertig war, brachten sie es ans Meer und ließen das Floß ins Wasser. Max tauchte hinunter, befestigte das Seil an der Boje, und die beiden warteten.

Nach einer Weile tauchten die drei Fische auf. Als sie die Jungen sahen, begannen sie, Fangen zu spielen. Danach schwammen sie vorsichtig in das Holzhaus. Der Meerschweinchenfisch ging sogar neugierig am Floß entlang.

„Was seid ihr eigentlich für Fische?“, fragte Max.

„Ich bin ein Hammerfisch“, antwortete der eine.

„Und ich bin ein Flachfisch“, sagte der andere.

„Und du?“

„Ich bin ein Meerschweinchenfisch!“

„Ein Meerschweinchenfisch?“, wunderte sich Max.

Paul schlussfolgerte: „Also ein Meerfisch!“

Alle fünf beschlossen, Freunde zu werden. Sie tauchten um die Wette, spielten Fangen und machten lustige Sprünge vom Floß. Ein fröhliches Treiben begann.

Paul gab dem Meerschweinchenfisch den Spitznamen „Meerfisch“, denn er fand, das passte besser zu ihm.


So freuten sich Max und Paul darüber, den seltsamen Meeresfisch und seine beiden Freunde kennengelernt zu haben. Denn ihre Freundschaft war etwas ganz Besonderes.


Ende

Lesebärwelt- Papagei Blumia

Papagei Blumia lebt nach langer Reise in Traubensand.

Papagei Blumia wollte schon als ganz kleines Papageienkind Sängerin sein, deshalb nutzte sie jede Gelegenheit zu singen, was manchen aufs Gemüt ging.

Als Blumia in die Schule kam, nahm sie gleich dort Sing-Unterricht. Nach der Schule studierte sie Gesang und Musik, danach ging sie in die Oper.

Papagei Blumia sang in den besten Opernhäusern von Itali, Spania, Franzos und Distelland. Dort lernte sie ihren Opernkollegen Rabe Rudi kennen. Sie verliebten sich und flogen nach Traubensand, der Heimat von Rabe Rudi, und sangen dort zusammen in der besten Oper.


Eines Abends außerhalb von Traubensand saß Papagei Blumia draußen vor ihrem Häuschen auf der Terrasse auf einem Klappstuhl. Im Halbdunkeln sah sie einen riesigen Schattenkopf und vor Schreck losschrillt!

Doch Blumia war mutig und tapste schnell auf den Schatten zu. Sie sah eine kleine Eidechse mit großem Kopf, seitlich mit Flatterrause am Gesicht – dadurch wirkte der Kopf riesig.

Die Eidechse formte ihre Lippen, pustete und murrte: „Ich will Feuer spucken!“

In der Zwischenzeit kam auch Rabe Rudi herangestürzt geflogen und bekam noch die letzten Worte der Eidechse mit.

„Was, du willst Feuer spucken? Du bist doch eine Eidechse!“

Blumia und Rudi schüttelten die Köpfe.

Die Eidechse sagte: „Ich will ein Drachen-Dinosaurier sein!"

Papagei Blumia und Rabe Rudi sangen eine Operette für ihn.

Darüber vergaß er, dass er Feuer spucken wollte, fing an zu lächeln und stimmte mit ein.

So sangen sie zu dritt die Operette weiter.

„Weißt du, was meinte Blumia? Du bist dann Eidechse Dino!“ Und sie fingen wieder zu singen an.


Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...