Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟
Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche.
Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf dem Fenstersims liegen.
Das lockte die Vögel an, die mit ihm sprachen.
Eine Prinzessin ließ Freier kommen, doch nur der, der ihr die drei goldenen Haare des Teufels brachte, wollte sie heiraten.
Diese Kunde teilten die Vögel dem armen Bäckerburschen mit.
Zusammen zogen sie los:
Er ging, die Vögel flogen. Durch den düsteren Wald, Glühwürmchen erleuchteten den Weg.
Seine Freunde, die Vögel, wussten, wo die Höhle des Teufels zu finden war.
Ein Bergmaulwurf war ihr Führer.
Die Glühwürmchen flogen voraus, und sie folgten dem matten Lichtschein durch den langen, schmalen Höhlentunnel, immer tiefer und immer tiefer hinunter in den Höhlenschlund.
Es wurde unerträglich heiß.
Hier war der richtige Ort.
Dort, in der Felsenhöhle, zingelte überall Feuer.
Mitten im Feuer lag der Teufel, er schlief fest und schnarchte.
Wie sollten sie ihn erreichen?
Die Vögel packten den Bäckerburschen und flogen ihn über das Feuer hinweg, über den Kopf des Teufels.
Da erwachte er.
Vor Schreck warf der Bäckerbursche drei seiner Haferkörner hinunter.
Der Teufel vertrug keine Haferkörner.
Wild durchwühlte der Teufel mit seinen Händen sein Haar und zog sich dabei die drei goldenen Haare heraus.
Drei der Vögel schnappten mit ihren Schnäbeln je eines der goldenen Haare und flogen so schnell sie konnten davon.
Draußen vor der Höhle kamen die drei goldenen Haare in einen kleinen Beutel.
Der arme Bäckerbursche zog die feinsten Kleider an, die er hatte, und trat vor die Prinzessin.
Große Augen blickten ihn an.
Damit hatte sie nicht gerechnet.
Sie sah ihm tief in die Augen und verliebte sich auf Anhieb.
Sie erfüllte ihr Versprechen.
Sie lebten glücklich und zufrieden.
Ende