Wenn du mir Gedanken oder Grüße mitteilen möchtest, kannst du das hier tun.
Danke fürs Lesen. Eure Lüdel🧚♂️
Alle Texte, Audioaufnahmen und Bilder der Lesebärwolkenwelt sind urheberrechtlich geschützt. Hier direkt zum Lesen, Markieren und Ausdrucken. Autorin: Lüdel – zur öffentlichen Nutzung nur mit Genehmigung.
Wenn du mir Gedanken oder Grüße mitteilen möchtest, kannst du das hier tun.
Danke fürs Lesen. Eure Lüdel🧚♂️
Sage aus der Märchenwelt 👡👡
Es war einmal ein Haus, in dem es an allem Notwendigen oft fehlte, und über jedes Brot, jedes Gemüse und jede Kleinigkeit gesprochen wurde.
Immer wieder schrieb die Frau des Hauses eine Liste.
Keine besonderen, keine kostbaren Dinge – nur das, was man zum täglichen Leben braucht.
Brot, Öl, Reis, etwas Gemüse.
Dinge, die kommen und gehen wie die Tage selbst.
Doch jedes Mal, wenn der Mann die Liste sah, begann das alte Lied.
Die Liste sei zu lang, schimpfte er.
Manches brauche man nicht sofort, meinte er.
Und manches vielleicht überhaupt nicht.
Da seufzte die Frau eines Tages und sprach:
„Ich habe doch keine goldenen Steckelschuhe verlangt.“
Niemand wusste genau, wie diese Schuhe aussahen.
Ob sie glänzten oder nur im Kopf funkelten.
Doch seit diesem Tag standen sie unsichtbar zwischen den Zeilen der Einkaufsliste.
Einmal schrieb die Frau sie sogar auf –ganz unten, klein und still:
Goldene Steckelschuhe.
Nicht weil sie sie wollte, sondern weil sie zeigen wollte,
So erzählt man sich, dass die goldenen Steckelschuhe keine Schuhe waren, sondern ein Zeichen:
Und bis heute, so sagt man, tauchen sie manchmal auf – nicht in Truhen oder Schaufenstern, sondern auf Zetteln, zwischen Brot und Salz.
Der Zwerg saß mit seinem langen Bart und gesenktem Kopf über das Tagebuch gebeugt.
Darin schrieb er seine Erlebnisse nieder – Erinnerungen aus seiner Kindheit.
Er war ein Kind aus einer kinderreichen Familie.
Der Zwerg schrieb schon viele Jahre. In Gedanken hing er seinen alten Erinnerungen nach – seine Kindheit war meist betrüblich. Der Zwerg erlebte eine harte, oft unfaire Erziehung.
Der Zwerg erhob sich. Er träumte, dass er sich aufrichtete, dass Erlebtes vor seinem inneren Auge vorbeizog …
Der Zwerg erwachte, blickte auf das Tagebuch, klappte es sehr langsam zu, nahm einen Beutel Samen und trat hinaus aus seinem Pilzhaus auf die Wiese.
Der Zwerg suchte mit suchendem Blick nach freiem Erdboden – nichts.
Der Zwerg nahm einen Spaten und machte sich ein Beet …
Seine Gedanken kreisten um seine eher schlechten Erinnerungen. Ebenfalls fühlte es sich für den Zwerg so an.
Der Zwerg nahm den Beutel und ließ die Samen hinunterrieseln. Er sah zu, wie sich die Samen auf dem Erdboden verteilten.
Dem Zwerg fiel auf: Die Samen brauchten Wasser.
In der Nähe war ein kleiner Bachlauf, bei dem der Zwerg die Gießkanne füllte.
Als der Zwerg die Samen goss, kreisten seine Gedanken. Wie viel Zeit er doch über seinem Tagebuch verbracht hatte – so viel, dass ihm sogar ein langer Bart gewachsen war.
Scheinbar hatte der Zwerg sein Leben mit dem Schreiben verbracht.
Oder doch nicht?
War es nicht wichtig für den Zwerg gewesen, all die Jahre vergangener Erinnerungen aufzuschreiben?
Nun war er alt, sehr alt geworden.
Das Buch blieb verschlossen – und die Gedanken des Zwerges auch.
Ende
aus der dunklen Märchenwelt 💥
Der böse Zauberer Allwissend lebte in einer Felshöhle mit seinem Knecht.
Der böse Zauberer wütete und trieb sein böses Unwesen. Nichts war vor ihm sicher.
Er schikanierte den Knecht herum. Er musste seine Belange erfüllen. Holz holen – der Knecht schleppte ganze Baumstämme herbei.
Einmal waren sie dem bösen Zauberer zu dünn, einmal zu dick. Recht machen konnte es ihm der Knecht nie. Essen mochte er nur bestimmte Sachen.
Einmal sagte der böse Zauberer: Das ist dir gut gelungen. In dem Moment wollte sich der Knecht freuen, kam aber: Es ist zu wenig Salz drin, und er streute sich Salz hinein.
Tag ein, Tag aus meckerte er und lud seinen Frust beim Knecht ab.
Seine sogenannten Freunde verwandelte er in Pilze oder Spargelbäume. Nach einiger Zeit schienen sie ihm nicht mehr geeignet.
Das ging ganz viele Jahre so.
Vor langer Zeit versprach ihm der böse Zauberer, seine Zauberkunst beizubringen. Am Anfang vertraute der Knecht ihm gutgläubig. Der Knecht konnte sich daran erinnern: Als er ihn vor langer Zeit danach fragte, bog sich der Wind vom bösen Zauber seiner Zauberkraft.
Jetzt, wo der böse Zauberer alt geworden ist, mit seinen Augen schlecht sieht und er seine Zaubersprüche vermischt, ist es immer schlimmer geworden, und er lässt alles beim Knecht aus.
Holz holen, aber marsch!
Normalerweise hat der böse Zauberer immer das Holz in Scheite gezaubert, aber jetzt bringt er seine Sprüche durcheinander und das Holz verknotet sich.
Er gibt dem Knecht die Schuld. Jetzt muss der Knecht das Holz mit der Handsäge sägen.
Beim Knecht hat sich innerlich all die Jahre mit der Zeit alles angesammelt.
Der Knecht wird immer wütender und immer wütender, so dass aus seinem Mund Qualmwolken kommen.
Der böse Zauberer will dagegen zaubern, macht alles nur noch schlimmer. Blitze entstehen, noch mehr Qualmwolken, immer dichter wird es. Sie werden eingeschlossen. Ein mächtiger Sog trägt sie hinfort. Wohin, weiß niemand.
Ende
Märchenwelt – alt, neu erzählt 🌟 Es war einmal ein armer junger Bäckerbursche. Er ließ aus Gewohnheit immer drei Haferkörner draußen auf de...