30 Ekim 2025 Perşembe

🌲 Wald Freunde

Märchenwelt 🌟

🌲🌳🌲🌳🌲
Weit draußen im Wald stand ein uralter Baum.
Seine Wurzeln zogen sich tief unter den anderen Bäumen und Sträuchern hindurch.
Der ganze Wald bewunderte und verehrte ihn und passte besonders gut auf ihn auf.

Doch einige Tage lang beobachteten sie, dass der Baum immer schwächer wurde.
Das Waldvolk machte sich Sorgen und begann laut zu ächzen und zu stöhnen:

„Was sollen wir tun? Was können wir machen?“

Das Klagen war so groß, dass es als mächtiges Echo bis in den Himmel schallte – und der Sterngott es hörte.

Daraufhin schickte er den Sternenfee hinunter, um dem Baum zu helfen.

Als der Sternenfee ankam, war der ganze Wald in Aufruhr.
Er trug einen sehr langen Stab bei sich – länger als er selbst.
Mit diesem stieß er kräftig in den Waldboden, und sofort wurde es still.

„Seid ruhig!“, sprach der Sternenfee.
„Ich bin gekommen, um unserem alten Freund zu helfen.“

Er flog mit seinen Sternen zum Baum, tastete vorsichtig die Rinde ab und legte sein Ohr an den Stamm.
Alle warteten gespannt. Dann sprach der Sternenfee:

„Wir müssen schnell handeln. Wenn wir nichts tun, könnte der Baum sterben.“

Bevor das Waldvolk etwas sagen konnte, erklärte er:
„Für jede Krankheit gibt es ein Kraut. Wir müssen das Ackerschachtelhalmkraut finden.“

Er beschrieb, wie es aussieht:
„Grüne Halme, fein wie Haare.“

„Jeder Baum, jeder Busch und jedes Tier soll danach suchen!“

In diesem Moment flatterte ein Spatz herbei.
Er setzte sich gerade auf den Ast des alten Baumes, als der Sternenfee sagte:

„Du bekommst einen besonderen Auftrag:
Du fliegst über die Wälder hinaus und suchst das Kraut.“

Und der Spatz flog los.

Es herrschte reges Treiben im Wald.
Jeder suchte nach seinen Möglichkeiten, doch keiner fand etwas.

Der Spatz aber stieß weit außerhalb des Waldes auf einen großen Felsen.
Zwischen den Klippen, dort, wo das Wasser floss, entdeckte er das Kraut.
Er versuchte, es mit seinem Schnabel herauszuziehen, doch es war zu tief und gefährlich.
So flog er zurück und berichtete dem Sternenfee, was er entdeckt hatte.

Da beschloss der Sternenfee, mit dem Spatz zu dem Felsen zu fliegen.
Als sie dort ankamen, betrachtete er alles genau.
Dann stieß er mit seinem Stab auf den Felsen, und ein kleiner Wasserfall entstand.
Mit Hilfe des Stabes leitete er einen Bach bis hin zum alten Baum.

Nun hatte der Baum wieder reichlich Wasser –
und auch das Waldvolk und die Tiere hatten Nutzen davon.

Aber es war noch einiges zu tun: Das Kraut fehlte immer noch.

Der Sternenfee flog zurück in den Wald und bat den Sterngott:
„Hilf uns! Wir wissen nicht mehr weiter.“

Da kam vom Himmel ein heller, silbergoldener Lichtstrahl.
Ein kräftiger Windstoß fuhr durch den Wald – so stark, dass mehrere Pflanzen
des Ackerschachtelhalmkrauts samt Wurzeln vor dem alten Baum niederfielen und dort anwuchsen.

Es dauerte einige Zeit, bis sich der Baum erholt hatte,
doch dann war er stärker als je zuvor.
Das Waldvolk und die Tiere hielten nun noch enger zusammen,
denn sie hatten erkannt, wie wichtig das war.

Der Sterngott beschloss, dass der Sternenfee für immer beim alten Baum bleiben sollte, um ihn zu schützen.

Und manchmal, wenn du draußen im Wald bist und nach oben schaust,
siehst du vielleicht einen hellen, durchscheinenden Lichtschein zwischen den Bäumen. 🌿

Das ist sicherlich der Sternenfee.

Ende 🌟










Visitors: 0

Rabe Ramada

Märchenwelt 🌟

Der Text entstand anhand dieser Sprachaufnahme. 📢 🎧 ▶️ Audio abspielen

🍒 🍒🍒
Rabe Ramadan lebte auf seinem Lieblingsbaum. Doch er war sehr tollpatschig – ständig passierte ihm etwas. Stolzierte er auf den Ästen herum, kletterte er auf einen zu dünnen Ast. Und was geschah dann?

RUMPS!

Ramadan flatterte mitsamt dem Ast auf den Boden.

„So ein Mist!“, schimpfte er. Dann krabbelte er mühsam wieder den Baum hinauf.

Ne denn? Warum krabbelt er denn wieder rauf?

Alle lachen!

Ramadan hatte zu kurze Flügel und konnte nicht richtig fliegen. Sauer schüttelte er sich, putzte mit seinem Schnabel das Gefieder und murmelte vor sich hin.

Am nächsten Tag, auf dem Baum, wuchsen saftige Kirschen. Ramadan beschloss, ein paar einzusammeln – beziehungsweise mehr zu essen. Doch als er gerade genüsslich schmatzte, rutschte ihm ein Kern in den Hals.

„Ba-kü-ka-ba!“ röchelte er. Da klopfte ihm – Gott sei Dank rechtzeitig – sein Freund, das Eichhörnchen Rudi, auf den Rücken. Bock! Ramadan wäre dabei fast wieder vom Baum gefallen.

„Rudi, bist du verrückt?! Willst du mich gleich vom Baum schubsen?“, keuchte er. „Gestern lag ich doch schon unten!“

„Wie denn das?“, fragte Rudi.

„Ach, wie immer halt“, seufzte Ramadan enttäuscht. „Ast runtergekracht – und ich gleich mit!“

Rudi musste schmunzeln, versuchte aber, sich das Lachen zu verkneifen, um seinen Freund nicht zu kränken.

„Was mach ich nur?“, dachte Ramadan. „Diese Tollpatscherei geht mir auf den Senkel. Immer passiert nur mir so was!“

Ein paar Tage später hockte er eingekrummelt in seinem Nest und hatte sich Strohhalme über den Kopf gezogen, damit ihn niemand sehen sollte. Doch Rudi klopfte mit den Füßen gegen das Nest, dass es nur so wackelte.

„He, was soll das?! Gestern wolltest du mich vom Baum schubsen und heute willst du mein Nest kaputtmachen?!“, schimpfte Ramadan eingeschnappt.

„Nö, nö! Ich habe eine Überraschung für dich“, grinste Rudi.

„Eine Überraschung?“, fragte Ramadan neugierig.

„Ja! Es gibt ein Waldtier-Wettrennen!“, plauderte Rudi fröhlich los.

Ramadan schüttelte seinen Kopf:

„Und… was hat das mit mir zu tun?“

„Ganz einfach: Du machst mit!“

„Ich soll mitmachen?!“

„Ja! Ich habe dich angemeldet.“

„Du hast mich nicht mal gefragt?!“

„Nö! Ich frag dich nicht mal! Weil du bist immer so stur!“

Der Rabe drehte sich beleidigt um. Doch Rudi kam zu ihm, streichelte seinen Schnabel und sagte:

„Ramadan! Reiß dich zusammen! Wir finden was, das zu dir passt – und dann vergeht den anderen das Lachen!“

Da bekam er Mut. Ramadan atmete tief durch und folgte seinem Freund, dem Eichhörnchen.

Bei der Rennstrecke war überhaupt nichts los. Nur ein paar langsamere Tiere wie Schnecken und Igel übten fleißig. „Das ist unsere Gelegenheit“, sagte Rudi. „Komm, ich trainiere dich!“

Erst übten sie kurze Strecken, dann längere, bis sie fast den ganzen Wald umrundeten. „Jetzt üben wir Hürden über die großen Baumstämme!“

„Ich spring doch nicht über Baumstämme, wenn ich renne!“, protestierte Ramadan.

„Nö, aber dadurch wirst du geschickter“, erklärte Rudi. „Wenn dir mal ein Ast im Weg liegt, kannst du leichter drüberhüpfen.“

„Na gut“, krächzte Ramadan. „Du bist mein Lehrer, ich vertraue dir. Du bist mein bester Freund.“

Jeden Tag trainierten sie. Ramadan wurde schneller und schneller – fast wie ein Blitz! Zum ersten Mal war er stolz auf sich.

Endlich kam der Tag des großen Rennens. Manche Tiere hatten noch zuhause trainiert, andere verließen sich auf ihre Schnelligkeit. Rudi hatte für Ramadan eine kleine Rennjacke genäht – mit der Glückszahl 7. Ramadan zog sie an und fühlte sich wie ein echter Rennläufer.

„Alle in Position! 3 – 2 – 1 – LOS!“, rief der Marienkäfer.

Die Tiere rannten, was das Zeug hielt. Ramadan begann langsam – die Strecke war lang. Doch als er merkte, dass die anderen langsamer wurden, legte er los. Auf der letzten Strecke rannte er so schnell, dass man nur noch sein schwarzes Blitzgefieder sah.

Alle waren wie erstarrt. Dann rannten sie so schnell sie konnten – doch Ramadan war schon am Ziel angekommen. Er schaute rechts, links und nach hinten – keiner war hinter ihm!

Rudi rief: „Rabe Ramadan!“, und der Marienkäfer schrie: „RABE RAMADAN – ERSTER IM ZIEL!“

Stolz nahm Ramadan die Medaille entgegen. Alle Tiere verneigten sich vor ihm. „Oh, ich hätte nie gedacht, dass du so ein großes Talent hast“, staunten sie.

Von diesem Tag an war Rabe Ramadan der schnellste Läufer des ganzen Waldes – ja, des ganzen Rabenvolkes! Eichhörnchen Rudi umarmte ihn.

„Siehst du, Ramadan? Jetzt ist deine Tollpatschigkeit vorbei. Jetzt bist du ein Rennmeister!“

Abends saßen die beiden wieder auf ihrem Lieblingsbaum. Ramadan krächzte: „Kä–Kä–Kächk“, während Eichhörnchen Rudi in seinem Gefieder einschlief.
Und wenn sie nicht noch dort sitzen – dann leben sie immer noch fortan.


ENDE









Visitors: 0

🐉 Die Schlange Willi

Märchenwelt 🌟

Der Text entstand anhand dieser Sprachaufnahme. 📢 🎧 ▶️ Audio abspielen

🐉🐀
Schlange Willi war ganz alleine. Er schlängelte im Wald vor sich hin und schimpfte vor sich her:

„Immer dasselbe! Alle hauen ab, wenn sie mich sehen. Ich tue niemandem etwas zuleide – außer ein paar Mäuse zu verspeisen. Schließlich musste ich ja auch von etwas leben!“, murmelte er in sich hinein.

Unachtsam schlängelte er des Weges, als es auf einmal „Klapp!“ machte.

Oje – er war in ein Fangeisen geraten! Ihm war soweit nichts passiert, aber er steckte fest.

Willi versuchte, sich mit Rucken zu befreien – keine Chance! Sein Schwanz steckte fest und war schon ganz aufgescheuert.

Er überlegte, was er machen sollte. Ihm fiel nichts anderes ein, als um Hilfe zu schreien:

„Hilfe! Hilfe! Hört mich denn keiner?“, rief Willi verzweifelt.

„Ach“, dachte er, „wer soll da schon kommen – niemand…“

Vor Anstrengung nickte er ein.

Doch plötzlich machte es „Klick – Klack – Blook!“

Willi schaute erschrocken nach hinten – jemand hatte das Fangeisen aufgemacht! Willi zog so schnell er konnte seinen Schwanz heraus.

Plötzlich stand da eine riesengroße Ratte.

„Hallo, ich bin Ratti“, stellte sich die Ratte vor.

Die Ratte sagte: „Komm mit mir, ich verarzte dich. Du bist leicht verletzt.“

Zuerst wollte Willi nicht. Aber Ratte Ratti redete so lange auf ihn ein, bis Schlange Willi einwilligte.

Bei ihrer Rattenbehausung angekommen, holte Ratti einen Korb. Dort passte die Schlange genau hinein. Ratti verarztete die aufgescheuerte Stelle von Schlange Willi.

Als einige Tage vergangen waren, wollte Schlange Willi sich verabschieden.

Aber Ratte Ratti wollte unbedingt, dass er als Freund dableibe.

Willi wusste nicht genau, ob er das machen sollte. Er fragte: „Aber warum…?“

Die Ratte antwortete ganz einfach:

„Du bist alleine – ich bin alleine. Mit mir will niemand etwas zu tun haben, mit dir auch nicht. Ich bin die einzige Ratte weit und breit im ganzen Wald, groß auch noch dazu. Wie ich hierhergekommen bin, weiß ich auch nicht – aber ich lebe nun mal hier.“

„Bitte!“, bettelte die Ratte, „lass uns Freunde sein! Dann sind wir nicht mehr alleine und können uns gegenseitig unterstützen.“

Da erinnerte sich Willi daran, wie er hilflos gewesen war und nur Ratti ihm geholfen hatte.

Da wurde sein Schlangenherz ganz warm, und er drückte Ratti an sich.

„Ja, du hast recht – so einen Freund finde ich nie mehr!“

Und so entstand eine schöne, wenn auch seltsame Freundschaft zwischen Schlange Willi und Ratte Ratti.

Ende









Visitors: 0

29 Ekim 2025 Çarşamba

🎩 Geist Oslo

Märchenwelt 🌟
 
Das Geheimnis des Zepters 🪄 

Was waren das für Zeiten vor Jahrhunderten von Jahren, trauerte Geist Oslo in seiner versteckten Kammer der verlorenen Zeit nach und blickte dabei wehmütig auf das Porträt seines ehemaligen Hausherren, das schief und total verstaubt an der Wand hing.

Was waren das für Zeiten, in denen Spuken noch Ehrensache war!

Er und sein Hausherr tranken Wein, um danach der Magd und dem Knecht so einen Schreck einzujagen, dass es ihnen durch Mark und Bein ging.

Er, der damals gefürchtetste Geist von Oslo – spukte im prunkvollsten Herrenhaus seiner Zeit herum.

Aber nach dem Tod seines Herren, als der große, gewaltige Regen kam – und mit ihm die bösen Mächte – wurden durch die Wassergewalt die meisten davon weggeschwemmt.

Doch zwei von den bösen Mächten konnten sich in das Herrenhaus flüchten, sodass sie trockenen Fußes blieben.

In den damaligen Zeiten war es kein Problem, menschliche Gestalt anzunehmen – und so entstanden Herr Sumpf und Herr Schleim.

Sie nahmen mich als Geisel und legten mich in Ketten.

Diebstahl und Räuberei waren ihre Haupteinnahmequelle.

In den Jahrhunderten verdienten sie gut an den Einnahmen des Herrenhauses als Geisterschloss.

Als Geisel angekettet musste ich auf Kommando spuken.

Nachdem die moderne Neuzeit zweitausend anbrach, lösten sich meine Ketten auf – aber ich konnte nirgendwo anders hin, denn ich war schließlich der Geist des Herrenhauses!

Im großen Saal des Herrenhauses war ein riesengroßer Streit entfacht.

Herr Schleim, Herr Sumpf und ich, Geist Oslo.

Die zwei schrien abwechselnd: „Jetzt reicht’s!“ – „So geht es nicht weiter!“ – „Jetzt hast du schon die fünfte Mitarbeiterin verjagt!“

Ich schrie zurück, dass alles nur so klapperte: „Was habt ihr gemacht? Ihr habt eine Schlossabbildung an das Herrenhaus geschraubt! Ich… bin… kein… SCHLOSSGEIST!!!“

Dabei hallte es, dass alles dröhnte.

Beide winkten ab, halblaut:
„Das werden wir schon sehen! Das werden wir schon sehen!“

Sie verschwanden durch die Tür.

Ich steckte meinen Kopf hinaus und schwebte zu meinem Freund, dem Regenbogen, der am Torbogen des Hauseingangs war.

Damals hatten sie ihn auch an seinen Enden festgekettet; die Ketten waren inzwischen aufgelöst, aber seine Enden waren fest verwurzelt.

Im Watschelgang verließen sie das Grundstück.

Ich sah zu, wie die beiden die Brücke über den Fluss Richtung Stadt hinüberwatschelten.

Die zwei Gauner verschwanden und tauchten in der Stadt in ihrem Büro wieder auf, von wo aus sie ihre fiesen Machenschaften ausheckten.

Sie hatten ein Tourismusbüro – die Geschäfte liefen gut.

Sie hatten feste Verträge mit den besten Hotels, vermittelten Mitarbeiter, Touren wie Jeepfahrten, Bootsausflüge und natürlich ihr Spezialangebot: Ausflug ins Geisterschloss.

Beide Parteien wurden abgezockt – die Hotels und die Suchenden – sie kassierten doppelt ab, wie es ihrem Wesen entsprach.

Ihre Gestalt – kurz, klein, schrumpelig – wurde geschickt durch ihre feine Kleidung verdeckt.

Der breite Kragen des Maßanzugs war modisch hochgezogen, den sie von ihrem Spezialisten, ihrem „Spezialmann“, anfertigen ließen – ebenso wie die speziellen Gummispringstiefel.

Herr Sumpf trug eine überdimensionale Brille, während Herr Schleim ein Monokel im rechten Auge hatte.

All das war jedoch nur Show, um von ihrem wahren Wesen abzulenken.

Eine neue Mitarbeiterin wurde gesucht.

Herr Sumpf saß auf seinem Bürostuhl, beide Beine in der Luft verschränkt – wipp, wipp, wipp – wippte er nervös.

Eine junge Frau öffnete schwungvoll die Bürotür, ihre blonden Haare mit den roten Strähnchen funkelten in der Sonne.

Sie war Empfangsdame und auf der Suche nach Arbeit.

Doch bevor sie den Mund aufmachen konnte, streckte Herr Sumpf seinen langen, knorpeligen Finger nach ihr aus und rief erfreut und bestimmend:

„Du kommst genau richtig, wir haben einen Job für dich!“

Britta war eine patente kleine Person und unerschrocken.

Ihre Neugier war geweckt – das klang interessant.

Ihre Augen leuchteten auf, und kurz fragte sie, worum es gehe.

Die beiden Gauner legten sofort los – sie schmückten und prahlten, was das Zeug hielt, was das für ein besonderes Spukschloss sei.

Nur zu ihrem Leidwesen machte Geist Oslo immer schlechte Späße – nur, dass sie vorgewarnt sei.

Sie nickte aufgeregt, und somit war alles beschlossen.

Herr Schleim reichte ihr ein zigeunerähnliches Kleid, das Britta sofort ablehnte:
„Nein, da weiß ich etwas Besseres! Mein Onkel hat einen Antiquitätenladen – dort werde ich etwas Geeignetes finden!“

Das sollte ihnen auch recht sein, dachten sie.

Herr Sumpf ging in ein Nebenzimmer, um aus einer uralten, fast zerfallenen Kommode aus einer der drei heraushängenden, morschen Schubladen ein Zepter mit vergilbten Stockflecken herauszuholen.

Er reichte es Britta.

„Was ist das denn?“, fragte Britta.

Herr Sumpf kurz: „Ein Zepter.“

Britta spontan: 
„Für die Vorführung der Gäste!“

Begeistert rief Herr Sumpf aus:„Sen varya!“

Er drehte sich kurz um seine eigene Achse und sagte dann keck: 
„Macht hundert!“

Britta reagierte gleich: 
„Erst einmal schaue ich, ob ihr euer Geld wert seid!“

Herr Sumpf und Herr Schleim nickten sich zu.

Obwohl es schon spät geworden war, musste sie unbedingt noch heute zu ihrem Onkel, um das richtige Outfit zu finden.

Im Laden ihres Onkels wurde man schnell fündig – eine Aladin-ähnliche Kleidung mit schwarzer Pluderhose.

Genau das Richtige für ihren neuen Auftrag.
🕍
Eine Woche später im Herrenhaus:

Britta stand im großen Saal.

Sie beschwor die Geister und rief, dass sie doch herbeieilen sollen, während sie mit dem Zepter wippte.

Irgendwie beeindruckte das den Geist Oslo – und er erschien.

Britta fragte erwartungsvoll:
„Was ist mit den singenden Porzellanvasen, den klappernden Ritterrüstungen und den fliegenden Bildern?“

Geist Oslo konnte sich vor Lachen kaum zurückhalten:

„Ho! Ho! Ho! Ho! Ho! Der einzige Geist, den es hier gibt, bin ich! Geist Oslo!“

Britta schwang verärgert das Zepter vor sich her.

Oslo lief es eiskalt den Rücken hinunter, obwohl das eigentlich unmöglich schien.

Das war – das ist – das Zepter seines Herrn!

Genau! Jetzt erinnerte er sich wieder: Regen!

Im Nu wurden Britta und Oslo Freunde.

Gemeinsam heckten sie einen Plan aus, um die zwei durchtriebenen Gauner auszutricksen.

Denn Oslo fiel wieder ein, dass es, seit die beiden aufgetaucht waren, rund um das Herrenhaus nicht mehr geregnet hatte.

Auch in der Stadt, wie Britta wusste, regnete es nur noch sehr selten.

Um das Herrenhaus herum befand sich ein ehemaliger Wassergraben.

Diesen wollten sie nun so nutzen, dass, sobald das Regenzepter gegen die beiden Bösewichte gerichtet wurde, alles unter Regenwasser stünde.

Regenwasser würde die beiden Wesen nämlich auflösen.

Es war so weit, und Britta lud die zwei zur Probeaufführung ein.

Alles war genau geplant – jetzt konnten sie kommen.

Zuerst wurde ihnen die Vorführung gezeigt:

Wie Geist Oslo durch die Vasen sauste und dadurch ein Vasengesang entstand,

danach durch die Ritterrüstungen rauschte, dass es nur so klapperte und die Visiere auf- und zuglappten.

Danach ließ er die Bilder über die zwei Gauner ihre Köpfe fliegen, und mit seiner neuen Kette klirrte er so, dass den beiden ein Schauer den Rücken hinunterlief.

Die Gauner waren mehr als begeistert.

Nun würde die Hauptattraktion folgen – die draußen stattfinden sollte.

Vor dem Herrenhaus auf dem Grundstück fing Britta an, Zauberkunststücke vorzuführen, und nutzte die Gelegenheit, das Zepter direkt auf die zwei Gaunerwesen zu richten.

Es fing sofort an zu regnen – so stark und heftig, dass Herr Sumpf und Herr Schleim im Nu im Matsch stecken blieben und Wasser in ihre Stiefel lief.

Auch das übertretende Wasser aus dem Wassergraben tat sein Übriges, und die zwei Gaunerwesen lösten sich auf – das Regenwasser schwemmte sie in den Fluss.

Endlich waren sie befreit!

Sofort konnte sein Freund, der Regenbogen, seinen Platz wieder einnehmen, und er bekam seine leuchtenden Regenbogenfarben zurück.

Die Menschen der Stadt bestaunten freudig den Regenbogen – schon laaange hatten sie ihn nicht mehr gesehen.

In dieser Nacht hatte jeder einen erholsamen Schlaf.

Die glückliche Gesellschaft – Britta, Geist Oslo und der Regenbogen – arbeiteten jetzt Hand in Hand zusammen.

Britta mit ihrer geschickten Geschäftsidee und dem Konzept:

>Ausflug in das Herrenschloss mit Aufführung des gefürchteten Geist Oslo.<

Buuuuu! Uhuhuhu! Buuu! 
 🌤 Hi Hi Hi!

Hallte es durch die Säle.

Immer da spukte er herum.










Besucher: 0

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...